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CAN 2002
Originaltitel:Collectionneur, Le
Länge:110 Minuten (an Dialogen gekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Jean Beaudin
Buch:Jean Beaudin, Chrystine Brouillet, Chantal Cadieux
Kamera:Daniel Jobin
Musik:Michel Cusson
Darsteller:Maude Guérin, Luc Picard, Lawrence Arcouette, Charles-André Bourassa, Yves Jacques, Julie Ménard, Yvan Ponton, Christian Bégin, Alexis Martin, François Papineau, Jean-Guy Bouchard, Yves Corbeil, Isabelle Miquelon, Marie-Josée Tremblay
Vertrieb:Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Französisch
Specials:
- Deleted Scenes
- Artwork-Show
- Biografien
- Filmografien
- Originaltrailer
- Trailershow
Eine Mordserie an jungen, athletisch durchtrainierten Frauen löst in der Stadt Panik aus. Bei allen Opfern wurden Teile des Körpers mit chirurgischer Präzision entfernt. Die erfahrene Kommissarin Maud Graham wird auf den Fall angesetzt. Ihre Untersuchungen führen sie in die düstere Welt eines psychopathischen und sehr intelligenten Serienkillers. Sie studiert jede Bewegung des "Sammlers" genau, um schließlich auf einer Pressekonferenz seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und ihn bis aufs Äußerste zu provozieren. Der Killer nimmt die Herausforderung an. Nach und nach kreist er Maud ein, hinterlässt kleine Botschaften und Spuren in ihrer Umgebung. Als die Polizistin erkennt, dass der Psychopath auch die Menschen, die ihr etwas bedeuten, als Figuren in dem tödlichen Spiel benutzt, ist es für einen Rückzug viel zu spät...
"Er sammelt Leichenteile wie andere Briefmarken..."

Mit diesem reißerischen Titel und einem ebenso gutem wie vielversprechenden Coverdesign wird einem der Film, ein kanadischer Thriller, schmackhaft gemacht, der angeblich im Jahre 2003 für den Genie-Award (was soll das sein?) nominiert wurde. Aber zwischen Genie und Wahnsinn existiert ja bekanntlich nur eine schmale Brücke und "The Collector" liegt filmisch irgendwo zwischen Nudeln mit Spinatsoße und einem Pfirsich-Maracuja-Quark (das war mein Mittagessen als ich den Film sah, mmh lecka...).
Ermüdet vom vielen Essen war ich skeptisch, ob es an meinem voll gestopften Zustand lag, weshalb mir der Film nicht zusagte oder ob ich einfach das Genie hinter dem Werk nicht verstanden habe. Aber selbst meine Frau, die beim Thema Serienkiller-Filme immer einen Rappel bekommt, zeigte sich wenig begeistert von dem Versuch, einen perfekten Psychothriller zu erschaffen. Das fängt schon bei dem viel zu langen Prolog an, der den Film zu Beginn schon zu einem Gedultsmarathon werden lässt. Hier sieht man einen kleinen Jungen, dessen Mutter am liebsten Arnold Schwarzenegger Konkurrenz machen würde und einen Vater, der sich lieber dem Ausnehmen seiner Fische widmet als dem Jungen Beachtung zu schenken. Irgendwie doch eine ganz normale Familie, dens ohne Zweifel kümmern sich die Eltern heutzutage sowieso nicht viel um ihre Kinder, hauptsache sie sind still und stören nicht. Also alles im grünen Bereich, wenn die Mutter den Jungen nicht immer und immer wieder sagen würde, dass er ein Nichts gegen ihren stähleren Körper ist und brav ihre Fotos schießen soll. Auch anfassen soll der Junge die Mutter, aber nur an den Muskeln, damit er sieht, wie ein Körper sein soll. Als der Kleine, der stehts als Cowboy verkleidet auftritt, etwas weiter unten anfassen will, rastet Arnoldine etwas aus, denn sowas schickt sich natürlich nicht. Man merkt zwar deutlich, dass der Junge eine stark gestörte Persöhnlichkeit entwickelt, jedoch wird kein richtiger Grund gezeigt für die Taten, die er als Erwachsener vollbringt. Auch die blutige Bekanntschaft mit einem Hund ist zwar eine recht harte Szene, jedoch etwas weit an den Haaren herbeigezogen. Aber ist der Anfang erst ruiniert ...

Der Rest des Film gibt sich auch nicht viel interessanter, als man vielleicht erhofft hätte. Eine ruhige, teilweise viel zu langatmige Inszenierung ohne wirkliche Höhepunkte. Die Morde werden nie gezeigt oder gar angedeutet, sondern man bekommt nur das Resultat gezeigt, was in puncto Effekten wirklich beeindruckend geworden ist. Hut ab. Jedoch täuscht dies nicht davor, dass man hier versucht hat einen komplexen Thriller zu inszenieren und es gerade mal auf erträgliches TV-Niveau geschafft hat. Keine neuen Einfälle und ein zu großer Drang einer erzwungenen Nebenhandlung. Im Falle "The Collector" ist es der Kinderstrich, der hier als ganz normal angesehn wird. Hier nimmt die Hauptdarstellerin einen 16jährigen Stricher immer wieder bei sich auf um dafür zu sorgen, dass er eine warmen Platz zum Schlafen hat, lässt es aber zu, dass er Tag für Tag zu irgendwelchen Kerlen ins Auto geht. Auch als sie einen der Freier gegenüber steht, passiert nichts weiter als eine kurze Andeutung auf das Alter des Jungen.
Die Spielhalle wirkt wie ein Selbstbedienungsladen für Pädophile und es scheint in der Stadt Quebec niemanden wirklich zu stören, was hier mit den Kindern passiert. Wenn das vom Regisseur Absicht war, ein brisantes Thema soviel Spielraum zu lassen und dabei nur Oberflächlichkeiten rauskommen, muss man sich wirklich Gedanken machen, ob es sich hierbei nicht um ein Spiegelbild der Stadt handelt. Wenn dem so wäre, weiß ich wo ich keinen Urlaub mehr machen würde. Nun ja, alles recht unwahrscheinlich, daher hätte man lieber komplett darauf verzichten können, anstelle eine filmische Peinlichkeit aufs Publikum loszulassen. Zumindest dürften Bewohner von Quebec in Kanada beim Schauen des Film nicht gerade erbaut darüber gewesen sein, wie ihre Stadt gezeigt wird.

Dem eigentlichen Mörder wird kaum Beachtung geschenkt und wenn dann auf einer recht banalen Ebene, ohne auch nur eine Sekunde Spannung aufzubauen. Als der Killer dann auch noch eine Polizistin in einer Kneipe Abfüllt und vergewaltigt, fragt man sich schon, was das für ein Ort ist, an welchem Pädophile einen Freifahrtsschein haben und die Polizei zu blöd ist, einen Serienkiller zu fassen ohne dabei selbst zum Opfer werden.
Nach langem Hin und Her darf man dann einmal ganz kurz seine kleine Sammlung sehen, womit er die für ihn perfekte Familie erschaffen möchte und für einen Bruchteil einer Sekunde gibt es hier auch soetwas wie einen spannenden Moment, bevor der Film dann auch schon wieder zu Ende ist und nichts anderes zurücklässt, als einen 08/15-Thriller für die Leute, die nicht mehr wissen, was sie sonst gucken sollen.

Das anamorphe Bild ist viel zu unscharf und zieht bei schnellen Schwenks nach. Der Kontrast kann ebenfalls nur bedingt überzeugen und Details gehen in dunklen Szenen unter. Die Farbsättigung ist ok, weist jedoch einen starken Rotstich auf und wirkt teilweise verwaschen. Die Kompressionen fallen kaum negativ auf und Defekte oder Verschmutzungen halten sich in Grenzen. Lediglich ein ständig sichtbares Bildrauschen trübt die ohnehin schon mittelmäßige Bildqualität noch einmal um einiges. Daher vergeben wir nur 2 Punkte. Ein schärferes und nicht so verwaschenes Bild und man hätte mehr Spaß gehabt.

Die DVD ist beim Ton schon etwas besser, aber immer noch nicht gut genug mehr als 3 Punkte zu vergeben. Die Dialoge sind zwar gut zu verstehen, wenn auch etwas verzerrt, dafür lässt der 5.1 oder der kein Deut bessere DTS Track kaum wirklichen Raumklang aufkommen. Der Bass hätte etwas kräftiger sein dürfen und bei der Abmischung hätte man mehr drauf achten sollen, dass der Frontbereich nicht so dominant ist. Das Thema der 5 Tonspuren hatten wir schon des Öfteren und wie immer hätte eine reine Dolby Digital 5.1-Spur gereicht. Der französische Ton klingt viel natürlicher und nicht so frontlastig wie die deutsche Version und wurde sogar optional deutsch untertitelt.
Kommen wir nun zum komplizierten Teil der DVD: dem Bonusmaterial. Die Leih-DVD war noch mit keiner Jugendfreigabe versehen, was an dem Trailer auf der DVD liegt. Für die Verkaufs-DVD wurde dieser Trailer gekürzt um eine Freigabe ab 16 zu erhalten. Neben einer Sunfilm-Trailershow, einer Artwork-Galerie und einigen Bio- und Filmografien ist das Interessanteste an den Extras wohl die knapp 15 Minuten Deleted Scenes, die es wahlweise in deutscher Synchronisation oder im französischen Original gibt. Komisch möchte man meinen, dies liegt aber daran, dass diese Handlungsszenen eigentlich in den Film hinein gehören und auf der französischen DVD auch im Film zu finden sind. Zwar bremsen diese Szenen das ohnehin schon lahme Tempo des Filmes noch weiter ab, jedoch gehören sie in den Film und es ist uns ein Rätsel, weshalb man sie im fertigen Film einfach herausschneidet.
Zwar ist dies ärgerlich, jedoch drücken wir in Anbetracht des Filmes und der Tatsache, dass uns die Szenen nicht ganz vorenthalten werden noch mal ein Auge zu. Doch wie heißt es so schön: Cut ist cut.

Wer bei "The Collector" hier einen derben Serienkiller-Film erwartet, der wird schnell enttäuscht werden. Kaum Härte und viel zu wenig neue Einfälle lassen den Film in der Mittelmäßigkeit verschwinden. Auch die DVD-Umsetzung ist auf technischer Ebene nur durchschnittlich.


Film++----
Bild++----
Ton+++---
Bonus++----


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