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USA 2003
Originaltitel:Crawl Space, The
Länge:84:46 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Clive Saunders
Buch:David Birke, Clive Saunders
Kamera:Kristian Bernier
Musik:Mark Fontana, Erik Godal, Kevin Kiner
Darsteller:Charlie Weber, Joleen Lutz, Allison Lange, Jeremy Lelliott, Matt Farnsworth, Adam Baldwin, Mark Holton, Joseph Sikora
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Original Trailer (deutsch/englisch)
  • John Wayne Gacy Biografie
  • John Wayne Gacy Bildergalerie
  • Filmografien
  • Bilder vom Set
Der Bauunternehmer John Wayne Gacy war in seiner Nachbarschaft sehr beliebt. Auf Kindergeburtstagen trat er als lustiger "Pogo der Clown" auf, aber niemand kannte sein zweites Gesicht. Gacy vergewaltigte, folterte und tötete 33 Jugendliche in seinem Haus in einem Vorort von Chicago. Er verscharrte die Leichen in einem Zwischenboden im Haus oder warf sie in einen nahe gelegenen Fluss. Trotz starkem Verwesungsgeruch und Ungeziefervorkommen im Haus schienen sich weder seine Frau, noch die Nachbarschaft Gedanken zu machen. Doch Gacy wurde unvorsichtig und alles nahm seinen Lauf. Bei einer Hausdurchsuchung kam das unvorstellbare Grauen zum Vorschein...
John Wayne Gacy, der im Umfeld seines tyrannischen Vaters John Gacy, Sen. aufwuchs, begann schon während seiner Jugendzeit diverse sonderbare Verhaltensweisen und mysteriöse Krankheitssyndrome zu entwickeln. Nach seinem Abschluss vom College verdiente er sich anfangs seinen Lebensunterhalt als Schuhverkäufer. Durch seine Heirat mit seiner ersten Liebe bekam er schließlich einen Job als Manager eines "Fried Chicken"-Restaurants und erfreute sich eines ungewöhnlich hohen Beliebtheitsgrades, bis er im Mai 1968 zum ersten Mal wegen sexueller Belästigung eines minderjährigen Jungen in Haft genommen wurde. Aus diesem Grund sollte dann auch seine Ehe in die Brüche gehen.
Vom Gericht zu zehn Jahren Haft verurteilt, erwies sich Gacy als ausgesprochener "Musterhäftling" und wurde schon nach 18 Monaten aus dem Gefängnis entlassen, wonach es ihn zurück an den Ort zog, an dem er seine Kindheit verbracht: Good Old Chicago. Hier konnte er als Bauunternehmer Fuß fassen und verheiratete sich recht schnell zum zweiten Mal. In der Nachbarschaft war er vor allem durch seine üppigen Grillparties ein Begriff. Einerseits engagierte er sich in der Politik, andererseits trat er auf Kindergeburtstagen und Familienfeiern als Pogo der Clown auf. Neben diesem aufrichtigen, geachteten und geliebten John Gacy existierte jedoch auch noch eine andere, dunkle Seite: Bereits im Februar '71 wurde er erneut beschuldigt, einen jungen Mann sexuell belästigt und vergewaltigt zu haben. Seinem Opfer, einem stadtbekannten Homosexuellen, gelang es jedoch nicht, Gacys Taten zu beweisen, und so wurde die Anklage wieder fallen gelassen. Nach eigener Schätzung ereignete sich der erste Mord ein paar Monate später, im Januar 1972. Das Opfer wird zwar für immer unidentifiziert bleiben, sein qualvoller Tod durch Strangulation jedoch war typisch für Gacys Vorgehensweise. Manchmal durchstreifte er nachts mit seinem Auto abgelegene Viertel Chicagos auf der Suche nach jungen Männern, vor denen er sich dann als Polizist ausgab und sie bat, mit aufs "Revier" zu kommen. Ergriffen die Jugendlichen nicht die Flucht, sollte das der definitiv letzte Fehler ihres Lebens gewesen sein! Eine andere Methode um ahnungslose Opfer in sein Haus zu locken war, sie unter dem Vorwand eines Drinks oder einer Partie Billard zu sich nach Hause einzuladen. Dort angekommen zeigte John ihnen schließlich seinen "berühmten" Handschellentrick, mit dem er die Jugendlichen dazu brachte, sich mit eben diesen Handschellen selbst zu fesseln. Nachdem die Totgeweihten sich nun verständlicherweise nur noch äußerst schlecht wehren konnten, war es Zeit für Gacys finalen Seiltrick. Die leblosen Körper, die von Gacy oft noch sexuell missbraucht wurden, verscharrte er anschließend im Keller des Hauses. Von seiner Frau auf den Verwesungsgeruch, der aus dem Keller kam, angesprochen, antwortete Gacy stets, dass dies einfach nur Probleme mit dem Abwasser seien.

Als 1976 auch diese Ehe auseinander ging, konnte er sich endlich ausgiebig seinen mörderischen Aktivitäten widmen: Allein im Zeitraum vom 6. April 1976 bis zum 13. Juni 1976 mussten 5 Menschen ihr Leben in Gacys Haus lassen, am 25.Oktober des selben Jahres tötete er sogar zwei Männer auf ein Mal, wobei er ihre Körper in einem einzigen Grab begrub. Das Alter seiner Opfer reichte von 9 bis 20 Jahren, jedoch waren auch einige unter ihnen, die das seltene Glück besaßen, Gacy entkommen zu können. Als am 12. Dezember 1978 ein 15 Jahre alter Junge namens Robert Piest von seinem Arbeitsplatz verschwand, kam die Polizei endlich auf Gacys Spur. Nach stundenlangen Verhören und etlichen Hausdurchsuchungen machten Polizeibeamte einen Fund, der die schlimmsten Befürchtungen der Ermittler noch bei Weitem übertraf: Insgesamt 28 größtenteils schon völlig verweste Leichen konnten geborgen werden. Fünf weitere Körper wurden außerdem in Gewässern rund um Chicago gefunden, so dass sich der Body Count von John Wayne auf insgesamt 33 junge Männer beläuft, von denen neun aufgrund der starken Verwesung wohl für immer unidentifiziert bleiben werden. Gacy wurde in 21 Fällen zu lebenslanger Haft und in 12 Fällen zum Tode verurteilt. Am 10. Mai 1994 wurde er in Joliet (Illinois/USA) mit einer Giftinjektion hingerichtet.

Das Problem der Verfilmung von John Wayne Gacys Leben sieht man schon am etwas verwirrenden Anfang. Hier sieht man Gacy als Kind mit seinem Vater, gespielt von Adam Baldwin ("Deadbolt", Interner Link"ID4", Interner Link"Predator 2" (total fehl gecastet). Es ist ein herrlicher Abend und beide sitzen nach dem Angeln am Lagerfeuer, ein richtiges Vater-und-Sohn-Beisammensein eben. Bis Johns Vater plötzlich ausrastet und den Jungen schlägt, der sich versucht zu wehren, aber unter dem Hohn des Vaters heulend zusammenbricht.
Gerade in dem Moment, wo es spannend wird, blendet der Film aus und man erfährt in einer Handvoll Texten, dass John Waynes Gacy wegen sexueller Belästigung ins Gefängnis kam. Dies war schon der erste große Fehler, den der Regisseur begangen hat. Dem Zuschauer wird die halbe Lebensgeschichte Gacys vorenthalten und lässt die Leute im Dunkeln tappen, die sich mit dem Thema vorher noch nicht auseinander gesetzt haben. Man bekommt sofort einen alten Gacy geboten, der bereits seine zweite Frau und mindestens schon über 20 Leichen im Keller hat. Sofort sieht man, dass hier die magische 90 Minutengrenze im Film nicht überschritten werden durfte und man daher nur das "Nötigste" zeigen wollte. Was bleibt sind 80 Minuten der letzen Monate aus Gacys Leben und wie er sich nach und nach immer mehr Teenager (wenn die wirklich so wie im Film gezeigt waren, dann müssen sie sehr dumm gewesen sein) schnappt und in tötet, sowie versucht den Totengeruch aus dem Krichboden zu beseitigen.
Zwar schafft es Mark Holton (Interner Link"Leprechaun", Interner Link"Teen Wolf", "Kleine Giganten") dank seiner sehr gute Performance, den Film nie langweilig werden zu lassen, jedoch ist die Inszenierung einfach zu routiniert und simpel, als das man sagen könnte, dass die Geschichte in der kurzen Form wirklich fesselt.
Wirklich unglaubwürdig und geradezu haarsträubend ist die Szene als Gacys Frau in seiner Garage plötzlich in einer Schublade Männer-Magazine, einen schwarzen Riesendildo und Handschellen findet. Sie nimmt nur die Handschellen heraus und schaut ganz entsetzt, bevor sie wegen der "Handschellen" ihren Mann zur Rede stellen will. Naja, hier musste ich schon schmunzeln, vor allem, wenn man bedenkt, dass dies wirklich passiert sein soll. Also, wenn meine Frau Handschellen in der Schublade finden würde, wäre sie wahrscheinlich gar nicht mal so abgeneigt, mich bei der nächsten "Traumschiff"-Folge vor den Fernseher zu fesseln, aber bei einem Dildo würde sie bestimmt etwas anders reagieren und zumindest die Tatsachen mal auf den Tisch stellen. Entschuldigt bitte für diesen eventuell sogar etwas deplatzierten Humor, aber der Film hat so viel Momente, wo man denkt: "Wenn das jetzt wirklich alles den Tatsachen entspricht, dann tut mir die Menscheit nur noch leid..." Mich hatte die Tage einmal jemand gefragt, wie dend der Goregehalt in "Gacy" ist und da muss ich einfach mal zum Schutze des Filmes sagen, dass mir der Blutgehalt in einem Film bei weiten nicht so wichtig ist wie eine vernünftige Inszenierung. Regisseur Clive Saunders tut gut daran, die Morde und Vergewaltigungen oftmals nur anzudeuten, denn schlimmer als alles gezeigte ist die Phantasie des Menschen. Außerdem kann jeder sich wohl denken, was er mit den Jungen machte. Mir wäre es lieber gewesen, man wäre mehr auf die Psyche Gacys eingegangen, aber so etwas schafft man nicht in knapp 80 Minuten Laufzeit. In den letzten 10 Minuten, als Gacy seinen neuen Mitbewohner Entfesslungstricks zeigt und ihm Handschellen anlegt um ihn dann zu strangulieren, kommt wirklich Spannung auf. Diese Szene wurde sehr exzessiv inszeniert und ist dank einer tollen Kamerafahrt und den Einstellungen aus der Sicht des Opfers als Highlight im Film zusehen. Hier fiebert man das erste Mal mit und hofft, dass der "Junge" aus den Fängen des Perversen entkommt. Leider ist danach auch schon Schluss und es wird per Texttafel wieder einmal erläutert wie es mit Gacy weiter ging.

Ich muss wirklich sagen, dass ich enttäuscht bin von dem, was uns hier gezeigt wird. Aus der Story hätte man viel mehr machen können, aber man merkt, dass hier auch nur auf den schnellen Dollar gezielt wurde und so lange das Genre noch so Gewinn bringend ist, sollte man es so schnell wie möglich ausbeuten. "Gacy" ist nichts anderes als eine Verfilmung realer Tatsachen, die man als Drama jede Woche auf RTL im Abendprogramm geboten bekommt. Kaum verstörend und wirklich informativ. Wer mehr über John Wayne Gacy erfahren will, sollte sich eine Biografie von ihm durchlesen, diese ist in 5 Minuten fertig und noch dazu viel aufschlussreicher.

"Gacy" erscheint wie auch schon die anderen Filme über Serienkiller von e-m-s. Die Bildqualität erweist sich als recht ordentlich. Die Schärfe ist meist gut, ebenso der Kontrast, der auch noch in dunkeln Szene alles offenbart. Das Bild weist zwar leichtes Rauschen im Hintergrund auf, welche aber nur an weißen Flächen deutlicher auffällt. Die Kompressionen sind gut und Blockrauschen oder Bilddefekte fallen nur sehr selten auf. Hier kann man mit dem Bild trotz kleiner Mängel im Bereich Bewegungsschärfe wirklich zufrieden sein, zumal es hier auch im anamorphen Originalformat vorliegt.
Beim Sound darf man zwar kein Effektgewitter erwarten jedoch wirkt der deutsche 5.1-Ton recht natürlich und weist eine gute Sprachverständlichkeit auf. Der Effektbereich wurde etwas zu dezent eingesetzt und die Umgebungsgeräusche und Musikstücke hätten ruhig etwas lauter sein dürfen. Auch fehlt es dem Ton deutlich an Druck und Dynamik. Als Bonus gibt es dann noch die deutsche Dolby Surround-Spur, die im Ganzen etwas dumpfer klingt und die englische Surround-Spur die sich kaum von der deutschen unterscheidet. Untertitel gibt es nicht und als Extras bekommen wir noch eine Trailershow, den deutschen und englischen Trailer von "Gacy", eine John Wayne Gacy Bildergalerie und Biografie als Textafel, 3 Darstellerfilmografien und einige Bilder vom Set. Nicht gerade viel, aber die Biografie ist doch schon recht interessant.

"Gacy" bietet kurzweilige Unterhaltung, kann jedoch kaum wirklich überzeugen, dafür wirkt er viel zu stark zusammen geschustert. Die DVD ist von der Bildqualität her recht gut geworden, nur im Bereich Ton und Extras hätte man mehr erwarten können.
(Quellen: diverse Gacy-Bios)


Film+++---
Bild++++--
Ton+++---
Bonus++----


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News"Die Serial Killer Box" im April von e-m-s
IMDb.com OFDb.de



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