UK 1968
Originaltitel:On her Majesty's Secret Service
Alternativtitel:Im Auftrag ihrer Majestät
Länge:135 Minuten (gekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Peter R. Hunt
Buch:Richard Maibaum, Simon Raven
Kamera:Michael Reed
Musik:John Barry
SFX:John Stears
Darsteller:George Lazenby, Diana Rigg, Telly Savalas, Gabriele Ferzetti, Ilse Steppat, Lois Maxwell, George Baker, Bernard Lee, Bernard Horsfall, Desmond Llewelyn, Yuri Borionko
Vertrieb:MGM/Fox
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 1.0 (Mono)
Sprache:Deutsch
Specials:
- Audiokommentar des Regisseurs
- Ein Einblick in "Im Geheimdienst Ihrer Majestät"
- Über allem - Dokumentation
- Qs Labor - die Gerätschaften des 007
- Kinotrailer
- 3 Radio- Spots
- 5 TV-Spots
- Bildergalerie
- Untertitel
- 4 Interviews
- 8seitiges Booklet
Oberschurke Ernst Stavro Blofeld hat sich unter dem Namen "Graf Balthazar de Bleauchamp" in eine Festung in den Schweizer Alpen einquartiert. Von dort aus will er die Menschheit per Virus unfruchtbar machen. 007 begibt sich vor Ort - entgegen den Anweisungen seines Chefs M und in Begleitung der reizenden Contessa Teresa "Tracy" di Vincenzo, die er vorher auf seinem Portugalurlaub kennengelernt hatte. Um das Anrecht Blofelds auf seinen neuen Namen prüfen zu lassen, bestellt er den Heraldiker Sir Hilary Bray zu sich - Bond schlüpft in dessen Rolle und bekommt so Einlass in die Festung ...
George Lazenby's erster und einziger Auftritt als 007 wird allgemein als einer der schlechtesten Bonds überhaupt angesehen. Leider tut man ihm damit unrecht, denn im Gegensatz zu einigen späteren Ausfällen und dem lustlosen Vorläufer bietet der sechste Bond durchaus einiges an Abwechslung. Natürlich konnte
Lazenby im direkten Vergleich zu
Connery nur verlieren, doch er macht seine Sache recht gut über die ganze Filmlänge, so dass er die Schmährufe nicht verdient hat. Auch hat er endlich einmal eine Partnerin, die mit der Titelfigur

mithalten kann.
Diana Rigg, Ex-Emma-Peel, hat genug Charisma, um den ganzen Film mitzureißen. Außerdem wurde hier letztmalig etwas riskiert, als 007 am Ende die Schöne tatsächlich ehelicht. Zwar muss sie kurz darauf ihr Leben aushauchen, doch die Idee hatte etwas für sich.
Als Blofeld ersetzt
Telly Savalas Donald Pleasence, was nicht die beste Wahl war.
Savalas bietet zwar eine akzeptable Leistung, entspricht aber nicht dem bisher präsentierten Blofeld-Typus. In punkto Gigantomanie schraubte man hier zum Glück ein wenig zurück und

konzentrierte sich mehr auf das Duell der Hauptgegner vor einer interessanten Kulisse, den Alpen, wobei die notwenigen Zutaten ordentlich miteinander kombiniert wurden. Einige schlampige Tricks, wie die Fahrt in der Bobbahn können den Gesamteindruck nicht verderben.
Lazenby drehte während und nach dem Film wohl etwas zu sehr am Star-Rad und unterschrieb nie seinen 007-Festvertrag, so dass auf ihn nie zurückgegriffen wurde, als die Einnahmen durch die Abwesenheit
Connerys einbrachen. Trotzdem ist
"On her Majesty's Secret Service" einer der unterhaltsameren Bonds, ohne allzuviele lächerliche Extras.
Eine Menge Extras bietet die Special Edition aus dem Hause
MGM/Fox. Direkt zu Beginn gibt es eine 42minütige Dokumenation
"Ein Einblick in IM GEHEIMDIENST IHRER MAJESTÄT ", in der auf den Darstellerwechsel eingegangen wird und Regisseur
Peter Hunt über seine Erfahrung als Regisseur eines
"007"-Films berichtet. Bei
"Qs Labor - die Gerätschaften des 007" wird inerhalb von 10 Minuten nocheinmal auf die aufwendigen

Spezialentwicklungen des MI6-Technikgenies "Q" eingegangen. Darsteller
Desmond Llewelyn starb leider vor kurzen bei einem Autounfall. In dieser Doku darf man noch einmal einige seiner Entwicklung bewundern und erfährt einiges über den Mann, der schon zu Lebzeiten eine Legende war.
"Über allem" ist ein kleines, knapp 5minütiges Special über die aufwendigen Filmaufnahmen in den Schweizer Alpen, danach gibt es noch einen
Trailer, 5 Fernsehwerbespots, 3 Radiospots und
4 Interviews mit
Peter Hunt, George Lazenby, Diana Rigg und
Telly Savalas. Eine umfangreiche
Fotogalerie und ein
8seitiges Bookletheft runden das Zusatzmaterial ab, welches stets deutsch untertitelbar ist.
Beim Audiokommentar des Regisseurs
Peter Hunt und einigen Mitgliedern der Filmcrew und der Besetzung hat man allerdings einmal wieder die deutsche Untertitlung weggelassen. Noch schlimmer aber die Tatsache, dass man den englischen Originalton nicht auf den Silberling gepackt hat und sich lediglich mit dem deutschen Monoton zufrieden geben muss. Zwar klingt dieser für sein

Alter noch rech gut und die Dialoge sind gut zu verstehen, aber im Ganzen wirkt er recht dumpf und es fehlt ihm deutlich an Dynamik. Auch die Bildqualität kann altersbedingt überzeugen. Die Farbgebung wirkt meist natürlich und sauber, auch die Bildschärfe und der Kontrast können durchweg überzeugen. An wenigen Stellen gehen die Details verlorenen und die Kantenschärfe neigt meist zu Doppelkonturen. Im Hintergrund merkt man leichtes Blockrauschen, ansonsten leisten die Kompressionen eine gute Arbeit und Defekte und Verschmutzungen treten zwar auf, wirken aber nie wirklich störend.
"Im Geheimdienst ihrer Majestät" ist nicht so schlecht wie er immer gemacht wird, allerdings schaffte es
George Lazenby nicht aus dem Schatten
Connerys herauszutreten. Die DVD Special Edition bietet ein gutes Bild, einen ordentlichen Monoton und interessantes Bonusmaterial. Ärgerlich neben dem fehlenden Originalton ist noch die Tatsache, dass der Film im Gegensatz zur alten Fassung zwar länger, aber immer noch um 2 Minuten an Dialogen gekürzt ist (siehe Schnittberichte).