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USA 1986
Originaltitel:Maximum Overdrive
Alternativtitel:Rhea M - Es begann ohne Warnung
aka. Rhea M - Es begann ohne Vorwarnung
Länge:93:38 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Stephen King
Buch:Stephen King
Kamera:Armando Nannuzzi
Musik:AC/DC
SFX:Dean Gates, Barry Nolan, Steve Galich, Jeff Frink
Darsteller:Emilio Estevez, Pat Hingle, Laura Harrington, Yeardley Smith, John Short, Ellen McElduff, J.C. Quinn, Christopher Murney
Vertrieb:Videofilm Express
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Stereo)
Sprache:Englisch
Specials:
- 4seitiges Werbebooklet
- holländische Untertitel
Der Komet Rhea-M umkreist die Erde und hat seltsame Auswirkungen auf die Maschinen: Sie bewegen sich fortan von selbst und scheinen einen eigenen Willen zu haben, der sich gegen ihre Erschaffer richtet. Irgendwo in South Carolina sitzen unterdessen die Gäste einer Autobahnraststätte gefangen, um sie herum die wild gewordenen Trucks, die jeden Fluchtversuch mit dem Tode bestrafen. Doch auch in der Raststätte sind die Gefangenen nicht mehr lange sicher, denn die Maschinen organisieren sich und trachten jedem Menschen nach dem Leben.
Stephen King hat mit bisher weit über 100 veröffentlichten Romanen und Kurzgeschichten beinahe jedes Thema des Horrors ausgereizt - meine Meinung, vielleicht auch seine, denn immer mal wieder kündigt er an, das Schreiben an den Nagel zu hängen. Ob Ehemänner ("Shining"), Hunde ("Cujo"), die eigene Fantasie ("Es"), Maschinen ("The Mangler") oder Autos ("Christine") - so ziemlich jedes Lebewesen und jeder halbwegs technisierte Gegenstand bietet die Möglichkeit, außer Kontrolle zu geraten und ein Chaos hervorzurufen, welches der liebe Herr aus Maine verarbeiten kann. Mit "Maximum Overdrive" saß der gute Mann 1986 auch zum ersten Mal hinter der Kamera und verarbeitete seine Idee aus "Trucks" in einem Drehbuch.
Die Idee, einen Kometen die technische Apokalypse verursachen zu lassen, ist schon interessant. Durch die eigene Fantasie angespornt, was denn alles passieren könnte und wie die Welt wohl daran zugrunde gehen könnte, schreit förmlich nach einer Verfilmung. Im Grunde hatte Romero mit seinem "Night Of The Living Dead" doch ähnliche Überlegungen angestellt (er hatte sie nur eher und führte die Katastrophe auf die eigene Spezies zurück): Der Kampf ums Überleben in einer scheinbar zivilisierten Welt, die von einem Moment auf den Nächsten zerbricht. Da hören die positiven Vorüberlegungen für dieses Werk aber schon auf, denn "Rhea M" (so der deutsche Titel) gibt sich, um es schlicht auszudrücken, ziemlich dämlich. Dabei scheint King keine Kosten gespart zu haben, um einen wirklich ordentlich Film abzuliefern, einen Independent-Streifen (ok, produziert von De Laurentiis), der gute Action-Szenen bietet und es oft richtig krachen lässt. Was da schon zu Beginn auf der Autobrücke, die sich plötzlich von selbst öffnet, geschrottet wird, lässt Vergleiche zu den Zerstörungsorgien der "Blues Brothers" aufkommen. Dicke Explosionen, ein wenig MG-Geballer, platte Autos, wenn dann noch AC/DCs "Hells Bells" angestimmt wird, dann kommt Freude beim Action-Fan auf und der Trucker ergötzt sich an einer Vielzahl von tief röhrenden Maschinen.
Aber Moment mal, lässt mich meine Erinnerung im Stich oder war die Kurzgeschichte, die ich vor vielen Jahren einmal gelesen habe, nicht doch ein wenig mehr auf einen Horror- oder vielleicht Psycho-Roman getrimmt? King versucht uns mit falsch getimten Thrills und vorhersehbaren Schocks anfangs noch auf diese Schiene zu leiten und versucht mit einem seltsam schrill hackenden Geräusch noch etwas herauszureißen, anscheinend sah er aber sehr bald selbst ein, dass seine handwerklichen Fähigkeiten nicht ausreichten, um solche Momente von einer detaillierten Beschreibung auf den Bildschirm zu bringen. Dort wirkt alles etwas plump und einfallslos, vielleicht liegt es ja auch an den Darstellern. Die handeln möglichst dumm und einfältig, man möchte ja doch noch einmal sehen, wie so eine rollende Lawine mal hier mal da einen weiteren Erdenmenschen platt walzt, was mitunter richtig schön über den Kühlergrill suppt. Die meisten der Opfer, welche ersichtlich zu Tode kommen, haben es aber auch irgendwie verdient. Da wäre die Kellnerin, die sich angeschwipst nach draußen schleppt und von den Maschinen verzweifelt nach einer Erklärung verlangt, um Einhalt gebietet, schließlich wurden sie durch Menschenhand erschaffen und sollten dem etwas Respekt abzollen. Über den Haufen geballert wird sie vom MG-Caddy, aber was bitte hat sie erwartet? Schade nur, dass die stets in einem nicht auszuhaltenden Tonfall kreischende Schnalle nicht innige Bekanntschaft mit einem 20-Tonner und einer Mauer macht. Lange nicht mehr zog ein Charakter in meinen Augen derart große Antisympathien auf sich und kommt damit davon. Mr. King, war das Kunstblut etwa schon aufgebraucht?
Der war wohl mit etwas anderem beschäftigt. Vielleicht mit seinem Cameo zu Beginn des Films (den hat er ja anscheinend in jeder seiner Verfilmungen) oder etwa mit der Ausarbeitung des Skripts? Dieses wirkt nämlich derb unfertig und wird oft mit langweiligen Füllern gestopft. In wie weit bitte ist es wichtig für den Zuschauer, einem Fettsack nicht nur beim Scheißen zuzuschauen, es auch noch akustisch in den widerwärtigsten Klängen mitzuerleben? Wir wissen bereits, dass davor, dass er eine ekelhafte Persönlichkeit ist. Und bitte was hat man sich dabei gedacht, einem unbemannten Flugzeug dieselbe klassische Melodie zu unterlegen - die Einzige übrigens, ansonsten rockt AC/DC ganz gewaltig auf dem Asphalt -, wie schon 8 Jahre zuvor beim Angriff auf die Küste in "Apocalypse Now" geschehen. Ziemlich dreist! Und mindestens ebenso dreist ist die ganze Situation durch das Drehbuch künstlich eingeengt worden. Da werden Stränge der Logik zurechtgebogen (ein alter Truck mit Auflieger kann schneller unterwegs sein als ein PKW?) und der gesunde Menschenverstand eingefroren, damit sich die Handlung auch weiterhin auf die Tankstelle und die eingekesselten Kunden beschränkt. Natürlich hätte man mit dem Kriegsarsenal im Waffenkeller dem ganzen Schrotthaufen da draußen zeigen können, wer am längeren Hebel sitzt, man tut es aber einfach nicht. Zumindest Emilio Estevez rettet die Geschichte an einigen Stellen, obwohl seine Darstellung nicht unbedingt gut ist (daher auch die Nominierung für den Razzie als schlechtester Darsteller), aber immer noch besser als der Rest des Cast. Leider werden ihm als Frauen- und Actionheld Klischees zu Teil, die die 90 Minuten Film etwas in die Länge ziehen. Er schwächelt mal ein wenig, kommt aber relativ ungeschoren davon und verbreitet Langeweile, ein sehr schwacher Held sogar. Selbst der Spielzeugtrack mit der frechen Goblin auf der Front hat am Ende eins drauf bekommen. Alle jubeln, nur der Zuschauer nicht.

Leider gibt's auf der DVD von Videofilm Express nur ein Letterboxed-Bild, die Kinowelt-DVD soll dagegen anamorph abgetastet worden sein. Das Bild gewinnt mit Sicherheit keine Preise, dafür ist die Schärfe noch ein wenig zu schwach, aber gröbere Mängel im Ausgangsmaterial lassen sich nicht erkennen. So sind Bilddefekte eher eine Seltenheit, Nachzieheffekte treten gar nicht auf und die Farbgebung ist zwar ein Stück zu dunkel, in den meisten Fällen aber kräftig. Ein leichtes Rauschen ist im Hintergrund erkennbar, welches sich in Bewegungen langsam mitbewegt, vielleicht der größte Kritikpunkt neben einem nicht immer guten Kontrast (siehe Nachtszenen) und die Kompression verursacht an einigen Stellen leichte Artefakte, aber wirklich nur beim genauen Hinsehen.
Es gibt nur den wenig dynamischen, aber sauberen Stereoton im Original auf dieser DVD, man sollte also sicher im Umgang mit der englischen Sprache sein oder besser noch, gefestigt im Verständnis von Dialekten sein, denn die meisten Darsteller in "Maximum Overdrive" werfen mit einem ziemlich heftigen Südstaatendialekt um sich. Wer holländisch lesen kann, sollte sich an die optionalen Untertitel halten. Ein Rauschen dringt nicht durch die Boxen, die Stimmen klingen ordentlich und auch der Bass macht sich hin und wieder durch kräftige, wenn auch leicht verzerrte Laute bemerkbar. Diese Momente verdankt man meist der Musik, die Trucks dagegen hätten ruhig etwas brummiger klingen dürfen. Insgesamt ist das Klangbild altersbedingt etwas gedämpft, aber störungsfrei.
Diese DVD wird komplett ohne Extras geliefert, nur mit einem 4seitigen Booklet, in welchem die Kapitelstruktur verzeichnet und eine Werbung für weitere DVDs ausgeschrieben ist. Das Hauptmenu ist ein stummes Standbild, genauso wie die Kapitelanwahl.

Hier hat wohl jemand Zucker in den Tank gekippt und einen unrühmlichen Streifen abgearbeitet, der sich für den Actionfan zwischendurch eignet, falls er nicht über die Möglichkeiten der Geschichte nachdenkt und großzügig über jede Menge Anschlussfehler hinwegsieht, denn jede Menge gute Effekte sind vorhanden. Den Sprit bis zur nächsten Videothek ist er wert, mehr aber auch nicht. Die hier vorgestellte holländische DVD mit zufriedenstellenden Bild- und Tonwerten darf bei einem Preis von unter 10 Euro empfohlen werden. Bitterböse Ironie zum Schluss: Kameramann Armando Nannuzzi verlor bei den Dreharbeiten zum Film durch einen Holzsplitter ein Auge, als sich ein ferngesteuerter Rassenmäher verselbstständigte und über einen Stapel Holz fuhr ...


Film+++---
Bild+++---
Ton+++---
Bonus------


Druckbare Version
Rhea M - Es begann ohne Vorwarnung
Rhea M. - Es begann ohne Warnung
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