Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 2003
Originaltitel:Bad Boys II
Alternativtitel:Bad Around the World
aka. Bad Boys 2
Länge:147 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:r-rated
Regie:Michael Bay
Buch:Marianne Wibberley, Cormac Wibberley, Ron Shelton, Jerry Stahl
Kamera:David Golia, Amir M. Mokri
Musik:50 Cent, Snoop Dogg, Jay-Z, Lenny Kravitz u.a
SFX:John Frazier
Darsteller:Will Smith, Martin Lawrence, Gabrielle Union, Joe Pantoliano, Theresa Randle, Tom Hillmann, Gino Salvano, Bubba Baker, Jon Beshara, Scott Charles, Patrick Cherry, Jimmy Edwards, Treva Etienne, Reynaldo Gallegos, Glerys, Veryl Jones, Jordi Mollà, Gary Nickens, Jason Manuel Olazabal, Tim Powell, Denise Quiñones, R.E. Rodgers, Henry Rollins, John Salley, Michael Shannon, Peter Stormare, Taina Oleg Taktarov osef, Yul Vazquez, James Zelley, Greg Orvis
Vertrieb:Columbia
Norm:NTSC
Regionalcode:1
Bildformat:2.40:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Englisch, Französisch
Untertitel:Englisch, Französisch
Specials:
Film-DVD:
  • Trailershow:
    • Bad Boys
    • Bad Boys II
    • Once upon a Time in Mexico
    • Radio
    • S.W.A.T
    • Spider-Man (animated)
    • The Missing
    • Underworld
Bonus-DVD:
  • 7 deleted Scenes
  • Featurettes:
    • Stunts
    • Visual Effects
  • Musik Video: "La-La-La" von Jay-Z
  • Sequence Breakdown
  • Production Diaries
  • Credits
Drogenfahnder Mike Lowrey (Will Smith) und Marcus Burnett (Martin Lawrence) übernehmen als Mitglieder einer Rauschgift-Sondereinheit des Miami Police Departments den Auftrag, die größte bisher entdeckte Lieferung von Ecstasy nach Miami zu unterbinden. Ihre Untersuchungen führen sie auf die Spur einer weitreichenden Verschwörung, in die ein gefährlicher Gangsterboss (Jordi Mollà) verwickelt ist. Dessen Ambitionen, den Drogenhandel in der Stadt unter seine Kontrolle zu bringen, haben bereits einen blutigen Krieg in der Unterwelt entfacht.
Das freundschaftliche Arbeitsverhältnis von Mike und Marcus wird dabei überraschend auf eine schwere Probe gestellt, als sich Mike für Marcus' Schwester Syd (Gabrielle Union) zu interessieren beginnt. Und bevor beide nicht das Persönliche vom Professionellen trennen können, laufen die "Bad Boys" Gefahr, ihren Auftrag völlig zu vermasseln - und in Folge dessen auch noch Syds Leben aufs Spiel zu setzen.
1995 startete der junge, bis dato unbekannte, Regisseur Michael Bay seine Karriere mit einem Buddyactioner, der gerade mal 23 Millionen kostete und nach weit mehr aussah. Die damaligen Sitcom-Stars Will Smith und Martin Lawrence wurden über Nacht zu den gefragtesten Gesichtern Hollywoods. Für das blockbustererprobte Finanziererduo Jerry Bruckheimer und den inzwischen verstorbenen Don Simpson läutete Bay eine Blockbusterära ein, die bis heute anhält und den Namen "Bruckheimer" zum Synonym für spektakuläre, sinnfreie Popcornspektakel (jüngst: "Fluch der Karibik") machte. In den folgenden Jahren sollte sich dieser Erfolg mit seinen Werken "The Rock", "Armageddon" und "Pearl Harbor" fortsetzen. Doch mit immer höheren Budgets verfiel der Regisseur der glänzenden, spektakulären Optik, deren Basis sich immer weiter neutralisierte und dem Mainstreampublikum anpasste. Während Will Smiths Karriere in diesen Jahren mit Blockbustern wie "Men in Black" steil anstieg, musste sich Martin Lawrence mit mittelmäßigen Polizeikomödien ("Diamanten Cop", "Big Mamas House" etc) zufrieden geben. So dauerte es acht lange Jahre, bis das Team wieder gemeinsam einen Film anging. Die Fortsetzung zum ersten und vielleicht besten Michael Bay Film.
Die beiden Detectives Marcus Burnett (Martin Lawrence) und Mike Lowrey (Will Smith) sind nach wie vor bei der Polizei von Miami und infiltrieren den KKK-Clan, bei einem nächtlichen Treffen. Doch den selben Platz in Floridas Sümpfen hat der Drogenbaron Hector Juan Carlos "Johnny" Tapia (Jordi Mollà, die klischeehafte (unrasiert, lange fettige Haare) Schwäche des Films und Tchéky Karyo keinefalls ebenbürtig) als Umschlagplatz für seine Drogen auserkoren, was in genau dieser Nacht eine DEA-Einheit auf den Plan bringt, die nur auf den Zugriff wartet. Als das Unterfangen der beiden Hauptfiguren aus der Kontrolle gerät, Mike Marcus in den Hintern schießt und die Spezialeinheit zugreift ist das Chaos perfekt. Die Rassisten sind nämlich recht gut bestückt und nur das Eingreifen ihrer Kollegen kann die beiden Cops retten.
Die Inszenierung hierbei ist nach dem effektgewaltigen Blockbuster der letzten Monate überraschend altmodisch geraten, was als positiv einzustufen ist. Keine hektischen Nahansichten der herumwirbelnden Charaktere und sehr selten Stilmittel (und wenn dann auch nur Slowmotion), was für eine gute Übersicht des Geschehens sorgt. Waren Bays letzte Werke doch ganz klar für das jüngere Publikum bestimmt, so sieht man hier gleich, dass der Actioner für Erwachsene inszeniert wurde. Spritzende Shootouts und Headshots sind während des gesamten Films zwar zu sehen, aber nicht in der Häufigkeit des Vorgängers. Dafür wird hier etwas makaber mit bleichen Leichen gespielt, die schon mal aus dem Wagen purzeln oder der Kopf abgetrennt wird. Da Marcus nicht sonderlich gut mit Leichen "kann" sind amüsante Szenen vorprogrammiert. Auf die Mithilfe von CGI wurde in den Actionsequenzen übrigens möglichst selten und nur in spektakulären Kameransichten zurückgegriffen.
Ganz ungewöhnlich für den Actionspezi ist die Zeit, die er sich für das Copduo nimmt. Burnett ist langsam mit seinen Nerven so ziemlich am Endeund versucht sich mit Meditation zu beruhigen, da sein machohafter Partner gern größtmöglichstes Risiko ohne Rücksicht auf Verluste eingeht. Das Mike heimlich mit seiner Schwester Syd (Gabrielle Union, austauschbares Gesicht) eine Beziehung hat weiss er noch gar nicht. Da sie beide bei ihm unabhängig voneinander auftauchen ist für doppeldeutige Dialoge und daraus resultierende Tollpatschigkeit Burnetts gesorgt. Aber als Marcus erfährt, dass seine Schwester als Undercoveragentin in der kriminellen Szene (u.a. Auftritt von Peter Stormare, als Drogenhändler) Kontakt mit einem der gefährlichsten Drogenbosse Amerika aufnimmt, erwacht der Beschützerinstinkt in ihm. Und das nicht zu spät, denn schon bald stecken sie im Krieg zwischen rivalisierenden Drogengangs. Der Actionschwerpunkt wird hierbei fast ausschließlich auf Autoverfolgungsjagden gelegt, bei denen es im Verlauf zu Schießereien kommt, was auf die Dauer eintönig wie vorhersehbar wird. Dank einiger Höhepunkte (u.a. der aus dem Trailer bekannten Jagd auf den Autotransporter, von welchem dann die Autos purzeln) wird das Geschehen aber zumindest optisch attraktiv gehalten. Bei den späteren Schießereien mit Jamaikanern soll die 360° Ansicht zwischen zwei durch eine Wand getrennte Zimmer nur einer der vielen Höhepunkte sein, denn Mike besitzt diesbezüglich eine Menge Einfallsreichtum.
Wie oben schon erwähnt, nimmt man aber immer wieder kurze Auszeiten, in denen sich die beiden Cops gegenseitig auf die Nerven gehen oder sich foppen können, was dank ihrer Wortgewandheit zu echten Brüllern führt. Auch werden einige Szenen (Kotzanfall Marcus, als er Leichen sieht) und Sprüche aus Teil 1 etwas verändert, aber mit einem hohen Wiedererkennungswert versehen. Die Chemie zwischen Will Smith und Martin Lawrence stimmt, wie schon im Erstling und ist die Essenz des Films. Denn wenn der Freund von Burnetts 14jähriger Tochter vor der Tür steht und die beiden ihn erstmal nach allen Regeln der Kunst verarschen, ist kein Halten mehr. Ein späterer Slapstickauftritt in Captain Howard des auf Ecstasy befindlichen Marcus, der nach längerer Impotenz endlich wieder einen Ständer hat ist ebenso ein Höhepunkt wie seine Voyeurrolle beim Rammeln zweier Ratten (Marcus: Die ficken ja wie Menschen/ Mike: Das bringt mich jetzt wirklich weiter) auf des Drogenbosses Dach, wo die beiden sich später als Kammerjäger einschleichen.
Musikalisch kann er, trotz guter Chartmucke, leider nicht ganz an den Vorgänger heranreichen. Dessen Theme sorgt nach wie vor für wohlige Gänsehaut, was hier nicht der Fall ist. Dafür kann er aber mit anderen Stärken des Vorgängers, wie schnelle Autos und sehr hübsche Frauen, aufwarten. Hinzu kommen liebgewonne Charaktere, denen hier aber weit weniger Platz eingeräumt wird. Weder Marcus Frau, noch Captain Howard (Joe Pantoliano, immerhin drei Auftritte mit Lachkrampfgarantie) kommen hier groß zur Geltung.
Einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt der finale Showdown des Films, in dem die beiden Cops, unterstützt von ein paar sich zu ihnen gesellenden DEA-Cops, sich in ein gewisses amerikafeindliches Land begeben, um dem flüchtigen Drogenbaron in seiner Villa zu stellen. Um es vorweg zu nehmen: Ein referenzverdächtiges Actionfeuerwerk, mit blutigen Einschüssen und rumsenden Explosionen, bei der die ganze Villa zerlegt wird, ist genauso garantiert, wie eine brachiale "Hummer"-Verfolgungsjagd, die dann zum glücklichen Ende führt. Leider übertrieb Bay es etwas mit der Inszenierung, denn bei massivem Einsatz von Bazooka und C4 glaubt man sich bald in einem Kriegsfilm wiederzufinden, an statt in einem Actioner. Unterhaltsam ist das dennoch allemal. Allein schon wegen des kurzen, aber ironischen Auftritts von Alexei (Peter Stormare)...



Unser erster Blick fiel bei der RC1-DVD auf die Schärfe, die nach den beiden in dieser Kategorie enttäuschenden "Underworld"- und "S.W.A.T."-DVDs hervorragend ausgefallen ist. Die Detailzeichnung ist nahezu perfekt und Bildrauschen konnte man nicht feststellen. Die Farben kommen sehr kräftig und natürlich zu Geltung, aber scheinbar gibt es keine Columbia-DVD mehr ohne irgendwelche gravierenden Mängel im Bild. Was bei den anderen DVD meist die Schärfe war, ist hier der starke Kontrast. Helle Flächen neigen zu Überstrahlung und in dunklen Szenen können schonmal die Details verloren gehen, was zur Folge hat, dass z.B. die Gesichter der Hauptdarsteller nicht mehr richtig zu erkennen sind. Noch dazu kommen gelegentliche Doppelkonturen, die durch eine Überschärfung resultieren. An einigen Stellen gibt es neben unschönen Flimmern im Bild noch Treppenartefakte zu bemängeln, die auf eine geringe Bitrate hinweisen, dafür hält sich das Blockrauschen angenehm zurück. Wo wir auch schon beim größten Problem dieses Silberlings sind. Wieder einmal präsentiert uns Columbia eine durchschnittliche Bitrate von unter 5 MBit/Sek. Das dies eine Frechheit ist, müssen wir nicht erwähnen und auch wenn der Film mit 147 Minuten und 2 Tonspuren eigentlich die DVD schon gut belastet, bleiben noch rund 1,6 GB freier Speicher auf der DVD über. Da dies sämtliche Magazine, ob im In- oder Ausland nicht das erste Mal bemängeln, müsste man eigentlich davon ausgehen, dass Columbia aus diesem Fehler lernt, aber das war einmal mehr ein Satz mit X.
Dafür kommt ja in einigen Monaten wieder eine Superbit-DVD, obwohl diese Doppel-DVD schon die besten Voraussetzungen hat. Hauptfilm auf der ersten Disc, das Bonusmaterial auf eine separate Scheibe. Bei sowas fällt einen das Wort Abzocke ein, wobei sich bei solchen Aktionen Columbia nur selbst den Ruf ruiniert, oder wird jetzt so argumentiert: "Wer das beste Bild haben will, muss auf die Extras verzichten". Ja dann Prost Mahlzeit ...
Was den Ton angeht, beweist Columbia einmal mehr ein gutes Händchen (Wieso nicht auch beim Bild...?). Hier erwartet uns nicht mehr und nicht weniger ein bombastischer Soundtrack, der dem Film gerecht wird. Das Wohnzimmer wird zum Schauplatz wuchtiger Surroundeffekte und einen mächtigen Bass. Die Rückkanäle werden hier optimal genutzt und finden in keiner Filmminute Ruhe. Egal, ob der Score oder reine Umgebungsgeräusche, hier bekommen wir immer was von hinten zu hören. In den dominierenden Actionszenen trumpft der Ton dann so richtig auf und man wird das Gefühl nicht los, man sei mitten im Geschehen und muss den Kugeln ausweichen, so werden uns die Effekte um die Ohren gedonnert. Trotz der aggressiven Abmischung klingt der Ton unheimlich dynamisch und verliert in keiner Sekunde an seiner Natürlichkeit. Die Dialogverständlichkeit ist hervorragend und auch die Musik überzeugt, auch wenn der Soundtrack aus Teil 1 deutlich besser war. Hier hat Columbia einmal wieder einen kleinen Referenzton gezaubert. Wir empfehlen die Nachbarn zu warnen und Anlage aufdrehen ...
Neben dem Hauptfilm in englisch und französisch mit optionalen Untertiteln finden wir auf der ersten Disc noch die Trailer zu "Bad Boys", "Bad Boys 2", "Radio", "S.W.A.T.", "Once upon a Time in Mexico", "Underworld", "Spiderman" und "The Missing". Da man auf der Scheibe kaum noch Platz hatte *grunz*, entschied man sich dafür sämtliche Extras auf eine zweite Scheibe zu packen. Den Anfang machen 7 Deleted Scenes, die man bis auf die derben "Fake Funeral"-Szene kaum vermissen wird. So sind die restlichen Szenen recht kurz ausgefallen und wenn man ehrlich ist, hätte man ruhig noch mehr Szenen herausnehmen können um den Film unter 2 Stunden zu halten. Unter dem Menüpunkt "Featurettes" können wir einmal die knapp 10minütige Stunt-Doku und das 18 Minuten lange "Visual Effects" Features anschauen. Beide sind sehr interessant und aufschlussreich und arten mal nicht ins übliche PR-Gelabere aus. Hier erfahren wir auch eine Menge über die spektakuläre Highway-Szene inkl. Interviews der Filmemacher und der Stuntcrew. Unter "Sequence Breakdown" finden wir 5 unterschiedliche Szenen, die wir in verschiedenen Stadien der Entwicklung anschauen können. Noch dazu kommen Storyborad-Tafeln, Drehbuchauszüge und diverse Aufnahmen vom Set. Wirklich sehr interessant. Was uns bitter aufstößt, ist das Fehlen des Audiokommentars, aber dafür gibt es umfangreiche "Production Diarys", die auf 19 Teile aufgesplittet wurden und neben kurzen Clips noch Interviews, Behind the Scenes-Aufnahmen und Ausschnitte aus dem Film beinhalten, die auf verschieden Momente der Entstehungsprozesse des Films eingehen. Dieses Featurette macht das Fehlen des Audiokommentars wieder wett. Hier kommen alle zu Wort und man erfährt, wie schwer es Bay hatte sein Ding beim Film durchzuziehen. Zum Abschluss gibt es dann noch das Musikvideo "La-La-La" von Jay-Z. Auf den ersten Blick erscheint das Bonusmaterial etwas mager, aber dafür verzichtet man hier auf das übliche PR-Geblubbere und präsentiert uns über 2 Stunden Information pur. So macht's Spaß.



Michael Bay gelingt mit "Bad Boys 2" fraglos der Actionhit des Sommers, vielleicht sogar des Jahres. Die Action ist, und dafür sind wir dankbar, meist im klassischem Stil inszeniert und verzichtet auf die aktuell gängigen Stilmittel. Die Dialoge zwischen Smith und Lawrence sind genauso zum Brüllen wie einige ihre Auftritte (z.B. als Kammerjäger). Dennoch reicht es nicht zur Höchstwertung, was an dem leider sehr vorhersehbaren und nicht sonderlich originellen Script (*gähn* mal wieder ein schmieriger Drogenboss) und der ausstrahlungsarmen, schwachen Performance von Bösewicht Tapia-Darsteller Jordi Mollà liegt. Ob der Film nun wirklich 2,5 Stunden gehen muss, oder auch 30 Minuten weniger gereicht hätten sei mal dahingestellt. Zumindest verpassen wir so nichts. Teil 3 darf kommen. Die RC1-DVD überzeugt durch ihren bombastischen 5.1 Track, die umfangreichen Extras und dem noch guten Bild, was mit den üblichen Columbia-Mängeln aufwartet. Für Fans ein must have-Titel.


Film+++++-
Bild+++++-
Ton++++++
Bonus++++--


Druckbare Version
Bad Boys - Harte Jungs
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.