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UK 1966
Originaltitel:Deadlier than the Male
Länge:93:21 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Ralph Thomas
Buch:Liz Charles-Williams, David D. Osborn, Jimmy Sangster
Kamera:Ernest Steward
Musik:Malcom Lockyer
Darsteller:Elke Sommer, Sylvia Koscina, Richard Johnson, Nigel Green, Suzanne Leigh, Steve Carlson
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Original Kinotrailer
  • Fotogalerie
  • Kinotrailer zu "Some Girls Do"
Der smarte Top-Agent und Träger des schwarzen Gürtels Hugh "Bulldog" Drummond kommt dem Ölbaron Carl Petersen auf die Spur, der als Kopf eines internationalen Verbrecher-Syndikats die Weltherrschaft an sich reißen will. Seine geheime Kommandozentrale hat der Gentleman-Bösewicht in einem Mittelmeer-Kastell eingerichtet. Bis auf einen asiatischen Leibwächter besteht dessen Personal ausschließlich aus "heißen Katzen", die der diabolische Playboy aus allen Teilen der Welt zusammen geholt hat. Irma und Penelope, Vertreterinnen jenes Geschlechts, das man gerne als zart bezeichnet, beherrschen den Umgang mit Mordwaffen wie Harpunen oder Maschinenpistolen mindestens so gut wie ihre männlichen Kollegen. Und haben diesen eines voraus: Die Waffen einer Frau!
"Was haben wir auf dem Herzen?"
"Was ganz Altmodisches. Mord." - Heiße Katzen

Was haben wir denn hier? Einen billigen James Bond-Klon? Mitnichten! Zwar erinnert in diesem Spionage-Thriller nicht nur die Location und die Storyline an den Agenten mit der Doppelnull, auch vom Prolog an bis hin zum Soundtrack bedient sich Regisseur Ralph Thomas gut und gerne an den Ideen der vier bis 1966 von MGM produzierten 007-Filme. Hier zu Lande nannte man "Deadlier than the Male" kurzweg "Heiße Katzen" und unterstrich somit die dezent trashige Note des Big-Budget-Filmes, dessen Prolog Jahrzehnte später Inspiration für die Neuverfilmung von "Charlies Angels" war. Der große Unterschied hierbei ist wohl, dass es sich bei der hübschen Attentäterin, die in einem Flugzeug einen Ölmillionär durch eine Zigarre, in der eine Pistole eingebaut ist, ins Jenseits befördert, wahrlich um kein Engel handelt, auch wenn man das bei dem Anblick von der bezaubernden Elke Sommer erwarten würde.

Aber nicht nur anhand von Bond typischen Merkmalen und (sexuellen) Anspielungen spürt man ständig, dass der Agent als Vorbildfunktion für diesen Film galt. Richard Johnson ("Zombi 2") in der Hauptrolle als Versicherungsagent, anstatt Geheimagent könnte der Zwillingsbruder des jungen Sean Connery sein und der deutsche Verleih übernahm auch gleich die deutsche Synchronstimme von Connery für diese gelungene, wenn auch nicht übermäßig übertriebene Brandt-Synchro, die dem Film noch um einiges mehr an eine Bond-Parodie anlehnt. Aber auch so gibt es mehr als genug Seitenhiebe auf die Nullnummer, sowie Unmengen an hübschen, knapp bekleideten Frauen. Und wenn man sich das ganze Spektakel einmal genauer betrachtet, fallen einen mehr als nur eine Handvoll Szenen auf, die man ganz dreist aus den Bond-Filmen geklaut hat und die einfach nur etwas umgeschrieben wurden.

Aber trotz, oder vielmehr wegen der Unmengen an filmischen Seitensprüngen ist "Heiße Katzen" ein unterhaltsamer "swinging Sixties"-Film geworden, der trotz seiner etwas dünnen Handlung und einiger Längen Spaß macht. Das haben wir nicht nur Richard Johnson zu verdanken, sondern vielmehr Elke Sommer ("Flashback") und Sylva Koscina ("Baraka, Agent X 13") als durchgeknallte Killerinen, von denen Sylva Koscina die verspielteste und streitsüchtigste spielt, die ihre Opfer lieber nackt im Bett als tot im Sarg sehen würde. Beide necken sich unentwegt im Film, was für viele heitere Momente im Film sorgt, jedoch nie ins Lächerliche gezogen wird und die Boshaftigkeit der beiden verrückten Frauen immer im Vordergrund rückt. Sie schauen gut aus, sind aber gerade deshalb gefährlicher als jeder andere Killer es sein könnte. Wie sagte es mal ein guter Bekannter von mir. "Frauen halt, alles verdorbene Luder ... "

´ "Heiße Katzen" ist ein kunterbunter 60er Agentenfilm geworden, der optisch nicht nur durch seine knapp bekleideten Weiblichkeiten überzeugen kann und mit einem Finale auftrumpft, von dem sich 007 noch eine Scheibe abschneiden kann. Der Machtkampf zwischen Gut und Böse wird hier nicht per Waffe ausgetragen, sondern mit einem überdimensionalen Schachspiel. Diese Szene ist unbestritten das Highlight im Film. Da der Film ein recht großer Erfolg war, drehte Ralph Thomas 1969 den wenig erfolgreichen Nachfolger "Some Girls Do", der es leider nie nach Deutschland schaffte.

Da haben wir es wieder, dass Unwort des Jahrhunderts: Digitally Remastered. Dieses viel versprechende Wort bedeutet meist nur, dass die Labels mit diversen Filtern das Bild verschlimmbessern (siehe "Waxwork"-Review). Nun, wo 98% dieser DVDs qualitativ nicht überzeugen können, so kann uns Koch Media einmal mehr mit seinen Veröffentlichungen überzeugen. Für "Heiße Katzen" wurde ein High-Definition-Transfer vom Original Interpositiv erstellt, was optimale Bildqualität verspricht und wenn man das Alter des 1966 gedrehten Films in Betracht zieht, ist die Qualität wirklich hervorragend geworden.
Das anamorphe Widescreen-Format besticht durch seine kräftige Farbwiedergabe, die stets natürlich wirkt und auch der Kontrast ist in Anbetracht des hohen Alters hervorragend ausgefallen. Die Schärfe schwankt jedoch von Szene zu Szene deutlich. Insgesamt ist die Schärfe gut bis sehr gut, jedoch wirken einige Szene einfach zu unscharf. Auch die Detailschärfe hätte etwas besser sein dürfen und leidet deutlich unter dem leichten Bildrauschen im Hintergrund. Die Kantenschärfe kann jedoch als sehr gut bezeichnet werden und deutet daraufhin, dass man auf übertriebene digitale Nachschärfung verzichtet hat. In einigen Szenen gibt es dann noch leichte Bewegungsunschärfe, die aber wirklich nie übermäßig stört. Die Kompressionen leisten gute Arbeit und offenbaren nur beim genaueren Hinschauen leichtes Blockrauschen im Hintergrund. Dafür fallen Defekte und Verschmutzungen überraschend gering aus und deuten auf ein gut erhaltenes Master hin. Wenn man hier also was zu bemängelt hat, dann nur die Schärfe und die Tatsache, dass das Bild im Ganzen zu weich wirkt. Trotzdem 4 Punkte für einen tollen Transfer eines 40 Jahre alten Klassikers.
Der Ton liegt uns in zwei Monospuren vor, die auf die vorderen Lautsprecher gelegt wurden. Hierbei wird uns in beiden Versionen eine stets gute Sprachverständlichkeit geboten. Rauschen oder andere Störungen fallen nicht auf, lediglich verzerrt der deutsche Ton des öfteren etwas, was aber nicht weiter tragisch ist. Im Gesamtbild gefällt die Originalspur jedoch deutlich besser und wirkt natürlicher und klarer als die deutsche Synchro. Diese wiederum wartet mit mehr Wortwitz auf und wenn man Brandt-Synchros mag, ist diese einfach Pflicht. Leider gibt es keine deutschen Untertitel. Als Bonus gibt es den Originaltrailer zum Film, 3 Biografien und eine Bildergalerie mit 9 Kino-Aushangfotos und 3 Filmplakaten. Das Schöne daran ist, dass man eine kleine Vorschau zu Gesicht bekommt und man die Bilder somit manuell direkt anwählen darf oder die Bilder optional als Slideshow ablaufen lassen kann. Zum Schluss gibt es neben einer kleinen Koch Media-Trailershow und einem 4seitigen Booklet noch eine kurze Text-Doku über die Fortsetzung "Some Girls do", sowie den Original Kinotrailer.

"Heiße Katzen" macht auch nach dem zweiten oder dritten Mal Schauen immer noch Spaß und darf in keiner Agentenfilm-Sammlung fehlen. Die Koch Media-DVD besticht durch ihre wirklich gute Bildqualität und auch wenn das Bonusmaterial logischerweise etwas mager ausgefallen ist, kann man hier eine klare Kaufempfehlung aussprechen. In einer besseren Qualität haben wir den Film noch nie gesehen.


Film++++--
Bild++++--
Ton++----
Bonus+-----


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