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USA 2003
Originaltitel:Shelter Island
Länge:80 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Geoffrey Schaaf
Buch:Paul Corvino
Kamera:Stephen Treadway
Musik:Jeff Rona
SFX:Neil Ruddy
Darsteller:Ally Sheedy, Patsy Kensit, Stephen Baldwin, Chris Penn, Mimi Langeland
Vertrieb:Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu, Eng), Dolby Digital 5.1 (Deu, Eng), DTS (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Originaltrailer (2:03 Min.)
  • Bio- und Filmografien:
    • Ally Sheedy (8 Seiten)
    • Patsy Kensit (7 Seiten)
    • Stephen Baldwin (6 Seiten)
  • Trailer:
    • I Witness (2:00 Min.)
    • Super Sucker (2:18 Min.)
    • Der 7. Kreis der Hölle (1:56 Min.)
Nach einem Überfall auf offener Straße zieht sich die erfolgreiche Motivationstrainerin und ehemaliger Golfchampion Lue mit ihrer Lebensgefährtin Alex in ihr Landhaus auf Shelter Island zurück. Doch aus dem harmonischen, erholsamen Wochenende am Kaminfeuer wird nichts, denn ein Sturm zieht auf und trennt das Haus von Strom und Telefon. Da stürzt der schwer angeschlagene Muschelfischer Lenny ins Haus, den der Sturm mit seinem Boot überrascht hat. Der Verletzte gibt sich völlig ungeniert, äußert sein Interesse an Alex und fällt dem Pärchen alsbald durch seine direkte Art zur Last. Doch es ist gar nicht so leicht, ihn wieder los zu werden ...
Nur selten zuvor hat mich ein äußerlich interessanter Film beim Schauen derart gelangweilt wie "Shelter Island". Furchtbar schade, dass ich sowas zum Film sagen muss, denn ein Teil der Darsteller, das gut designte Cover und die Inhaltsangabe lassen schon aufhorchen und machen Lust auf einen guten Thriller. Sowohl Chris Penn als auch Stephen Baldwin, beide B-Movie-Veteranen, haben sich in diese Geschichte um Erotik und Intrige eingefunden, und beide liefern eine Leistung, die weit unter ihren Niveau liegt. Penn darf sich als trotteliger Dorfpolizist rein charakterlich bereits in seiner ersten Sequenz im Dialog mit dem Pärchen ins Aus schießen. Schade, aber seine weiteren, rar gesäten Auftritte bringen weder ihm noch der Story einen Bonus, er wäre mit Sicherheit sogar der Charakter, den man ohne große Änderungen aus dem Skript werfen könnte, ohne das Zuschauer einen Unterschied bemerken würde. Baldwin zieht sich gemächlich durch seine Passagen, wirkt schwer bekifft und angeschlagen (soll wohl zur Rolle gehören), aber dennoch interessant und würde ohne seine indiskrete Art, seine Gastgeber mit aufdringlichen und anzüglichen Fragen aus der Reserve zu locken, wohl kaum auffallen. Man darf locker behaupten, dass die männlichen Charaktere in "Shelter Island" ziemlich schlecht wegkommen - dämliche Machos oder unfähige Marionetten des vermeintlich schwächeren Geschlechts. Auf welche Seite man Hauptdarstellerin Ally Sheedy einordnet, bleibt dem Zuschauer überlassen, zumindest stellt sie einen Charakter dar, dem man noch etwas abgewinnen kann, auch wenn sie mehr Haare auf den Zähnen als auf dem Kopf hat. Unrühmlich dagegen sind die Nacktszenen mit ihr, es gibt Schöneres als einer 40Jährigen beim Hanteltraining zuschauen. Beispielsweise Patsy Kensit, die sich 14 vorübergezogene Jahre seit "Lethal Weapon 2" kaum anmerken lässt. Um den Zuschauer nicht unnötig zu langweilen, wurden Nacktszenen mit ihr, Sheedy und dem mir bisher unbekannten Gesicht Mimi Langeland (die unheimlich sexy Variante von Nina Ruge) gedreht, meist angedeutet als traumhafte Erscheinung, die ein wenig mit nackten Tatsachen kokettiert und sie dann fallen lässt.
Das alles täuscht nicht darüber hinweg, dass das Drehbuch für einen B-Movie gerade noch gut genug ist. Unzählige Variationen davon wurden schon verfilmt, meist besser, denn hierbei muss der Zuschauer ganze 40 Minuten (also die Hälfte der Spieldauer) gedulden, bis die Bedrohung durch den Fremden Realität annimmt. Da einige Andeutungen über seine eigentliche Rolle überdeutlich gemacht werden, ist die Luft aus dem Thriller viel zu schnell raus und eine Gänsehautstimmung kommt bei weitem nicht mehr auf, es folgt ja kaum noch etwas Unerwartetes. Die Exposition verheddert sich in anfänglichem Schickimicki-Gehabe und Angiftungen unter den drei weiblichen Hauptdarstellerinnen, als würden sich da nur Belanglosigkeiten zusammenreihen. Kürzer und kompakter wäre hier besser gewesen und stattdessen wäre etwas mehr Zeit für die Auflösung des Komplotts wichtig gewesen, denn innerhalb der letzten 10 Minuten werden wenig detailreich ganze drei Umschwünge dargelegt. Ein wenig überladen, so als müsste man hastig ein Feuerwerk abbrennen, um den Plot doch noch interessant zu gestalten. Der Schlusssequenz kommt der Zeitraffereffekt zugute, ansonsten müsste man sich fragen, wie inkonsequent unser Rechtssystem arbeitet, um die Überlebenden des Films derart ungestraft durchkommen zu lassen. Und auch wenn mich dieser Schlusskommentar mit Sicherheit beim Leser disqualifizieren wird: Der mittelmäßige, weil wenig detailreiche Film ist ausschließlich wegen des "Chick-Faktors" als leichte Kost zu empfohlen.

In hellen Sequenzen fällt bei dieser DVD schon die für den frischen Film unbefriedigende Schärfe auf. In Verbindung mit den leicht stehenden Rauschmustern und der selten auf hellen Flächen verbliebenen Körnigkeit des Materials darf man davon ausgehen, dass hier mit einem Rauschfilter nachgeschliffen wurde. Richtig schlecht sind einige der dunklen Szenen im Haus, bei der das Bild richtig verwaschen erscheint und sich gerade so mit der Qualität eines 20jährigen Independent-Actioners messen kann, ganz davon abgesehen, dass hier der Kontrast wenig überzeugt. Die Farbgebung ist insgesamt in Ordnung und die Vorlage fällt nur in wenigen Szenen durch Kratzer auf. Die Kompression produziert leider leichte Artefakte in Form von Blockbildung. 3 Punkte mit Aufwärtstendenz für eine enttäuschende Leistung in den düsteren Szenen.
Auch hier hätte es vollends ausgereicht, die Dolby Digital 2.0-Spuren auszulassen, denn sie klingen im Vergleich zu Dolby Digital 5.1 und DTS schwach und klar Center bezogen. Die englische Variante ist für den Soundfetischisten die bessere Wahl, da sie durch eine bessere Synchronisation direkter klingt und auch die Hintergrundgeräusche besser einbindet. Insgesamt erwartet den Zuschauer in allen Fällen ein wenig spektakulärer, aber solider Surroundsound, der mangels echter Effekte die Musik auf den hinteren Lautsprechern einbindet.
Die DVD enthält neben dem Originaltrailer (in englisch) und Trailern zu drei weiteren DVDs aus dem Haus Sunfilm nur noch drei kurz Bio- und Filmografien, einem Minimalangebot an Extras.
br> Als Thriller fällt "Shelter Island" überraschend schwach aus, was auch ein paar lesbische Softerotikeinlagen nicht mehr rausreißen können. Die Idee zumindest wäre Garant für mehr unheimliche Momente gewesen, warum man aber die Nacht im Film so schnell und undramatisch dem Tag weichen lässt, weiß nur der Autor selbst. Ebenso verhält es sich mit der DVD, die nach Angaben von Sunfilm ungeschnitten ist und bei der zumindest etwas bessere Ergebnisse im Bild und bei den Bonusmaterialien wünschenswert wären.


Film+++---
Bild+++---
Ton++++--
Bonus+-----


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