Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 1993
Originaltitel:Bronx Tale, A
Länge:116:04 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Robert De Niro
Buch:Chazz Palminteri
Kamera:Reynaldo Villalobos
Musik:Butch Barbella
SFX:Steven Kirshoff
Darsteller:Chazz Palminteri, Lillo Brancato, Francis Capra, Robert De Niro, Taral Hicks, Kathrine Narducci, Clem Caserta, Alfred Sauchelli Jr., Joe Pesci
Vertrieb:EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch
Specials:
  • 4 Filmografien
  • Trailer:
    • Blind Side (2:00 Min.)
    • East Is East (1:38 Min.)
Der junge Calogero wächst inmitten der Bronx Anfang der 1960er Jahre auf. Direkt neben seinem Elternhaus befindet sich eine kleine Bar, der Tummelplatz der ansässigen Mafia, wo er eines Tages Zeuge eines Mordes an einem aufgebrachten Autofahrer wird. Er verschweigt die Wahrheit gegenüber der Polizei und gewinnt somit das Vertrauen des Bosses Sonny, der ihn fortan wie seinen eigenen Sohn behandelt. Unter der Obhut von Sonny wächst Calogero zu einem respektierten und wohlhabenden Mann auf, der stets im Zwist mit seinem ehrhaften Vater steht, welcher seinen Sohn ungern in die Angelegenheiten der Mafia verstrickt sieht.
Mit "In den Straßen der Bronx" gab Robert de Niro sein Regiedebüt und übernahm gleichzeitig noch eine Nebenrolle. Als Genre hatte er sich, die von Scorsese beherrschten Mafiafilme ausgesucht. Das Ergebnis ist für ein Debüt zufriedenstellend, auch wenn ihm der Stoff am Ende aus den Händen gleitet. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der kleine Calogero, den man wie in zwei Episoden einmal mit 9 Jahren und einmal mit 17 Jahren beobachten darf. Zusammen mit seinem Vater Lorenzo lebt er in der Bronx, genauer gesagt neben der Bar eines Mafiabosses. Das Verbotene zieht ihn an. Als er nach einem Mord, den Mafiaboss Sonny deckt, ist dies der Anfang einer langen Freundschaft.
Mit viel Feingefühl schildert der Film im ersten Teil das Leben auf der Straße und die Faszination, die dieser Mafiapate auf den Jungen ausübt. Er gerät so in einen familiären Konflikt, denn sein Vater möchte ihn gern von diesem gefährlichen Mann fernhalten. Sonny wiederum möchte als Dank nur das Beste für den Jungen, der sich schrittweise von seinem Vater entfremdet und sich so mit Sonny anfreundet. Als kleiner Junge hilft er in Sonnys Bar aus, kassiert dafür ordentlich Trinkgeld und lebt sorgenlos sein Leben. Während sein Vater um ihn kämpft, entfremdet er sich immer weiter und fühlt sich von Sonny angezogen, wird aber nie wirklich in illegale Geschäfte verwickelt. Bis hier hin ist der Film ein spannendes und erstklassiges, gespieltes Gesellschaftsdrama, das die verschiedenen Menschen, ihre Jobs und ihre Einstellungen unterstreicht, so wie die den Vater Sohn Konflikt zwischen Lorenzo und Calogero erläutert.
In der zweiten Hälfte, in der Calogero nun 17 Jahre alt ist, rückt die Mafia eher in den Hintergrund und eine simple Anklage an den Rassismus tritt in den Vordergrund. Schon in der ersten Hälfte wurde darauf kurz eingegangen, hier wird das Problem aber in aller Sorgfalt, zu zäh, durchgekaut. Der Junge verliebt sich in ein schwarzes Mädchen, was wiederum Probleme in seinem Elternhaus mit sich bringt. So vertraut er sich Sonny an, der ihm mit Rat und Auto zur Seite steht und ihm so schließlich sogar das Leben rettet. Robert de Niro lässt den Film hier aber leider zu einer simplen Rache- und Liebesstory verkommen, der in der totalen, sinnlosen, aber irgendwie vorhersehbaren Katastrophe endet. Mit viel Sirup wird die Feindlichkeit zwischen Italienern und Schwarzen dargestellt und mit gegenseitigen Übergriffen verdeutlicht. Einen akzeptablen Abschluss findet man dennoch, da nämlich genau der Auslöser der Freundschaft indirekt den Film schließt.
Gut gespielt ist dieser Film allemal. Besonders Chazz Palminteri als Sonny strahlt die Bedrohlichkeit eines Paten aus, der nur selten sein wahres Gesicht zeigt und viele Weisheiten der Mafiaszene, wie zum Beispiel "Nach deinem Tod, weint keiner um dich" an den Zuschauer bringt. Robert de Niro füllt seine Rolle des hart arbeitenden, sorgevollen Vaters ebenfalls mit bekannter Konstanz aus. Selbst die beiden Calogero-Darsteller liefern eine gute Leistung ab, bei der mir der Jüngere aber noch ein Stück besser gefiel, während mich der andere ein wenig zu stark an den jungen Rocky Balboa erinnerte.

Die ersten Paar Minuten des Films fallen durch ihre sehr dunklen Settings auf, bei denen man viele Details vermisst. Große schwarze Flächen sind aber auch später im Film keine Seltenheit und man vermisst ein wenig einen besseren Kontrast. Mit Sicherheit ist ein Teil auf den Handlungszeitraum und die Atmosphäre zurückzuführen, die Farben sind schließlich stets düster, aber trotzdem noch kräftig - trotzdem schade, denn ansonsten wirkt das Bild recht ordentlich, sieht man von der nur durchschnittlichen Schärfe ab. Ein Bildrauschen ist ab und zu mal existent, Kratzer und Dropouts ebenso vorhanden, aber nie störend. Gegen Ende erzittert das Bild einige Male kurz (siehe Trauerfeier). Die EuroVideo-DVD ist im Vollbild-Format aufgepresst. Möglicherweise handelt es sich hier um eine Open Matted-Variante der Kinoversion, denn bei 14:43 min (aufgebrachter Autofahrer bekommt einen Schuss in den Arm und in den Kopf) sind für etwa eine halbe Sekunde lang schwarze Balken am oberen und unteren Rand erkennbar. Genau lässt sich das aber nicht sagen, da es gut möglich ist, dass diese kurze Special Effects-Szene aus einem geringfügig anderem Winkel und Entfernung gedreht wurde, als die kurz vorangehende Szene, in der der Mann das erste Mal mit dem Baseballschläger zuhaut. Nur selten weisen fehlende Bildinformationen am linken und rechten Rand auf eine Pan&Scan-Version hin.
Der Dolby Digital 5.1-Ton ist mit Sicherheit kein Dynamikwunder, arbeitet als Stereotrack aber ganz ordentlich, denn die wohlklingende Musikuntermalung mit zeitgerechten Titeln lassen zwar nicht die Boxen qualmen, lenken aber vom sonst Center basierenden Geschehen ab. An wirklichen Umgebungsgeräuschen gibt es von Mal zu Mal ein paar leise Laute aus den Rear Speakern, aber eben zu wenig, um einen wirklich guten Gesamteindruck zu hinterlassen. In einigen Szenen meint man ein leichtes Rauschen im Hintergrund zu vernehmen, so richtig wurde mir aber nicht klar, ob dies einfach der Geräuschpegel der Straße darstellen sollte. Schändlicherweise fehlt der O-Ton auf dieser DVD völlig.
Anscheinend ging es dem Label damals nicht darum, eine möglichst ultimative Fassung des Films auf DVD zu veröffentlichen, denn auch die Bonusmaterialien sind äußerst rar gesät und verdienen mit 4 Filmografien und 2 Trailern keinen Punkt. Zumindest der äußerst günstige Preis von ca. 7 Euro machen diese Mankos wieder wett, es gab "In den Straßen der Bronx" sogar schon als Bonus-DVD eines deutschen PC-Magazins.

Robert de Niros Regiedebüt ist keinesfalls schlecht. Der erste Teil ist spannend und faszinierend zugleich. Aber im zweiten Part lässt der Film doch ganz stark nach, so dass man stellenweise das Gefühl hat, als wären da zwei Drehbuchautoren am Werk gewesen. So bleibt der Film dank des Durchhängers, den das Ende teilweise wieder gut machen kann, nur knapp über dem Durchschnitt. Leider kein Vergleich zu den Genrekönigen der Mafiafilme, De Niro-Fans dürfen aber gern bei dieser technisch mittelmäßigen Low Price-DVD zugreifen.


Film++++--
Bild+++---
Ton+++---
Bonus------


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.