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USA 1999
Originaltitel:Icebreaker
Alternativtitel:Eisbrecher, Der
Länge:94 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:David Giancola
Buch:Hasso Wuerslin
Kamera:Grosvenor Miles Hafela
Musik:L. van Beethoven, Chin Ho!, Wide Wall, Uncommon Tongue
SFX:Neil Ruddy
Darsteller:Sean Astin, Bruce Campbell, Suzanne Turner, Stacy Keach, Alison Lees-Taylor, Rusty Dewees, Paul Schnabel, John James
Vertrieb:Planet Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch
Specials:
  • 20teilige Bildergalerie
  • Hintergrundinfos:
    • Sean Astin (1 Seite)
    • Bruce Campbell (1 Seite)
  • Trailer:
    • Camouflage (2:03 Min.)
    • Takedown (2:00 Min.)
    • White Squall (1:49 Min.)
    • Double Dragon (1:54 Min.)
Dass mitten im Ski-Resort Killington eine kleine Propellermaschine abstürzt, die waffenfähiges Plutonium schmuggelt, bringt die Zukunftspläne des Ski Patrol Officers Matt gehörig durcheinander. Eigentlich wollte er pünktlich zum Mittagessen beim Vater seiner zukünftigen Braut um deren Hand anhalten, aber Terroristen nehmen bei der rücksichtslosen Bergung der wertvollen Fracht sämtliche Besucher des Restaurants als Geiseln und verschanzen sich dort. Auch das FBI scheint machtlos gegen den mit allen Wassern gewaschenen Bandenchef Greig, dessen Tage auf Grund einer unheilbaren Krankheit gezählt zu sein scheinen. Matt wird zum Mittelsmann gezwungen, aber er geht in die Offensive, schnappt sich den Zünder, mit dem sich die Bombe zünden lässt, und lockt die Terroristen nach und nach aus der Reserve.
"Es ist immer Plan B!" Carl Greig

"Herr der Ringe"-Hobbitdarsteller Sean "Sam" Astin kann auch anders. Wer ihm die Heldenrolle in einem Actionfilm nicht zutraut, sollte wissen, dass Astin als Sohn eines Schauspielerpaars bereits seit 1985 mit "The Goonies" aktiv in der Filmbranche verankert ist, seine eigene Produktionsfirma betreibt und dort schon einen eigenen Film veröffentlichte. Um die darstellerischen Fähigkeiten muss man sich wenig Sorgen machen, Astin hat den Part des bodenständigen und natürlichen Retters wider Willen fest im Griff. Ebenso erfreulich ist der Auftritt von Bruce Campbell, dessen glatzköpfiger Figur (sehr gewöhnungsbedürftig) den Prototypen des klassischen Schurken einfängt: böse, ein wenig abstoßend, aber durch seine ungemein stark ausgeprägte Präsenz interessant und sogar ein wenig sympathisch.
Das Eis bricht aber nicht so ganz bei dieser Direct-to-Video-Produktion, denn der Actiongehalt innerhalb der gesamten Spielzeit wird in einem James Bond-Film allein für die Einleitung aufgebraucht. Das muss ja nicht unbedingt abwertend sein, aber worauf bitte soll sich der Zuschauer verlassen können, wenn die Action mit ein paar (teils schlechten) CGIs, Explosionen, müde geschnittenen, weil meist in der Totalen gedrehten Stunts und munitionssparenden Feuergefechten nicht überzeugen kann und es der Rest erst recht nicht tut? Eine Verfolgungsjagd zu Beginn bietet leider nur das übliche TV-Niveau, welches für geübte Autofahrer harmlose Manöver in halsbrecherische Situationen verwandeln möchte, aber einfach an der lustlosen Schnitt- und Kameraabfolge scheitert. Den Action-Overkill hatte die Regie wohl schon erahnt, denn an die Klasse des großen Vorbilds "Cliffhanger" will "Icebreaker" gar nicht erst anschließen, muskelbepackte Helden sind schließlich aus der Mode gekommen und daher ist auch der Held etwas tollpatschig, nie überlegen und selten dem Gegner ebenbürtig. Dafür sind einige der Nebencharaktere umso skurriler, nicht aber unbedingt komisch, denn das erarbeitet man sich nicht, indem man wie beispielsweise der Hotelier hilflos Grimassen schneidet und seine Umwelt mit Witzeleien zuplappert, das zaubert kaum ein Lächeln ins Gesicht geschweige denn ein Lachen. Auch der nicht ganz helle Park Ranger gibt eine Charlie Chaplin-Performance ab, die nicht so recht begeistern oder erfreuen kann. Es ist eben nur ein leicht auflockernder Charakter, der den Sprung zum echten Unterhalter nicht geschafft hat. Wo wir doch grad beim "Plappern" waren: Die Dialoge sind teilweise so abgedroschen phrasenhaft, dass man sich gleich um 20 Jahre in einen ganz schlechten Actionfilm zurückversetzt fühlt, was an einigen Stellen extrem nervt. Dazwischen spielt sich eine seltsame Beziehungskiste ab, in der der reiche Pappi (der routinierte Stacy Keach - verkümmert leider ohne echten Actioneinsatz) seiner süßen Tochter die Heirat ausreden möchte, aus Angst, der Zukünftige könnte den Familienstandard nicht halten.
Zumindest verhelfen ein paar futuristisch anmutende Waffen, die unverzichtbare Hatz auf Skier und Snowboard sowie ein äußerst spielfreudiger Campbell über den Verzicht auf plausible Erklärung für den entstandenen Terroristenärger hinweg, denn bis auf eine ominöse Videokassette, die der Nachwelt alles erklären soll, weiß niemand genau, warum Oberbösewicht Carl Greig den ganzen Schlamassel da verzapfte und auch noch vor hat, den Berg samt Kuh und Kegel in die Luft zu sprengen. Schwupps nahm das Drehbuch diesen kleinen erzählerischen Krater gleich noch zum Anlass, um Greig heimlich die reumütige Täterrolle unterzuschieben. Denn merke: Alle Menschen sind schlecht, nur nicht derjenige mit MP und Plutoniumsprengkopf im Handgepäck, vor allem nicht, wenn ihm der Tod nahe steht. Das wird nur noch von der 4minütigen Zeitbombe übertroffen - liegt wohl an der Höhenluft, dass die Uhren so extrem langsam laufen - und natürlich der Rakete, die das Happy End frei bombt und übersehen zu haben scheint, dass ihr Weg mitten durch das Protagonistenpärchen führt - kolossal behämmert!

Au backe, ist das Bild verrauscht. Schon in der Titelsequenz offenbaren sich auf hellen Hintergründen Rauschmuster, die nach einem Schneesturm aussehen. Das Bild flimmert dort nämlich auch mal leicht und die Kompression hätte eine höhere Bitrate benötigt, um das Rauschen nicht noch in Form von Blockbildung und Artefakten rund um feine Strukturen zu kompensieren. Echte Bildfehler gibt es dagegen nur wenige zu sehen und die stören die Bildqualität nur unerheblich. Die Schärfe ist zwar bis recht gut, vor allem die Konturen sind in vielen Szenen gut ausgeprägt, aber durch das starke Rieseln gehen Details verloren. Die Farben erscheinen nicht allzu kräftig, geben dem Geschehen aber einen natürlich kühlen Anstrich. Nur die Helligkeit erscheint in einigen Außenaufnahmen zu niedrig, als würde es jeden Moment zu schneien beginnen, was im gesamten Film nicht ein einziges Mal passiert.
Den Ton gibt es leider nur in Deutsch mit einer mittelmäßigen Synchronisation (unter den Bösewichtern befinden sich mal wieder die üblichen Verdächtigen bzw. Sprecher), einmal als 5.1-Variante und einmal in Stereo. Von einem richtigen Raumklang kann man noch nicht sprechen, da nur vereinzelt Klangelemente auf die hinteren Lautsprecher gebracht wurden, im Verhältnis zum Center fällt das aber kaum auf. Die Klangqualität beider Versionen ist recht gut, Fehler sind keine zu verzeichnen und der Bass unterstützt den Klang mit der Musik recht gut, so dass ich gern 3 Punkte mit Aufwärtstendenz vergebe.
Die 4teilige Trailershow zu weiteren DVDs aus dem Hause Planet Media macht den Großteil des Bonusmaterials aus, welches noch eine 20teilige Bildergalerie und kurze Infos zu zwei Darstellern enthält, inkl. einer kompakten Biografie. Beim Cover hat man ein wenig getrickst und dem Titelhelden Bond like eine Waffe in die Hand retuschiert, die eigentlich dem Terroristenführer gehört.

Trotz leichten Ausbruchversuchen bleibt man mit "Icebreaker" der schlechten Actionkopie treu. Die Darsteller überzeugen, der Film bleibt aber aus Budget-Gründen auf der Strecke, krepiert an ausgelatschten Konformen, wie der altbewährten "Eurer Boss benutzt euch nur"-Masche, mit der bewaffnete Gangster überwältigt werden. Das Bild der DVD ist zu verrauscht, um beeindrucken zu können, der Ton jedoch ganz ordentlich.


Film++----
Bild+++---
Ton+++---
Bonus+-----


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