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USA 2001
Originaltitel:Chick Street Fighter
Länge:88 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Ana Clavell
Buch:Jason Rainwater
Kamera:James LeGoy
Musik:Chris Anderson
Darsteller:Maisi Mayo, C.C. Heidrik, Ryan Barreras, Russell Friedenberg, Tiffany Mayes, Tracie Hendricks, Rachelle Lanning, Bobby Fine, Jeff Davis
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Trailergalerie:
    • Dahmer
    • Gacy
    • Conman in Tokio
    • Running Out Of Time
Ihren Job als Bedienung hat Maxime gerade eben erst verloren, da kommen ihr die Straßenkämpfe, die man für ein Preisgeld absolvieren kann, ganz recht. Entdeckt von der Veranstalterin Lilly, trainiert und kämpft sie fortan notgedrungen gegen andere Frauen, denn das Geld kann sie gut gebrauchen. Ebenso wie die Möglichkeit, angestauten Frust abzubauen, denn ihr Lebensgefährte Benny, der sich als Straßenmusiker verdient, verliert daheim öfters die Beherrschung.
Auf den Streifen hab ich lang gewartet! Ok, ein klein wenig ironisch war das vielleicht doch gemeint. Wenn man so will, erwartet einen hier infantiler Blödsinn getaucht in eine Geschichte, die ebenso Mitleid erregend ist wie die sämtlicher Kampfsportpossen der 80er zusammen. Darüber braucht man kaum mehr als einen Gedanken verlieren, hier kommen die Gefühle aus der geballten Faust, anders haben es "American Karate Blood Fighter Teil 68" und Konsorten auch nicht gemacht und die besitzen schon einen gewissen Unterhaltungswert. Hier aber könnte man meinen, Drehbuchautor Jason Rainwater hätte sich flüchtig mit den Klassikern bekannt gemacht, alle nötigen Klischees herausgezogen, um daraus einen Frauenfilm im Ghetto-HopHip-Style zu erschaffen. Das lose zusammengeschusterte Flickenwerk erfüllt aber kaum einen Anspruch oder Spaßfaktor, es sei denn, man findet Gefallen dran, dabei zuzusehen, wie die Püppis sich gegenseitig die Schnauze blutig hauen und mit zerberstnen Flügeln die Arena verlassen. Schauderhafte Vorstellung, so weit kommt es aber glücklicherweise nicht, denn die Kämpfe sind allesamt recht handzahm im Vergleich zu den "echten" Männerfilmen. Soll heißen, dass keinerlei Blut fließt und die Mädels ihre gesunde Gesichtsfarbe mitsamt ihrem Gebiss behalten dürfen. Dank einer vortrefflich simplen Kampfchoreografie besteht in dieser Hinsicht keinerlei Gefahr, denn Schläge sehen deutlich angetäuscht aus und mehr als die Hände werden selten genutzt. Bis auf den ersten Kampf von Ringo langweilt man sich daher beträchtlich, die charakteristischen Gegner fehlen genauso wie die richtige Action, mit einer geschickten Schnittfolge wäre da sehr viel mehr möglich gewesen.
Das sieht das US-Magazin DVD Premiers wohl anders, die "Girls Fight Tonite" im Februar 2003 zum "Besten Actionfilm des Monats" kürten und zusätzlich -jetzt kommt's!- C.C. Heidnik (die Managerin) und Maisi May (Maxime) mit den "Besten weiblichen Hauptrollen" auszeichneten (Quelle: Werbeflyer e-m-s). Jungs, jetzt mal ehrlich, das kann doch nicht euer Ernst gewesen sein! Hier läuft wirklich nichts ab, was man noch als durchschnittlich oder sogar gut bezeichnen kann, keiner der Darsteller ist mehr als nur eine eindimensionale Pappgestalt, die gekünstelt agiert. Den Kampfgeist lassen sie kläglich erkennen, die kämpferischen Fähigkeiten sind aber nicht so dolle, dafür dürfen sie im Intro und in ein paar Szenen zwischendrin vor schrillen Farben über die Leinwand tanzen. Passt zur gesamten Show, die abgezogen wird, denn jemand, der mal so richtig eine gebretzelt bekommt und daraufhin den Bodenhalt verliert, steht nicht schon im nächsten Moment wieder auf der Matte und präsentiert reumütig den Sieger. Verlierer sind rar gesät, im Ring wie im "richtigen" Leben, was völlig gegensätzlich zur eigentlichen Hintergrundgeschichte steht. Hier und da werden die Schicksale der Kämpferinnen mal angeschnitten, danach aber nie wieder aufgerollt und somit geht alles in Klischees unter. Diese werden heftig bedient, zwischendrin ein Kampf oder zwei, mal schnell noch den Chef beim Annäherungsversuch an seine Truppe gezeigt und das war es auch schon. Übergänge fehlen fast völlig (oder werden durch eine Texttafel ersetzt !!!) und ein Happy End steht beinahe unter jedem Frame, schließlich gibt's ja keine sich aufbauende Spannung oder ein Highlight, auf welches wir uns zubewegen würden. Zumindest bekommt Benny (Russell Friedenberg, wohl am ehesten bekannt aus "Legion Of The Dead") für seine schleimige Art zum Schluss eins drauf, wenn auch von der falschen Person. Zwar sind teilweise gute Ansätze zu erkennen, das Gesamtbild wirkt aber zu konstruiert, überall her abgekupfert und das noch schlecht. "Ich bin für den Quatsch langsam zu alt", fasst da jemand das Geschehen als Filmzitat zusammen. Richtig so!

Vollbild ist's, der Standard für Direct-To-Videoproduktionen, oder hat e-m-s doch noch ein wenig an den Rändern rumgeschnitten? So richtig sicher bin ich mir nicht, aber es kommt ziemlich häufig vor, dass Personen deplatziert und nur zur Hälfte im Bild stehen (besonders gut sichtbar am ersten Kampf von Ringo). Ich möchte mal keine vorschnellen Vermutungen ziehen (die Fakten fehlen mir leider), aber so richtig "original" sieht das nicht aus. In normalen Szenen mangelt es vor allem an Schärfe, die befindet sich dort unterhalb des VHS-Niveaus befindet. Schuld daran haben auch die unentwegt sichtbaren Nachzieher, die den Konturen in Bewegungen ein sehr schwammiges Aussehen verleihen. Es befinden sich aber auch noch einige wirklich schlechte Szenen im Film (beispielsweise ab Kapitelbeginn 2), bei denen ganz offensichtlich das Ausgangsmaterial digital hochgezoomt wurde. Da dies sowieso schon grobkörnig ist und sich stets im gesamten Bild mit einem Bildrauschen bemerkbar macht, könnte man beim Anblick der gezoomten Aufnahmen fast vom Hocker fallen, die den Eindruck einer billigen Videoaufnahme erwecken. Vielleicht sollen sie das aus Gründen der Authentizität auch, schön sieht's zumindest nicht aus. Die Kompression sollte leichtes Spiel mit den dunklen Settings, die selten einmal viel Farbe zeigen, und dem teils sehr matschigen Objekten haben, trotzdem werden immer wieder leichte Blockbildungen sichtbar, die in den eingeschobenen Tanzeinlagen mit weiterer Artefaktbildung an Rändern deutlich hervortritt. Die beste Qualität bietet da noch der Vorspann, der zudem als Breitbild vorliegt.
Neben einem deutschen Dolby Digital 2.0-Track wird auch das englische Original in gleicher Ausstattung angeboten. Mangels Untertitel und wegen einer sehr dumpfen, leisen Sprache fällt die Verständlichkeit bei Letzterem wirklich mies aus. Die deutsche Variante hat auch beim Musikscore die Nase vorn, besitzt einen besseren Klang im oberen Frequenzbereich, wodurch hier der Gesamtdruck wesentlich positiver ausfällt.

Es gibt jede Menge Martial Arts-/Action-/Prügelstreifen, warum sollte man sich unbedingt "Chick Street Fighter", so der extrem bescheuerte Originaltitel, anschauen? Weil man den "Chicks" dabei unentwegt auf den Arsch starren kann und der Cast jung & schön ist? Also bitte! Mein Rat: Wer es sich unbedingt antun will, darf sich den Film mal leihen und reinschnuppern oder gleich zu "Set It Off" greifen, hier geht es nämlich auch um starke Frauen. Vorher würde ich mir aber noch überlegen, was man in 90 Minuten seines Lebens noch alles so anstellen kann - mal wieder die Schwiegermutter besuchen, die längst fällige Zahnwurzelbehandlung durchziehen oder die Bude mal komplett durchputzen, es gibt doch so viele Alternativen. Abschließende Kurzinfo für Kaufwütige: Das Bild der ist eine mittlere Enttäuschung, der Ton ganz ordentlich, falls man nicht auf Englisch umschaltet und Extras bis auf ein paar Trailer nicht vorhanden.


Film+-----
Bild++----
Ton+++---
Bonus------


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