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UK 1965
Originaltitel:Plague of the Zombies
Alternativtitel:Zombies, The
aka. Im Bann des Voodoo-Priesters
Länge:91 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:John Gilling
Buch:Peter Bryan
Kamera:Arthur Grant
Musik:James Bernard
SFX:Roy Ashton
Darsteller:André Morell, Diane Clare, Brook Williams, Jacqueline Pearce, John Carson, Alexander Davion, Michael Ripper, Marcus Hammond, Dennis Chinnery, Louis Mahoney, Roy Royston
Vertrieb:e-m-s/Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Interview James Benard (19:43 Min.)
  • Kombi-Trailer (3:00 Min.)
  • Trailer (Deutsch)
  • Trailer (Englisch)
  • Bildergalerie
  • Pressebilder
  • Werberatschlag
  • Comic
Cornwall, Mitte des 19. Jahrhunderts. Seltsame Todesfälle häufen sich in einer kleinen Arbeitersiedlung. Der dort praktizierende Arzt Dr. Peter Thompson steht vor einem Rätsel, vor allem da der Gutsherr des Ortes ihn bei seinen Ermittlungen massiv behindert. Thompson zieht seinen ehemaligen Lehrer Sir James Forbes zu Rate, der kurz darauf mit seiner hübschen Tochter Sylvia anreißt und direkt Zeuge eines makaberen Spaßes einiger Reiter vom Landsitz des Gutsherr Hamilton wird. Während einer Fuchsjagd stürzen sie auf ihren Pferden durch eine Begräbniszeremonie eines Dorfansässigen, wobei der Sarg zu Boden fällt und den Leichnam freigibt.
Die aufgebrachten und verängstigten Bewohner suchen die Schuld in die Neuankömmlinge und wollen, dass sie das Dorf so schnell wie möglich wieder verlassen. Doch Thomson freut sich seinen Lehrer wieder zu treffen und auch Sylvia ist sichtlich erfreut ihre ehemals beste Freundin Alice wieder in die Arme schließen zu können, die den jungen Doktor geheiratet hat. Doch Alice benimmt sich merkwürdig und verlässt nachts schlafwandelnd das Haus. Sylvia folgt ihrer Freundin zu einem längst stillgelegten Bergwerk in der Nähe des Besitzes des Baron Hamilton, als sie plötzlich einer grässlichen Gestalt gegenüber steht, welche den Leichnam ihrer Freundin zu Boden wirft. Sylvia kann fliehen und läuft in die Arme der Reiter von Baron Hamilton, die sie in dessen Landhaus verschleppen und vergewaltigen wollen. In letzter Sekunde kann der Gutsherr seine Schützlinge aufhalten und entschuldigt sich in aller Förmlichkeit bei der jungen Frau. Am nächsten Morgen führt Sylvia die Polizei und ihren Vater an den Ort wo Alices Leichnam liegen müsste. Dieser lag aber einige Meter abseits bei einem Mann, der seinen Rausch im Wald ausschlafen wollte. Nun wird er als Täter beschuldigt, aber selbst Sylvia ist sich sicher, dass es jemand anders war. Als der Mann sagt, dass es sein toter Bruder war, der Alice getötet hat, hegt der Professor einen grausamen Verdacht, der sich schnell bestätigen sollte, als sie die Gräber der verstorbenen öffnen und sämtliche Leiche verschwunden sind.
Die Ereignisse spitzen sich zu als sich auch Sylvia nach einem Besuch des Barons verändert und plötzlich über Nacht verschwindet. Die beiden Ärzte kommen auf die Spur des Baron, der in Wirklichkeit ein Voodoo-Priesters, der die Dorfbewohner zu willenlosen Zombies macht, damit sie in seiner Mine schuften können. Dr. Thompson und Sir Forbes haben nur noch wenig Zeit um den Spuk zu beenden und Sylvia zu retten...
"Nächte des Grauens" ist Hammers erster und einzigster Beitrag zum Thema Zombiefilm gewesen, welcher in die Fußstapfen des 1932 entstandenen "White Zombie" von Victor Halperin tritt und noch heute als einer der wegweisensten Produktionen in seinem Genre gilt, auch wenn es hier "nur" um traditionellen Voodoo-Zombies geht, die als Sklaven für mindere Arbeiten missbraucht werden. Die meisten verbinden mit dem Wort "Zombie" aber nicht durch Zauber willenlos gemachte Menschen, sondern blutrünstige, nach Menschenfleisch lechzende Tote, die sich aus ihren Gräbern erheben um Jagd auf Lebende zu machen. Dass hierbei mit wenigen Ausnahmen nicht immer viel Wert auf Atmosphäre gelegt wurde, dürfte jedem klar sein und was in den 70er und 80er Jahren die Videotheken als Massenware überflutete, wird auch heute noch meist als Low-Budget-Produkt vermarktet und hat nur die Aufgabe, seine Vorgänger an Brutalität zu überbieten. Heute gibt es kaum noch atmosphärische Gruselfilme, die ohne Effekthascherei auskommen, was aber nicht unbedingt an fehlenden talentierten Filmemacher liegt, als vielmehr am übersättigten Publikum, die in all den Jahrzehnten immer abgestumpfter geworden sind und denen die Effekte mittlerweile wichtiger zu sein scheinen, als ein gutes Skript, bei dem man eventuell noch Nachdenken müsste. Das soll jetzt nicht heißen, dass alle Horrorfans zu dumm sind, es ist aber nun mal so, dass allein Hollywood dem Publikum suggeriert, dass die Geschichte nicht gut sein muss, um ein Erfolg zu werden. Einfach den Film mit Action und Effekte zu bomben, dann passt das schon. Dies hat sich im Laufe der Jahre so stark ausgeprägt, dass es immer schwerer wurde dem zudem noch immer jünger werdenden Publikum einen kalten Schauer über den Rücken zu jagen.
"Plague of the Zombies" (so der Originaltitel) hatte es aber von Beginn an nicht leicht und wurde ein kommerzieller Flop, weshalb das Thema "Zombiefilme" für die Hammer Studios schnell wieder erledigt war. Dies kann unter anderem daran gelegen haben, dass der Film sich in seinem Gesamtbild kaum von den anderen Hammer-Filmen wie z.B der "Dracula"-Reihe unterscheidet, jedoch mit keinem der von den Fans so geliebten Monstern aufwarten konnte und sein Hauptaugenmerk vielmehr auf eine düstere Grundstimmung und seiner durchdachten Story mit einer Prise Sozialkritik legte. Im Gegensatz zu vielen seiner Folgeproduktionen hatte die Geschichte nämlich Hand und Fuß und baut nicht auf plakative Gewalttaten auf.


Verantwortlich für das Skript war niemand anderes als Peter Bryan, der für "Plague of the Zombies" auf Ideen aus seinem zuvor geschriebenen Drehbuch zu "Der Hund von Baskerville" zurückgriff. So finden sich hier Verweise auf die legendären "Hell Fire Clubs", deren Mitglieder, meist mächtige Aristokraten, zweifelhaften Vergnügen frönten und trotz der Not ihres Volkes ihren Wohlstand in vollen Zügen genossen. Bryan nennt sie hier einfach "Yound Blood", deren Anführer und Landsherr Baron Hamilton ein Voodoo-Priester ist, der es sich mit Hilfe finstrer Mächte zur Aufgabe gemacht hat, die Bewohner der kleinen Gemeinde im englischen Cornwall zu willenlosen Zombies zu machen, um diese dann in seinem Bergwerk schuften zu lassen.
Die Fans von gewohnter Zombie-Kost dürften heutzutage sichtlich enttäuscht sein von dem, was uns Regisseur Gillings in seinem Film zeigt. So spielen die lebenden Toten hier eine etwas untergeordnete Rolle und dürfen lediglich in einer atmosphärischen Traumsequenz aus den Gräbern steigen, samt tricktechnisch perfekter Verwandlung von der hübschen Alice in einen Zombie. Die oben angesprochenen sozialkritischen Aspekte des Filmes findet man jedoch ständig und sind präsenter als die Untoten, die in anderen Filmen nur dumm durch die Botanik laufen, egal ob es der Geschichte dienlich ist oder nicht. Die Symbolik der Ausbeutung des Arbeiters durch den Geld-Adel und den Aufstand der Unterdrückten gegen die Unterdrücker, wie es der Filmhistoriker Uwe Sommerlad schön formulierte, ist stets allgegenwärtig und die Zombies bekommt man hier eigentlich nur als Beilage, um den Zuschauer in den richtigen Augenblicken zu erschrecken und dies gelingt Gillings perfekt. Ganz nach dem Motto "weniger ist mehr" kommen die lebenden Toten nur dann zum Einsatz, wenn es der Geschichte dienlich ist und man verzichtet somit auf die Genre übliche Konfrontationen zwischen den Lebenden und den Toten.
Dadurch, dass das Feindbild allzu menschlich war und die Kreaturen keine wirkliche Bedrohung darstellen, konnte der Film leider nicht beim schon viel zu verwöhnten Publikum punkten. Dabei sorgt nicht nur die Story für 90 Minuten Hammerisches Gruseln, sondern auch die Kulissen im viktorianischen Stil wurden perfekt gewählt und vermitteln einen düsteren Stil, der typisch für "The World of Hammer" war.
Regisseur Gillings, der seine Karriere damals in Hollywood als Stuntman begann, benutzt für seinen Film dasselbe "Cornwall"-Set, welches er für seinen nächsten Film "Das Schwarze Reptil" ebenfalls verwendete, den er Rücken an Rücken mit "Nächte des Grauens" drehte. Dieses Konzept wandten die Hammer Studios nach "Rasputin - The Mad Monk" und "Dracula - Prince of Darkness" schon an. Bevor der Film jedoch in Produktion gehen konnte, sollten knapp 3 Jahre vergehen, in dessen Zeitraum der Film so einige Namensänderungen wiederfuhr und so wurde aus dem Arbeitstitel "The Zombie", dann "The Horror of the Zombies" bevor man sich 1965 für den passenden Titel "Plague of the Zombies" entschied und die Dreharbeiten im Sommer 65 in den Bray Studios begann. Dem deutsche Verleih schien wohl der Originaltitel nicht zu gefallen und eine wortwörtliche Übersetzung zu albern ("Pest der Zombies"), weshalb man ihn 1966 doch tatsächlich unter dem Titel "Striptease des Grauens" in die Lichtspielhäuser bringen wollte. Zum Glück entschied man sich aber noch rechtzeitig für den wesentlich besseren Titel "Nächte des Grauens".


Was die Wahl der Darsteller betrifft, braucht sich "Nächte des Grauens" nicht hinter den anderen "Hammer Film"-Produktionen verstecken und wartet mit einer Riege an talentierten und bekannten Schauspielern auf. So z.B. John Carson, der hier in der Rolles des bösen Gutsherrn zum ersten Mal in einem Film des britischen Studios zu sehen ist und später noch in "Wie schmeckt das Blut von Dracula?" und "Captain Kronos: Vampire Hunter" mitwirkte. André Morell gehörte zu einem der besten Darsteller die "Hammer" je unter Vertrag hatte und überzeugt in seiner Rolle als Sir James Fobes. Geboren war Morell 1909 unter dem Namen André Mesritz und spielte nach einigen Jahren Repertoiretheater in Filmen von Alfred Hitchcock, William Wyler und David Lean mit, bevor er 1958 die Titelrolle in Nigel Kneales Mehrteiler "Quatermass and the Pit", sowie als wohl bester Watson der Filmgeschichte in "Der Hund von Baskerville" an der Seite von Peter Cushing auftrat.
In der weiblichen Hauptrolle kann die hübsche Diane Clare überzeugen, die man bereits 1963 in den Klassiker "Bis das Blut gefriert" sehen konnte. Leider aber sollte "Nächte des Grauens" ihr einzigster Hammer Film bleiben. Ihre Karriere war ebenfalls nur von kurzer Dauer und endete 1967 mit dem SF-Horror "The Vulture".
Auch wenn die Zombies nur selten in Erscheinung treten, darf man nicht die exzellente Arbeit von Roy Ashton vergessen, der sich hier für das komplette Make-Up der Untoten verantwortlich zeigte und einige Jahre als Chef-Maskenbildner für die Hammer-Studios fungierte. Sein Zombie-Design war wegweisend für den weiteren Verlauf des Genres. Leider war "Das schwarze Reptil" seine letzte Arbeit für die Studios, er machte aber bis 1988 noch die Make-Up-Effekte für über 20 Filme und verstarb leider im Januar 1995 an einer Lungenentzündung.


Die Numero 10 aus der Anolis Hammer Edition ist nicht nur für Fans des Gothic-Horrors ein kleines Highlight geworden, auch die technische Seite der DVD weiß wie immer in Anbetracht des Alters zu überzeugen. Das anamorph abgetastete Widescreen-Bild bietet uns eine recht gute Schärfe, obgleich man sich eine etwas bessere Detail- und Kantenschärfe gewünscht hätte. Der Kontrast ist streckenweise gut, kränkelt jedoch am schwachen Schwarzwert, die einige Flächen grau erscheinen lassen. Die Farbsättigung hätte ebenfalls kräftiger sein dürfen, so wirkt das Bild insgesamt zu blass und noch dazu etwas zu weich. Dafür hält sich das Rauschen angenehm zurück und kann nur in wenigen Szenen durch etwas Blockrauschen im Hintergrund auffallen. Defekte und Verschmutzungen sind vorhanden, stören aber bis auf die ersten zwei Minuten (siehe Bilder oben) nicht im Geringsten. Allein der schwache Schwarzwert und die zu blassen Farben, verhindern eine höhere Punkteverteilung.
Die Akustik kann für einen 40 Jahre alten Film ebenfalls überzeugen, obgleich die englische Fassung in puncto Sprachverständlichkeit überzeugen kann, da die Dialoge hierbei viel natürlicher klingen und in der deutschen Fassung zu Verzerrungen neigen. Dafür klingt deutsche Ton nicht so dumpf wie die englische Spur, die noch dazu viel zu leise ist. Insgesamt sind beide Tonspuren dem Alter entsprechen gut und reichen vollkommen aus. Natürlich gibt es wieder optionale deutsche Untertitel.
Als Bonus finden wir einmal den deutschen und englischen "Original Trailer", den "Kombi-Trailer" (Dracula-Prince of Darkness/Plague of the Zombies), den Original "Werberatschlag" als Slideshow, 13 "Pressebilder", das "IFB Filmprogramm" als Slideshow, eine "Bildergalerie" mit 96 Bildern und das "Comic" zum Film als Slideshow. Zu guter letzt gibt es dann noch ein fast 20-minütiges und sehr interessantes Interview mit dem Komponist James Bernard, natürlich inkl. deutscher Untertitel.


Drei Jahre bevor Romero seine Untoten auf die Erde zurückkehren ließ, inszenierte man mit "Nächte des Grauens" einen kleinen aber beeindruckenden Film, der gekonnt Elemente des Gothic-Horror mit denen des Okkultthrillers verbindet, wie wir es von der "Hammer"-Produktion "The Witches" her kennen, der sich ebenfalls dem Themengebiet des Okkulten beschäftigte. Wer also heute noch Spaß an dem traditionellen Hammer-Gruslern hat, der wird an diesen Film nicht vorbei kommen. Die DVD-Umsetzung ist wie immer gut geworden und die kleinen Mängel im Bild sind kaum der Rede wert. "Jüngeres" Publikum sollte jedoch erst einmal Probe schauen, wer Zombiefilme jedoch chronologisch sammelt, kommt an diesen Vorreiter des Genres nicht vorbei ...


Film+++++-
Bild++++--
Ton++----
Bonus+++---


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Nächte des Grauens
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