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USA 1997
Originaltitel:Cop Land
Alternativtitel:CopLand
Länge:100:44 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:James Mangold
Buch:James Mangold
Kamera:Eric Alan Edwards
Musik:Howard Shore
SFX:Craig Markey
Darsteller:Sylvester Stallone, Harvey Keitel, Robert DeNiro, Ray Liotta, Janeane Garofalo, Peter Berg, Robert Patrick, Michael Rapaport, Annabella Sciorra, John Spencer
Vertrieb:VCL
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch (nur bei engl. Ton)
Specials:
  • 6 Bio- und Filmografien
  • Produktionsnotizen:
    • Die Besetzung - Ein Dreamteam von hochkarätigen Schauspielern (2 Seiten)
    • Die Verwandlung eines Schauspielers - Stallone wird Heflin
  • Trailer:
    • Sieben
    • Mimic
    • The Long Kiss Goodnight
    • Spawn
    • Set It Off
Freddy Heflin ist ein einfacher Polizist, der es auf Grund seiner Taubheit auf einem Ohr nie zu mehr als zu einem Sheriff gebracht hat. Er wacht über Garrison, einem kleinen Vorort von New York, wo sich die Polizisten der Stadt über die Jahre hinweg ein sicheres kleines Zuhause geschafft haben. Hier gibt es nicht viel für Freddy zu tun, bis Moe Tilden von der Dienstaufsicht ihn anspricht und seine Hilfe gegen die hier ansässigen korrupten Cops erbittet, welche einen flüchtigen Kollegen verstecken. Freddy findet heraus, dass das Gesetz in Garrison längst keine Rolle mehr spielt und dass er im Kampf gegen das Verbrechen in den eigenen Reihen allein steht.
Höllisch guter Polizeifilm mit einer beinahe verschwenderischen Besetzung, die die einmalige Ansicht von "Cop Land" schon allein zur Pflicht macht. Natürlich ist die Geschichte, die hier erzählt wird, von vorne bis hinten fiktiv bis in die letzten Winkel, aber es gehört schon einige Finesse dazu, sie so gut zu erzählen. Seine Stärke, sich aus der Masse übriger Produktionen der 90er herauszuheben, liegt in einem Dezentralisierungsprozess, bei dem kein Hauptgewicht auf eine der hier handelnden Personen gelegt wird. Natürlich ist Stallone nominell die Hauptrolle, doch das hindert das Skript nicht daran, ihn in den ersten zwanzig Minuten komplett zu vergessen und auch später relativ sparsam einzusetzen, bis ihn die letzte halbe Stunde zum Volleinsatz zwingt.
Die erste Hälfte gehört deutlich Keitel, gemeinsam mit Rapaport, unter wunderbaren Zwischeneinsätzen von Patrick, Spencer und vor allem Liotta. Geradezu klassisch 70er-Style ist die Erzählweise, die vom auslösenden Ereignis ausgeht (Polizist verursacht irrtümlich den Tod zweier Autodiebe) und darauf eine schön konstruierte Geschichte aufbaut, die ebenso komplex wie tiefgründig ist. Langsam und sorgfältig entblättert das Buch die hier handelnden Figuren, komplett mit realistischer Vorgeschichte und charakterlicher Tiefe, schafft Beziehungen unter den Figuren und schürt Konflikte, ehe der Film auf der Schlussgeraden dann zum Fall des Anfangs zurückkehrt, um schließlich gradlinig zu enden. Dabei wird sich mehr auf die innere als auf die äußere Spannung konzentriert, weswegen man auf Action oder mörderische Gewaltausbrüche bis auf den Shoot-Out beim Showdown vergeblich wartet. Hier regieren Korruption, Verrat, Bestechung, Drogenhandel und Mord, aber nie plakativ, sondern geschickt in die Konstruktion eingearbeitet.
Stallone ist wunderbar eingesetzt, übergewichtig, wortkarg, auf einem Ohr taub und etwas langsam in Motorik und Denkvermögen, wenn auch nicht dumm. Zum ersten Mal seit langem erweckt er Tiefe in seiner Figur, die aufgrund einer guten Tat sein Leben nicht so hat leben können, wie es geplant war, nun mit einem Ersatz leben muss und sich entscheidet, seine vielleicht letzte Chance, etwas aus sich zu machen, nicht verfallen zu lassen. Keitel spielt den fiesen Bullen inzwischen aus der Westentasche, aber wie er das macht, ist immer noch ein Genuss und es bleibt trotzdem genug Platz für Kollegen wie Rapaport, Berg, Patrick (der erfolgreich gegen sein "Terminator"-Image anspielt) und Spencer, die das Ensemble abrunden. Schön eklig und mies gelaunt kommt Liotta daher, von dem man bis zum Schluss tatsächlich nicht weiß, zu welcher Seite er denn nun gehört und Garofalo ist halb verschwendet in der kleinen Deputy-Stelle. Geradezu köstlich retro ist de Niro in seinem angegraut-eingemotteten 70er Look, komplett mit unmöglicher Frisur, der hier ein amüsiert-lakonisches Extra als "Internal-Affairs"-Beamter gibt.
Wer also Spaß an einer wohlkonstruierten Geschichte mit guten Darstellerleistungen hat, der wird an "Cop Land" seine helle Freude haben und wird dann zum Schluss auch noch mit einem interessant montierten (man hört ihn kaum, da er aus Stallones Sicht, jetzt beinahe ganz taub, gezeigt wird), wenn auch etwas schnellen Showdown belohnt. Das wäre aber nur ein Kritikpunkt, wenn es nicht zum Film passen würde, doch ein blutiger und plakativer Dauerbeschuss würde hier nicht ziehen. Das ist natürlich für Stallone- und Actionfans ein Grund zum Aufstöhnen, denn Stallone ist weder hart wie Stahl, noch irgendwie cool, es gibt keine flotten Sprüche und Kugelregen fällt auch aus. Ach, lasst doch die Kinder jammern, die wissen es nicht besser. Denn wenn Stallone im Laufe seiner Karriere mehr Filme wie diesen gedreht hätte, würde er nicht mit so vielen Action-Flops in der Tasche rumlaufen. Er ist zwar nicht oscarverdächtig, aber liefert hier eine Leistung ab, auf die er stolz sein kann.

Mit dieser Zweitauflage ist die Bildqualität der DVD immer noch nicht so toll, wie ich es mir für diesen sehr guten Film wünsche. Der Kontrast bietet in den Nachtaufnahmen zwar eine gute Auflösung des Geschehens, dafür sind Tagszenen des Öfteren zu düster und indifferenziert und ich kann mich nicht daran erinnern, dass dies im Kino genauso der Fall war. Zu weich ist das Geschehen außerdem noch, was sich in nur mäßigen Details widerspiegelt. Die Farblichkeit ist sehr eingeschränkt, aber weniger im negativen Sinne, denn die bedrückende Atmosphäre spiegelt sich in den dunklen, schwachen Tönen der Umgebung wider, ohne Gesichter zu blass oder die Naturaufnahmen zu farblos darzustellen. Ein Bildrauschen ist auf hellen Flächen deutlich erkennbar und wurde anscheinend nicht nachgebessert, andererseits verstärkt die Kompression diesen Mangel nicht durch zusätzliche Artefakte oder Blockrauschen. Für Durchschnittsgucker wird die Bildqualität in Ordnung gehen, Heim-Cineasten wünschen sich aber eine bessere Version, bei der vielleicht auch die vereinzelt auftretenden Verschmutzungen verschwinden. Knappe 4 Punkte.
Sowohl Originalton als auch deutsche Synchronisation finden sich jeweils in Dolby Surround und Dolby Digital 5.1 auf dieser DVD. Die DS-Spuren sind natürlich etwas kraftloser und in der Wiedergabe des Geschehens auf den Rückkanal nicht so fein abgestimmt, "Cop Land" ist aber auch nur ein Center basierender Dialogfilm, der sich auf den hinteren Boxen durch einen druckvollen, klaren Score auszeichnet. Besonders die englische Fassung ist zu empfehlen, da hier die Stimmen wesentlich realer im Geschehen zu sein scheinen, was nicht bedeutet, dass die Synchronisation schlecht erarbeitet wurde - keinesfalls! Leider gibt es den englischen Ton nur mit nicht ausblendbaren Untertiteln und er lässt sich nur vom Hauptmenu aus umstellen. Dieses ist zwar schön animiert, lässt aber zu viele Pausen zwischen der Anwahl der Menupunkte entstehen, so dass ein Tonwechsel mitunter mal eine Minute in Anspruch nehmen kann.
Und auch wenn es noch so schön aussieht, wie da die von Schussgeräuschen begleiteten Kugeln das Hauptmenu eröffnen und eine Explosion die Anwahl bestätigt, muss man doch sagen, dass die DVD für eine Special Edition ziemlich mager ausgefallen ist. Die Bezeichnung entstand wohl eher aus der Notwendigkeit, diese deutsche Zweitauflage von der Ersteren trennen zu müssen, denn 6 kurze Filmo-/Biografien (wenn auch inhaltlich sehr interessant) und 4 Seiten Produktionsnotizen sind definitiv zu wenig. Eine Trailershow ist natürlich auch dabei, wobei mal wieder auf schlechte Qualität (Kinotrailer von der Rolle?) zurückgegriffen wurde.

Zumindest der Film verdient die Sichtung der ungeschnittenen FSK12-DVD (trotz R-Rating in den USA), welche im Bild wirklich besser sein sollte und einen guten Ton aufweist. Denn das hier ist das Kino, das wir verdienen - kein Meisterwerk, aber solide, hervorragende Arbeit, an die man sich im Zusammenhang mit Werken wie "French Connection" und "Bullit" erinnern kann. Und macht jetzt ruhig mal die Sirene an!


Film+++++-
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+-----


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