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UK 1955
Originaltitel:Quatermass Xperiment, The
Alternativtitel:Quatermass Experiment, The
aka. The Creeping Unknown
Länge:78:57 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Val Guest
Buch:Val Guest, Richard H. Landau, Nigel Kneale
Kamera:Walter J. Harvey
Musik:James Bernard
SFX:Les Bowie
Darsteller:Brian Donlevy, Jack Warner, Margia Dean, Thora Hird, Gordon Jackson, David King-Wood, Harold Lang, Lionel Jeffries, Sam Kydd, Richard Wordsworth, Jane Aird, Margaret Anderson, Jane Asher, Harry Brunsing, Eric Corrie
Vertrieb:e-m-s/Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
- Untertitel
- World of Hammer: Sciene Fiction
- US Kinotrailer
- Bildergalerie
- Filmprogramm 1
- Filmprogramm 2
- Werberatschlag
- Comic
- Credits
- 8seitiges Booklet
England hat sein erstes Raumschiff erfolgreich gestartet. Doch die Rückkehr steht unter keinem guten Stern. Zuerst verliert die Bodenkontrolle für kurze Zeit den Kontakt zum Raumschiff, dann stellt sich nach der Landung heraus, dass von den 3 Besatzungsmitgliedern nur einer überlebt hat; und bei ihm zeigen sich Anzeichen von körperlichen wie auch geistigen Schäden. Obwohl er unter strikter Überwachung steht, schafft es seine Frau, ihn aus dem Krankenhaus zu schmuggeln - und lässt damit eine der größten Bedrohungen für die Menschheit frei. Eine unbekannte außerirdische Lebensform, die sich von menschlischem Fleisch ernährt lebt parasitär in dem überlebenden Astronauten - immer darauf aus zu wachsen und sich auszubreiten...
Nach dem der Hammer-Produzent und -Teilinhaber Anthony Hinds im Juli 1953 den erfolgreichen Fernseh-Sechsteiler namens "The Quatermass Experiment" von Nigel Kneale sah, war er so fasziniert, dass er sich bereits nach der dritten Folge bei der BBC die Filmrechte sicherte und den Stoff 1954 den Regisseur Val Guest anbot. Aber Guest wollte nie etwas mit Horror oder Science Fiction zu tun haben, weshalb er das Drehbuch ungelesen in die Ecke warf. Erst nachdem ihm seine Frau vorwarf abgehoben zu sein, riskierte er einen Blick in das Skript und war sofort begeistert. Jedoch nahm er nur auf dem Thron des Regisseurs platz, wenn er der Geschichte einen semi-dokumentarischen Charakter verpassen dürfte. Nigel Kneale war nicht sonderlich begeistert davon, dass ein schon gestrafftes Skript von Guest noch mal überarbeitet und die Story somit von 3 auf eineinhalb Stunden gestutzt wurde.
Aber nicht nur die Tatsache, dass er wieder einmal der einzige war, der nicht an der Verfilmung seines Stoffes verdiente und dass man sein Werk so stiefmütterlich behandelte, machte Kneale wütend, nein, viel mehr, dass man sich für die Rolle des Raketenforschers Bernard Quatermass den Amerikaner und Alkoholiker Brian Donlevy aussuchte, war für Kneale demütigend genug. Donlevy konnte sich in den 30er und 40er Jahren als Filmschurke in diversen Genres einen Namen in Hollywood machen und schaffte es doch tatsächlich während der Dreharbeiten halbwegs nüchtern zu bleiben. Von Kneale als "Proleten" beschimpft, war zumindest Val Guest mit seinem "Star" zufrieden. Aber ich schätze mal, es war nicht einmal Donlevys Alkoholabhängigkeit, die Kneale zur Weißglut brachte, vielmehr schien es daran zu liegen, dass wieder einmal ein wichtiger Teil seiner Arbeit geändert wurde. Im Originalskript war Quatermass ein nachdenklicher, von Zweifeln zermürbter Visionär, wirkte im Film jedoch bodenständig, selbstbewusst, autoritär und sehr amerikanisch. Dies kann aber nicht die Tatsache verleugnen, dass Donlevy seine Rolle sehr Glaubhaft spielt und in keiner Minute fehlbesetzt wirkt. Als Astronaut Victor Caroon gebührt Richard Wordsworth jedoch den größten Respekt. Sein Schauspiel ist perfekt und mehr als nur beeindruckend. Ohne auch nur ein Wort zu reden mimt er den Astronauten, dessen Körper von einer fremden Lebensform übernommen wurde mit einer herausragenden Brilianz. Umso ungewöhnlicher, dass dies seine einzigste Hauptrolle blieb.
Im Verlauf des Films macht Caroon eine Entwicklung durch, die sich nicht nur körperlich sondern auch psychisch bemerkbar macht. So schleicht der verzweifelte und von dem Parasiten innerlich zerfressene Astronaut durch die Straßen Englands. Auch der Flucht vor sich selbst erleben wir wie Caroon immer mehr von seiner Persöhnlichkeit verliert und nur noch eine Hülle ist in dem sich ein außerirdischer Organismus eingenistet hat. Am beindruckensten ist hier wohl die Szene mit dem Kaktus, der sich aus seiner Hand bildet. Im Stande sämtliche Materie die er berüht in sich aufzusaugen, hinterlässt er eine Welle lebloser Hüllen in England bis es zur finalen Mutation kommt, die für die damaligen Verhältnisse hervorragend inszeniert wurde. Auch wenn gerade ein etwas jüngeres Publikum das Gezeigte belächeln wird, hat der Film in all seinen Jahren nichts von seinem Zauber verloren. Eine deutlich von "Frankenstein" inspirierte Szene mit einem kleinen Mädchen sorgt ebenfalls für einige unwohle Momente und zeigt deutlich, dass Caroon immer wieder gegen den Parasiten in ihm ankämpft, weshalb man ruhig sagen darf, dass man hier einen weitaus weniger dramatischen Verlauf als Jahre zuvor in "Frankenstein" erleben darf.
Wo man damals in der TV-Version ein mit Fetzen benähten Gummihandschuh zu Gesicht bekam, der teilweise sogar von Nigel Kneale selbst gespielt wurde, musste fürs Kino etwas Eindrucksvolleres her. Man schuf drei verschiedene Modelle aus Flüssiggummi und im Schlachthof gekaufte Innereien, um das Monster schleimig erscheinen zu lassen. Außerdem war das Material flexibel genug um es mit Hilfe von elastischen Bändern zu bewegen.

"The Quatermass Xperiment" lief 1955 sehr erfolgreich in England an und wurde für das amerikanische Publikum erst in "Schock" und dann in "The Creeping Unknown" umbenannt. Das X wurde nach der Prüfung des Film 1955 anstelle des EX eingesetzt, da die Zensoren den Film mit einem X-Rating (ab 16 Jahre) freigaben. In Deutschland wurde der Film unter "Schock" veröffentlicht und bekam in den Jahren zwei völlig unterschiedliche Synchronisationen verpasst.
"Schock" war der Auftakt einer ganzen "Quatermass Trilogie", die 1967 mit "Quatermass and the Pit" endete. Erst weitere 10 Jahre später wurde das Thema mit der 4teiligen TV-Serie "Quatermass Conclusion" fortgesetzt und unter dem selben Titel dann als gestraffter Zusammenschnitt von 104 Minuten als Film vermarktet, der in den Jahren in Vergessenheit geriet ...

Die diesem Bericht vorliegende Anolis-DVD der Hammer Collection kann einmal mehr voll und ganz überzeugen. Das schwarz/weiß-Bild erweißt sich als sehr kontrastreich und man kann selbst in dunklen Szenen die Details noch gut erkennen. Lediglich die Schärfe ist nicht immer gut und lässt einiges an Detailtreue vermissen. In Anbetracht des Alters aber völlig ausreichend. Defekte und Verschmutzungen treten verhältnismäßig selten auf und selbst die Kompressionen erweisen sich als sehr gut gelungen und offenbaren nur selten etwas Blockrauchen im Hintergrund. Ansonsten fällt nur noch leichtes Bildrauschen negativ auf, was sich aber kaum wirklich störend auf den Film zieht. Für einen knapp 50 Jahre alten Film wirklich gut.
Der Ton liegt in allen drei Versionen in Mono vor, welche sehr rauscharm und natürlich erscheinen. Die englische Sprachfassung klingt sehr dumpf und gedrungen, allerdings wirken die Stimmen natürlicher und übertönen die Hintergrundgeräusche nicht. Man muss hier aber deutlich über die Norm aufdrehen, was schon etwas störend ist. Dafür gibt es aber optionale deutsche Untertitel. Da es in Deutschland zwei unterschiedliche Synchronisationen gab und die Fans sich darum streiten, welche schlussendlich die bessere ist, spendiert Anolis uns einmal die alte Kino-Synchro in der Quatermass noch "von Braun" heißt und man uns mit einer Menge Berliner Mundart belustigt - Ick hab da watt jesehen, Herr Inspektor. Auffällig ist hier das häufige Knacksen im Ton, was aber einen gewissen Reiz ausmacht. Die "neue" Synchro ist wesentlich lauter und neigt zu leichten Verzerrungen. Insgesamt kann man aber mit beiden zufrieden sein, wobei ich die alte bevorzuge.
Als Bonusmaterial gibt es ein knapp 35minütiges Interview mit Val Guest, welches unheimlich informativ ausgefallen ist. Neben einer weiteren World of Hammer Episode, die sich diesmal um den Science Fiction-Film dreht, gibt es noch den Original US-Trailer, eine Bildergalerie mit 43 Fotos, den Original Werberatschlag, ein Quatermass Comic sowie 2 Filmprogramme als Slideshow. Neben dem schönen Coverdesign rundet ein 8seitiges Booklet die wirklich gelungene Veröffentlichung ab.

"Schock" ist kein Meisterwerk, jedoch ein Klassiker seiner Zeit und verzichtet löblicherweise auf plakative Gewalt (hier wird lieber abgeblendet um das Resultat zu zeigen) oder Effekte, sondern baut nach und nach eine unheimliche Spannung auf, um den Zuschauer am Ende dann so richtig von den Stühlen zu reißen. So war es zumindest damals, denn die Variety berichtete 1956, dass ein 9jähriger bei einer Kinovorstellung vor Angst gestorben sei. Heute ist so etwas nicht mehr zu befürchten, aber gemütliches Gruseln ist mindestens noch drin...


Film+++++-
Bild+++---
Ton++----
Bonus++++--


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News"Schock" - Hammer-Klassiker bald auf Blu-ray (Vorbestell-Aktion)
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