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D, ESP 2002
Originaltitel:Killer Barbys vs. Dracula
Alternativtitel:Killer Barbys contra Dracula
Länge:85 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Jess Franco
Buch:Jesus Franco, Lina Romay, (als Rosa M. Almirall), Jacinto Santos, José Roberto Vila
Kamera:Emilio Schargorodsky (= Jess Franco)
Musik:Bela B., Jesus Franco, Killer Barbys, Daniel White
Darsteller:Silvia Superstar, Kike Sarasola, Billy King, Aldo Sambrell, Pietro Martellanza, Katja Bienert, Bela B. Felsenheimer, Carsten Frank, Lina Romay, Sandra Ibarra, Fata Morgana, Ezequiel Cohen, Eva Dominguez, Carmen Gonzáles, Paul Lapidus, Viktor Seastrom, Carlos Subterfuge
Vertrieb:Polyband
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,66:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Auf der Schwelle zu einer anderen Welt - Behind the scenes of Jess Franco's "Killer Barbys vs. Dracula" (28 Minuten)
  • Aus den Manacoa-Akten: Die bizarre Welt des Jess Franco (13 Minuten)
  • Musikvideo: Candy
  • Trailer
  • Bildergalerie Szenenfotos
  • Bildergalerie Synchronarbeiten
  • Bio-und Filmografien
Seltsame Dinge ereignen sich an der Südseite Spaniens: Während sich die berühmte Rockgruppe Killer Babies auf eine Reihe von Konzerten vorbereitet, trifft ein unheilvoller Leichenwagen ein. Ihm entsteigt die zwielichtige Genossen Irina, Leiterin des Tourismusbüros von Transylvanien! In einem Sarg hat sie die zweifellos berühmteste Persönlichkeit ihres Landes mitgemacht: Graf Dracula. Sein Leichnam soll hier zu Werbezweken der Öffentlichkeit präsentiert werden. Als Silvia Superstar, die laszive Sängerin der Killer Barbies, mit Ihrem ausgesprochenen Sinn für das Makabre, davon Wind bekommt, versucht sie Kontakt mit dem Grafen aufzunehmen. Kurzerhand präsentiert Silvia den neuen Song "Wake Up". Angelockt durch Silvias betörenden Gesang beginnt sich der leblose Körper des Grafen mit neuem Leben zu füllen und voller Erregung erwacht Dracula aus seinem jahrhundertelangen Schlaf. Der alte Blutsauger verfällt Silvia hoffnungslos und terrorisiert sie bald in einem agressiven Sexrausch aus Blut und Begierde. Silvias sorgloser Flirt verwandelt sich schnell in grenzenlose Furcht und Terror. Schließlich sind alle Beteiligten ihres Lebens nicht mehr sicher. In dieser Not bittet Genossin Irina den weltberühmten Vampirjäger Dr. Seward und dessen nervösen Assistenten Albinus den verfluchten Seelen in diesem Alptraum beizustehen und der blutigen Wollust Draculas ein Ende zu bereiten..
"Ich bin Dracula ... das Original aus den Universal Studios!" - Killer Barbys vs. Dracula

Wo Altmeister Jess Franco sich mit Filmen wie "Oase der Zombies", "Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies", "Faceless" und "Greta" in die Herzen der Sexploitation- und Exploitation-Fans gedreht hatte, muss man jetzt leider sagen, dass "Der Meister des Bizarren" mit "Killer Barbys vs. Dracula" den absoluten Tiefpunkt seiner Kariere hinlegt und es tut allein schon weh, Jess Francos Namen in dieser Produktion zu lesen. Auch wenn die meisten "normalen" Kritiker nichts mit ihn anfangen konnten, kamen auch sie kaum drum herum seinen alten Filme einen gewissen Charme zuzusprechen. So konnte man Flicks wie "Oase der Zombies" dank eines hohen Trashfaktors noch Einiges abgewinnen und selbst der recht blutleere "Mondo Cannibale 4" zeugte von Momenten, die zu gefallen wussten. Über seine absoluten Klassiker wie "Der Hexentöter von Blackmoor", "Necronomicon - Geträumte Sünde" oder "Vamypros Lesbos" müssen wir erst gar nicht sprechen, denn dies sind allesamt Meisterwerke seines filmischen Schaffens, welches sich mittlerweile über 150 Werke erstreckt.
Man bemerkte es aber schon bei Filmen wie "Lust for Frankenstein", der noch seine schönen Momente hatte, dass Franco einen Weg einschlug, den viele Fans nicht mitgehen werden. Ausgestattet mit einer digitalen Kamera produzierte er seit Jahren einen "Film" nach dem Anderen und sieht in der Digitaltechnik den Vorteil, sein gefilmtes Material leichter bearbeiten zu können. Recht hat er, aber leider ging diese technische Erleuchtung zu Lasten seines filmischen Talents, wenn man heute überhaupt noch davon sprechen darf. Immer noch auf Sex setzend, schmeißt er hier mit Geschichten um sich, bei denen wahrscheinlich kein einziges Wort auch nur einmal ein Blatt Papier gesehen hat. Franco schreckt vor nichts zurück, nicht einmal davor seine Frau Lina Romay in "Lust for Frankenstein" nackt und noch dazu mit dreckigen Socken vor die Kamera zu stellen. Das man hier nicht mehr von der Freude an der Lust sprechen konnte, muss man glaube ich nicht weiter drauf eingehen. Wo aber der oben genannte Film und z.B. "Vampire Sex" noch Momente hatten, denen eingefleischte Fans etwas abgewinnen konnten, ist "Killer Barbys vs. Dracula" nicht einmal ansatzweise gelungen und verschreckte sogar die härtesten Franco-Fans.
Was genau uns Franco mit dem Film sagen will, habe ich auch nach dem dritten Mal ansehen nicht so ganz verstanden. "Killer Barbys vs. Dracula" ist in keiner der 85 Minuten spannend oder gar gruselig. Erotik ist gleich null und selbst der Gorefaktor sucht sich seine Reserven zusammen um diesen Film zu ertragen. Wenn man hier von Trash sprechen darf, ist der Film Trash hoch 30 und das nicht im positiven Sinne. Sämtliche Akteure agieren absolut überspitzt und nerven mit er Zeit gewaltig. Wo zu Beginn Silvia Superstar von der Band Killer Barbys als positiver Aspekt im Film gesehen werden darf, nervt selbst das Auftreten der scharfen Spanierin nach einer Weile gewaltig und das ständige Wiederholen des selben Songs wird irgendwann unerträglich.
Unerträglich auch der Cameo von Katja Bienert ("Schulmädchen-Report 13: Vergiß beim Sex die Liebe nicht", "Schulmädchen vom Treffpunkt Zoo"), die hier eine Reporterin spielt und allein schon wegen ihrer grauenhaften Synchronisation nach kürzester Zeit anödet, aber dazu später mehr. Wo ihr Auftritt in der deutsch/italienischen Independent-Produktion "Dämonenbrut" noch zu überzeugen wusste und man das Duo Bienert/Franco schon lange wieder gemeinsam in einer Produktion sehen wollte, ist ihre Rolle nur noch peinlich und findet ihren traurigen Höhepunkt in einem Dialog, der dümmer hätte nicht sein könnten: "Sind sie der echte Dracula?", "Ja", "Und wie alt sind sie?", "Ungefähr 300", "Hatten sie schon mal Probleme mit Aids?"Muhahaha, dass der Skinhead ... äh, der Graf Dracula ... das nicht witzig findet ist klar und so gibt es dann auch ein schnelles Ableben. Bon appetit!

Der vergeht einem allerdings sehr schnell, wenn man Francos Frau Lina Romay sieht, die "Gott sei Dank!" angezogen bleibt. Als Genossin Irina, Leiterin des Tourismusbüros von Transylvanien bringt sie mit ihrem russischen Dialekt absolute Hektik mit ins Spiel und sollte eigentlich komisch wirken, aber irgendwann wünscht man sich doch, dass sie die Klappe hält und sich lieber auszieht, dann hätte man wenigstens einen Grund den Fernseher direkt auszuschalten. Dracula, gespielt von Enrique Sarasola, ist auch nur eine Lachnummer und man stelle sich vor, da liegt der glatzköpfige Graf in einem Sarg mit Aussicht, den Pflock noch im Herzen und wird durch den Killer Barbys-Song "Wake Up" zu neuem Leben erweckt. Da liegt er doch tatsächlich im Sarg und fängt an zu zappeln und mit dem Kopf zu nicken. Zugegeben, da musste ich schon lachen, denn blöder geht es nun gar nicht mehr. Aber zumindestens hat der Graf Musikgeschmack. Die Auftritte von Bela B. Felsenheimer und Dan van Husen, sowie dem Produzenten Carsten Frank sind zwar nett, können den Film jedoch auch nicht mehr retten.

Ich muss es jetzt einfach loswerden: der Film ist blöd, vielleicht sogar so blöd, dass man ihn sich sogar mit Freunden noch einmal anschauen könnte um gemeinsam zu leiden. Auch wenn man Trash liebt und ich liebe Trashfilme, nimmt sich der Film im ganzen noch viel zu ernst und wenn man die gute Musik weglässt, die dem Film und den ganzen Albernheiten noch etwas Unterhaltungswert geben, würde nichts bleiben, was bei über 80 Minuten zu ertragen wäre. Slapstick ist gut, doch dann bitte auch professionell und mit Niveau, das sollte man auch bei solch einer Produktion erwarten dürfen...

Wie auch Francos andere "neuere" Filme wurde "Killer Barby vs. Dracula" auf Digitalmaterial gedreht, was billiger ist und einem die Nachbearbeitung erleichtert. Nun sollte man natürlich ein gestochen scharfes Bild erwarten, aber genau wie dem Film selbst fehlt es dem Bild an Biss. Erst einmal fällt der mittelmäßige Kontrast auf, der nie wirklich überzeugen kann und deutlich an dem schwachen Schwarzwert kränkelt, der ins Gräuliche tendiert. Die Farben erstrahlen meist natürlich und frisch, im Ganzen wirkt das Bild aber viel zu hell. Man muss dazu aber noch sagen, dass Franco wie so oft mit digitalen Effekten das Bild nachbearbeitet hat und einige Szenen somit stark verfälscht wiedergegeben werden. In Nahaufnahmen ist das Bild meist recht scharf und sehr detailreich, was man von den Totalen nicht sagen kann. Hier wirkt das Bild oft recht verwaschen und zieht teilweise stark nach. Auch die Kantenschärfe macht sich durch Doppelkonturen negativ bemerkbar. Noch dazu kommt das recht starke Bildrauschen, was noch einmal zu Lasten der Schärfe geht. Und zum Schluss darf man noch etwas die Kompressionen kritisieren, die sich anhand von Blockrauschen und Artefaktebildung bemerkbar macht. Gerade nochmal 3 Punkte, aber auch nur weil wir wissen, auf was für einem Material gedreht wurde und unter welchen Umständen.
Mal abgesehen davon, dass die Synchronisation ebenfalls eine Katastrophe darstellt und sich somit positiv in das Gesamtbild des Films anpasst, kann auch der 5.1 Track nicht sonderlich überzeugen und bietet einen Front lastigen Dolby Digital 5.1 Track ohne räumliche Ambitionen. Die Effektlautsprecher werden kaum genutzt und selbst bei den vielen Musikstücken, die kraftlos rüberkommen, lassen es sich die Rearspeaker nicht anmerken, dass es sich hier um einen 5.1 Mix handelt. Die englische Sprachfassung unterscheidet sich nicht nicht nur im 5.1-Modus keinen Deut von der deutschen, nein, hier haben die deutschen Synchronsprecher gleich die englische Fassung mit synchronisiert, was teilweise so peinlich wirkt, dass man nur hoffen kann, dass beide Versionen nicht ernst gemeint waren.
Hier sprechen sich Bela B., Dan van Husen und Katja Bienert selbst und gerade bei Bienerts Leistung in der Rolle der Reporterin ist ihre total billige Synchro der absolute Todestoß. Aber auch die anderen Stimmen sind teilweise graurnhaft geworden, hier sei noch die Stimme von Bela B. erwähnt oder die zugegeben noch witzige Synchro von Lina Romay. Wenigstens hat man sich bei der Synchronstimme von Silvia Superstar etwas Mühe gegeben. Unsere Meinung mal abgesehen vom trashigen Ton 2 Punkte, weil man hier rein tonal mal komplett daneben greift.

Wenigstens kann das Bonusmaterial etwas mehr überzeugen. Neben dem netten DVD-Menü unterlegt mit einem Song der Killer Barbys (jetzt können wir ihn schon auswendig) gibt es noch ein DVD-Wendecover und ein 4seitiges Booklet mit einem kurzen Text über Jess Franco. Auf der DVD befinden sich dann einmal der Original Trailer und ein knapp 30minütiges Making of in englisch ohne deutsche Untertitel. Nicht weiter schlimm, da das Gezeigte hier meistens mit Musik unterlegt ist. Witzig ist es trotzdem und gewährt uns ein paar nette Einblicke hinter die Kulissen und wir sehen z.B., dass Franco mit nur einer Kamera dreht, was natürlich zur Folge hat, dass er keine Gegenschnitte machen konnte und das Ganze sehr statisch wirkt. Bleibt noch anzumerken, dass die Bildqualität hier besser ist als im fertigen Film. Nach dem Making of gibt es dann das Musikvideo mit Bela.B und den Killer Barbys "Candy", welches damals sehr erfolgreich auf diversen Musikkanälen gespielt wurde.
Unter dem Menüpunkt Manacoa-Akten befindet sich eine 13minütige Bildergalerie mit unzähligen Artworks und Bilder diverser Jess Franco-Filmen. Dann gibt es noch eine weitere Bildergalerie zu dem Film "Killer Barbys vs. Dracula", 8 Filmografien und eine Bildergalerie der Synchronsprecher. Im ganzen also ganz nett, wenn auch nicht der Brüller, aber im Gegensatz zum Film Gold wert.

Lieber Jess, wo ist das Makabre, das Schmutzige und das Verruchte, das wir aus deinen Filmen her kennen und lieben gelernt haben. Mit "Killer Barbys vs. Dracula" bist du nur noch ein Schatten deiner selbst. Ach, wie gerne würden wir wieder einen 100%igen Jess Franco sehen. Einen Jess Franco, der uns in die 70er Jahre zurück schickt, eine Zeit wo die Frauen noch jung, die Atmosphäre noch düster und das Blut noch rot war ...


Film+-----
Bild+++---
Ton++----
Bonus++----


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NewsJess Franco verstorben: Ein Nachruf
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Matthias Paul am 23.11.2003
Bewertung:

Punk Dracula in der talentfreien Zone
Eine Zusammenwürfelung verschiedener schlechter Ideen mit sinnfreiem Geschwafel auf niederstem TV-Niveau, eher noch Amateurniveau. Wollte Franco uns diese Popinterpretation des Dracula-Mythos wirklich derart schlecht um die Ohren hauen? Wenn ja, dann "Schäm dich, Herr Franco!". Verheizt werden hier Lina Romay als Ostblock-Domina, ein überaus bescheuerten Graf Dracula, der niemanden mehr Angst einflösen wird, der "Arzt" Bela B. als schmieriger Rocker und Dan Van Husen als blinde Van Helsing-Parodie. Langweile Settings und eine Nullaction-Dramatik lassen dieses durch viele Farbfilter verfremdete Machwerk weit vor dem Aufstieg zum Trash scheitern. Die einzige Professionalität ist bei den Darstellern erkennbar, die trotz billigst umgesetzter Kindergarten-Gaga-Handlung nicht sofort die Flucht ergriffen, sondern brav ihren Job fortgesetzt haben. Einen Punkt für die schnucklige Hauptdarstellerin - zwar aufreizend, aber noch zu zugeknöpft. Hört sich alles recht negativ an, ist aber auch so! Ich schließe mit dem Zitat des Dracula-Charakters: "Was soll dieser Scheiß?"



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