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USA 1998
Originaltitel:Vig
Alternativtitel:Money Kings
Länge:96 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Graham Theakston
Buch:Paul Hapenny
Kamera:Sarah Cawley
Musik:Colin Towns
Darsteller:Peter Falk, Freddy Prinze Jr., Timothy Hutton, Lauren Holly, Tyne Daly, Roger Robinson
Vertrieb:Planet Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch
Specials:
  • Bildergalerie (20 Bilder)
  • 2 Kurzbiografien
  • Trailer:
    • Camouflage (2:04 Min.)
    • Takedown (2:00 Min.)
    • Rangers (2:00 Min.)
    • Redemption (1:34 Min.)
Vinnie führt eine kleine Bar im Stadtteil Brooklyn, in der er unter anderem Sportwetten abschließt. Er behandelt seine Klientel stets gut und seine Einnahmen laufen recht ordentlich, wodurch er auch die finanzielle Freiheit besitzt, Schulden auf humane Weise einzutreiben oder großzügig Zinsen zu erlassen. Dies ist der Mafia aber ein Dorn im Auge, die gern mehr Schutzgeld einstreichen, besser noch den Laden übernehmen würde. Dafür schickt sie ihren Zögling Tony, einem aufmüpfigen und Kokain abhängigen Jungspunt, zu Vinnie in die Lehre, auf dass er sich mit dem Geschäft vertraut machen soll, um Vinnie in den Ruhestand zu schicken. Doch bereits nach kurzer Zeit geraten die Beiden aneinander, denn der gutmütige Geschäftsführer lässt sich ungern durch die ruppigen Methoden des respektlosen Neulings ins Handwerk pfuschen. Als Tony den bereits stark betrunkenen und arbeitslosen Stammkunden Frank mit einer Wette übers Ohr haut und zur Eintreibung der Schulden fortan dessen Frau Marybeth zu sexuellen Diensten zwingt, schreitet der bis dato friedlebende Vinnie zur Tat und nimmt das Schicksal selbst in die Hand.
"Hey Pete, wir arbeiten doch schon seit einer Ewigkeit hervorragend zusammen, bau jetzt bloß keinen Mist!" - "Nein, keine Cowboyscheiße!" (Gespräch zwischen Vinnie und Pete)

Über 70 Jahre alt ist der Mann und dreht immer noch wie ein junger Bursche. Den "Columbo"-Fan wirds freuen, Peter Falk in einer weiteren TV-Produktion zu sehen, auch wenn man diesmal auf den schnippischen, kriminalistischen Scharfsinn verzichten muss, für den Falk in seiner bekanntesten Rolle so beliebt ist. Den Charme hat er sich hier als irischer Halblegalist mit großzügigem Herzen aber bewahrt und ich möchte mal behaupten, dass sein Gesicht in "Vig" der wohl ausschlaggebendste Kaufgrund sein dürfte. Das, obwohl die Handlung ganz gut durchläuft und sich etwas anders verhält als der durchschnittliche Gangsterkrimi. Den wohlig warmen Unterton ergattert sich dieser Film recht schnell, denn man verzichtet fast gänzlich auf Gewaltorgien, verruchte Gossen oder ähnlich gearteten Unrat, mit denen sich der gemeine B-Movie schmücken würde und fortan in die filmisch eintönige Sackgasse geleitet wäre. Und auch wenn diese Geschichte hier nichts Großes verspricht, hat man doch ein paar profilierte Gesichter der TV-Landschaft (Colm Meaney als korrupter Polizist, Lauren Holly aus "Dumm & Dümmer" als verzweifelte Ehefrau, die sich zwangsprostituieren muss) verpflichtet, die versuchen einer handvoll Charaktere Leben einhauchen und den aussichtslos erscheinenden Kampf des Guten gegen das Verbrechen schildert.
Das mag man kaum glauben, wenn noch zu Beginn die heile Welt herrscht, sieht man von den Alkohol- und Wettproblemen von Frank (Timothy Hutton, das bekannte Gesicht aus "Stephen King's Stark") ab, die in etwa genau dem Bild von sozialem Elend entsprechen, welches ich mit dem Namen Brooklyn (hier wurde auch gleich gedreht) assoziiere - fragt nicht, warum! Freddy Prinze Jr.'s Auftritt als respektloser, aufmüpfiger Schickimicki-Nachwuchs-Mafiosi zieht jedoch sofort die Abneigung sämtlicher Personen, auf die er trifft, auf sich, was sich bestens auf den Zuschauer überträgt. Der Junge macht einfach alles falsch, schart die Leute, die ihm gerne eine Abreibung verpassen würden, reihenweise um sich und lebt doch hinter einem Schutzwall aus "Vitamin B-Ziehung" und Arroganz. Daran hat auch der Titelheld derb zu knappern. Der lässt sich zwar kaum etwas anmerken und kann die Folgen der dunklen Wolken, die sich über ihm verdichten, noch nicht völlig deuten, eine Ahnung beschleicht ihn aber schon, dass das alles nicht gut enden wird. Schließlich wird er entmündigt, gedemütigt, verliert durch erzwungene Taten vor seinen Kunden sein Gesicht und bemerkt verbittert, dass alte Vietnamkriegs-Kameradschaften in der jetzigen Zeit keinerlei Wert mehr haben. Dies alles wird doch mit der gewissen Dramatik dargeboten, die man als interessant bezeichnen könnte. Einziges Manko dabei wäre nur, dass alles irgendwie nach Film riecht, zwar abseits der Überheblichkeit größerer Produktion, aber auch hier wird eine Welt fix aufgebaut und genauso schnell wieder gegen Ende eingerissen, was ungenügend Zeit lässt, um den Charakteren Platz und Entwicklung einzuräumen, die man gern verfolgt hätte. Auch wenn die große Bombe um den beispielhaften Generationenkonflikt schließlich nur mit dem leisen "Peng" eines Zündblättchens verhallt und an dieser Stelle seit mindestens 10 Minuten vorhersehbar war, geht es einem doch zu Herzen, was sich hier abspielt. Zu viel verraten möchte ich nicht, aber das Ende wirkt nur wenig versöhnlich, ein wenig traurig und völlig gegensätzlich zu dem, was der Beginn versprach.

Viel darf man vom Bild nicht erwarten, der Film wurde fürs TV gedreht und das sieht man ihm in beinahe jeder Einstellung an. Aufs Thema bezogen schneidet da der triste Look mit dunklen, aber bleichen Farben noch ganz gut ab. Die Schärfe ist in vielen Szenen gerade einmal durchschnittlich, es gibt aber sowohl ein paar positive Ausnahmen wie auch negative Ausnahmen (in dunkle Szenen fällt die Schärfe stark ab), was der Hauptgrund ist, dem Bild keine 4 Punkte mehr zu geben. Im Hintergrund ist oft eine leichte Bewegung sichtbar, genauso wie man recht oft Dropouts über den Bildschirm flitzen sehen kann. Ein leichtes Blockrauschen wird auch sichtbar, Nachzieher bleiben aber weitestgehend außen vor.
Surroundeffekte sind keine vorhanden beim Dolby Digital 5.1-Ton, die hinteren Boxen bringen mal hier mal da ein leises Geräusch heraus, welches weit davon entfernt ist, räumlich zu klingen. "Vig" ist also kein Effektspektakel, mehr ein Dialogfilm, wobei diese nicht ganz sauber klingen. Zusätzlich befindet sich ein deutscher Stereoton auf DVD, den man aber gerne hätte weglassen dürfen. Dafür vermisse ich den O-Ton, die Synchro ist zwar solide, an einigen Stellen wünscht man sich aber die echten Stimmen. Bestes Negativbeispiel ist wohl der Barstammgast, den man genau so auch in Mo's Bar bei den "Simpsons" antreffen wird.
Die Bonussektion ist mit zwei äußerst kurzen Biografien von Peter Falk und Freddy Prinze Jr., einer Bildergalerie mit unveröffentlichtem Bildmaterial des Films und einer Trailershow recht bescheiden bestückt. Trotzdem besser als gar nichts.

Bei der DVD hab ich das Gefühl, dass hier mehr möglich gewesen wäre, nicht nur was den technischen Bereich betrifft, sondern auch die Extras. Trotzdem möchte ich diesen Streifen empfehlen, nicht nur wegen Falks überragender Präsenz, auch weil er als dramatischer Krimi mehr erfüllt als ich mir erwartet habe. Liegt vielleicht auch am eingängigen Musikthema.


Film++++--
Bild+++---
Ton+++---
Bonus+-----


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