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HK 2000
Originaltitel:Kuet chin chi gam ji din
Alternativtitel:aka. Duel, The
aka. Jue zhan zi jin zhi dian
aka. Jue zhan zi jing cheng zhi dian
Länge:100:44 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Andrew Lau, Siu-Tung Ching
Buch:Jing Wong, Manfred Wong
Kamera:Andrew Lau
Musik:Kwong Wing Chan
SFX:Computer Design, Menford Electronic Art
Darsteller:Andy Lau, Ekin Cheng, Nick Cheung Ka-Fai, Vicki Zhao Wei, Kristy Yang Gong Ru, Patrick Tam Yiu Man, Elvis Tsui, Wong Yat Fei, Norman Chu Siu-Keung, Jerry Lamb, Lau Wai Man, David Lee Wai Sheung
Vertrieb:MC One
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, Chin), Dolby Digital 2.0 (Deu)
Sprache:Deutsch, Chinesisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:22.05.2002 (Kauf)
Specials:
  • Making Of (20:06 Min.)
  • Bildergalerie (21 Bilder)
  • 7 Bio- und Filmografien:
    • Andy Lau
    • Ekin Cheng
    • Kristy Yang Gong Ru
    • Siu-Tung Ching (Regie)
    • Vicky Zhao Wei
    • Nick Cheung
    • Patrick Tam
  • Trailer (2:26 Min.)
  • DVD-Credits
  • Programmhinweis:
    • Nirgendwo in Afrika (3:07 Min.)
    • Nichts bereuen (2:07 Min.)
    • Die Männer ihrer Majestät (2:20 Min.)
Yip Ku-Sing, "der fliegende Himmelskämpfer", bringt das von Ghost King gestohlene Kaiserliche Jadesiegel an den Hof des Königs zurück und fordert gleichzeitig den geschickten Schwertmeister Saimoon Tsui-Shih, der bis vor kurzem ebenfalls hinter dem Siegel her war, zum Kampf auf den Dächern der verbotenen Stadt heraus. Bis zum Austragungstag soll der kaiserliche Agent 9 acht Goldpressungen austeilen, die den Besitzern den Zugang zum Kampf gestatten. Doch während Agent 9 damit beschäftigt ist, wird Yip in Konflikte verwickelt und die einstigen Gefolgsleute Ghost Kings stellen sich gegen Saimoon. Außerdem durchzieht die Stadt eine Reihe von seltsamen Toden, die Agent 9 aufklären muss. Zusammen mit Prinzessin Phoenix, die eine geheime Liebe zu Yip führt, kommen sie Morden ohne Blutvergießen auf die Spur, die das Markenzeichen von Saimoon darstellen. Doch kann Agent 9 auf Grund seiner loyalen Einstellung gegenüber Saimoon diese Anschuldigungen nicht glauben, denn er vermutet ein Komplott, welches er in Einklang mit seiner seltsamen Vorahnung gegenüber Yip in Einklang bringen muss.
Hossa, da hat ja jemand kräftig ausgeholt bei der Zutatensammlung seines neuen Films, den man auf Anhieb in mindestens 4 Genres einordnen könnte. Dieser jemand ist Regisseur Andrew Lau ("Stormriders", "Young and Dangerous"-Reihe), der sich in Zusammenarbeit mit dem Actionspezialisten Siu-Tung Ching ("Chinese Ghost Story"-Trilogie, Interner Link"Naked Weapon") um die mittlerweile 4. Auflage der Abenteuer von Luk Siu Fung, auch genannt der "Schwertmeisters mit den 4 Augenbrauen", kümmert. Die Geschichte ist also nicht ganz neu, bereits 1976 wurde unter dem Namen "Luk Siu Fung" eine Hong Kong-TV-Version angefertigt, die 10 Jahre später ein Remake erfuhr. Im selben Jahr wie "Das Duell in der verbotenen Stadt" entstand dann noch eine Neuauflage aus Singapur unter dem Titel "Swordsman Lu Xiao Feng". In wie weit sich dieser hier ans Original hält, kann ich nicht genau sagen, technisch ist er aber auf jeden Fall auf dem aktuellen Stand der Zeit. Was bedeutet, dass sich dem Zuschauer ein aufwendig inszeniertes Stück Abenteuer made in Hong Kong bietet, welches nicht unbedingt nur durch die schön anzuschauenden Drahtseilaktionen der Hauptdarsteller (unterstützt durch professionelle CGIs) auf sich aufmerksam machen will. Denn entgegen meiner Erwartung nimmt der Schwertkampf als Stilmittel nicht den Großteil des Filmes ein - "The Duel" bietet noch viel mehr.


Angesiedelt irgendwo in der Vergangenheit Chinas wird hier doch sehr deutlich, dass die geschichtliche Einordnung keine wirkliche Rolle spielt, sondern nur mehr zur Unterstreichung des Fantasy-Charakters herangezogen wurde. Der Hauptcharakter Agent 9 beispielsweise wäre für einen ernsten Martial Arts-Klopper undenkbar gewesen, schon sein flottes Outfit inkl. Sonnenbrille und Dread gelockten Haupthaar entspricht so ganz und gar nicht den Vorstellungen eines kaiserlichen Bediensteten. So verschlägt es den vorlauten Spitzbuben mit Kalauer-Synchro nicht nur immer wieder in dieses oder jenes Frauenzimmer, er darf sich bei seinen Aufgaben auch eines besonderen Regenschirms mit Spezialfunktionen erfreuen, der ihm in einer an "Bond-trifft-Q" angelehnten Szene übergeben wird. Man merkt schnell, dass dieser Streifen sich zumindest in diesen Szenen wenig ernst nimmt.


Das wirkt erfrischend, wenn auch der große Lacher ausbleibt. "Das Duell in der verbotenen Stadt" limitiert sich aber nicht nur auf seichten Klamauk, den darf man höchstens als Beiwerk sehen. Denn die Story ist klar vorhanden, wenn auch anfangs etwas undeutlich gezeichnet. Denn zum einen bergen die zwei Liebesgeschichten Yip-Prinzessin und Saimoon-Ziqing eine gewisse Dramatik (zum Glück aber nie übertriebener Schmalz und Pathos), die die komischen Ansätze alsbald überrumpeln und zum anderen offenbahrt sich die Geschichte später als recht ernsthafte Angelegenheit, wenn es um den kriminalistischen Spürsinn von Agent 9 geht, der sich an der Aufklärung der Morde heranmacht. Natürlich verliert er nie sein loses Mundwerk und lockert viele der häufigen Gespräche mit anzüglichen und pointierten Kommentaren auf, wenn man dann aber das furiose Ende erleben darf, das nicht so recht in die Schublade des "Happy End" zu passen scheint - soviel sei verraten und trotzdem wisst ihr noch wenig genug, um den Film zu genießen -, vergisst man doch ein wenig den anfänglichen, leichtfüßigen Genremix aus Komödie, Action und Fantasy.


Einige von euch könnten sich trotzdem an den Kämpfen stören. Diese sind zweifelsohne ein optisches Highlight und machen durch jede Menge der Schwerkraft trotzenden Einlagen, bei denen die Helden sehr natürlich wirkende Bewegungen in der Luft vollführen, sicherlich den Charme des Filmes aus. Aber eine richtige Choreografie ist nicht zu erkennen bzw. gar nicht nötig, da hier statt Säbelrasseln auf Special Effects gesetzt wurde. Das lässt herkömmliche Martial Arts-Techniken außen vor, sieht letztlich aber trotzdem durch den Einsatz von Magie und Zeitrafferaufnahmen sehr toll aus. Bei einer deutschen Freigabe ab 12 Jahren steht auch die Brutalität hinten an, die nur kurz in der ersten Kampfsequenz zwischen Ghost King und Saimoon angerissen wird. Braucht man aber auch nicht unbedingt, denn ein guter Cast mit im asiatischen Raum bekannten und beliebten Darstellern, die nichts anbrennen lassen, sorgen mit Hilfe des interessanten Soundtracks für 100 recht kurzweilige Minuten Asien-Fantasy-Unterhaltung.


Dem Bild dieser DVD hätte ich zehn Jahre mehr zugeschrieben, tatsächlich ist der Film aber aus dem Jahr 2000. Trotz anamorphen Breitbilds fällt die mäßige Schärfe auf und ein häufiges Auftreten von Kratzern, welches dem jungen Material keineswegs gerecht wird. In wenigen Szenen ist ein leichtes Hintergrundrauschen sichtbar, welches aber selten störend wirkt. Unterentwickelt ist dagegen die Farbgebung, die sich für eine Fantasy-Abenteuer zu kraftlos darstellt. Schuld daran mag vor allem der Kontrast haben, da das Bild insgesamt sehr dunkel ist und wenig differenziert erscheint, so dass sich ein verhältnismäßig hoher Anteil von schwarzen Flächen im Bild wiederfindet. Die Bewegungen sind im Ganzen natürlich leicht unscharf, Nachzieheffekte lassen sich aber keine orten und die Kompression arbeitet soweit ohne größere Makel.
Egal ob man den Film nur auf einem normalen TV mit nur 2 Boxen oder auf einer richtigen Raumklanganlage hört, den deutschen Stereoton kann man getrost vergessen und stattdessen gleich den Dolby Digital 5.1-Ton einschalten, schließlich bietet jeder DVD-Player werksmäßig einen Downmix des 5.1-Signals an, was sich definitiv besser anhören wird als der recht dumpfe, leise Stereoton. Vielleicht wurde gerade deswegen diese Tonspur nicht im Auswahlmenu erwähnt, so dass man sie nur während des Filmes zuschalten kann. Der deutsche Dolby Digital 5.1-Track bietet eine sehr gute Einbindung der hinteren Lautsprecher, dabei sind die richtigen Soundeffekte aber nur in den Kampfszenen präsent.
Die Dynamik ist deutlich besser als beim 2.0-Track, jedoch sind immer wieder kleine Unreinheiten zu entdecken und den tieferen Frequenzen fehlt es an Druck. Aber irgendwas muss bei der Kodierung der 3 Spuren falsch gelaufen sein, denn bei der Überprüfung auf einem DVD-ROM-Laufwerk wurde mir diese Spur nur als 5.0 ausgewiesen, also ohne separate Tieftonspur. Diese Information stelle ich mal als Vermutung in den Raum, da ich den PC-Programmen in dieser Hinsicht nicht völlig traue. Der chinesische Originalton mag ein wenig seltsam klingen, denn hier wurden die Dialoge sehr breiträumig auf die Stereolautsprecher gelegt, was bei falscher Einstellung zu hallartigen Interferenzen führt. Auf den hinteren Lautsprechern habe ich hier beim kurzen Antesten in keiner relevanten Szene etwas hören können, außer einem leichten Rauschen. Es scheint fast so, als ob trotz 5.0-Tones nur eine Stereospur aufgespielt wurde. Schade, dass man gerade hier eine 448kBit-Kompression nutzte, die bei 2 Lautsprechern doch gar nicht nötig ist und der deutschen Spur nur 320kBit/s zur Verfügung stellt. Insgesamt also ein "gut" für den deutschen 5.1 (oder 5.0 ?)-Ton.


Zwar ist diese DVD als Special Edition beworben, die Extras aber sind rechtlich übersichtlich eingebracht. An erster Stelle steht natürlich das 20minütige Making Of mit Szenen vom Set und kurzen Interviews der Crew, welches zwar keine spektakulären Einblicke gewährt, aber recht solide geworden ist. Eine Bildergalerie bietet Szenenfotos, ein paar Kurzbio- und Filmografien Informationen über die Darsteller und die Regie und der Trailer ist natürlich auch dabei. Nicht viel, aber die weiteren weltweiten Veröffentlichungen bieten auch nicht viel mehr.

Im Bereich Ton wird der Käufer dieser DVD zufriedengestellt, beim Bonusmaterial reicht es nicht für eine Special Edition. Das Bild ist nicht das Wahre, aber dafür kann man letztendlich nur United Dragons verantwortlich machen, die sich anscheinend nicht um die Qualität ihrer Master scheren. Der Film selbst hat meine klare Empfehlung, auch wenn ich mir sicher bin, dass der flapsige Stil, der hier eingebracht wird, nicht jedermanns Sache ist. Schaut rein, eine gelungene Feierabendunterhaltung, die zudem noch recht familientauglich ist, springt dabei sicherlich raus, aber Tiefgründigkeit sucht bitte woanders.


Kleiner Hinweis noch an die Crew von McOne: Bei der Ausarbeitung der DVD-Infos auf dem Backcover wünsche ich mir doch ein wenig mehr Sorgfalt. Dass eine falsche Angabe der Laufzeit und des Bildformats (1:1.85 - soll ich meinen Televisor hochkant stellen?) drauf ist und Interviews angegeben wurden, die ich bisher nicht gefunden habe (Hidden Feature??), passiert ja auch vielen anderen Labels und ist daher zu verschmerzen. Irren gehört schließlich zu den menschlichen Funktionsstörungen - wer weiß, wieviele ich davon im Text hab. Aber grad ein Covertext mit inhaltlichen Fehlern (ganz davon abgesehen, dass Agent 9 in der deutschen Version nicht Dragon 9 heißt) hinterlässt doch einen seltsamen Eindruck. Und bei der Aufteilung der Boxen mit Informationen zu den Tonformaten weiß niemand richtig Bescheid. Aber vielleicht bin ich in dieser Hinsicht einfach zu pingelig ...


Film+++++-
Bild+++---
Ton++++--
Bonus++----


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Daniel Pereé am 10.11.2003
Bewertung:

Nur selber fliegen ist schöner
"Das Duell in der verbotenen Stadt" vermischt fantastiche Elemente mit atemberaubendnm Schwertkämpfe, einen abgefahrenen Humor und Effekte à la "Matrix" und sorgt so für 100 Minuten feinste Action-Unterhaltung. Eine Eastern-Komödie der Spitzenklasse mit Andy Lau, Ekin Chen und dem Comedy-Star aus "Conman in Tokyo" Nick Cheung als Agent 9, der sich mit seinen verrückten Gimmicks wie den Superschirm und seinen Weibergeschichten nicht hinter James Bond zu verstecken braucht. Hongkong-Kino auf höchstem Niveau, nur fliegen ist schöner...



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