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USA 2002
Originaltitel:Lost Voyage
Länge:91:16 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Christian McIntire
Buch:Patrick Phillips, Christian McIntire
Kamera:Todd Barron
Musik:Richard McHugh
SFX:Steven Kaplan
Darsteller:Judd Nelson, Janet Gunn, Jeff Kober, Mark Sheppard, Richard Gunn, Scarlett Chorvat, Lance Henriksen, Robert Pine, Wendy Robie, Ray Laska, Bill Livingston, Ron Otis, Donna Magnani, Mason Lucero, Jackie Benoit, Deborah Berry, Josh Cruz, Que Kelly, Christabel Montgomery, Taylor Olandt
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:19.02.2004 (Kauf)
Specials:
  • Bio - und Filmografien:
    • Judd Nelson
    • Lance Henriksen
  • Trailer deutsch (1:30 Min.)
  • Trailer englisch (1:30 Min.)
  • Trailershow:
    • The Legend of Ginko (2:02 Min.)
    • Dial: Help (1:24 Min.)
    • Dark Asylum (1:34 Min.)
    • Epoch (1:24 Min.)
    • New Alcatraz (1:14 Min.)
    • Arachnid (2:22 Min.)
Das Bermuda Dreieck verliert seinen mysteriösen Zauber nicht: Vor 25 Jahren verschwand der Luxusliner SS Corona spurlos im Bermuda-Dreieck. Nun ist er wieder auf den Radar der Küstenwache aufgetaucht. Ein siebenköpfiges Forschungsteam geht an Bord: Es sieht aus wie an dem Tag seines Verschwindens. - Doch es gibt keine Spur von den Passagieren und der Besatzung... Aber, wo auch immer das Schiff die vergangenen Jahrzehnte war, es hat etwas unendlich Böses mitgebracht...
Nun, wenn man sich einmal die Inhaltsangabe genau durchliest, wird man das Gefühl nicht los, sich auf einen waschechten Interner Link"Ghost Ship"-Rip-Off einzulassen. Damit liegt man auch gar nicht mal so falsch, allerdings bekommen wir hier einige wirklich schöne Ansätze geboten und atmosphärisch hat der Film auch einiges zu bieten. Mit Judd Nelson (Interner Link"Cabin by the Lake", Interner Link"Airheads") und Lance Henriksen (Interner Link"Aliens", Interner Link"Alien vs. Predator", Interner Link"Hellraiser:Hellworld") hat man zwei erfahrende Darsteller gecastet und gerade bei Henriksen ist es erfreulich, ihn einmal wieder in gewohnter Form zu sehen, auch wenn man merkt, dass die Jahre nicht spurlos an ihm vorübergezogen sind und er nicht mehr die Ausstrahlung hat, wie damals in Interner Link"Harte Ziele" oder "Stone Cold".


Judd Nelson spielt den Wissenschaftler Aaron Roberts, dessen Vater und Stiefmutter vor 25 Jahren auf der verschollenen Corona waren und nie zurückkehrten. Dies war auch der Grund, weshalb er sich mit einer quotengeilen Reporterin, einem alkoholkranken Kameramann, einer karrieregeilen Prakikantin und einer Bergungscrew auf den Weg macht, das wieder aufgetauchte Schiff zu erforschen. Nach 25 Jahren sollte man natürlich meinen, dass ein Schiff entsprechend verkommen aussieht, aber hier ist sogar das Obst noch frisch und das Schiff noch funktionstüchtig. Es dauert nicht lange, bis jeder merkt, dass hier etwas Sonderbares vor sich geht und Regisseur Christian McIntire schafft es trotz einem geringen Budget bei dieser TV-Produktion eine teilweise wirklich düstere Atmosphäre zu erzeugen und sorgt für die eine oder andere Gänsehaut. Wenn die Darsteller plötzlich in einem Kinderzimmer stehen, in welchem ein Holzpferd von allein anfängt zu wippen und die Wände voll mit düsteren Kinderzeichnungen bemalt sind, kann der Film Gänsehaut technisch voll überzeugen und als dann auch noch offenbahrt wird, was in dem Raum wirklich gefilmt wurde, dürften vor allem weibliche Zuschauer ihre Finger schon tief in das Fleisch ihres Nebenan gekrallt haben. Aber anders soll es ja auch nicht sein, denn das ist es, was einen Gruselfilm ausmacht: Gänsehaut, Fingernägelkauen und Unwohlsein. Leider schafft man es nicht auf diesem Level zu bleiben und obwohl man hier löblicherwiese auf blutige Effekte verzichtet, um mehr auf Spannung zu bauen, bleibt zum Schluss nur ein fader Nachgeschmack übrig.


Dies liegt daran, dass man versucht die Charaktere interessanter zu Gestalten, indem man sie auf dem Schiff mit Visionen plagt, die ihre schlimmsten Ängste widerspiegeln. Nette Idee, jedoch wird dies nicht kontinuierlich fortgesetzt und sauber ausgearbeitet. Die Protagonisten bleiben meist eindimensional und selbst Judd Nelsons Rolle wurde nicht ausgebaut, sondern findet seinen Höhepunkt in der Kabine seines Vaters, wo er lediglich mit seinem damaligen Geschenk konfrontiert wird.
Anstelle dramaturgisch in die Tiefe zu gehen um die Story vielschichtiger zu gestalten, lässt man die Vater-Sohn-Geschichte fast komplett unter den Tisch fallen. Auch das Thema Bermudadreieck wird hier leider nicht weiter vertieft, was ich persöhnlich sehr bedauerer, denn aus der Grundstory hätte man richtig was raus holen können.
So bleibt von "Lost Voyage" nur ein durchschnittlicher Gruselfilm mit einem stark unbefriedigten Ende übrig. Was daran liegt, dass es erst einmal kein richtigen Showdown gibt und man zum Schluss immer noch nicht viel schlauer ist, was denn nun der wirkliche Grund für das Verschwinden des Schiffes war. Die Ansammlung von wild umher fliegenden Geistern sah vor Jahren bei Interner Link"Jäger des verlorenen Schatzes" schon besser aus und erinnert hier an eine Mischung aus "Casper" trifft "Ghost Ship". Die Geister (allesamt CGIs) wirken billig und hauen einen aus dem wohligen Gruselfeeling heraus, der zu Beginn des Films vorherrscht. Man merkt deutlich, dass den Machern kein vernünftiges Ende eingefallen ist und man dabei einen logischen Fehler nach dem anderen begeht. Dies fängt schon bei dem Geist der Praktikantin an, die hier plötzlich wie die Anführerin aller Geister dargestellt wird, oder auch die Tatsache, dass die Geister alles und jeden verfolgen, nur dem Hubschrauberpilot lassen sie unversehrt, damit er auch ja die Maschine noch fliegen kann. Schade, den genug Potential ist vorhanden, aber mangels einem ordentlichen Drehbuch ist "Lost Voyage" nicht anderes als TV-Massenware mit einem gehobenen Gruselfaktor.


"Lost Voyage" bietet für eine TV-Produktion ein wirklich angenehmes Bild. Für die meist im Dunkeln spielenden Szenen wird ein guter Kontrast vorausgesetzt, den wir hier auch durchweg geboten bekommen. In den unzähligen Nachtszenen lassen sich die Details immer noch gut erkennen und die kalte Farbgebung sorgt für die passende Atmosphäre im Film. Lediglich die Schärfe kann nicht immer überzeugen, was am relativ hohem Rauschfaktor liegt, der durchgehen präsent ist und gerade in hellen Szenen störend auffällt. Dies hat zur Folge, dass in der Totalen Einstellungen oftmals zu verwaschen wirken und etwas an Detailliertheit vermissen lassen. In Nahaufnahmen sieht das Ganze schon wieder besser aus, ist aber nie wirklich perfekt, dafür sind die Kompressionen gelungen und fallen kaum negativ auf und Defekte und Verschmutzungen sind in der Vorlage auch nicht zu finden. Man sollte sich allerdings nicht vom Anfang abschrecken lassen, der in der Vergangenheit spielt und einen sehr steilen Kontrast auffährt um das Gefühl einer Erinnerung aufkommen zu lassen.
Dem Dolby Digital-Ton fehlt es hier deutlich an Druck. Meist sehr frontlastig wirkend kommen die Effektlautsprecher nur für die Umgebungsgeräusche zum Einsatz und das nicht gerade zurückhaltend. Jedoch ist der Score frontal viel zu dominant und lässt daher keinen richtigen Raumklang aufkommen. Im Ganzen fehlt es der deutschen Dolby Digital-Spur an Dynamik und einem kräftigen Bass. Die Sprachverständlichkeit ist jedoch sehr gut, wirkt aber im englischen Original natürlicher. Hier fällt jedoch auf, dass der ganze Ton deutlich dumpfer daher kommt als der deutsche Track. Auch der Bass ist viel zurückhaltender als in der deutschen Variante. Somit haben beide Tonspuren ihre Vor- und Nachteile, wobei diesmal die deutsche Spur auf jedenfall die Nase vorn hat. Eine Untertitlung der englischen Originalversion fand nicht statt.
Auf dem Cover wird mit einem Making of Featurette geworben, welches auf der DVD leider nicht zu finden ist. Stattdessen gibt es lediglich eine e-m-s-Trailershow, den Original Trailer in Deutsch und Englisch und eine Bio- und Filmografie von Judd Nelson und Lance Henriksen.


Für eine TV-Produktion ganz nett und bietet gute Unterhaltung für zwischendurch. Technisch wäre sicherlich mehr drin gewesen. Einmal Ausleihen dürfte den meisten wohl reichen.


Film+++---
Bild+++---
Ton+++---
Bonus+-----


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