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USA 2002
Originaltitel:8 Mile
Alternativtitel:Fight Music
aka. Fight Song
aka. Untitled Detroit Project
Länge:106 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Curtis Hanson
Buch:Scott Silver
Kamera:Rodrigo Prieto
Musik:Eminem, 50 Cent, Jeff Bass, Xzibit u.a
Darsteller:Eminem, Kim Basinger, Omar Benson Miller, Eugene Byrd, Brittany Murphy, Xzibit
Vertrieb:Universal
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Die Musik von 8 Mile
  • Mehr Musik aus 8 Mile
  • DVD-ROM Features
  • Battle Rhyme for Reel Time - Exklusiv nie zuvor gezeigt "Rap Battles"
  • Making-Of
  • Musikvideo "Superman" von Eminem
  • Original Kinotrailer
  • Trailershow
    • 2 Fast 2 Furious
    • The Hulk
Detroit, 1995. The Mo. The Big D. Murder City.

Die amerikanische Automobil-Metropole trauert einstiger Größe nach. Eine schlechte Wirtschaftslage und die größten Rassenunruhen in der Geschichte Amerikas haben den Niedergang der Stadt beschleunigt. Die 8 Mile Street liegt an der Peripherie Detroits. Sie ist die Trennlinie zwischen Stadt und Vorstadt. Sie trennt schwarz und weiß. Die Kids, die in dieser Gegend aufwachsen, leben in einer harten Welt. Es gibt kaum Jobs, sie haben keine Zukunft, und die Gegenwart schaut auch recht trübe aus.
"Wir alle sind pleite und leben zuhause bei unserer Mama", sagt Jimmy Smith Jr., der MC, den sie in der Szene Rabbit nennen. Seine Freunde sagen gar nichts. Aber sie wissen, dass er Recht hat. Jimmy (Eminem), Future (Mekhi Phifer), Sol (Omar Bensan Miller), DJ Iz (De'Angelo Wilson) und Cheddar Bob (Evan Jones) bilden die Crew von 3-1-3.
Ihre Familie heißt HipHop, ihre Hoffnung auf ein besseres Leben besteht darin, dass der Vertrag mit der Plattenfirma - der große Deal, von dem alle träumen - endlich klappt. Tagsüber sind Jimmy und seine Freunde die Loser der Gesellschaft. Kleine Vorstadt-Punks, die sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlagen.
Nachts holen sie sich in den angesagten HipHop-Clubs der Stadt ihr Selbstbewusstsein zurück, in der Rhythm Kitchen, im The Shelter oder im The Hip-Hop Shop, wo die besten Rapper in "Battles" - rituellen Beschimpfungen - gegeneinander antreten. Je mehr dieser Battles du gewinnst, desto größer ist der Respekt, den du auf der Straße genießt.
Nachdem Jimmy von seiner Freundin rausgeworfen wird, zieht er mangels anderer Wohngelegenheiten wieder bei seiner Mutter (Kim Basinger) ein. Rabbit hasst das Leben im Trailerpark, er schämt sich für die ärmlichen Verhältnisse, er lässt sich mit einer süßen Kleinen ein, die von einer Fotomodellkarriere träumt, und er arbeitet wie besessen an seinen Hip-Hop Rhymes und bereitet sich auf den großen Battle vor um als Weißer in der Welt des Hip-Hops akzeptiert zu werden. Dafür muss er alles geben und würde, wenn es sein muss, auch alles aufgeben...
"If you only get one shot, one opportunity; would you Capture it - or just let it slip?"

Im Vorhinein wurde "8 Mile" schon total verurteilt und von sämtlichen Publikationen schlecht gemacht. Nun muss man sich fragen wieso das so ist? Etwa wegen schlechter schauspielerischer Leistung? Nein, bestimmt nicht, denn hier sind alle mit Leib und Seele dabei und spielen ihre Rollen sehr gut und lebensnah, was wohl daran liegt, dass die meisten sich im Grunde einfach selbst spielen. Normalerweise hätte Hollywood gleich Eminem's Werdegang verfilmen können, denn "8 Mile" zieht sehr viele Parallelen zu dessen Leben. Also in dieser Hinsicht schon einmal kein Grund zur Kritik.
Regisseur Curtis Hanson lässt hier die üblichen und gerne verwendeten Klischees von bösen, nur schimpfenden, Motherfucka schreienden und gewalttätigen Ghetto Kids weg und macht aus der einfach gestrickten Story ein mitreißendes, authentisches und spannendes Musik-Drama, was sein i-Tüpfelchen mit den Raps von Eminem enthält.
Auch bekommen wir hier einen nachdenklichen und verletzlichen Rabbit zu sehen, was Eminem exzellent verkörpert und wer seine neuen Songs kennt, weiß, dass er textlich viel reifer geworden ist. Dank Eminems Talent sich selbst zu verkörpern ohne zu übertreiben, werden die Emotionen von Rabbit gekonnt wiedergegeben und wir erleben eine Woche aus seinem "Scheiss"-Leben, was auf einer Seite voller Hoffnung auf eine Karriere und auf der anderen Angst um seine Familie und das aus ihm nichts wird ist.
Bei "8 Mile" kann man mitfühlen wenn Rabbit auf der Bühne steht und kein Wort rausbekommt, man kann sein Zorn nahezu spüren, seine ohnmächtige Wut gegen alles und jeden. Sein Hass als er seine Mutter mit einem Kerl, der gerade mal so alt ist wie er, beim Sex erwischt, den er nicht ausstehen kann und für seine Familie Gift ist. Man erlebt einen Menschen der nichts mehr zu verlieren hat, der soviel Mist erlebt hat, dass es ihm egal ist ob man ihn fast Tod schlägt, er steht wieder auf und scheißt auf alles. Man sieht sogar einen Rabbit der wie ein Berserker ausrastet als sich das Mädchen das er mag von seinem "Freund", der ihm Ruhm verspricht, im Studio knallen lässt. Für Rabbit gibt es nur ein Raus aus dem Scheiß und sein Ding alleine durchziehen, nur so kann man was erreichen und oben bleiben. Man muss erst durch die Hölle gehen, bevor man oben bestehen kann und nicht wie die ganzen dahergelaufenen Stars, die sich nach oben poppen und für ein bisschen Ruhm alles tun, sogar ihre Seele verkaufen.
"8 Mile" zeigt wie es wirklich ist, das reale Scheißleben halt. Was für die meisten Leser wohl absurd klingen mag ist aber so: Ficken oder gefickt werden, das ist die Devise in diesen Tagen. Ich will hier niemanden, der den Film als schlecht betitelt, angreifen, aber die meisten wissen gar nicht, was das für ein Leben auf der Straße ist und reden gleich von einem übertriebenen und typischen Ghettofilm, das waren dann aber auch die selben Leute die "Kids" hochgelobt haben, und dazu meinten als wäre Real Life. Ein paar Teenies, die in jedem zweiten Wort ficken benutzten. Aber sind wir mal ehrlich: so oft wie bei "Kids" das Wort ficken fällt, findet man dieses Wort auf keiner ICE-T-Platte.
"8 Mile" wurde zwar nur wegen dem Filmsong "Lose yourself" mit einem Oskar ausgezeichnet, aber das ist auch gar nicht so wichtig, viel wichtiger ist, dass "8 Mile" ein großartiger und lebensnaher Film geworden ist, der nur durch sein etwas abruptes Ende negativ auffällt. Der letzte Battle ist einfach spitze und man kann sogar schon ein wenig Mitleid mit seinem gegenüber verspüren, so rapt Eminem ihn an die Wand. Man hoffte aber, dass es noch weiter geht mit Rabbits Karriere, aber da waren die 100 Minuten auch schon rum und der Film zu Ende. Aber wenn man den Produzenten glauben darf und Eminem Lust hat wird es einen zweiten Teil geben, der das Leben von Rabbit weiterverfolgen soll.

Für einen relativ neuen Film hätte Universal wesentlich mehr aus der Vorlage herausholen können, so kränkelt das anamorphe Widescreen-Bild an seiner zwar guten, doch nicht herausragenden Schärfe. Dies bemerkt man vor allem in der Detailschärfe, die für solch eine aktuelle Produktion schon etwas zu wünschen übrig lässt. Auch die Kantenschärfe ist nicht immer auf einem hohen Level, kann aber als noch gut bezeichnet werden. Störend fallen noch gelegentliche Nachzieheffekte auf, dafür ist der Kontrast aber wirklich gut geworden, wirkt jedoch bei den Tagesszenen etwas zu grell. Regisseur Curtis Hanson spielt hier mit meist kalten Farben und auch der Kontrast ist ein Stilmittel, mit dem er den kalten, düsteren und depressiven Look der 8 Mile wiedergeben will. Die Kompressionen leisten eine gute Arbeit, nur der Rauschfaktor hätte an einigen Stellen etwas geringer ausfallen können. Daher 4 Punkte für ein gutes, aber nicht optimales Bild.
Tonal sieht das jetzt schon wieder etwas besser aus. Auch wenn der ganze Sound recht frontlastig ausgefallen ist, kann man von einem mehr als guten 5.1-Ton reden. Die Umgebungsgeräusche und der restliche Score kommen ordentlich aus den Effektlautsprechern und sorgen somit für einen gelungenen Raumklang. Mann hätte sich aber zumindest bei den Battles mehr Räumlichkeit gewünscht und auch der Bass, der nur in der Musik ordentlich was zu tun bekommt, hätte druckvoller ausfallen können. Die Dialoge sind gut zu verstehen und in der deutschen Fassung hat man die Raps im Original belassen, was soweit eine gute Idee ist, jedoch hat man es etwas übertrieben und zum Ende hin selbst normale Dialoge nicht mehr synchronisiert. Zumindest wurden die Raps allesamt untertitelt und nicht mitten ins Bild gepackt, wie damals in der Kinoversion. Dafür schauen 16:9-TV-Besitzer in die Röhre. Der deutsche DTS-Ton klingt im Ganzen nur etwas lauter. Der englische Track klingt im Dialogbereich natürlicher, unterscheidet sich aber sonst kaum von der deutschen 5.1-Variante. Leider kann man die einzelnen Sparchversionen nur im Menü anwählen und nicht direkt im Film wechseln.

Der größte Schwachpunkt der DVD ist das Zusatzmaterial, hier hat Universal wirklich einen Bock geschossen. Das knapp 10-minütige Making of ist zwar ganz nett, aber viel zu kurz. Interessant für Rap-Fans ist die knapp 24 Minuten lange Doku "Batlle Rhyme for Reel Time", in der man mehr über die Battles anhand von Interviews, Behind the Scenes-Aufnahmen etc. sieht. Außerdem gibt es noch bisher unveröffentlichte Szenen vom Freestyle Battle zu bewundern. Unter "Die Musik von 8 Mile" findet man nur eine Texttafel mit den Interpretem und den Songtiteln des Soundtracks. Der Unterpunkt "Mehr Musik aus 8 Mile" zeigt uns dann 12 Szenen aus dem Film, wo diverse Musikstücke des Soundtracks laufen. Dann gibt es noch den Originaltrailer, einen Internet-Link, den Trailer zu "2 Fast 2 Furious" und einen Trailer zu "Hulk". Last but not least gibt es noch das Eminem Musik-Video "Superman". Leider unterschlägt man uns das mit einem Oscar ausgezeichnete Musik-Video "Lose yourself", was man zumindest noch hätte mit drauf packen können. Somit bleibt ein fader Nachgeschmack was das Bonusmaterial angeht, zumindest wurden die Dokus deutsch untertitelt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Universal mit einer aktuellen Filmproduktion recht stiefmütterlich umgeht. So auch bei "8 Mile" der zwar in puncto Bild- und Tonqualität bis auf kleinere Mängel zu überzeugen weiß, aber gerade im Bereich Bonusmaterial hapert es hier gewaltig. Nun, dafür gibt es den Film mittlerweile für unter 12 Euro. Trotzdem schade, gerade für Eminem Fans hätte man hier deutlich mehr zaubern können.


Film+++++-
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++----


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