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USA 2002
Originaltitel:Hours, The
Länge:110 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Stephen Daldry
Buch:David Hare, nach dem Roman von Michael Cunningham
Kamera:Seamus McGarvey
Musik:Philip Glass
Darsteller:Nicole Kidman, Julianne Moore, Meryl Streep, Allison Janney, Ed Harris, Claire Danes, Toni Collette, Eileen Atkins, Stephen Dillane, Charley Ramm, John C. Reilly, Miranda Richardson
Vertrieb:Highlight
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Specials:
DVD 1:
  • Regiekommentar
  • Audiokommentar der 3 Hauptdarstellerinnen
DVD 2:
  • The Hours - Special
  • 3 Frauen & 9 Oscars? - Kino Kino-TV Special
  • Fotogalerie
  • 8 TV-Spots
  • Blick hinter die Kulissen
  • Trailer
  • Trailershow
  • Der besondere Filmtipp
  • Highlight im Internet
Drei Geschichten rund um Virginia Woolfs Roman "Mrs.Dalloway", in dem das Leben einer Frau anhand eines einzigen Tages in ihrem Leben, geschilder wird, fließen ineinander. Im Jahr 1923 bemüht sich die von Depressionen geplagte und Stimmen hörende Virginia (Nicole Kidman) einen neuen Roman zu schreiben: Mrs.Dalloway. Ihr Mann und gleichzeitig ihr Verleger dringt nicht mehr durch zu der von Ängsten und Neurosen geplagten Selbstmordgefährdeten. Im Jahr 1951 bemüht sich die perfekte Hausfrau Laura Brown (Julianne Moore) ihrem Mann einen Geburtstagskuchen zu backen, wird aber durch ihre latente und unterdrückte Homosexualität gegenüber einer Nachbarin beinahe in den Selbstmord getrieben. Im Jahr 2001 lebt Clarissa Vaughan (Meryl Streep) unbewusst Woolfs Roman nach, als sie um ihren Freund und Ex-Geliebten Richard (Ed Harris) bemüht, der an AIDS sterben wird und partout nicht ihre Bemühungen unterstützen will, ihn für die Verleihung eines Buchpreises mit einer Party zu feiern.
Für jede von ihnen gibt es drei Möglichkeiten mit ihrem eingeengten, unerfüllten Leben fertig zu werden: durch den Tod, den Abschied von den Lebensumständen oder dadurch, einfach wie bisher weiterzumachen...
Ein kunstvolles Netz ineinander verwobener Geschichten, das hochkarätigstes Schauspielerkino produziert, das ist Stephen Daldrys "The Hours". Es ist intelligent, nachdenklich, schwermütig, niederschmetternd - es ist genial und gleichzeitig ein so schwerer Brocken, dass ihn die meisten Zuschauer nicht schlucken werden können. Was schade ist, denn selten wurde das Niveau in einem Film so leichtfüßig mit so einem zermürbenden Thema hochgehalten.

Daldry verwebt kunstvoll drei Schicksale aus den Jahren 1923, 1951 und 2001 ineinander, drei Frauen, die auf die eine oder andere Art und Weise etwas miteinander zu tun haben, ferner oder enger, doch stets mit dem Bindeglied des Romans Mrs.Dalloway von Virginia Woolf. Der Ansatzpunkt heißt Lebensverwirklichung, das Ausleben der wahren Wünsche und das heißt wiederum Homosexualität, Lesbiertum. Die Autorin tritt hier auch selbst in der ältesten Episode auf und projiziert ihr Schicksal auf ihre Romanfigur, deren gesamtes Schicksal sie anhand eines einzigen Tages zu erzählen versucht, während sie selbst, geistig stark zerrüttet, neurotisch, depressiv und selbstmordgefährdet mit ihren eigenen Dämonen kämpft - ein Neutrum, zu dem nicht einmal ihr eigener Mann auf seine geschäftsmäßige, asexuelle Art durchdringen kann.

Die mittlere Story zeigt die Auswirkungen des Romans auf eine Mittelklassehausfrau, bei der eine Reihe von Nichtigkeiten, gemeinsam mit der Erkenntnis der Unerfülltheit eine fast tragische Wendung nehmen. Die moderne Geschichte lebt die Dallowaystory schließlich in der Gegenwart nach, in der eine sich eine Verlegerin zwar für ihre Geliebte entschieden, aber sich nicht für sie geöffnet hat, weil sie sich immer noch ihrem Ex-Geliebten und Schriftsteller verpflichtet fühlt, der gerade an AIDS stirbt.

Die Essenz aus der Geschichte herauszulösen ist Schwerstarbeit, denn die kunstvolle Konstruktion der Erzählung, die per Schnitt ständig von einer Episode in die nächste wechselt, lenkt immer wieder davon ab, dass man auch verstehen will, warum einem das hier erzählt wird. Zusätzlich konkurrieren noch imposante Darstellerleistungen mit der Aussage, die im Kern schließlich ihren Charakteren drei Möglichkeiten gibt, als Frau aus dem projizierten und so festgefügten Alltagsleben herauszutreten: durch den Tod, durch die Flucht oder einfach dadurch, weiterzumachen, wie bisher, aber in der Gewissheit, die Prinzipien des Seins begriffen zu haben und es dadurch leichter und lebenswerter zu gestalten. Jede der drei Figuren wählt einen anderen Weg und keiner kann sagen, einer davon sei der falsche gewesen. Insofern hält der Film seinen Zuschauern den Spiegel vor, belehrt und moralisiert aber nicht, sondern lässt die freie Entscheidung, ob einen das Problem betrifft oder nicht.

Ein geradezu monumentaler Cast bringt diese Pracht erst zum Leuchten: Nicole Kidman verschwindet fast völlig in der Figur der gequälten Autorin und zeigt sich sämtlichen Auszeichnungen würdig. Das kaputte Genie ist eine definitive Meisterleistung, doch die anderen stehen in nichts nach.
Julianne Moore z. B. als biedere Ehefrau des Mittelstands der 50er, hilft ihre chronische Blassheit hier zu einer neuen Form des Ausdrucks, hinter der superbeherrschten Porzellanfassade warten die Abgründe nur so, endlich freigelassen zu werden. Meryl Streeps sich selbst quälende Verlegerin ist zwar ein Selbstläufer, doch wieder einmal beweist die Darstellerin ihr besonderes Talent für diese Rollen, mit sich selbst ringend, stark und zerbrechlich zugleich.
Erscheinungen gleich huschen noch andere Namen durchs Bild, sich in dem Ensemble wunderbar einordnend, Claire Danes als Streeps Tochter, John C. Reilly als Moores Mann, Miranda Richardson als Woolfs Schwester und Ziel ihrer Gefühle und nicht zuletzt Ed Harris, dessen Anblick als Todgeweihter einem Angst und Bange machen kann, würde die unbändige Energie des Sterbenden den Zuschauer nicht bannen.
Über dem ganzen Film wabert und flirrt ein Teppich von einem Soundtrack, erschaffen von Philip Glass, leicht, schwer und hypnotisch gleichzeitig, wenn auch gewöhnungsbedürftig. Wenn man Abzüge verteilen will, dann höchstens für den Darstellungsstil, denn alle agieren bisweilen arg theaterhaft, lange Blicke, große Pause, bedeutsame Sätze. Die Kamera taucht ein in die Gesichter der Spieler, tiefer und tiefer und man spürt die Absicht, es ist künstlich, es ist Kunst. Aber große Kunst!

"The Hours" liegt uns hier in einer exklusiven 2DVD Edition vor, die in einem hübschen Digipack mit Pappschuber und einen 5?-Blumengutschein ausgeliefert wird. Obwohl der Film sehr dialoglastig ist, kann man von einer fast perfekten Abmischung sprechen. Der Centerkanal gibt sich sehr dominant und selbst Umgebungsgeräusche wurde nach vorne verlegt. Nur selten bekommen wir aus den Rearspeakern richtige Effekte zu hören, dafür ist der Score von Philip Glass perfekt in das Geschehen intrigiert worden und sorgt für einen hervorragenden Raumklang und zeigt sich auf allen Kanälen sehr präsent. Für den englischen 5.1 Track gibt es noch optional zuschaltbare deutsche Untertitel. Weshalb man bei diesem Film allerding eine DTS-Spur beigepackt hat, bleibt uns ein Rätsel, da dies bei einem dialoglastigen Film kaum einen wirklichen Sinn macht. Außerdem hätte man sich den Speicherplatz lieber für das Bild sparen sollen, denn in diesem Bereich kann die DVD nicht überzeugen.
Ganz offensichtlich hat man hier auf eine Kinoabtastung zurückgegriffen und nicht das Originalmaster benutzt. Das Bild wirkt sehr unruhig und recht verrauscht. Die Farben wirken blass und auch der Kontrast kann nicht überzeugen. Das Bild ist unscharf und durch das Bildrauschen gehen die Details verloren. Oftmals sehen wir Doppelkonturen, was an der schwachen Kantenschärfe liegen dürfte und auch die Kompressionen sorgen im ganzen Film über für Blockrauschen. Defekte und Verschmutzungen fallen kaum auf, trotzdem ein enttäuschendes Ergebnis bei einem aktuellen Film, der noch dazu eine Oscar gewonnen hat. Wir vergeben hier gute 2 Punkte, aber mehr ist beim besten Willen nicht drin.
Bei den Extras hat man sich deutlich mehr Mühe geben und bietet uns neben zwei Audiokommentaren vom Regisseur und den 3 Darstellerinnen, die leider nicht untertitelt wurden, noch eine Extra Disc mit einer Menge an Bonusmaterial. Den Anfang macht das knapp einstündige "The Hours Special", welches samt Einleitung des Regisseurs in 5 Kapitel unterteilt wurde und mit deutschen Untertitel ausgestattet ist. Die Dokumentation ist sehr informativ und endlich einmal nicht eine Aneinanderreihung von reinem Promotionmaterial, wie man es von anderen Filmen her kennt.
Der 5minütige Beitrag "3 Frauen & 9 Oscars?" aus der Reihe "Kino Kino" des Bayrischen Rundfunks ist zwar recht kurz, aber nicht minder interessant. Dann gibt es noch einen knapp 7minütigen "Blick hinter die Kulissen" der Dreharbeiten zum Film. Unter "Darsteller und Crew" finden wir Bio- und Filmografien, sowie 6 kurze Interviews mit den angegebenen Personen, welche optional untertitelt wurden. Danach gibt es noch 8 TV-Spots aus dem US-TV, sowie 30 Bilder in einer Fotogalerie.
Desweiteren folgt wieder der Highlight Film typische "Besondere Filmtipp", der diesmal durch "Mississippi - Fluss der Hoffnung" repräsentiert wird und neben der Highlight im Internet-Homepage-Werbung gibt es noch eine Trailershow mit 3 weiteren Trailern aus dem Highlight Film-Programm, sowie den Originaltrailer zu "The Houres". Ingesamt also tolles Bonusmaterial, was uns hier geboten wird.

"The Hours" ist in seiner Gesamtheit so schwer wie das behandelte Thema, er ist zentnerschwer und niederdrückend, aber man schaut doch schwer atmend weiter hin: das Leben ist grausam und wir müssen da alle durch. Für so etwas muss Kino mal erfunden worden sein. Die Extras sind zahlreich, der Ton gut und die Verpackung und Menügestaltung ansprechend. Um so ärgerlicher ist es, dass das recht schlechte Bild den Gesamteindruck stark schmälert.


Film++++++
Bild++----
Ton+++++-
Bonus+++++-


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