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UK 2001
Originaltitel:Hole, The
Alternativtitel:After the Hole
aka. Secluded Empty Space
Länge:98 Minuten (gekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Nick Hamm
Buch:Ben Court, Nick Hamm, Carolin LP
Kamera:Denis Crossan
Musik:Clint Mansell
SFX:Graham Longhurst
Darsteller:Thora Birch, Desmond Harrington, Daniel Brocklebank, Laurence Fox, Keira Knightley, Embeth Davidtz, Steven Waddington, Emma Griffiths Malin, Gemma Powell, Gemma Craven, Anastasia Hille, Kelly Hunter, Maria Pastel, Celia Montague, Kevin Trainor
Vertrieb:BMG/UfA
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
- Regiekommentar
- Trailer
- Infos zu Cast & Crew
- Making of "The Hole"
- 9 Geschnittene Szenen
Nur drei Tage sollte es dauern. Die vier Teenager Liz, Frankie, Mike und Geoff lassen sich in einen versteckten Bunker irgendwo im Wald einsperren, um die Party ihres Lebens zu feiern. Für Liz eine einmalige Gelegenheit, ihrem großen Schwarm Mike näher zu kommen. Als die Frist jedoch vorüber ist und die vier wieder ins Freie wollen, ist die Luke verschlossen. 14 Tage vergehen, bis Liz wie aus dem Nichts wieder auftaucht. Blutüberströmt und am Ende ihrer Kräfte irrt sie durch die Gänge ihrer Schule. Kriminalpsychologin Dr. Horwood versucht das traumatisierte Mädchen zum Sprechen zu bringen. Doch was sie erfährt, ist erschreckender als alles, was sie sich jemals hätte vorstellen können...
Blutüberströmt und am Ende ihrer Kräfte irrt ein Mädchen durch die Gänge ihrer Schule greift zu einem Telefon, schreit und bricht zusammen. Dies ist der Anfang von Nick Hamms "The Hole". Ein packender Psychothriller, der schwer in ein Genre einzuordnen ist, aber leider viel zu oft als Horror-Thriller abgestempelt wird und ganz schlaue Leute ordnen ihn sogar in die Teenie-Slasher-Reihe ein. Wer den Film aber auch nur ein paar Minuten lang gesehen hat, wird schnell feststellen, dass diese Annahme komplett falsch ist.

Die Geschichte um vier verschwundene Jugendliche gibt sich zu Beginn noch recht undurchsichtig und irreführend. Hauptdarstellerin Thora Birch ("American Beauty", "The Smookers") als Liz ist die einzige, die man zu Gesicht bekommt, obwohl die Nachrichten mitteilen, dass alle "Kinder" wohlauf sind. Diese Tatsache macht den Zuschauer ebenso stutzig wie, dass Liz einer Psychologin eine etwas verschönigte Version ihres Erlebnisses schildert. Quasi die Märchengeschichte eines Alptraumes, bei dem alle Jugendliche lebend das Spielfeld verlassen. Aber die Realität sieht anders aus. Liz ist die einzige Überlebende, hält aber an ihrer Geschichte fest und behauptet, dass ein Schulfreund die 4 in einen Bunker eingesperrt haben soll. Aus den 3 Tagen Party wurden jedoch 2 Wochen Hölle, aber Liz Geschichte endet schon nach den 4 Tagen mit einem Happy End. Von Minute zu Minute wird dem Zuschauer jedoch deutlicher, dass Liz gar nicht das schüchternde Mädchen ist, wie sie sich selbst schildert und es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass ihre krankhafte Liebe zu Mike die Ursache für das Drama im Bunker wird. Nach und nach kehren die wirklichen Erinnerungen an die 14 Tage Bunker zurück und es ist fantastisch, wie sich von Erinnerung zu Erinnerung die Optik des Bunkers verändert. Aus der anfänglich spielerischen Version, die wie ein Kinderstreich wirkt, wird ein purer Alptraum. Dreckig, verkommen und verstörend. Nick Hamm und seine beiden Drehbuchautoren Ben Court und Carolin LP erschaffen hier eine klaustrophobische Stimmung und spielen mit den Ängsten der Menschen. Eingesperrt und nur einen begrenzten Vorrat an Essen und Wasser. Wie lange wird man überleben? Wer wird als erstes sterben?

Wo "The Hole" sich von Minute zu Minute steigert und immer mehr von seiner grausamen und verstörenden Wahrheit Preis gibt, die ich an dieser Stelle nicht verraten möchte, kränkelt der Schluss des Filmes jedoch deutlich an seiner konventionellen Wendung und nimmt ihn etwas von seiner Intensivität. Auch wenn der depressive Schluss das Publikum weit mehr verstören wird als das Gezeigte im Bunker und ganz nebenbei einige sogar recht schlecht gelaunt die DVD aus den Player nehmen werden, ist die Plot-Wendung am Ende einfach zu einfallslos und erinnert überdeutlich an das Ende von "Zwielicht". Dafür ist die Idee, verschiedene Geschichten der Ereignisse erzählen zu lassen recht gut, wenn auch nicht ganz neu. Wie oben schon erwähnt, sind gerade die Bunkerszenen das Beste an "The Hole", denn hier wandelt sich die ausgelassene Partykeller-Atmosphäre in ein Loch, das immer kleiner, dunkler und schmutziger wird. Ja selbst die Psyche der Personen ändert sich fortlaufend bis hin zum totalen Wahnsinn und einen Todeskampf um eine einzelne Cola-Dose.

"The Hole" überzeugt durch seine tollen Optik und seine guten Schauspieler, vorne weg Thora Birch, die hier eine hervorragende Performance abliefert. Trotzdem stört hier eindeutig der Schluss und die flache Charakterisierung der Darsteller, der man deutlich mehr Leben hätte einhauchen können. Eingefleischte Genrefans, die eine Gewaltorgie erwarten, sollten lieber die Finger weglassen, wer allerdings mehr auf den psychologischen Horror wert legt, wird 98 Minuten gut und spannend unterhalten.

Die mittlerweile für unter 10 Euro erhältliche DVD aus dem Hause BMG/Ufa kann bildtechnisch trotz kleiner Mängel durchweg überzeugen. Selbst in dunklen Szenen - und die haben wir hier oft - schlägt der Kontrast sich wacker und gibt keinen Grund zum klagen. Allerdings bemerkt man bei Großaufnahmen der Gesichter, dass dem ansonsten recht scharfen Bild deutlich an Detailgenauigkeit fehlt. Auch kommt es in einigen Szenen zu unschönen Nachzieheffekte und Kanten weisen leichte Treppenmuster auf. Trotz dem Einsatz von Rauschfiltern bemerkt man im Hintergrund noch eine Hauch von Bildrauschen, welches den ganzen Film über konstant zu sehen ist, jedoch so schwach, dass es nie wirklich störend wirkt. Die Farben sind gewollt kalt, blass und weisen eine leichten Grünstich auf. Die Kompressionen erweisen eine guten Dienst und erlauben keine Blockbildung oder sonstige Kompressionsartefakte. Auch Defekte oder andere Fehler fallen kaum auf.
Obwohl man sich vor Augen halten muss, dass tonal nicht sehr viel passiert, kann der deutsche Dolby Digital 5.1-Ton stets überzeugen und glänzt durch seine saubere Sprachwiedergabe und den äußerst dynamischen Umgebungsgeräuschen. Jeder Ton und jeder Effekt kommt präzise und glaubhaft herüber. Vor allem die akustischen Schockeffekte stechen aus den sonst sehr dialoglastigen Film positiv hervor. Selbst der teilweise etwas zu kräftige Einsatz des wuchtigen Scores von Clint Mansell kann in den meisten Szenen überzeugen und unterstreicht die Spannungsmomente in den meisten Bunkerszenen. Die Dialoge im englischen Track klingen natürlich etwas klarer und lauter, aber ansonsten gibt es keine nennenswerten Unterschiede zwischen dem englischen und dem deutschen Track. Optional können dann noch deutsche und englische Untertitel hinzu geschaltet werden.
Leider verzichtete man beim Audiokommentar auf eine Untertitlung, was wirklich schade ist, denn der Kommentar des Regisseurs Nick Hamm ist sehr unterhaltsam und informativ geworden. Dann gibt es ein 20minütiges Making Of des Films, welches wieder einmal zu reinen Werbezwecken gedacht war und wenig Interessantes bietet. Die 9 geschnittenen Szenen haben teilweise noch Rohschnittqualität und beinhalten unter anderem 2 alternative Anfänge und ein alternatives Ende. Im Ganzen recht ansehnlich. Der Rest besteht aus dem Original Kinotrailer und 7 Texttafeln über Cast & Crew. Nicht gerade ein umwerfendes Bonusmaterial, aber besser als gar nichts.

Im Kino weniger erfolgreich, schenkt BMG den Film trotzdem eine recht würdige DVD-Umsetzung. Schade nur, dass sämtliche Fassungen auf der Welt, auf der BBFC15-Freigabe beruhen. Zwar gab die Britische Prüfungskommission "The Hole" ungeschnitten ab 18 frei, jedoch wollte der Verleih eine 15er Freigabe und ließ den Film etwas kürzen. Der Witz ist bloß, dass die englische DVD trotzdem ab 18 ist, da die Deleted Scenes ab 18 waren und somit darf der Film, der nun ab 15 ist, trotzdem nur an Volljährige verkauft werden. Bisher ist jedoch noch nirgendwo eine offiziell längere Fassung erschienen.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++++-
Bonus+++---


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