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USA 1983
Originaltitel:Dead Zone, The
Alternativtitel:Dead Zone - Der Attentäter
Länge:103 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:David Cronenberg
Buch:Jeffery Boam, nach Stephen King
Kamera:Mark Irwin
Musik:Michael Kamen
SFX:Jon Belyeu
Darsteller:Christopher Walken, Brooke Adams, Martin Sheen, Sean Sullivan, Jackie Burroughs, Herbert Lom
Vertrieb:Marketing Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (splitted) Dolby Digital 2.0 (Stereo), Mono
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
- Trailer
- Slideshow
- Deleted Scene-Script
- Werbegalerie
- Biografien und Filmografien von Christopher Walken, Tom Skeritt und David Cronenberg
- Trailershow
Nichts deutet daraufhin, dass das Leben des Englischlehrers Johnny Smith nicht auch weiter in ruhigen, normalen Bahnen verlaufen soll - bis es zu dem grässlichen Unfall kommt. Als Johnny nach fünfjährigem Koma wieder erwacht, merkt er, dass er jetzt die übernatürlichen Gaben eines Hellsehers besitzt. Nur ihm ist es zu verdanken, dass ein Kind gerettet und ein Frauenmörder gefasst wird, aber jede seiner Visionen zehrt an Johnnys Körper und nimmt ihm Jahre seines Lebens. Er wird zum Objekt einer sensationslüsternen Presse und zieht sich angewidert aus der Öffentlichkeit zurück. Doch noch steht ihm seine größte Herausforderung bevor: Johnny lernt Greg Stillson kennen, den Mann, der - wie Johnny in einer Vision erkennt - als nächster Präsident der USA die Welt dem atomaren Inferno ausliefern wird. Johnny sieht für sich nur eine Möglichkeit, dies zu verhindern: Er muss Greg Stillson töten ...
Als Cronenberg-Fan kann man beim Rezensieren eines seiner Werke nur bedingt objektiv sein, aber bei "Dead Zone" will ich es einmal versuchen. Cronenberg drehte den Film 1982 nach einer Kingschen Vorlage und als solcher ist "Dead Zone" auch durchaus beeindruckend, wenn nicht sogar einer der besten King-Verfilmungen in den 80er Jahren. Der Film beginnt ruhig und entwickelt nach und nach eine unheimliche Spannung bis hin zum bedrückenden Finale, welches King typisch ausgefallen ist. Aber wenn man ihn als reines Cronenberg-Werk sieht, fällt "Dead Zone" deutlich ab und steht weit hinter den anderen Filmen Cronenbergs. Man vermisst hier aus heutiger Sicht die Klasse eines "Rabid" oder eines "Videodrome", der ein visuelles Meisterwerk darstellt.
Für ein Meisterwerk ist die Story jedoch zu dünn und der Handlungsablauf zu zäh. Das ganze Szenario wirkt zu vorhersehbar und Schluss endlich ist nur das Ende, wie oben schon geschrieben, wirklich überraschend. Hier fehlen die Cronenberg typischen Stilmittel bei Kameraführung und Schnitt, die in allen seinen Filme stets etwas Besonderes waren, bei "Dead Zone" aber viel zu harmlos und kaum experimentell ausgefallen sind.
Etwas besonderes ist hier aber Christopher Walken, der in der Rolle des Lehrers John Smith einfach aufgeht und eine meisterhafte Performance hinlegt. Direkt zu Beginn wird man ums Schmunzeln nicht herum kommen, wenn er im Unterricht über die Geschichte von "Sleepy Hollow" redet, in dessen Realverfilmung er knapp 18 Jahre später selbst den kopflosen Reiter mimen sollte. Christopher Walken ist ein Phänomen, ein wirklicher Glücksgriff und spielt seine Rolle dermaßen überzeugend und glaubhaft, dass es nicht vieler Worte benötigt, um die Zerissenheit des Charakters zu porträitieren. Somit ist Walkens Besetzung als Lehrer mit dem "zweiten Gesicht" ein großer Pluspunkt für den Film, so dass "Dead Zone" teilweise nur durch sein Auftreten zu wirklichen Höhen aufsteigt.
Fans des Romans werden schnell merken, dass Cronenberg die Geschichte auf ein Minimum reduziert hat und sich nur auf John Smith konzentriert und nicht wie bei der königlichen Vorlage alle Charaktere ausleuchtet und einen großen Rahmen zum Entwickeln gibt. Daduch wird das ganze natürlich etwas zweidimensional und leichter zu konsumieren. Ob eine originalgetreuere und komplexere Verfilmung letztendlich besser funktioniert hätte, muss jeder für sich entscheiden, die Tatsache, dass Cronenberg aber zumindest für Fans und Kenner eine viel zu leicht konsumierbare Kost abliefert, kann durchaus negativ aufstoßen. Auch der episodenhafte Erzählstil ist ein kleines Manko im Film. Cronenberg inszeniert die Erlebnisse von John Smith wie in einem Buch kapitelweise. Zuerst auf der Suche nach einem Sexualmörder, dann als Privatlehrer für den Sohn eines Millionärs bis hin zum Wendepunkt der Geschichte, den Händedruck des Politikers Greg Stillson (Martin Sheen). Dieser kandidiert zunächst noch als Senator, aber John sieht, dass dieser eines Tages als Präsident der Vereinigten Staaten zu einem Massenmörder wird und selbst vor Atomwaffen nicht zurückschreckt. John sieht es als seine Pflicht den Senator aufzuhalten, ganz selbstzwecklos und ohne dass jemals jemand den wahren Grund für seine Tat erfahren wird. Der Schlusstenor bestätigt eigentlich noch mal all das, was wir den ganzen Film über miterleben dürfen. Eine kalte depressive Grundstimmung, die den Mainstream-Zuschauer runter zieht, jedoch für einen Cronenberg-Fan ungewöhnlich zurückhaltend und recht konventionell ausgefallen ist.

Nach unzähligen geschnittenen Auflagen und einigen ungeschnittenen, jedoch qualitativ minderwertigen DVD-und VHS-Auflagen, bekommen wir "Dead Zone" mit der Marketing Film-Neuauflage in seiner bisher besten Version und noch dazu völlig ungeschnitten in Deutschland zu sehen. Neben de, guten Kontrast bekommen wir eine knallige Farbgebung geboten und auch die Bildschärfe kann meist überzeugen. Details lassen sich stets gut erkennen und nur selten bemerkt man den Rauschfilter, der eingesetzt wurde um das Bildrauschen zu eliminieren. Wenn man bedenkt dass der Film schon seine 20 Jahre auf den Buckel hat, kann man mit dem Ergebnis durchweg zufrieden sein. Leider sorgen die Kompressionen für ein etwas unschönes Blockrauschen im Hintergrund, was stellenweise überdeutlich zu sehen ist. Defekte und Verschmutzungen treten relativ selten auf, mindern den Sehgenuss aber nicht sonderlich. Lediglich die intensive Farbgebung hätte etwas zurückhaltender ausfallen können, ansonsten aber 4 gute Punkte für die Bildqualität.
Beim Ton ist das wieder so eine Sache. Hier wurde einmal mehr ein Monoton zu für einen Dolby Digital 2.0 und Dolby Digital 5.1 Upmix benutzt. Im Großen und Ganzen ist das auch ordentlich gelungen. Die Musik klingt sehr dynamisch und kommt kräftig rüber. Auch der Bass kann überzeugen und uns wird somit eigentlich ein ordentlicher Upmix geboten, dem es selbst an Räumlichkeit nicht fehlt. Leider werden bei einem splitted Mix aber auch sämtliche Dialoge auf alle Kanäle verteilt. Die Stimmen klingt sehr dumpf und gewöhnungsbedürftig, auch der Rauschfaktor ist recht hoch ausgefallen. Die 2.0-Variante ist hierbei der beste Mittelweg. Immer noch kräftig im Ton, rauscht aber deutlich weniger als der 5.1 splitted Upmix. Die Monospur ist ein Witz und sehr leise und kaum zu verstehen. Der englische 2.0 Track hingegen klingt auch sehr sauber in der Tonabmischung und bietet eine recht gute und natürliche Dialogverständlichkeit. Leider müssen wir auf deutsche Untertitel verzichten.
Das Bonusmaterial ist leider recht mager ausgefallen. Neben dem Original Trailer, einer Bilder- und Artwork-Galerie gibt es noch 3 Bio- und Filmografien von Tom Skerrit, Christopher Walken und David Cronenberg. Unter dem Menüpunkt "Deleted Scene-Script" verbergen sich Drehbuchauszüge, die später keinen Platz im Film fanden. Zum Ende hin gibt es dann noch die typische Marketing Film-Trailershow. Nichts besonderes also, jedoch deutlich mehr als das US-Pendant zu bieten hat.

"Dead Zone" ist eine tolle King Verfilmung, aber ein schwächerer Cronenberg, jedoch ein guter Einstieg für Cronenberg unerfahrene und Mainstream-Gucker, die sich an seine Visionen des "Neuen Fleisches" durchaus stoßen könnten. Die DVD bietet ein recht ordentliches Bild, ein soliden, wenn auch nicht besonders guten Ton und eine magere Ausstattung. Die Tatsache, dass es den Film selbst im Ausland nicht besser gibt, spricht für diese DVD-Umsetzung.


Film++++--
Bild++++--
Ton++----
Bonus+-----


Druckbare Version
Dead Zone, The (Die komplette dritte Season)
Dead Zone, The (Die komplette vierte Season)
Dead Zone
Dead Zone
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