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D, IT, USA 1991
Originaltitel:Extralarge: Miami Killer
Alternativtitel:Zwei Supertypen in Miami - Der Kindermörder
Länge:96:32 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Enzo G. Castellari
Buch:Enzo G. Castellari, Lorenzo De Luca
Kamera:Roberto Girometti
Musik:Enrico Riccardi
SFX:Mark Banik
Darsteller:Mark Banik
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.55:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch
Specials:
  • Bio- und Filmografie Bud Spencer (15 Seiten)
  • Originaltrailer
  • Trailer:
    • Extralarge 1 - Die Schöne mit dem Tick
    • Extralarge 2 - Die Formel des Todes
    • Extralarge 4 - Der Kleine mit der großen Klappe
    • Bud der Ganovenschreck
    • Banana Joe
Das Miami Police Department ist in allerhöchster Alarmbereitschaft: Seit Monaten terrorisiert ein wahnsinniger, brutaler Killer die Stadt. Seine Opfer sind ausnahmslos kleine Kinder. Officer Blake, dessen eigene Tochter erst kürzlich an einer schweren Krankheit verstarb, begibt sich zusammen mit "Extralarge" Jack Costello auf die Jagd nach dem Psychopathen. Eine der Spuren führt zu einem mysteriösen Priester. Doch Costello ahnt schnell, dass die Wahrheit und das Motiv für die Morde weitaus komplexer und schrecklicher sind ...
"Ich hätte da noch was hinzuzufügen, denn ich bin eigentlich dafür zuständig meinem Partner zu helfen und äh...im gewissen Sinne bin ich mitschuldig an dem Erfolg und äh...ich möchte auch gerne..." (Willy Dumas)

Bei "Zwei Supertypen in Miami" wird man doch direkt an die glorreichen Tage von Bud Spencer und Terence Hill im Streifen "Miami Cops" erinnert, obwohl diese ja schon nicht mehr ganz so glanzvoll waren. Nur dass Privatdetektiv Jack "Extralarge" Costello in dieser 12teiligen TV-Serie, die übrigens von Spencers Sohn Guiseppe Pedersoli koproduziert wurde, nicht mehr mit dem agilen Plappermaul zusammenarbeitet, sondern den aus "Miami Vice" bestens bekannten Darsteller Philip Michael "Tubbs" Thomas zur Seite gestellt bekommen hat. Dieser darf weder hilfreich, noch komisch, noch sonst wie stimmungsfördernd sein. Wahrscheinlich hat man ihn eingebracht, um der unheimlich bildschirmfüllenden Präsenz des alten Brummbären etwas entgegenzusetzen, aber auch Spencer ist hier wenig gefragt und zieht nur selten wenig mehr als seine Standardmiene hinter getönter Sonnenbrille. Die Chemie zwischen den beiden kessen Ermittlern, die hier leider nur sehr müde Sprüche reißen, die den Schenkelklopferstatus nur knapp erringen, stimmt bei diesem Teil der Reihe ganz und gar nicht. Die einzig wirklich komische Szene wird direkt zu Beginn abgelassen, bei der der massive Spencer im Clownskostüm einem einfältigen Kleinkriminellen hinterherjagt und völlig außer Atem schnaubt wie ein wilder Stier. "Miami Killer" ist ein richtig langweiliger Polizeifilm oder auch Thriller geworden, der seine Zutaten tief aus der untersten Ecke der Klischeekiste (niedliche kleine Kinder, böse, bemitleidenswerte Psychopathen, nichtsnützige Polizisten, verärgerte Betroffene) zusammenzieht, schlimmer als alle "Miami Vice"-Folgen zusammen. Beispielsweise wird kurz nach dem Auffinden des ersten Opfers gleich eine ganze Flotte an Streifenwagen aufgefahren - wollten die alle unbedingt im Film sein? Oder ein langhaariger Nobody tritt von rechts ins Bild, sagt seinem Chef, dass eine Staatsanwältin mit ihm sprechen möchte, verschwindet wieder und prompt erscheint die angekündigte Person von links. Wie daraus ein Kult entstehen soll, ist mir schleierhaft.

"Meine Tochter ist tot! Wir sind Schwarze und haben keine Kohle und niemand krümmt auch nur einen Finger für ein armes schwarzes Kind." (Aufgebrachte Mutter)

So verbringen unsre beiden in die Jahre gekommenen Detektive unheimlich viel Zeit damit, dem Mörder auf die Spur zu kommen, wobei man bereits nach einer halben Stunde Spielzeit 3 Personen stark verdächtigt und fortan handlungstechnisch auf der Stelle tritt. Kaum Action, nur einmal fährt Spencer seine massiven Pranken aus um einen Gegner ins Reich der Träume zu schicken, vielleicht als Zugeständnis an die Fans seiner Klassiker, aber seine komödiantische Seite bleibt uns hier fast vollkommen verborgen, was nicht zuletzt an der sehr ernsten Thematik des Kindesmordes liegen dürfte. Ansatzweise kann man sogar Hinweise auf Kindesmisshandlung wahrnehmen - der Lehrer erscheint doch sehr suspekt, wird aber nur am Rande erwähnt -, aber wir wollen uns das Abendprogramm doch nicht mit schwerer Dramatik vermiesen und so lässt man die brutale Schiene völlig außer acht (trotzdem ab 16 Jahre, seltsam). Es reicht im Grunde schon der vermeintliche Nebenhandlungsstrang vom langsam durchdrehenden Bullen, der die Leiche des Kindes fand und nun gequält von den Gedanken seiner einst verstorbenen Tochter die Sache persönlich nimmt und auf eigene Faust ermittelt, um Blutrache zu nehmen. Gaststar Christopher Atkins, dem eine enorme Spielzeit eingeräumt wird, vermittelt ansatzweise einen guten Mann mit Hang zur Psychose, oft steht ihm aber sein Overacting im Weg. Spencer taucht dann ab und zu auf und pfeift den übereifrigen Fruitcake-Cop zurück.
Irgendwann geht auch diese trübe Suche nach dem Mörder zu Ende, der in mehreren Briefen und Tonbandaufnahmen an die Polizei förmlich darum bettelt, geschnappt zu werden. Wie die Geschichte ausgeht, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn die Irreführung des Zuschauers gelingt vollends, wobei man auch hinzufügen muss, dass sich die Auflösung der logischen wie auch inszenatorischen Lächerlichkeit Preis gibt, so selbstironisch es auch auf den Zuschauer zu wirken bemüht ist. Man denke nur noch mal fix über die Umstände des ersten Opferfundes nach und versuche dies in Einklang mit dem Ende zu bringen. Geht nicht? War da der Drehbuchautor möglicherweise selbst ein wenig verwirrt oder hab ich da mal 10 Minuten nicht aufgepasst? Erwartet bitte nicht allzu viel vom Bild dieser DVD, denn trotz TV-Standards lag die Schärfe anscheinend nicht gerade auf hohem Niveau, wodurch man ein wenig nachhalf. Das Ergebnis ist in einigen Szenen ganz gut, man sieht aber ungewöhnlich oft Treppeneffekte an Kanten und einige Details blitzen unnatürlich scharf auf (beispielsweise Kühlergrille an Fahrzeugen). Außerdem bewirken die verstärkten Konturen, dass einige Objekte wie ausgeschnitten und aufgeklebt aussehen (siehe Aufnahme ab 37:13 min oder hervortretender Arm von Spencer bei 37:18), so dass man schleunigst die Schärfe am TV runterregeln sollte. Die Farbgebung ist an einigen Stellen etwas zu blass ausgeprägt, sonst aber in Ordnung und Kratzer oder Bildfehler (siehe vertikalen weißen Streifen in 18. Minute) lassen sich bei einer frischen Produktion (gerade einmal 10 Jahre) sicherlich auch vermeiden, zumal sie in einer Szene einen wahren Defektsturm verursachen. Ein Bildrauschen ist als leichtes Rieseln zu erkennen, insgesamt aber auf leicht erträglichen Niveau, eher störend sind da die Widescreen-Balken, die nicht selten auf und ab hüpfen und Unruhe ins Bild bringen. Insgesamt knappe 3 Punkte. Die Farbgebung ist wenig aufregend, ein wenig mehr gesättigt hätte sie sein dürfen, aber die meisten Filme im TV haben auch nix Besseres zu bieten. Der Kontrast ist teilweise recht stark angehoben, trotzdem sind einige dunkle Szenen nicht besonders toll gelungen, aber auch hier kann man letztlich damit leben, was insgesamt knappe 3 Punkte gibt.
Beim Ton wird man kaum enttäuscht werden, denn der Stereoton nutzt seine technischen Möglichkeiten gut aus, was sich in einigen guten Stereoeffekten bemerkbar macht. Die Dialoge sind sehr deutlich, nur ein paar Mal wirken sie ein wenig dumpf, die Bassintensität geht auch in Ordnung, in einigen Szenen ist sie hervorragend herausgearbeitet ohne störend zu wirken. Nur bei höherer Lautstärke machen sich leichte Verzerrungen bemerkbar, aber wer wird schon kleinlich sein ...
Die Auswahl an Bonusmaterial ist mit einer ausführlichen Bio- und Filmografie zum Hauptdarsteller, einem Trailer und die Vorschau auf 3 weitere Teile der Reihe nicht sehr umfangreich ausgefallen. Aber zumindest befindet sich noch der kultige "Banana Joe"-Trailer mit auf der DVD - ein Film aus einer verblassenden Zeit, in der man noch blind zuschlagen konnte bei Titeln von Bud Spencer.

Mit 96 Minuten eindeutig zu lang (sinnigerweise laufen die letzten 3 Minuten des Abspanns mit schwarzem Bild weiter), zu viel Füllmaterial hätte weggelassen werden können, ohne der Handlung und den Charakteren zu schaden. Wer eine Fortsetzung der Hits mit Bud Spencer sucht, sollte hiervon die Finger lassen, auch wenn der Name verlockend sein mag. Besetzt mit einem anderen in der Hauptrolle wäre "Miami Killer" wohl niemals aufgefallen, da er einfach nur ermüdend und wenig unterhaltsam wirkt, wer sich aber auf leichte Thriller-Kost einlassen möchte, dem seien zumindest die geschickt ausgelegten roten Heringe ans Herz gelegt. Die deutsche DVD mit niedrigen Anschaffungskosten leidet ein wenig über einer Überschärfung und mäßigen Farben, der Ton geht aber soweit in Ordnung.


Film++----
Bild+++---
Ton+++---
Bonus+-----


Druckbare Version
Extralarge 1 - Die Schöne mit dem kleinen Tick
Extralarge 2 - Die Formel des Todes
Extralarge 4 - Der Kleine mit der großen Klappe
Extralarge 6 - Gegen Tod und Teufel
Extralarge 7 - Der Herr der Sonne
Extralarge 5 - Tödliches Spiel
Extralarge 9 - Heiße Diamanten
Extralarge 12 - Extralarge und die Indianer
Extralarge 10 - Der Schatten des Ninja
Extralarge 11 - Geheimoperation Condor
Extralarge 8 - Die Rache des Gonzales
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