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HK, CN 2002
Originaltitel:Ying xiong
Länge:95 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Zhang Yimou
Buch:Feng Li, Bin Wang, Yimou Zhang
Kamera:Christopher Doyle
Musik:Dun Tan
Darsteller:Chen Dao Ming, Maggie Cheung, Tony Leung Chiu Wai, Jet Li, Donnie Yen, Zhang Ziyi, Liu Zhong Yuan, Zheng Tian Yong, Qin Yan, Chang Xiao Yang, Zhang Ya Kun, Ma Wen Hua, Jin Ming, Xu Kuang Hua, Wang Shou Xin
Vertrieb:Highlight
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, Mand), DTS (Deu)
Sprache:Deutsch, Mandarin
Specials:
  • Making Of (24:02 Min.)
  • Interviews und Biografien von Cast & Crew
  • Hero-Special (13:11 Min.)
  • Textinformationen:
    • Historischer Hintergrund
    • Produktionsnotizen
    • Der Look
  • Kinotrailer
  • Trailershow:
    • City of God
    • Verschwende deine Jugend
    • Werner - Gekotzt wird später
    • The Hours
    • Ganz und gar
China, vor 2000 Jahren: Der König Qin will seinen Anspruch auf die Herrschaft über ganz China durchsetzen und so zum Kaiser werden. Doch vor allem drei seiner Gegner trachten ihm nach dem Leben: Broken Sword, Flying Snow und Sky. Nachdem es Qui zehn Jahre lang nicht gelingt seine Gegner zu besiegen, bekommt er Besuch von Nameless (Jet Li), der ihm eine außergewöhnliche Geschichte erzählt.
Obwohl es Regisseur Zhang Yimou in seinem Heimatland, der Volksrepublik China nie einfach hatte, zensiert und verboten wurde, ist sein neuestes Werk, eine patriotistische vor dem vereinten China. Propaganda sagen die Einen, Mittel zum Zweck die Anderen. Welche Motivation auch immer hinter Zhang Yimous Wahl bei der politischen Hintergrundgeschichte Ausschlag gebend war, "Hero" ist und bleibt ein guter Film.
Schauplatz ist das geteilte, chinesische Reich vor satten 2500 Jahren. Sieben Königreiche kämpften um die alleinige Macht über das chinesische Reich: Die Regionen Quin, Zhao, Han, Yan, Chu, Qi und Wei. Die Ära, in der aus diesem zerbrochenen Reich eine mächtige Nation wurde, in der Kriegstaktiken ersonnen wurden, die die Weltmächte noch heute beeinflussen, und in der große Unruhen bezüglich der Machtübernahme eines der Königreiche gab, war prägend für ganz China. Diese historisch interessante Zeit bildet den Schauplatz für Zhang Yimous Actiondrama "Hero". Während der Quin-Dynastie versucht der Herrscher des Quin-Reiches durch kriegerische Aktionen die angrenzenden Königreiche zu zentralisieren und eine neue, vereinte chiensische Macht zu kreieren. Die meisten Bürger jedoch sehen ihn eher als egoistischen Tyrannen an, als einen visionären Politiker. Die Unruhen bezüglich seines Vorhabens gipfelten einst in zwei gescheiterten Mordanschlägen. Seitdem herrschen extreme Sicherheitsvorkehrungen in seinem Palast. Als ein namenloser Krieger (Jet Li) die Waffen der drei meist gesuchtesten Attentäter vor dem König niederlegt, wird er dazu angehalten, die Geschichte zu erzählen, wie dieser unbekannte Fremde die drei gefährlichsten Kämpfer des Reiches besiegte.
Was nun folgt, erinnert an die trickreiche Erzählkunst aus Akira Kurosawas "Rashomon". Zunächst schildert der Namenlose in Rückblicken, wie er zunächst in einem atemberaubenden Kampf den Speer-schwingenden Sky (Donnie Yen) besiegte, und dann mit subtilen Tricks den Tod des Liebespaares Flying Snow (Maggie Cheung) und Broken Sword (Tony Leung) erzielte. Doch der Herrscher zeigt sich nicht überzeugt von der Geschichte und verdeutlicht seine Interpretation der Dinge: Sein Verdacht ist, dass der Tod an Sky, einem alten Freund des Namenlosen, nur simuliert war, und dass Broken Sword und Flying Snow angesichts des übermächtigen Kriegers von selber ergaben. Der Herrscher verdächtigt den namenlosen Fremden eines Komplotts. Die Tode wurden nur inszeniert, damit er eine besondere Audienz bei dem Herrscher bekommen würde, damit er nahe genug für einen eigenen Anschlagsversuch bekommen würde. In einer letzten Erzählung berichtigt der Namenlose die Geschichte und führt Aspekte aus den ersten beiden Stories zusammen und zeigt uns die schicksalhafte Tragik in politischen Uneinigkeiten auf. Das Moral-getünchte Ende ist gewöhnungsbedürftig und unterwirft sich in opportunistischer Inkonsequenz. Hier heiligt der Zweck die Mittel, und zweifelhafte Kriegsheroen werden zu wichtigen, geschichtlich verbürgten Visionären umgekrempelt. Doch das wichtigste Versäumnis in "Hero" ist das Fehlen emotionaler Nähe und fein-sauberer Charakterzeichnung.
Angesichts der edel präsentierten, nicht allzu blutigen Martial-Arts-Kunststückchen, erinnert man sich sehr schnell an Ang Lees Fernosthit "Tiger & Dragon". Doch protzte der nicht nur mittels seiner ungewöhnlichen Wire-Fu-Optik, sondern eben auch mit verständlichen, wenn auch gebrochenen und leidenden Figuren, sucht man hier solche Ambitionen vergeblich. Zwar kann man viele der Namen und Charakterhaltungen auf mehr oder weniger moderne Mythen zurückleiten - so ist das Motiv des namenlosen Rächers sicher ein Stück Westerngeschichte, besonders wenn man an die Leone-Werke denkt -, jedoch dienen die Stars wohl eher dem Namen auf dem Kinoplakat, und ihre Figuren zum Schönsein.

Nach all den negativen Aspekten kommen wir nun zu dem oben angedeuteten, gigantischen Pro-Argument: Das Schönsein. Nicht nur dass bekannte, attraktive Darstellerinnen und Darsteller auf der Leinwand agieren, sie sind auch von märchenhaften, erhabenen Bildnissen voller plastisch-staker Farben, die zum Anbeißen schön aussehen, umgeben. Die Fixierung auf prachtvolle, edle Grundfarben wie die grünen Gewänder in der Halle des Herrschers, oder die Verwendung von massenhaft roter Farbe in einer Szene mit Flying Snow, ist atemberaubend gelungen. Was also Drehbuch und Konzept verkorkst haben, macht hier das ewig schöne Produktionsdesign, die liebevolle Ausstattung, viele beeindruckende, verspielte Spezialeffekte und die traumhafte Musik Tan Duns, auch wenn diese wieder allzu sehr an das Vorbild "Tiger & Dragon" erinnert, wieder gut. Mit "Hero" hat Zhang Yimou kein Meisterwerk, und sicherlich auch keinen epischen Klassiker realisiert. Aber ein schönes Gemälde längst vergangener Zeiten. Ein unbeschreiblich schönes Gemälde, eine tiefe Verbeugung vor chinesischer Kunst und Ästhetik.

Auch wenn sich bei "Hero" um eine neue Produktion handelt, waren wir zu Beginn doch schon etwas skeptisch, was die Bildqualität angeht. Jedoch schon nach den ersten Filmminuten waren alle unsere Sorgen wie weggeblasen und wir erfreuten uns an einem fast perfekten anamorphen Widescreen-Transfer.
Zwar bemerken wir in einigen Szene einen deutlichen und teilweise sehr hohen Rauschfaktor, dafür bekommen wir hier aber eine wirklich hervorragende Detailschärfe geboten, die bis auf kleine Ausnahmen keine Wünsche offen lässt. Die Farbgebung ist kräftig und Regisseur Zhang Yimou spielt hier mit den Farben rot und blau, sowie mit Erdtöne, weshalb man nicht immer von einer natürlichen Farbgebung bei dieser Bilderpracht sprechen kann. Der Kontrast ist ebenfalls sehr gut und auch die Kompressionen machen einen guten Eindruck, haben jedoch mit gelegentlicher Blockbildung zu kämpfen. Verschmutzungen und Defekte fallen kaum auf. Alles in allem 5 gute Punkte...
Ebenso wie dem Bild, fehlt dem Ton ein wenig um die volle Punktzahl zu kassieren, aber 5 gute Punkte für einen meist gelungenen Raumklang sind durchaus drin. Erst einmal weiß die gute Dialogverständlichkeit in beiden Sprachvarianten zu gefallen, jedoch mangelt es hier etwas an Räumlichkeit. So werden wir zwar mit einigen hervorragenden Surroundeffekten bedient, jedoch gibt es genügend Szenen, in denen die Rearspeaker unbenutzt bleiben und sich das gesamte Geschehen nur im Frontbereich abspielt. Dann gibt es bis auf den Wunderbaren Score von Dun Tan nichts, was einen Raumklang ausmacht und das hätte hier nicht sein müssen. Der deutsche DTS-Track klingt insgesamt wieder einmal nur etwas lauter und ist daher nicht unbedingt ein Muss. Optional kann man sich jedoch für die chinesische Sprachfassung deutsche Untertitel hinzuschalten.
Der einzige Schwachpunkt dieser DVD ist das Bonusmaterial. Kommt die Regionalcode-3-DVD als umfangreiche 2DVD-Special Edition auf den Markt, reicht es in Deutschland leider nur für eine Single Disc. Obwohl man ja sagen muss, dass trotzdem noch genug Extras darauf sind, weshalb man nicht traurig sein muss. Neben einem Werbelastingen deutschen TV-Making of mit dem Namen "Hero-Special", gibt es noch ein englisches "Making of" mit deutschen Untertiteln, welches mit knapp 25 Minuten sehr umfangreich ausgefallen ist und einen guten Blick hinter die Kulissen gibt. Unter "Darsteller & Crew finden wir dann noch Infos anhand von Texttafeln, sowie diverse Interviews mit deutschen Untertiteln. Zum Schluss gibt es dann noch Textinformationen zu dem Look des Films, sowie Produktionsnotizen und über den historischen Hintergrund des Films. Natürlich darf der Original Kinotrailer nicht fehlen, ebenso wenig wie der besondere Filmtipp "City of Gods" und eine Highlight Film-Trailershow.

"Hero" hat optisch dank seiner Bildgewalt sehr viel zu bieten und dank einer guten bis sehr guten DVD-Umsetzung macht Heimkino Spaß, auch wenn es leichte Mängel im Ton gibt und das Zusatzmaterial im Gegensatz zur HK-DVD etwas mager ausgefallen ist. Trotzdem, diesen Film sollte man sich nicht entgehen lassen - man kann bei dieser Highlight Film-DVD getrost zugreifen.


Film+++++-
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus+++---


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