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IT 1979
Originaltitel:Fiume del grande Caimano, Il
Alternativtitel:Heilige Bestie der Kumas, Die
aka. Alligators
aka. Big Alligator River
aka. Big Caimano River, The
aka. Great Alligator River
aka. Great Alligator, The
Länge:85:20 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Sergio de Martino (als Sergio Martino)
Buch:George Eastman (als Luigi Montefiore), Cesare Frugoni, Ernesto Gastaldi, Sergio Martino, Mara Maryl (als Maria Chianetta)
Kamera:Giancarlo Ferrando
Musik:Stelvio Cipriani
SFX:Paolo Ricci, Carlo De Marchis
Darsteller:Barbara Bach, Claudio Cassinelli, Mel Ferrer, Romano Puppo, Fabrizia Castagnoli, Enzo Fisichella, Lory Del Santo, Anny Papa, Bobby Rhodes, Clara Colosimo, Peter Boom, Giulia D'Angelo, Marco Mastantuono, Piero Jossa, Marco Giannoni, George Eastman
Vertrieb:X-Rated
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 1.0 (engl.), Dolby Digital 2.0 (dt.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Bonusszene
  • Italienischer Originalanfang
  • Italienischer Originalabspann
  • Abtastung der Original Super-8-Version
  • Trailer
Mitten in der Wildnis entsteht ein Touristen-Hotel, welches man nur mit dem Hubschrauber erreichen kann. Die dortigen Eingeborenen, auch Kumas genannt, wollen sich an den Weißen rächen, indem sie die heilige Bestie wecken: ein riesiges Krokodil, welches so groß wie ein Bus ist. Nach ersten Verlusten kommt es zum entscheidenden Angriff. Während die Kumas mit brennenden Pfeilen die Touristen vom Land her attackieren, greift vom Wasser aus das Riesenkrokodil an. Können der Hotelfotograf und seine schöne Freundin Alice dem Inferno entkommen?
Das "Der Fluss der Mörderkrokodile" von so ziemlich jedem Kritiker zerrissen wurde sollte einen nicht unbedingt wundern, so gibt er sich doch zu Beginn äußerst schleppend in seiner Inszenierung, womit die Meisten scheinbar nicht klar gekommen sind und wohl eher einen harten Tierschocker erwartet haben, der direkt in die Vollen geht. Ok, Regisseur Sergio Martino der uns schon mit seinem hierzulande beschlagnahmten "Die Weisse Göttin der Kannibalen" in den Amazonas entführte und uns einen besonderen Mix aus Abenteuer und Kannibalenfilm bot, macht hier den großen Fehler und lässt diese gelungene Mischung aus Tierhorror- und Mondofilm 85 Minuten recht blutleer ablaufen, was bei einigen schnell zu Ermüdungserscheinungen führen dürfte.
Von Beginn an bietet man uns zwar eine ruhige Inszenierung, die aber den Flair der alten Abenteuerfilme wieder aufkommen lässt, was durch einige exotische Aufnahmen verstärkt wird. Martino schafft es trotz des recht schleppenden Handlungsaufbaus, den Zuschauer nicht zu langweilen, selbst das Techtelmechtel zwischen dem Fotografen (gespielt von Claudio Cassinelli) und der hübschen Barbara Bach ist nett anzusehen und wenn die ersten Gäste anreisen, kann man sich auch an einigen unfreiwillig komischen Momenten erfreuen,die einem des öfteren zum Schmunzeln bringen. Seien es Sprüche wie "Es es fürchterlich hier, die Musik ist viel zu laut!","Was haben sie gesagt? Die Musik ist viel zu laut ich verstehe kein Wort..." oder dass sich die Gäste bei der Flucht vor der schwimmenden Handtasche eher selbst umbringen, als dass sie vom Alligator verputzt werden, hier gibt es genug, was den Trash- und Spaßfaktor anhebt. Man sollte dem Gezeigten natürlich nicht so ernst gegenüber stehen, da man sich sonst schnell langweilen könnte. Sergio Martino scheint aber bei den Tieraufnahmen nicht so recht gewusst zu haben, welche Tiere am Amazonas leben, so bekommen wir eine schöne Aufnahme eines Schimpansen und Orang-Utans zu Gesicht, die es in diesen Gebieten gar nicht gibt. Aber auch das sollte man nicht so kritisch sehen und stören wird es sowieso nur die, die von vornherein nichts mit dem Film bzw. dem Genre anfangen können.
Das einzige, was mich persöhnlich etwas gestört hat, war die Haarsträubende und zudem noch gefakte Krokodilfütterung in den ersten Filmminuten. Hier wirft man lebende Ferkel ins Wasser, damit diese von den Krokodilen gefressen werden. Dass dabei kein Ferkel stirbt, merkt man allein schon daran, dass man dem Krokodil ein quiekendes Ferkel zuwirft und es schon fertig filetiert in seinem Mund landet. Das mich die Szene gestört hat, lag nicht daran das der Fehler so offentsichtlich war, die erheiterte micht mehr, als viel mehr die Tatsache, dass es trotzdem eine fragwürdige Szene bleibt. Zwar gibt der Reporter seine moralischen Bedenken an den Mitarbeitern des Hotels Preis, jedoch trügt das nicht über die Tatsache hinweg, das die kleinen Ferkel für den Film trotzdem nicht gerade tierfreundlich behandelt wurden. Dieses Problem besteht aber bei vielen "älteren" Genrebeiträgen, ganz zu schweigen von den ganzen Kannibalen- und Mondofilmen.
Ein weitere Kritikpunkt wäre noch, dass der Film erst nach gut einer Stunde so richtig in Fahrt kommt. Zwar kommt man zwischendurch immer wieder in den Genuss des Krokodils, aus der bekannten "Der weiße Hai"-Perspektive und auch ein Pärchen darf kurz und unblutig aufgefressen werden, aber man kann sagen, dass das erste Drittel des Films den Darstellern gehört. Wenn der Alligator dann aber zubeißen darf, fällt dies leider etwas unspektakulär und holperig aus, was Sergio mit etwas Blut hätte kaschieren können (ja immer die Blutgier). Lustigerweise sterben hier sogar mehr Menschen durch die Eingeborenen, die ebenfalls Jagd auf die von der wandelnen Lederhandtasche geplagten Besucher machen um ihren Kroko-Gott zu besänftigen. In diesen Momenten dürfen wir deutlich mehr Blut und Gewalt sehen als der Alligator Schrecken verbreitet. Und auch wenn die FSK bei Tierhorrorfilmen schon immer recht großzügig mit den Freigaben waren, ist eine FSK12 für diesen Film doch recht erstaunlich, vor allem weil die Tötungen am Ende nicht ausschließlich von einem Tier ausgehen.
Für das zugegeben recht dünne Drehbuch zeichnete sich unter anderem Luigi Montefiore alias George "THE MANEATER" Eastman aus, und Stelvio Cipriani ("Bay of Blood" und "Grossangriff der Zombies") sorgt für einen angenehm fetzigen 70er Soundtrack. Claudio Cassalini, der hier den Reporter Daniel spielt und den meisten wohl aus "Island of the Fishman" und "Die weiße Göttin der Kannibalen" bekannt sein dürfte, sieht man hier in einer seiner letzten Genrerollen, bevor er 1985 bei einem Helikopterunglück ums Leben kam. Auch für Barbara Bach war dies neben dem 1981 enstandenen "The Unseen" der letzte Horrorfilm in dem sie mitwirkte und trotz dem erfolgreichen Auftritt als Bondgirl in "Der Spion der mich liebte" blieb ihr ein größerer Erfolg verwehrt. Das sah bei Sergio Martino schon etwas anders aus. Immer wieder beglückte er uns mit Trashperlen wie z.B. "Monster Shark" und "The Fishmen and Their Queen", bevor er in den letzten Jahren nur noch fürs italienische Fernsehen drehte.

Für mich ist "Die Heilige Bestie der Kumas", so der alte deutsche Verleihtitel, eine kleine Perle des italienischen Tierhorros, der trotz seinen geringen Blutanteils und einigen Inszenierungs- und Drehbuchschwächen 85 Minuten gut zu unterhalten weiß. Wer allerdings mit all den oben genannten Kriterien nichts anfangen kann und sich mehr dem Mainstream und den aktuellen Tierhorrorfilmen verschrieben hat, sollte um Sergio Martinos Klassiker einen großen Bogen machen.

Die diesem Review vorliegende DVD aus dem Hause X-Rated präsentiert den Film zum ersten Mal im Original Widescreen-Format von 2.35:1. Das Bild überzeugt in erster Linie durch seine sauberen und satten Farben und seinem meist guten Kontrastverhältnis, das uns selbst in dunklen Szenen nicht im Stich lässt und noch jegliche Details offenbart. Die Kompressionen leisten eine gute Arbeit, haben aber mit etwas Blockrauschen und Kompressionsartefakten im Hintergrund zu kämpfen, was etwas zu Lasten der ansonsten sehr guten Schärfe geht und somit in einigen Szenen etwas an Detailliertheit vermissen lässt. Im Großen und Ganzen dürfen wir aber mit der Detail- und Kantenschärfe mehr als nur zufrieden sein.
Auch wenn der Film mit knapp 24 Jahren noch noch nicht zu den Ältesten seiner Gattung zählt, muss man bedenken, dass dies eine italiensiche Produktion ist, wo das Filmmaterial meist in den Kellern der Produzenten verschimmelt. So fallen bei "Der Fluss der Mörderkrokodile" auch relativ oft Defekte oder Verschmutzungen in der Vorlage auf, die sich anhand von Kratzern, Blitzern oder leichten Störstreifen zu erkennen geben. Ein Bildrauschen fällt kaum auf, dafür könnte die etwas zu geringe Bitrate und die daraus resultierenden Kompressionsschwächen bei Großbildschirmen und Beamern störend auffallen. Insgesamt weiß das Bild jedoch dem Alter entsprechend gut zu gefallen.
Der deutsche Monoton wurde hier auf die beiden Frontkanäle gelegt und kann durch seine gute Sprachverständlichkeit überzeugen. Die Dialoge erklingen jedoch teilweise etwas zu dominant und neigen zu leichten Verzerrungen, dafür fällt kein Rauschen auf. An einigen wenigen Stellen bricht für einen Bruchteil von einer Sekunde der Ton etwas zusammen, was direkt zu Beginn bei der 33. Sekunde auffällt. Ansonsten ist die deutsche Tonspur recht ordentlich und weist auch eine gute Synchronisation auf. Der englische Track kann nur leider nur übers Hauptmenü eingestellt werden und hat aus lizenzrechtlichen Gründen den Satz "Only for sale in Germany, Austria and Switzerland!" eingebrannt. Tonal weiß dieser aber zu überzeugen und bietet eine gute und natürliche Sprachverständlichkeit. Rauschen oder Verzerrungen fallen kaum auf. Im Ganzen ist der Ton zwar leiser als der deutsche Track, klingt jedoch natürlicher.
Als Bonus gibt es einmal den deutschen Original Trailer, sowie den "Italienischen Original Anfang" und den "Original Abspann". Unter dem Menüpunkt "Bonusszene" findet man eine knapp 14 sekündige Szene, in der man sieht, wie ein Mann mit einem brennenden Pfeil im Rücken an den Hotelbesitzer vorbei läuft, bevor dieser von einem Pfeil getroffen wird. Diese Szene ist nicht im Film enthalten, weist eine schlechte Qualität auf und ein anderes Bildformat als die DVD-Fassung. Woher diese Szene stammt, konnten wir leider noch nicht herausfinden, da sie zwar einen deutschen Ton aufweist, aber in keiner der uns vorliegenden Fassungen enthalten war. Es ist auf jedenfall schön diese Szene mit auf der DVD zu haben. Als besonderen Schmankerl lies X-Rated noch die "Orginal-Super8-Version" von UfA abtasten und als Bonus auf die DVD packen. Der Spaß geht ganze 37 Minuten und sollte man sich wirklich einmal anschauen.

Wie immer bei X-Rated wird uns die DVD in einer hübschen Hartbox angeboten und gibt den Auftakt zu einer "Tierhorror-Reihe", die hoffentlich bald fortgesetzt wird. Wer also auf diese tolle Mischung aus trashigem Tierhorror und Mondofilm steht, wird mit dieser DVD glücklich werden. Zumal man uns hier wirklich ein Bild präsentiert, was in puncto Farben und Schärfe kaum Wünsche offen lässt und im direkten Vergleich zu alten VHS eine Offenbarung darstellt. Wir sagen ja...ja zum Tierhorror...


Film++++--
Bild+++---
Ton++----
Bonus++----


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NewsX-Rated-Planung Dezember und Januar 2004
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