USA 1982
Originaltitel:Conan The Barbarian
Alternativtitel:Conan - The Barbarian
Länge:121:19 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:John Milius
Buch:Robert E. Howard, Oliver Stone, John Milius, Edward Summer
Kamera:Duke Callaghan
Musik:Basil Poledouris
SFX:Visual Concept Engineering, RGB Optical
Darsteller:Arnold Schwarzenegger, James Earl Jones, Max von Sydow, Sandahl Bergman, Ben Davidson, Gerry Lopez, Mako, Valérie Quennessen, William Smith, Luis Barboo, Franco Columbu, Leslie Foldvary, Gary Herman, Erick Holmey, Dr. Akio Mitamura
Vertrieb:Concorde
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu), Dolby Digital 5.1 (Deu, Eng)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • 8seitiges Booklet
  • Audiokommentar
  • Making Of: Conan Unchained (53:14 Min.)
  • Deleted Scenes & Special Effects (4:37 Min.)
  • Stills Gallery:
    • Production Drawings (51 Bilder)
    • Production Photographs (70 Bilder)
    • Publicity (46 Bilder)
  • Besetzung & Stab:
    • Sandahl Bergmann (7 Seiten)
    • Arnold Schwarzenegger (9 Seiten)
    • Gerry Lopez (5 Seiten)
    • Max von Sydow (8 Seiten)
    • James Earl Jones (9 Seiten)
    • John Milius (9 Seiten)
    • Robert E. Howard (4 Seiten)
  • Produktionsnotizen:
    • Die Produktion (3 Seiten)
    • Produktionsgestaltung (2 Seiten)
    • Spezialeffekte (5 Seiten)
    • Stunts und Sport (2 Seiten)
    • Die Schlangen (3 Seiten)
  • Trailer:
    • US-Kinotrailer 1 (1:36 Min.)
    • US-Kinotrailer 2 (2:07 Min.)
  • Programmtips:
    • Tomb Raider - Die Wiege des Lebens (2:25 Min.)
    • Hercules In New York (1:20 Min.)
  • DVD-ROM Part mit Link zur Concorde-Webseite

In seiner Kindheit muss der junge Conan mit anschauen, wie eine Horde Krieger über sein Heimatdorf herfallen und seine Elter ermorden. Seitdem lebt er unter harten Bedingungen in der Versklavung und muss wie alle anderen überlebenden Kinder des Dorfes einen riesigen Mühlstein antreiben. Viele Jahre später wird Conan, der mittlerweile ein kräftiger Mann geworden ist, von dort weggeholt und als in blutigen Gladiatorenkämpfen eingesetzt, wo er nach kurzer Zeit beachtliche Siege erringt. Sein Herr bildet ihn in Kampftechniken aus, lässt ihn aber später aus der Leibeigenschaft frei. Nun ist die Zeit für Conan gekommen, um Rache zu nehmen an den Mördern seiner Eltern. Dafür begibt er sich zum Tempel des Schlangenkults, wo brutale Rituale stattfinden. Auf seinem Weg schließen sich ihm zwei getreue Begleiter an, mit dessen Hilfe er nach dem Leben des Anführer des Kults trachtet: Thulsa Doom...

"Was ist für einen Mann das Schönste im Leben?" - "Zu kämpfen mit dem Feind, ihn zu verfolgen und zu vernichten und sich zu erfreuen an dem Geschrei der Weiber." ("Conan")

Heldenfilme gibt es wahrlich viele, aber einen wie "Conan - Der Barbar" hat man bis dato noch nicht gesehen. Mann muss sich vorstellen, dass der muskelbepackte Filmheld nun nimmer mehr der blühende Charakter voller Hingabe und pathetischen Schnullereien ist, der er in zahlreichen Sandalen-Filmen wie beispielsweise den Herkules-Verfilmungen gewesen war. Arnold Schwarzenegger, dem laut Produzenten und Regisseur die Rolle nach Maß angefertigt wurde, hatte durch seinen ersten Leinwandauftritt in "Hercules in New York" schon ein wenig Erfahrungen mit dem Rampenlicht, die nötige Muskelmasse besaß der mehrmalige Mr. Universum sowieso schon, von der ungemein strahlenden Bildschirmpräsenz ganz zu schweigen. So wurden bereits 1975 erste Vorbereitungen getroffen, um aus einem Comic aus den 1930er Jahren von Robert E. Howard einen abendfüllenden Leinwandauftritt zu gestalten, der zumindest produktionstechnisch für die oberste Liga bestimmt sein sollte. Nachdem Oliver Stone das erste entscheidende Skript zustande brachte, welches an vielen Stellen noch zu brutal und gewalttätig erschien (wer kann es ihm verdenken, der Mann weiß zu schocken) und man in Dino De Laurentiis einen Produzenten gefunden hatte, startete 1981 der Dreh.
Was bei dieser Mixtur aus Action, prähistorischen Spektakel und Fantasy-Epos verziert mit einem sehr schönen Soundtrack herauskam, ist schlichtweg gigantisch. Bereits mit der Eröffnungssequenz legt man eine unglaublich fesselnde Atmosphäre vor, die die aus heutiger Sicht langsam voranschreitende Handlung von nun an nicht mehr verlässt. "Conan" wirkt brutal, voller martialischer Drohgebärde und macht seinem Beititel "Der Barbar" alle Ehre, denn die Hauptakteure sind selten Freunde großer Worte. Dass beispielsweise krude Szenen wie die abgehangenen Leichenteile im Tempel, die gerade für die kannibalische Suppe vorbereitet werden, die Köpfungssequenz oder der grandiose Endkampf, in dem Conan auf gewitzte Weise mit seinen Widersachern abrechnet (Gefangene werden keine gemacht!), eine Freigabe ab 16 Jahre erhielten, ist wahrscheinlich den leicht komödiantischen Einlagen zuzuschreiben. Trotzdem schlägt Conan in eine ganz andere Kerbe als Schwarzeneggers spätere Action-Highlights, denn hier geht es nicht nur um tumbe Zerstörungs- und Gewaltorgien, sondern um den Rachefeldzug eines groß gezogenen Kriegers, der seine Eltern durch den Sektenführer Tulsa Doom verlor. Dabei ist es Conan gleich, wie er an den mächtigen Tulsa herangelangt, der von einer fremden, Schlangen ähnlichen Rasse aus einer anderen Welt zu sein scheint, und ob es ihn selbst das Leben kosten wird, wichtig ist nur, dass der Kämpfer mit der stoischen Miene die Rechnung mit Blut begleichen kann. Auf seinem Weg dahin findet er zwei treue Gefolgsleute, den Dieb Subotai, den er aus einer misslichen Lage befreit und die amazonenhafte Valeria, zu der er später eine zugegeben seltsame Romanze aufbaut, denn das Sprechen zählt nicht zu Conans Stärken (was nicht bedeutet, dass er dumm sei, keineswegs). Gemeinsam erlebt die Party wilde Abenteuer in einem Land von unzähligen Gottheiten, Helden und Gefahren, die sie beispielsweise zu übersinnlichen Geistererscheinungen und einer gigantischen Schlange in einem Tempel führen. Auf Grund der damals noch unausgereiften optischen Effekttechnik griff man in vielen Szenen auf mechanische Modelle zurück, die so gut angefertigt wurden, dass sie digitalen Pixelmonstren noch heute in die Schranken verweisen.
Wirklich bemängeln lässt sich bei all dem eigentlich nur eins: Die Erzählung aus der Sicht eines ehemals Beteiligten wirkt zu episodenhaft, so dass einige Etappen im Leben von Conan zu hart ineinander übergehen. Dass ändert nichts daran, dass in diesem Projekt anmutige Action auf den Punkt gefilmt wurde, ohne dass die Motivation Conans und seiner Mitstreiter dabei auf der Strecke bleiben würde.

Die Erstauflage war ja schon "digital remastered", schnitt aber noch schlechter ab als diese Version und hatte ein falsches Bildformat (1.78:1). Leider ist auch diese Version noch nicht das Maß aller Dinge, zumindest hatte ich mir vorgestellt, dass man das Problem mit dem Bildrauschen nun besser in den Griff bekommt. Dieses rieselt sich nämlich geisterhaft durch den Film, in der einen Szene mehr als deutlich im Hintergrund zu erkennen, in der Nächsten beinahe gänzlich eliminiert. Zumindest wurde nicht zu offensichtlich mit Filtern rumgepfuscht, so dass die Schärfe in vielen Szenen auf gutem Niveau ist, aber ebenso wie die Kantenschärfe an einigen Stellen in eine nur befriedigende Qualität abrutscht. Die Farben wirken hier natürlicher als in der Erstauflage, vor allem die vielen Landschafsaufnahmen profitieren von den erdigen Farbtönen, die an einigen Stellen kurzzeitig verblassen können (z.B. ab 16:20 min). In dunklen Szenen schlägt sich die DVD meist gut und vermittelt ein detailliertes Geschehen, welches nur gelegentlich ein wenig aufgehellt aussieht (22. Minute). Insgesamt stören die Abweichungen im Kontrast und der Farbgebung nur wenig, die DVD mit einer guten Kompression kann man (auch auf Grund des gut 20jährigen Ausgangsmaterials) also gerade noch als gut bezeichnet werden. Vielleicht kommt irgendwann eine dritte Auflage (Re-Re-Remastered), in der dann auch die letzten Bilddefekte ausgemerzt worden.
Auch der Ton hält nicht meinen Erwartungen stand, was zum einen daran liegt, dass "Conan" in Mono gedreht wurde und dadurch ein Upmix technisch schwierig umzusetzen ist. Ein Effektgewitter bleibt aus, einige nette Surround-Informationen befinden sich aber schon auf den hinteren Lautsprechern. Ich vermute dahinter eine teilweise Neuvertonung, denn der Originalton erscheint sehr dünn und auch der Bass ist selbst in der wuchtigen Pre-Title-Sequenz schwach, wohingegen die Surround-Informationen mehr Kraft vermitteln. Die meiste Zeit über kommt der Ton aus dem Center, was vor allem wegen der zerkratzten deutschen Synchronisation äußerst nicht besonders hochwertig klingt, nur die Musik setzt hier gelegentlich mit einigen harmonischeren Klängen ein. Der englische 5.1-Upmix ist nur unwesentlich besser gelungen, besonders aber der ursympathische Ösi-Akzent des Hauptdarstellers macht diese Tonvariante zum Muss. Deutsche Untertitelung steht zur Verfügung, für Hörgeschädigte gibt es einen speziell colorierten Untertitel.
Darauf hat die deutsche DVD-Fangemeinde gewartet: Auf dieser Scheiblette gibt es erstmals richtige Extras zum Film, was mit dem Audiokommentar des Regisseurs und des Hauptdarstellers ganz gut startet. Arnie hat mittlerweile eine ganze Menge vom Film vergessen und macht das oft mit einem "Exactly" deutlich, als ob er sich nicht mehr ganz sicher wäre, was als Nächstes passiert. Ein paar lustige Dinge kommen während des Dialogs mit dem Regisseur schon zutage und Arnie beweist Sinn für Humor, insgesamt wird es aber wenig interessant. Dieses Manko gleicht das knapp 1stündige Making Of völlig wieder aus, in welchem nicht nur der Film, die Entstehungsgeschichte und die Special Effects, sondern auch die wichtigsten Darsteller im Einzelnen vorgestellt werden. Die Deleted Scenes zeigen sowohl verpatzte Szenen als auch herausgeschnittene Einstellungen, vor allem Arnies kleiner Unfall mit den Wölfen ist herrlich amüsant. Der Rest ist bis auf 4 Trailer (2 zum Film, 2 zu anderen Concorde-Veröffentlichungen Bild- und Textmaterial. Die automatisch ablaufenden Bildergalerien beinhalten knapp 140 Aufnahmen, darunter interessante Designstudien zu den Kostümen und Charakteren. Weiterhin gibt es 15 Texttafeln mit Produktionsnotizen zu entdecken, die auszugsweise schon im 8seitigen Booklet abgedruckt worden sind und natürlich ausführliche Bio- und Filmografien zu den 5 wichtigsten Darstellern, dem Regisseur und dem Autor der Comic-Vorlage. Des weiteren gibt es einen DVD-ROM-Teil auf DVD, der das Einlegen ins DVD-ROM-Laufwerk aber nicht lohnt, da sich dort nur ein Link zu Concorde-Webseite drauf findet. Solange man weiterhin diese Möglichkeit so stiefmütterlich behandelt, kann man sich solchen Quatsch auch gerne sparen!

Was macht "Conan - Der Barbar" letztlich so faszinierend? Er bietet die Möglichkeit, in eine andere Welt abzutauchen, in der das Recht des Stärkeren noch gilt und er enthält unvergessliche Szenen, in einer von ihnen hängt Conan gekreuzigt an einem Baum in der Wüste und beißt mit letzter Kraft einen gierigen Geier tot, der sich schon an ihm zu schaffen macht. Der Actionfan wird an diesem Film schwerlich vorbeikommen, aber auch für die gemäßigte Unterhaltung sei er empfohlen, denn trotz offensichtlichen rohen Stoffes werden mystische Elemente, Hass, Hingabe und imposante Optik eingeflochten, die man so in "seinen" späteren Werken nicht mehr vorfinden konnte. Die deutsche DVD-Zweitauswertung von Concorde ist empfehlenswert, wenn man das Alter des Films in Betracht zieht.


Film: 5/6
Bild: 4/6
Ton: 3/6
Bild: 4/6



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