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USA 2002
Originaltitel:Cypher
Alternativtitel:Company Man
Länge:91:31 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Vincenzo Natali
Buch:Brian King
Kamera:Derek Rogers
Musik:Michael Andrews
SFX:Brock Jolliffe
Darsteller:Jeremy Northam, Lucy Liu, Nigel Bennett, Timothy Webber, David Hewlett, Kari Matchett, Kristina Nicoll, Joseph Scoren, Stephen Brown, Arnold Pinneck, Jocelyn Snowdon, Boyd Banks
Vertrieb:MC One
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Headphone Surround), Dolby Digital 5.1, DTS 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte, Deutsch, Englisch
Verpackung:KeepCase im Schuber
DVD-Start:09.12.2003 (Kauf)
Specials:
DVD 1:
  • Audiokommentar von Regisseur Vincenzo Natali, Drehbuchautor Brian King, Szenenbildnerin Jasna Stefanovich und Darsteller David Hewlett
  • Einleitung des Regisseurs (1:42 Min.)
  • Trailer (2:00 Min.)
  • Biografien:
    • Vincenzo Natali
    • Jeremy Northam
    • Lucy Lui
    • David Hewlett
  • Trailershow:
    • Nirgendwo in Afrika (3:06 Min.)
    • May (1:42 Min.)
    • The Musketeer (2:07 Min.)
    • Knallharte Jungs (2:20 Min.)
    • Donnie Darko (2:27 Min.)
    • Wrong Turn (2:08 Min.)
    • Grabgeflüster (2:04 Min.)
    • Nichts bereuen (2:04 Min.)
    • Wendigo (1:46 Min.)
    • The Untold (2:00 Min.)
    • Duell in der verbotenen Stadt (2:26 Min.)
Bonus-DVD:
  • Kurzfilm "Elevated" mit Audiokommentar von Regisseur Vincenzo Natali und Darsteller David Hewlett (20:23 Min.)
  • The Making of "Cypher" (10:35 Min.)
  • Interviews mit Cast & Crew:
    • Vincenzo Natali, Brian King, Jasna Stefanovic, David Hewlett (63:47 Min.)
    • Jeremy Northam (3:47 Min.)
    • Lucy Liu (22:09 Min.)
    • Nigel Bennett (4:50 Min.)
    • Timothy Webber (4:10 Min.)
  • Behind-the-Scenes Material (13:15 Min.)
  • Pre-Visualizations (7:39 Min.)
  • Entfallene Szenen:
    • Alternative Titelsequenz (2:10 Min.)
      • Morgan & amy I (1:17 Min.)
      • Morgan & Amy II (2:04 Min.)
      • Alternative Flashbacks I (1:07 Min.)
      • Alternative Flashback II (0:35 Min.)
      • Im Flugzeug (1:18 Min.)
      • Neues Zuhause (4:56 Min.)
      • Calloways Auftrag (1:50 Min.)
      • Morgan & Diane (1:17 Min.)
    • Isolierte Filmmusik
    • Multi-Angle Storyboard/Film-Vergleich
    • Fotogalerien:
      • Marker Designs (33 Bilder)
      • Requisiten Designs (22 Bilder)
      • Kostüm-Designs (5 Bilder)
      • Drehorte (22 Bilder)
      • Internationale Artworks (6 Bilder)
    • Deutscher Trailer (2:00 Min.)
    • Englischer Trailer (2:00 Min.)
    • Production Notes
    • DVD-Credits
Morgan Sullivan (Jeremy Northam) führt ein ereignisloses Spießerleben, das von seiner Frau kontrolliert wird. Um ein wenig Abwechslung in sein Leben zu bekommen, bewirbt er sich bei einem Industriekonzern als Spion und bekommt schon bald seine ersten Aufträge, die sich als einfach wie langweilig und wenig herausfordernd erweisen. Als während seines zweiten Auftrages plötzlich Alex (Lucy Liu) auftaucht und ihn darüber informiert, dass er einer Gehirnwäsche unterzogen wird, weiß Sullivan bald nicht mehr auf welcher Seite er steht, wer er wirklich ist und wem er noch trauen kann ...
Nachdem Regisseur Vincenzo Natali mit seinem Debüt "Cube" unter Genrefans weltweit ein Geheimtipp wurde und eine eindrucksvolle Anzahl an Preisen einheimste, waren die Erwartungen an sein nächstes Werk natürlich groß. "Cypher", dem mit 10 Millionen Dollar ein erheblich höheres Budget zur Verfügung stand, kann diese zwar nicht ganz erfüllen, zeugt aber ebenfalls von Natalis visueller Kreativität.
Morgan Sullivan (Jeremy Northam), von seiner Ehefrau tyrannisiert, fristet ein ereignisloses, erzkonservatives Spießerleben, ohne Vergnügen, Hobbys und Freunde. Der Ausbruch aus diesem Albtraum, so glaubt er, ist ein Jobwechsel: Industriespion. Von Industriekonzern Digicorp Technology engagiert, glaubt Morgan den fehlenden Nervenkitzel zu erleben, doch leider entpuppen sich seine Spionagetätigkeiten als dröge Teilnahmen an Seminaren, die er mitzuschneiden hat, so dass der einzige Reiz seine neue Identität des Jack Thursby, der rauchen und trinken darf, ausmacht. Als ihn während einer dieser Vorträge plötzlich Alex (Lucy Liu, schwach) darüber aufklärt, dass er einer Gehirnwäsche unterzogen wird und seine wahre Identität des "Morgan Sullivan" längst ausgelöscht worden ist, ändert sich sein Leben innerhalb von einer Sekunde.
Das heraus stechende Merkmal von "Cypher" ist seine sterile, futuristische, kalte Optik, die sich oftmals an "Matrix" und "Gattaca" orientiert, aber nie auf deren Pfade wandert. Stilsicher und innovativ trägt hier fast jede Szene Natalis, der hier von Farbfilter bis Bildverzerrungen alle Register zieht, Handschrift. Viele, auf den ersten Blick bedeutungslose Szenen lassen, selbst wenn man sie einzeln betrachtet, den Schluss zu, dass sie eine bestimmte Bedeutung haben und erinnern, auch wenn sie oft falsche Fährten legen, an die unvergesslichen "Roten Heringe" des Alfred Hitchcock. So inspiriert der Plot von Filmen wie "1984", "Total Recall" auch sein mag, undurchschaubar bleibt er bis zum Ende, wobei dieses leider, wie man es schon vorhersieht, zu konventionell und mainstreamtauglich geriet anstatt einmal nicht alle Fragen zu beantworten. Sullivan verfängt sich, zum Workaholic durch die Firma degradiert, in einem Spinnennetz der Konzerne, so dass er schon bald seine eigene Identität aus den Augen verliert. Plötzlich wird er als Doppelagent angeworben, droht so aber von seinem ursprünglichen Arbeitgeber liquidiert zu werden, kann aber nach vollbrachter Arbeit auch seinem aktuellen Geldgeber ein Dorn im Auge sein. Niemand scheint vertrauenswürdig, also wem trauen?
Obwohl der Plot einen interessanten und nachvollziehbaren Einstieg sowie baldige Überraschungen bietet, kann er nicht vollends überzeugen. Das anstrengende Verwirrspiel verfeindeter Parteien ist genauso unüberschaubar, wie die vielen Figuren und deren Motive. Nie fürchtet man um das Wohlergehen Sullivans, sondern fragt sich, wer ihn als nächstes unter Druck setzt und Versprechen vorlügt. Dieses Labyrinth der Täuschungen erweist sich aber schon bald als trocken und träge, da neue Erkenntnisse nicht so überraschen, wie es der Drehbuchautor gern hätte. Anderseits zieht Natalidas Tempo aber auch mal genau dann an, wenn ein wenig mehr Erklärung Not getan hätte, so dass der Zuschauer etwas hilflos zurückgelassen wird. Erst zum Ende hin klären sich die Fronten etwas, werden die Charaktere durchschaubarer und der Plot spannend...

Nach dem wir ja schon bei unserem "Donnie Darko"-Review geschrieben haben, dass McOne für ein Independent-Label DVDs auf den Markt bringt, von denen sich die Major-Labels nicht nur anhand der Qualität, sondern auch der Preispolitik eine Scheibe von abschneiden sollten, können wir dies bei der Special Edition von "Cypher" nur wiederholen.Als erstes wollen wir noch anmerken, dass Regisseur Vincenzo Natali mit "Cypher" einen Film geschaffen hat, der anhand eines sehr geringen Budget normalerweise qualitativ nicht in der Liga der großen Filmfirmen mitspielen könnte, jedoch wurde hier das Original-Negativ (in Hollywood leider viel zu selten) für den Transfer genommen und abgesehen von den vielen Stilmittlen, die die Fargebung stark beinflussen, liegt uns hier ein anamorpher Widescreen-Transfer vor, der viele Blockbuster-DVDs in den Schatten stellen dürfte.
Zu erst fällt hier die wirklich hervorragende Schärfe auf, deren Detailtreue kaum Grund zu Kritik lässt und nur in wenigen Szenen wegen dem Einsatz eines Rauschfilters nicht immer ganz zu überzeigen vermag. Die Farbgebung ist meist recht kühl gehalten, was wie oben schon erwähnt ein Stilmittel des Regisseurs ist und zum Ende hin immer farbintensiver wird und neben den atmosphärisch passenden kalten Farben auch mit warmen Tönen aufwarten kann, ohne aber auch nur einmal negativ auf sich aufmerksam zu machen. Der Kontrast ist sehr stark gewählt und oftmals recht steil, was zu leichten Überstrahlungen führen kann, jedoch ebenso wie die Farbgebung vom Regisseur gewollt war. Ansonsten gibt es kein Grund zum meckern, denn der Kontrast kann in jeglicher Art überzeugen und ist wirklich als hervorragend zu betiteln.
Wenn wir nun Kritik üben wollen, dann nur, weil hier mir Rauschfiltern gearbeitet wurde, die zwar das Rauschen bis auf äußerst wenige Szenen eliminiert, jedoch auch die Detailschärfe abschwächt. Die Kompressionen sind tadelos und lassen keine Blockbildung oder sonstige analoge Defekte aufkommen. Daher vergeben wir 5 Punkte, für ein Referenzbild reicht es jedoch noch nicht ganz, man ist aber nahe dran.
Tonal kann das Ganze ebenfalls recht gut überzeugen, obgleich man hier von einem Referenzton weit entfernt ist, was einfach daran liegt, dass richtige Surroundeffekte nur spärlich eingesetzt werden, wenn dann aber alles darum geben wird, den Zuschauer in das Geschehen versinken zu lassen. Die Front dominiert hier jedoch und weist eine hervorragende Sprachverständlichkeit auf. Daher bleibt der Einsatz der Rearspeaker weit hinter den Erwartungen zurück und auch der Score hält sich zu stark zurück, dafür kann der Tiefenbass an einigen Stellen richtig auftrumpfen und kommt teilweise richtig wuchtig herüber. Insgesamt vielleicht kein perfekter und viel zu zahmer Ton, dennoch immer noch gut genug für 5 Punkte. Die deutsche DTS-Spur unterscheidet sich bis auf die Lautstärke nicht von der 5.1-Spur und die Headphone Surround-Spuren braucht man nicht wirklich und sollten in Zukunft lieber weggelassen werden. Der englische 5.1 Track wurde optional deutsch untertitelt und klingt fast identisch zu der deutschen Fassung, außer dass die Dialoge viel natürlicher wirken und nicht so dominant wie in der deutschen Abmischung.

Als Bonus finden wir auf der ersten DVD dieses 2-DVD-Sets einmal eine kurze Einleitung des Regisseurs, in der er über die DVD spricht, an dessen Produktion er maßgeblich beteiligt war. Während des Filmes kann man sich noch den interessanten Audiokommentar mit Regisseur Vincenzo Natali, Drehbuchautor Brian King, Produktionsdesignerin Jasna Stefanovic und Darsteller Brian Hewlett anhören, welcher optional deutsch untertitelt wurde. Weiter geht es dann mit dem Original Trailer zum Film, 4 Biografien und einer McOne Trailershow mit 11 Trailern aus dem Programm des Anbieters.
Wo die erste DVD wie auch schon in der Verleih-Version kaum was zu bieten hat, überzeugt die Bonus-DVD aber mit einer umfangreichen Sonderaussattung. Den Anfang macht hier der skurille Kurzfilm "Elevated", den Vincenzo Natali 1996 dreht und mehrfach ausgezeichnet wurde. Hier zieht man immer wieder Vergleiche zu den Frühwerken von Dario Argento, David Cronenberg und John Carpenter. Der Film geht knapp 20 Minuten und kann optional mit Audiokommentar geschaut werden und liegt in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln vor. Weiter geht es dann mit einem knapp 10-minütigen Making Of, dessen PR-Charakter mal wieder überhand gewinnt, trotzdem noch sehenswert ist. Unter "Interviews" finden wir 10 umfangreiche Interviews mit den Darstellern, den Crew-Mitgliedern, sowie dem Regisseur. Schön, dass keines der Interview 08/15 ist, sondern alle im Schnitt zwischen 5 und 23 Minuten gehen. Das Interview mit Vinzenzo Natali und einigen Crew-Mitglieder geht sogar über eine Stunde. Wenn das nichts ist...
Unter "Behind the Scenes" verbergen sich 13 Minuten B-Roll-Material, welche von Natali noch kommentiert werden, wodurch auch hier der Informationsgehalt recht hoch ist. "Pre-Visualizations" zeigt uns verschiedene Effekte in ihrer Rohfassung, ebenfalls kommentiert vom Regisseur und ebenfalls sehr interessant. Auch die neun entfallenen Szenen, die uns im Letterbox-Format vorliegen, können optional mit einem Kommentar des Regisseurs geschaut werden.
Für Fans des Scores von Michael Andrews gibt es die Möglichkeit, den kompletten Soundtrack einmal in der Dolby Surround-Version und einmal in Dolby Digital 5.1 abspielen zu lassen. Leider finden wir den Score nicht auf der ersten DVD, dennoch schön, dass er dabei ist. Zum Schluss gibt es neben dem deutschen und englischen Trailer, Produktionsnotizen, 6 Fotogalerien mit über 85 Bildern, sowie einem Storyboard/Film-Vergleich, in dem zwei Szenen wahlweise als Storyboard, fertige Szene oder Direktvergleich betrachtet werden. Fan-Herz was willst du mehr...?

Mit seinem zweiten Film "Cypher" gelang Regisseur Vincenzo Natali eine visuell faszinierende Abenteuerreise, die am Budget gemessen noch eindrucksvoller erscheint. Da der intelligente Plot um rivalisierende Konzerne, verschiedene Identitäten, Traum, Fiktion, Gehirnwäsche und undurchschaubaren Charaktere intelligent wie anstrengend geriet, ist ein Mitdenken des Publikums unumgänglich. Hätte das arg enttäuschende Ende die Qualität des vorherigen Szenarios, hätte Natali hiermit der große Durchbruch gelingen können. So muss man aber in Zeiten der vielen ideenlosen Hollywood-Produktionen schon dankbar für so einen intelligenten Film sein, der sich fürs anspruchsvolle Publikum nahezu anbietet, aber gewiss nichts für seichte Videoabende ist.
Die DVD überzeugt nicht nur durch sein Referenz verdächtigen Bild und seinen guten, wenn auch recht sanften Digitalton, sondern auch durch sein umfangreiches Bonusmaterial, was keine Fragen mehr offen lässt. Selten hat sich ein recht kleines Label bei der DVD-Umsetzung soviel Mühe gemacht, das fängt an beim genial animierten DVD-Menü und geht bis hin zur Verpackung, die aus einem edlen Spiegelfolien-Schuber besteht. So und nicht anders sieht eine hervorragende DVD-Umsetzung aus und hätte den Beititel Special Edition verdient ...


Film++++--
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus+++++/


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