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UK 1971
Originaltitel:Vampire Circus
Alternativtitel:Cirque des Vampires, Le
Länge:83:19 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Robert Young
Buch:Jud Kinberg, George Baxt, Wilbur Stark
Kamera:Moray Grant
Musik:David Whitaker
SFX:Les Bowie
Darsteller:Thorley Walters, Laurence Payne, John Moulder-Brown, Adrienne Corri, Anthony Higgins, Richard Owens, Elizabeth Seal, Robin Hunter, Domini Blythe, Robert Tayman, Lynne Frederick, John Bown, Mary Wimbush, Christina Paul, Robin Sachs, Lalla Ward, Skip Martin, David Prowse, Roderick Shaw, Barnaby Shaw, Milovan Serena, Jane Darby, Sibylla Kay, Dorothy Frere, Giles Phibbs, Jason James, Arnold Locke, Anna Bentinck, Nina Francis, Sean Hewitt, Drina Pavlovic, Jenny Twigge
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:26.11.2003 (Kauf)
Specials:
  • Original Trailer (2:14 Min.)
  • Trailershow:
    • Twins of Evil (2:19 Min.)
    • Die Todeskarten des Dr.Schreck (2:38 Min.)
  • Slideshow mit Szenenbilder und Musik (5:05 Min.)
  • Slideshow mit diversen Covers und Plakaten und Musik (1:05 Min.)
  • Comic (18 Seiten, DVD-ROM)
  • DVD-Credits
1810: Noch bevor der aufgebrachte Mob des englischen Dorfes Schettel den Vampir Graf Mitterhouse lyncht, verflucht dieser alle Bewohner und sinnt auf grausame Rache. Fünfzehn Jahre später steht Schettel unter Quarantäne: Das Grauen schleicht in Form einer unbekannten, tödlichen Krankheit um die Häuser, die durch Fledermäuse übertragen wird. Doch die mysteriöse Seuche bildet nur die Vorhut für einen Vampirclan, der als Wanderzirkus getarnt jegliches Menschenleben in Schettel auslöschen will.
In den 70er Jahren mussten sich die Hammer Studios langsam etwas einfallen lassen um die Zuschauer noch bei Laune zu halten. Der gute alte "Fledermaus an der Schnur"-Trick hatte abgedankt und konnte nichtmal mehr Kindern Angst einjagen. Stattdessen wollten die Leute lieber mehr Blut und Sex, vor allem Letzteres sollte sich gerade in den nächsten Jahrzehnten am Besten verkaufen.
Das Vampirthema schien trotz Stars wie Christopher Lee immer weniger lukrativ, weshalb man einmal ganz von der immer wieder kehrenden Dracula-Geschichte abwich, um mit "Circus der Vampire" etwas Neues und vor allem Hartes zu schaffen, was den Zuschauer so schnell nicht mehr loslassen sollte. Auch wenn die 1972 entstandene Hammer-Produktion von Robert Young kein innovatives Werk wurde, so konnte es wenigstens eins: schocken. Allein der überlange Prolog stellt einen klaren Tabubruch dar und zeigt uns die Tötung eines kleinen unschuldigen Mädchens durch den Grafen Mitterhaus, bevor dieser von der aufgebrachten Bevölkerung gelyncht wird. Allein in den ersten 7 Minuten fließt viel Blut und auch die erotische Komponente kommt nicht zu kurz. Ein gelungener Einstieg also, der damals sicherlich für heiße Diskussionen gesorgt hat. Aber was wir in den ersten Minuten zu Gesicht bekommen, stellt nur den Anfang einer ungewöhnlichen Orgie aus Gewalt dar, die man in dieser Intesität vorher noch nie bei einer Hammer-Produktion erlebt hat. Heute mögen die Szene zwar kaum noch schocken, aber versetzt man sich einmal ins Publikum der 70er Jahre, ist das Gezeigte schon harter Tobak.
Das Drehbuch basiert auf der Geschichte "Village of the Vampires" von George Baxt, der das Drehbuch zum Film "Circus of Horrors" ("Der Rote Schatten" 1960) und der Hammer-Produktion "Shadow of the Cat" ("Schatten einer Katze" 1961) verfasste. Zwar setzt man hier auf das altbackene Fluch-/Rache-Thema, wie man es schon tausende Mal gesehen hat, aber dank der guten Besetzung und dem tollen Set-Design wird uns ein atmosphärischer Horrorfilm geboten, der auch ohne die nicht zögerlich eingesetzten Bluteffekte prächtig funkioniert.
Zum Einsatz kommen hier erfahrene Schauspieler, die bereits in einigen anderen Hammer-Filmen mitwirkten, sowie einige frische, gänzlich unberühte Darsteller, die aber ebenso überzeugen können.
Anthony Corlan, der nach seiner Rolle in "Flavia - Leidensweg einer Nonne" seinen Namen in Anthony Higgens umänderte und 1970 in Hammers "Taste the Blood of Dracula" ("Wie schmeckt das Blut von Dracula") mitwirkte, spielt hier den Vampir Emil, der sich in einen schwarzen Panther verwandeln kann und an der Seite von Adrienne Corri ("Uhrwerk Orange"), die hier als Zigeunerin auftritt, als Handlanger des Grafen fungieren und sich durch ihren Zirkus nach und nach an den Dorfbewohner rächen. Skip Martin, den viele noch aus "Horror Hospital" und "Son of Dracula" kennen dürften, spielt hier den sadistischen Zwergenclown Michael und hat eines der besten Momente im Film zu verzeichnen, in welchem er sich seine Clownsmaske vom Gesicht reißt, worunter sich eine Weitere verbirgt. Auf der Seite der Dorfbewohner sehen wir Thorley Walters, der hier den Bürgermeister mimt und bereits in "Dracula - Princess of Darkness" ("Blut für Dracula" 1966) und "Frankenstein created Woman" ("Frankenstein schuf ein Weib" 1967) für die Hammer Studios tätig war.
Um das Gezeigte realer wirken zu lassen, waren einige der Darsteller wirkliche Zirkusartisten, so z.B. auch die Tigerfrau, die hier mit einer erotischen wie exotischen Szene aufwartet. Ein mehr unbekanntes Gesicht aber ein berühmter Bösewicht war Dave Prowes, der hier den furchhteinflößenden Gewichtheber spielt und aller Welt besser als Darth Vader in George Lucas "Star-Wars"-Saga bekannt sein dürfte. Dave spielte ebenfalls für die Hammer Studios zweimal Frankensteins Monster und überzeugt auch hier durch seine imposante Erscheinung.
Dass der Handlungsfluss in "Circus der Vampire" teilweise etwas holprig und unlogisch wirkt, liegt daran, dass Regisseur Robert Young den sechswöchigen Drehplan nicht einhalten konnte und Hammer ihn keine Chance gab die fehlenden Szene nachzudrehen. Dies mindert den Sehgenuss in keinster Weise und wer sich gerne an längst vergangene Tage zurückerinnern mag, wird hier für knapp 90 Minuten verzaubert und in eine Hammer typische Welt voller Bosheit und Angst verschleppt, die diesmal sogar noch boshafter und noch grausamer erscheint, als alles bisher Dagewesene aus dem Hause Hammer. Auch wenn Vieles gerade für das jüngere Publikum etwas kitschig wirkt, so werden die Nostalgiker sich an der klassischen Atmosphäre, der tollen Kameraführung und den Unmengen an Kunstblut laben und wer weiß, vielleicht schaut der eine oder andere ja immer noch weg, wenn der Panther dank schneller Schnitte, reichlich rotem Lebenssaft und Kameratäuschungen einige Dorfbewohner zum Frühstück verputzt.

Lange Zeit hat war es still um eine deutsche DVD-Veröffentlichung von "Circus der Vampire", ein Spätwerk der Hammer Studios, die 5 Jahre später ihre Pforten schlossen. Durch die recht harten Effekte wurde der Film damals mit einer FSK18 bestraft und auch noch heute gilt der Film für Jugendliche als unzumutbar. Allerdings muss man dabei wirklich sagen, dass trotz der wirklich harten Momente im Film, heutzutage in den ganzen Teenie-Slashern wesentlich mehr Blut fließt als hier. Das noch junge Label Koch Media veröffentlicht diesen Klassiker im Rahmen ihrer Classic Horror Collection wie auch "Draculas Hexenjagd" völlig ungeschnitten und in einer gelungenen DVD-Umsetzung.
Das Bild liegt uns im Originalformat von 1.85:1 vor und wurde sogar anamorph kodiert. Wenn man das Alter in Betracht zieht, ist es wirklich erstaunlich, was uns hier geboten wird. Die Farbsättigung ist wirklich gut und auch der Kontrast weiß zu überzeugen und gibt sich auch in dunklen Szenen keine Blöse. Bildrauschen tritt hier fast gar nicht auf, was die Folgen von einem Filter zu sein scheinen. Dies hat zur Folge, dass die Detailschärfe nicht immer optimal ist und wir uns auch mit leichten Nachzieheffekten abfinden müssen. Insgesamt kann man aber mit der Schärfe mehr als zufrieden sein. Die Kompressionen leisten eine gute Arbeit und fallen nur durch etwas Blockrauschen auf. Verschmutzungserscheinungen treten trotz des recht hohen Alters eher selten auf. Lediglich in einigen Szene bemerkt man deutliche Kratzer, die sich über einen längeren Zeitraum im Bild befinden und den Sehgenuss nur minimal mindern. Endlich einmal eine DVD, auf die die Bezeichnung "digitally remastered" auch zutrifft.
Der Ton liegt einmal als deutsche und englische Tonspur in Mono vor. Beide können hier durch eine gute Sprachverständlichkeit und einen geringen Rauschfaktor überzeugen. Die deutschen Stimmen verzerren jedoch ein wenig. Insgesamt für ein Monoton jedoch wirklich gut. Deutsche Untertitel gibt es leider nicht.
Als Bonus gibt es einmal den "Original Trailer" sowie den Trailer zu "Draculas Hexenjagd" und "Die Todeskarte des Dr. Schreck". Unter "Szenenbildern " finden wir eine selbstlaufende, mit Musik unterlegte Bildergalerie mit 14 Fotos und Szenenbildern. Unter "Cover" finden wir eine Galerie mit 5 Plakatmotiven und unter dem Menüpunkt "Comic" gibt es das Original Hammer-Comic zum Film zum Anschauen für den PC. Im Ganzen zwar nicht sonderlich viel an Extras, aber viel existiert hier wohl auch nicht mehr. Schade ist es nur, dass das Comic nicht optional noch als Slideshow für einen Standalone Player gepackt wurde.

"Circus der Vampire" ist ein Klassiker unter den Vampirfilmen und hat nach über 35 Jahren nichts von seinem Charme verloren und gehört in jede Hammer Film-Sammlung. Diese DVD aus dem Hause Koch Media unterstreicht diese Aussage noch durch ihre wirklich gute Umsetzung auf diesem Silberling.


Film++++--
Bild+++---
Ton++----
Bonus+-----


Druckbare Version
Circus der Vampire (Hammer Collection #11)
Circus der Vampire
News"Cirus der Vampire" im Mai auf DVD & Blu-ray von Koch Media
Circus der Vampire
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