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UK 1970
Originaltitel:Satan's Skin
Alternativtitel:Blood on Satan's Claw
aka. Devil's Touch, The
aka. Satan's Claw
Länge:92:51 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Piers Haggard
Buch:Piers Haggard, Robert Wynne-Simmons
Kamera:Marc Wilkinson
Musik:Dick Bush
SFX:Eddie Knight
Darsteller:Barry Andrews, Patrick Wymark, Charlotte Mitchell, Linda Hayden, Anthony Ainley, Howard Goorney, Wendy Padbury, Simon Williams, Robin Davies, Michele Dotrice, James Hayter, Avice Landone, Tamara Ustinov, Denis Gilmore, Davies Mark
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,80:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Trailer (2:51 Min.)
  • Audiokommentar von Piers Haggard, Linda Hayden und Robert Wynne Simmons (englisch, ohne UTs.)
  • Slideshow (15 Bilder)
Der junge Bauer Ralph Gower (Barry Andrews) gräbt beim Pflügen einen menschenähnlichen Schädel aus, der mit einem Fell überzogen ist. Überzeugt davon, dass er einen Dämon befreit hat, konsultiert er den lokalen Richter (Patrick Wymark in seiner vorletzten Rolle). Doch als beide an den Fundort zurückkehren, ist das bizarre Objekt spurlos verschwunden. Fortan geschehen unheimliche Dinge: Die Kinder der Gemeinde verfallen einer okkulten Macht und werden zu fanatischen Jüngern der schönen "Angel" (Linda Hayden), die alles andere als himmlische Absichten hat. Mithilfe menschlicher Opfer will sie dem Teufel wieder zu seiner ursprünglich monströsen Gestalt verhelfen. Der Richter wird zum unerschrockenen "Hexenjäger" und formiert eine Gruppe tapferer Dorfbewohner, um dem Satanskult und seiner Anführerin ein Ende zu bereiten.
"In den Krallen des Hexenjägers" ist einmal mehr der Beweis dafür, dass nicht nur die "Hammer Studios" ein Patent auf den britischen Horrorfilm haben und zudem noch eine Vielzahl dieser Produktionen durch seinen beinah schon A-Movie-Charakter in puncto Inszenierung toppt. Regisseur Piers Haggard schafft in seinem Genre-Debüt einen starken und unheimlichen Exploitation-Film, der uns auch nach über 30 Jahren noch immer den Atem mit seiner düsteren Atmosphäre stocken lässt und auch nicht vor einigen fiesen Schockeffekten halt macht. Hier fließt Blut, aber nie soviel, dass man von plakativer Gewaltdarstellung sprechen könnte, jedoch genug um den Zuschauer immer im richtigen Moment zu schocken. Aus heutiger Sicht betrachtet wird man vom Gezeigten zwar nicht mehr ganz so entsetzt sein wie noch vor 34 Jahren, aber wenn man einmal die heutigen Produktionen beiseite lässt, ist dieser ursprünglich als Episodenfilm konzipierte Vertreter des "Hexenjäger"-Subgenres mehr als nur ein 70er Jahre Schnellschuss, sondern kann viel mehr als ernst zu nehmender Konkurrent zum eher ruhigen Hammerfilm fungieren. Die britischen "Hammer Studios" fingen erst recht spät an, auf den Sex&Violence-Zug aufzuspringen und als sie merkten, dass reiner Grusel kein Geld mehr bringt, war das Thema "British Horror" fast schon durch.
Tony Tensers Produktionsfirma "Tigon", die sich schon für "Der Hexenjäger" verantwortlich zeigte, produzierte diese Mischung aus klassische UK-Gruselfilmen und Hexenjäger-Filmen wie z.B "Mark of the Devil" oder den bereits oben erwähnten "Der Hexenjäger" mit Vincent Price aus dem Jahre 1968. Jedoch findet man hier einige gravierende Unterschiede im Plot und der Darstellung. Waren es in den anderen Filmen nie wirklich Hexen, Dämonen oder sonstige Abgesandte der Hölle, sondern lediglich Hirngespinster einiger Fanatiker, so haben wir es hier mit dem tatsächlichen "Bösen" in Form eines verstümmelten Körpers auf einem Acker zu tun, welches Besitz von den Kindern einer kleinen Gemeinde ergreift.
Kinder bzw. Jugendliche in Horrorfilmen mitspielen zu lassen, sorgte schon immer für Unwohlsein bei einigen Zuschauern, da man das Thema Kinder im Film von jeher als Tabuthema ansieht und sichtlich schockiert war, sollte einem Kind mal etwas zustoßen. Als Beispiel wäre hier einmal der kleine Zombie-Junge aus "Friedhof der Kuscheltiere" zu nennen oder "Rabid Grannies", wo ein kleines Mädchen verstümmelt wird. Gerade in jüngster Zeit werden Kinder immer mehr Opfer filmischer Horrorvisionen und egal wo es ist, immer sind sie entweder die Helden, werden getötet oder entpuppen sich als das absolutes Böse, wie in "Kinder des Zorns", "Das Omen" oder "Das Dorf der Verdammten". Dies war jedoch schon immer so und auch in diesem Film sollten die Jugendlichen eine tragende Rolle spielen. Angeführt werden sie von der hübschen wie auch diabolisch wirkenden Lindy Hayden, die zuvor für "Wie schmeckt das Blut von Dracula?" vor der Kamera stand und in Haggards Schocker die junge Angel Blake spielt.
Von den Zeitpunkt an als Angel auf einem Acker eine dubiose Kralle findet, verändert sie sich schlagartig und bereitet sich auf die Rückkehr ihres Meisters vor. Von nun an werden wir Zeuge eines ungewöhnlich hartem Sadismus, welchen die Kinder an den Tag legen um ihren Meister wieder zu erwecken, der zu Beginn nur ein kleines undefinierbares Wollknäuel ist. Von Selbstverstümmlung bis hin zur Vergewaltigung samt darauffolgender Tötung wird alles getan um Satan Tribut zu zollen. Gerade die Vergewaltigung gehört zu einem der wohl härtesten Szenen im Film, obgleich man hier nicht allzu viel sieht, sich der Terror jedoch wie in vielen anderen Szenen im Kopf der Zuschauer abspielt und somit erscheint das Gezeigte viel grausamer, als wenn man die Kamera kompromisslos draufgehalten hätte.
Doch noch wichtiger als reine Schockmomente ist die exzellente Kameraarbeit von Dirk Bush, der sehr viel Wert auf die Komposition des Bildes und auf die Tiefenachse des Raumes legt und somit für viele surreale Momente im Film sorgt. Auch der Score von Marc Wilkinson sorgt für eine angenehme Gruselstimmung und gehört zu einem der besten Kompositionen des Genres, ebenso die schauspielerische Leistung die sich dank talentierter Neulinge und einigen bekannter Darstellern immer auf dem Niveau einer großen Produktion befindet. Die oben genannte Hayden (hier sogar nackt zu sehen *lechz*) und ihre Wandlung von der Unschuld vom Lande zum besessenen Vamp gehören zum Besten, was man von einer damals mit knapp 17 Jahren noch recht jungen Darstellerin erwarten konnte. Auch Patrick Wymark in seiner Rolle als Richter überzeugt allein schon durch sein Auftreten und war zuvor schon in "Der Hexenjäger" zu sehen, verstarb aber leider kurz nach den Dreharbeiten zu "In den Krallen des Hexenjägers".
Auch wenn der deutsche Kinotitel nicht so ganz passen mag und im Grunde gar kein richtiger Hexenjäger sein Unwesen treibt, verspricht uns der Film 85 Minuten bestes Horror-Kino Made in England, mit vielen atmosphärischen Momenten, tollen Kulissen, überraschender Kameraarbeit, Blut und einer Prise Sexploitation und gesellt sich zu den Produktionen, die in keiner richtigen Sammlung fehlen sollte.



Koch Media überzeugte schon in seinen letzten Veröffentlichungen durch seine gute DVD-Umsetzung älterer Genre-Titel und brauchte sich zumindest was Sachen Bild und Tonqualität angeht nicht hinter der deutschen "Hammer Edition" von Anolis zu verstecken. Auch "In den Krallen des Hexenjägers" überzeugt durch seine gute Bildqualität die zwar sein Alter nicht verbergen lässt, sich jedoch für einen 34 Jahre alten britischen Horrorfilm mehr als nur sehen lassen kann. Der Kontrast befindet sich auf einem hohen Niveau und sorgt bis auf wenige Ausnahmen selbst in den vielen dunklen Szenen für ein gut erkennbares Bild. Die Schärfe ist ebenfalls oben anzusiedeln und bietet in Anbetracht des Alters eine gute Detailschärfe. Lediglich ein leichte Bewegungsunschärfe ist in einigen Szenen zu bemängeln, dafür kann die Kantenschärfe durchweg überzeugen. Die Farbsättigung ist ebenfalls gut ausgefallen und bietet uns eine natürliche Farbgebung. Rauschen hält sich angenehm zurück und nur selten fällt es wirklich störend auf. Die Kompressionen leisten trotz einer recht geringen Bitrate gute Arbeit und Blockrauschen ist nur gering im Hintergrund zu sehen. Verschmutzungen und Defekte sind hier zwar vorhanden, stören aber nie wirklich und gehören einfach dazu. Wenn es also was zu bemängeln gibt, dann nur, dass das Bild nicht anamorph codiert wurde.
Die deutsche Tonspur liegt uns hier in Mono vor und wurde auf beide Frontlautsprecher verteilt. Die Dialogverständlichkeit ist gut, jedoch fällt hier minimales Rauschen negativ auf. Die englische Tonspur klingt etwas natürlicher, wirkt im Ganzen jedoch zurückhaltender als die deutsche Spur. Untertitel gibt es leider keine, was zu lasten des Audiokommentares mit Regisseur Piers Haggard, Autor Robert Wynne-Simmons und Angel-Darstellerin Linda Hayden geht. Ein interessantes Audiokommentar, schade nur für Fans ohne fundierte Englischkenntnisse. Als weitere Extras findet man noch den "Original-Kinotrailer" und eine "Bildergalerie". Insgesamt ein bisschen wenig, aber dafür macht der AK und das interessante Booklet von Uwe Huber dieses Manko wieder wett.



Es bleibt wieder nur zu sagen, dass man uns mit "In den Krallen des Hexenjägers" eine gute DVD-Umsetzung vorlegt, welche sich nur allein wegen dem mageren Bonusmaterial (die Anchor Bay-DVD ist wesentlich besser ausgestattet) und den fehlenden Untertiteln einen Tadel einfangen muss. Der Rest ist dem Alter entsprechend gut geworden und dass der Film selbst schon eine kleine Perle ist, die jetzt zur passenden Anerkennung bekommt, muss ich ja wohl nicht mehr erwähnen.


Film+++++-
Bild++++--
Ton++----
Bonus++----


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In den Krallen des Hexenjägers
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