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USA, NZ 2002
Originaltitel:Lord of the Rings: The Two Towers, The
Alternativtitel:Two Towers: The Lord of the Rings, The
aka. Lord of the Rings 2: The Two Towers, The
Länge:172 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Peter Jackson
Buch:Peter Jackson, Frances Walsh, Philippa Boyens, Stephen Sinclair nach J.R.R. Tolkien
Kamera:Andrew Lesnie
Musik:Howard Shore, Frances Walsh
SFX:Jim Berney, WETA LTD. NZ, Jim Rygiel
Darsteller:Elijah Wood, Ian McKellen, Viggo Mortensen, Sean Astin, Liv Tyler, Cate Blanchett, John Rhys-Davies, Billy Boyd, Dominic Monaghan, Orlando Bloom, Hugo Weaving, Brad Dourif, Andy Serkis, Christopher Lee, Miranda Otto, Karl Urban, Bernard Hill, David Wenham, Robyn Malcolm, Joel Tobeck, John Leigh, Jay Laga'aia, Bruce Hopkins, Craig Parker, Sean Bean
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 EX
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Specials:
DVD 1
  • DVD-Credits (Texttafeln):
    • DVD-Dokumentationen
    • DVD-Produktion
    • DVD-Menü-Design & Produktion
    • Video Mastering
    • DVD-Ton
DVD 2 - Extras:
  • Am Set von "Der Herr der Ringe: Die zwei Türme" Starz Encore-Special (14:04 Min.)
  • Die Rückkehr nach Mittelerde: Warner Brothers TV-Special (43:00 Min.)
  • "The Long and Short of it": Ein Kurzfilm von Sean Astin (5:50 min.) inkl. Einführung (7:08 Min.)
  • Das Making of "The Long and Short of it" (8:10 Min.)
  • lordoftherings.net Original-Dokumentation:
    • Die Mächte der Dunkelheit (4:37 Min.)
    • Das Sounddesign von Mittelerde (4:03 Min.)
    • Edoras: Die Hauptstadt Rohans (4:45 Min.)
    • Die Bewohner von Mittelerde (4:40 Min.)
    • Gandalf der Weiße (2:52 Min.)
    • Waffen und Rüstungen (4:45 Min.)
    • Die Schlacht um Helms Klamm (4:08 Min.)
    • Wie Gollum zum Leben erweckt wird (4:15 Min.)
  • USA-Kinotrailer
  • Teaser
  • Trailer
  • 16 TV-Spots
  • Musikvideo "Gollums Song" von Emiliana Torrini (4:02 Min.)
  • Original-Vorschau auf die Special Extended DVD Edition (5:23 Min.)
  • Original-Vorschau auf "Die Rückkehr des Königs" - Hinter den Kulissen (12:36 Min.)
  • Vorschau auf das EA-Videospiel "Die Rückkehr des Königs" (3:01 Min.)
Die Gemeinschaft des Ringes ist nach Boromirs Tod und dem Ork-Angriff zerfallen. Während Frodo und Sam ihren Weg nach Mordor fortsetzen, um den Ring im Feuer des Schicksalsbergs zu zerstören, folgen Aragorn, Gimli und Legolas den Spuren der Uruk-Hai-Orkhorde, die Merry und Pippin entführt haben, um sie zu Saruman nach Isengart zu bringen. Dazu fliehen die Orks über die Ebene von Rohan, wo sie allerdings von den Rittern Eomers, des Feldmarschalls der Mark Rohan aufgerieben werden. Merry und Pippin können in den Wald Fangorn fliehen, wo sie den Baumhirten und Ent Baumbart kennenlernen, während ihre drei Retter dem wieder zum Leben erwachten Gandalf begegnen, der sie in die goldene Halle von Rohan mitnimmt, wo König Theoden unter dem Einfluss seines Beraters Schlangenzunge dahinsiecht. Doch Gefahr droht, denn Saruman will mit einem Handstreich über Rohan hinwegfegen. Notgedrungen ziehen sich die Menschen in die Hornburg von Helms Klamm zurück, um einen scheinbar aussichtslosen Kampf zu führen.
Währenddessen machen Frodo und Sam die Bekanntschaft ihres Verfolgers: es ist Gollum, der ehemalige Besitzer des Rings, der von ihnen "gezähmt" wird, sie zum schwarzen Tor von Mordor zu bringen. Doch hilft Gollum ihnen wirklich oder lockt er sie in eine tödliche Falle?
ACHTUNG: Spoiler-Warnung!
Solltet ihr den Film noch nicht kennen, so überspringt dieses Review und lest bitte erst beim technischen Teil weiter.

Eins sollte ich vorwegschicken: Selbst wenn man mir die Beine weggeschossen hätte, wäre ich einer von denen gewesen, die auf blutigen Stümpfen in nächste Multiplexkino gekrochen wären, um die Fortsetzung des "Herrn der Ringe" in der Mitternachtspremiere mitzuerleben. Zu intensiv das Erlebnis vor fast genau einem Jahr, da sind die Erwartungen natürlich hoch. Und doch stelle ich gleich zu Anfang fest: eine ganz leichte Enttäuschung zu verschiedenen Aspekten kann ich nicht leugnen. Das ändert gar nichts an der Tatsache, dass Peter Jackson wieder ein phänomenales Stück Film in die Kinos gebracht hat, nach dem sich zurecht Millionen von Fantasyfans die Finger lecken werden, doch Fans der Bücher werden so manches Mal während des drei Stunden dauernden Films nachdenklich die Stirn runzeln über das, was hier zeitweise aus der literarischen Vorlage gemacht wurde, um in filmischer Hinsicht das Vorgegebene zu dramatisieren.
Kennzeichen der "zwei Türme" ist der Versuch, den Mittelteil einer Trilogie zu einem runden, abgeschlossenen und hochunterhaltsamen Erlebnis zu machen. Dabei allerdings sah man sich genötigt, die auf drei unterschiedliche Handlungsstränge aufgesplittete Handlung so aufzubereiten, dass es sowohl Action als auch Gefühl, sowie jeweils einen beeindruckenden Höhepunkt am relativen Schluss gibt, und sei es auf Kosten der erzählerischen Notwendigkeit.
Jackson wandert hier leider weg vom Epos zum Pathos und lässt so geschwind die Bilder ablaufen, dass der hoheitliche Atem der Vorlage, den der erste Teil nach atemberaubenden Sequenzen immer noch genoss, leider mehr und mehr verschwindet. Gegner des ersten Teils werden sicherlich erfreut sein, dass mehr "Handlung" und weniger sogenannte "Löcher" auftauchen, doch bei aller Inszenierungswut hat man hier manchmal zuviel des Guten getan. Der besondere Reiz von Tolkiens Werk liegt auch in der Vielfalt der Welt, die er um den Plot und die Figuren geschaffen hat, mit all den Wesen, der Topograpie und den Sprachen und Rassen. Der zweite Teil reduziert das gezwungenermaßen ein, um dem Atem des ersten Teils sich erst durch die Extended Edition wieder anzunähern.
Aber beleuchten wir doch die Handlungsstränge im einzelnen:

Frodo und Sam.
Erstgenannter war sicherlich die Hassfigur vieler im ersten Teil, weil die "young blue eyes" von Wood bei jeder sich bietenden Gelegenheit angsterfüllt in die fiktive Welt blickten und er tausend Tode starb, wie es schien und dennoch immer überlebte. Jetzt sind er und Sean Astin getrennt von den anderen auf ihrem Weg nach Mordor. Dieser ist, so scheint es, durch das Buch genau vorgezeichnet und eine Weile hält man sich auch daran. Dennoch ist die Gemeinschaft der beiden erzählerisch nicht so stark, als dass sie in diesem Teil nicht ein wenig kürzer treten müssten, denn die anderen Charaktere haben die wesentlich bunteren Teile der Handlung durchzustehen, während dieser Handlungsstrang eher die düsteren und unheroischen Teile der Saga abhakt. Trotzdem startet der Film mit einem Hammer der Sonderklasse, wenn Frodo erträumt, wie es Gandalf nach/bei seinem Sturz in die dunkle Tiefe mit dem Balrog ergangen ist. Das Effektfeuerwerk ist Spitzenklasse und adrenalintreibend getrickst, wenn es auch Nichtkenner des ersten Teils (eine Einführung in die bisherigen Ereignisse findet NICHT statt) mit Fragezeichen auf den Gesichtern zurücklassen wird. Andererseits: wer geht denn in einen zweiten Teil ohne Vorkenntnis des ersten oder des Buchs. Die haben es dann nicht besser verdient.
Nach den hervorragenden Sequenzen im Emyn Muil, tritt hier auch endlich Gollum in Erscheinung, den Komplett-CGI-Charakter, der das Vorurteil, es könne keine realistischen künstlichen Charaktere geben (nach dem Inferno rund um Jar Jar Binks), vollständig begräbt. Gollum ist nicht nur eine hinreißend geschaffene und getrickste Figur, sie hat auch viel mehr Tiefe und Leben als ihre zwei menschlichen Begleiter. Man kann sehen, wie verliebt die Produktion in diese Figur war und wenn es außer den Schlachtengemälden einen Hauptgrund gibt, diesen Film unbedingt zu sehen, dann ist es Gollum. Die offenkundige Schizophrenie des Geschöpfs ist so komisch, ernsthaft, traurig und unheimlich gleichzeitig, dass es einen aus den Sitzen reißt.
Ganz nach dem Buch führt der Weg dann durch die Totensümpfe (mit einem netten, aber nicht notwendigen Gruselbad Frodos) bis zum Schwarzen Tor von Mordor (mehr als beeindruckend), wo wiederum eine zusätzliche Unfallsequenz für Spannung sorgt und uns endlich mal vorführt, wozu Elbenmäntel so alles gut sind. Auch die ist nicht nötig, aber stört dafür sie wenigstens nicht. Anschließend folgt die Reise gen Ithilien, wo Faramir auf die Gefährten wartet. Was schade dabei ist, ist die völlige Abwesenheit der nötigen Tiefe in der Freundschaft zwischen Frodo und Sam, die nur in wenigen Sequenzen wegen des Effekts angedeutet wird. Der Einfluss des Rings wird kaum gezeigt, die Veränderungen sind nur grob gezeichnet, Sam als immer stärkere Figur kaum verdeutlicht. Was überdies verlustig geht, ist die notwendige Geographie, die uns anzeigt, dass man aus den verwüsteten Landen des Nordens dann an der Bergkette südlich geht, bis man in die Enklave Ithilien kommt, wo es noch relativ schön ist, ein kleines Paradies im Niemandsland. Da wird sich einigen der Kopf drehen, wenn sie versuchen, zu ergründen, wo sich jetzt wer befindet. Der kurzfristige Einsatz einer Karte nützt da wenig.
Wirklich schlimm ist jedoch die Behandlung von Faramir. Der weiß nicht nur nach der "Schatz"-Erwähnung Gollums sofort um die Bedeutung Frodos, er weiß auch, dass es sich um einen Ring handelt, eine Information, die er laut Buch a)nicht haben dürfte und b) niemals aus Gollum herausbekommen hätte, da dieser das Wort "Ring" nie in den Mund nimmt. Und als wäre dies auch nicht genug, erweist er sich noch als schlimmerer Bruder von Boromir, der ohne Federlesens die beiden nach Gondor verfrachten will. Sie kommen jedoch nur in die zerfallene Stadt Osgiliath, eine Episode, die im Buch gar nicht existiert, die aber Gelegenheit zu einigen wunderbaren Bildern gibt und zu einem visuell beeindruckenden, aber unwesentlichen und schwach geschriebenen Höhepunkt mit einem Nazgul auf einem Flügeltier, da ein einziger Pfeil den Ringgeist vertreibt und eigentlich die Sequenz Frodo an Sauron schon verraten haben müsste. Hier stimmt immerhin die Atmosphäre, die darauffolgende Entscheidung Faramirs, sie gehen zu lassen, wird jedoch nicht erklärt. Damit entlässt man nach einer pathetischen, patriotischen und leider sehr zuckrigen Schlussrede Sams das Trio in Richtung Kankras Lauer, die uns leider erst im finalen Abschnitt präsentiert wird.
Da wurde so viel vom Buch abgeändert, dass es fast schon eine unpassende Offenbarung ist, ein kurzes lupenreines Buch-Intermezzo rund um den Kaninchenpfeffer zu bekommen, wunderschön komisch gespielt und dabei für die Handlung komplett unnütz. Aber wer gesehen hat, wie Gollum sich ein (bereits totes) Kaninchen durchbricht und anknabbert, versteht das wohl ...

Merry und Pippin.
Die Klassenclowns aus dem ersten Teil sind erwachsen geworden, haben aber noch weniger Screentime als das erste Pärchen. Nach einer flotten Flucht aus der Orkhorde geraten sie nach Fangorn, stolpern dort sofort über Baumbart und dann auch noch über Gandalf (ein Auftritt, der weder richtig gezeigt, noch erklärt wird), um schließlich beim Ent-Thing eine Abfuhr bezüglich Isengart zu erhalten. Da helfen auch keine patriotischen Anstrengungen, erst als Merry Baumbart in Sichtweite Isengarts und seiner Verwüstungen lotst, bricht der Zorn aus den Baumhirten hervor. Leider ist dieser Handlungsstrang am stiefmütterlichsten behandelt worden und wird relativ kurz abgehandelt. Die Magie von Fangorn kann gar nicht eingefangen werden, dafür bleibt einfach keine Zeit, ein Problem, das die Extended Edition lösen könnte. Der unheimliche Faktor will also nicht recht greifen, genauso wenig wie die Charakterbildung unserer Helden.
Baumbart an sich ist eine schöne Erscheinung, vor allem vom Gesicht her, leider jedoch versaut die offenbar durch einen leichten Verzerrer gejagte Synchronstimme (die von Gimli wie im Original, dort aber schöner) jegliche Atmosphäre. Auch können die imposanten Ents meistens dann nicht überzeugen, wenn man sie laufen sieht. Hier scheint der Zeitfaktor eine Rolle gespielt zu haben, denn das sieht meistens etwas antiseptisch aus. Das langsame Kennenlernen und die beginnende Freundschaft fallen flach, ebenso wie Quellhall und der Enttrunk, das Thing an sich, ist ein wenig enttäuschend, da sich gerade mal ein Dutzend der Geschöpfe einfinden, obwohl später beim Sturm auf Isengart die zehnfache Menge loslegen. Ohne Erklärung bleibt auch der Clou Merrys, Baumbart zu Saruman zu lotsen, denn er kann gar nicht wissen, dass dieser für seinen Feldzug sämtliche Bäume abgeholzt hat (außer, Gandalf hat das erzählt...). Der Zorn der Ents kommt ein wenig plötzlich und überschnell, der vermutlich aufregendere Marsch durch Fangorn entfällt, aber im Dienste der Dramatik funktioniert das schon.
Isengarts Untergang dagegen kommt infernalisch gut und bietet einen schönen Kontrapunkt zum Schlachtengetümmel in Helms Klamm, doch nach der Flutung der Höhlen fehlt hier das Treffen der Gefährten und der Einsatz des Palantirs, da Jackson wohl eine runde Sache und keinen Cliffhanger wollte. Bleibt nur zu hoffen, dass gerade dieser Strang zusätzliche Szenen bekommen wird, denn dieses Durchhasten durch eine der visuell schönsten und magischsten Episoden des Buches, ist doch leicht enttäuschend.

Aragorn, Gimli, Legolas und Gandalf.
Das ist, wie schon vorher breitgetreten, der wesentliche Teil der Handlung und es beginnt in alter Bestform. Das Treffen mit Eomer, die Spuren der Hobbits und das Eindringen in Fangorn sind authentisch. Die Wiederkehr von Gandalf jedoch ist schon wieder halb verschenkt, denn anstatt reichlich Dramatik (es kennt ja nicht jeder den viel zu geschwätzigen Trailer) aus der Szene zu pressen, setzt Jackson voll auf gleißendes Licht und unterliegt hier in einem von wenigen Fällen der gleichen Szene im Zeichentrickfilm. Interessanter- und dummerweise erspürt UND identifiziert Legolas den "grauen Mann" schon, bevor er ihn sieht, was in starkem Kontrast dazu steht, dass er später nicht in der Lage ist, die Warge, den brennenden Leichenhügel und die heranreitenden Männer Eomers zu entdecken, ehe sie den Gefährten auf den Füßen stehen.
Immerhin sehen wir anschließend im Rückblick dann den Tod des Balrogs auf den Gipfeln der Welt, das entschädigt für manches.
In Edoras/Rohan werden uns dann die neuen Figuren vorgestellt. Eowyn, Theoden und Grima Schlangenzunge treten auf und unsere Gefährten wirbeln die bestehende (Un-)Ordnung kräftig durcheinander. Hier jedoch das erste richtige Ärgernis: Theoden präsentiert sich uns unter Grimas Einfluss (bzw. dem von Saruman) als halb besessener, halb mutierter Greis/Zombie, der erst mal exorziert werden muss, bis er, wie von Zauberhand, als ein wesentlich jüngerer Theoden wiedererwacht. Das ist überflüssig plakativ und auf den bloßen Effekt hin inszeniert, darüber hinaus ist Bernard Lees Theoden ein wenig zu jung und kraftvoll, um ein alter König zu sein. Immerhin können sowohl Miranda Otto als Eowyn und der superintensive Brad Dourif als Schlangenzunge punkten, was das Zeug hält.
Leider hat das, was ab dann passiert, nur noch wenig mit der Vorlage zu tun. Theoden erweist sich als hauptsächlich eigensinnig und halsstarrig; seine Wahl, nach Helms Klamm zu gehen, wird nicht, wie im Buch, von Gandalf unterstützt, sondern als Todesfalle bezeichnet. Im übrigen scheint er mehr an den Ruhm seines Hauses und sich als an sein Volk zu denken, wobei Aragorn sich meistens unterordnet (was stört) und die Dramatik seiner Entscheidung um die Königswürde unter den Tisch fällt. Einen echten Schuss in den Ofen leistet sich dann Jackson mit Gandalfs Abreise, um Eomer zu suchen. Nachdem man ungeschickterweise die Rückkehr des weißen Reiters schon in den Trailer setzte (ein Wahnsinn schlechthin), gibt im Film Gandalf auch noch Tag und Stunde seiner Rückkehr bei der Abreise schon bekannt und beraubt den späteren Ausfall aus Helms Klamm jedweden Juhu-Effekts, da man so ja die Uhr danach stellen kann. Wie diese Entscheidung getroffen werden konnte, bleibt wohl Jacksons Geheimnis, es ist der größte Klops des Films, denn wenn Gandalf eins nicht kann, dann in die Zukunft schauen.
Den Weg nach Helms Klamm säumt dann ein schöner Wargreiter-Angriff, der in einem absolut unnötigen Sturz Aragorns von einer Klippe gipfelt, um in seiner Abwesenheit, das Problem um seine Beziehung zu Arwen (sterblich/unsterblich) zu erörtern. Trotzdem sind die Sequenzen um Elrond und Arwen schön, doch es wirkt so, als bräche Arwen bereits in die Unsterblichenlande auf, was ja nicht stimmt. Währenddessen profilieren sich Legolas mehr und mehr als schnuckeliger Actionheld mit dem schnellen Köcher und Gimli, in Abwesenheit von Merry und Pippin als Comic Relief, der für einige charmante Lacher gut ist. Helms Klamm an sich kann wieder viele Punkte machen, bis dort auf einmal aus nicht weiter erklärten Gründen (gerade eben hat Elrond das Bündnis zwischen Menschen und Elben noch für beendet erklärt) eine Elbenkampftruppe unter Kommando von Haldir aus Lothlorien auftaucht. Überdiese garniert der Film das Dilemma des Volks noch anhand zweier absolut überflüssiger Kinder, die von ihrer Mutter geschickt, nach Edoras flüchten müssen, um später eine Familienzusammenführung zu erleben.
Dann also die Schlacht von Helms Klamm. Die ist natürlich bombastisch und hier werden sich die Kampf- und Effektfreaks Finger und Zehen abschlecken, denn es geht ordentlich zur Sache. Nur leider wird dem viel zu viel Zeit für die Vorbereitung eingeräumt, wobei Theoden kaum als besorgter König wirkt. Die eh nicht ganz klischeefreien Dialogen wirken hier zäher als nötig und nur das flotte Gehacke erfreut den Betrachter.
Selbiges ist aber hier noch stärker aus dem Computer, trotz Masse meist extrem blutfrei, aber dennoch ausreichend martialisch. Die Skateboardnummer von Legolas auf dem Elbenschild hätte man sich aber sparen können.
Es rauscht aber schön im Gebälk, nur unterbricht der Film doch mehrmalig für die anderen Vorgänge das Schlachtengetümmel, wo wir doch lieber ununterbrochen dabei geblieben wären, aber schlussendlich ist das nebensächlich. Interessanterweise fehlt es dann aber am nötigen Pathos, wenn es wirklich aufs Ganze geht. Die schwere Entscheidung des Ausfalls und das Blasen von Helms Horn gehen hier fast unter, ja das Horn zeigt sogar gar keine Wirkung (klingt aber auch mehr wie eine Fabrikpausensirene). Doch die Rettung ist ja nahe, denn Gandalf...das hatten wir schon. Brachialer Schluss, das versöhnt, leider mit Ansage.

Der Schluss rundet die Handlungsstränge ausreichend ab und lässt zumindest in den letzten beiden davon kaum Spekulationen über die Fortsetzung zu, da keine offenen Fäden dem Zuschauer in die Hand gedrückt werden (abgesehen mal von Sarumans Schicksal), aber dafür muss sich jetzt auch keiner mehr Kinosaal wundern, weil "das ja noch gar nicht ganz vorbei ist"! All diese kleinen subtilen Veränderungen ergeben zwar immer noch einen breitflächigen und monumentalen Film, doch so recht schmecken werden sie den Hardcore-Fans (und das sind viele) sicherlich nicht. Man kann spüren, wie sehr Jackson um einen runden Film bemüht war, auf Tempo und Handlung wert gelegt hat, doch dabei sind die am Ende herauskommenden drei Stunden immer noch deutlich zu kurz. Ich hätte einfach gerne öfter innegehalten, um mich umzusehen, einen Blick über Mittelerde schweifen lassen, doch die viele Handlung muss noch irgendwie untergebracht werden. Übrigens empfiehlt sich die Originalfassung wieder mehr, denn die deutsche Synchro ist zwar bemüht, aber nicht so erlesen wie die englische Fassung.
Das lässt natürlich Fragen offen für die dritte Runde, denn da erwartet uns vermutlich der absolute Overkill, wenn es darum geht, Kankra, Frodos Gefangennahme und den Weg zum Berg, Minas Tirith, die Pelennorschlacht, die Pfade der Toten und den Kampf am Schwarzen Tor, samt Sarumans Sturz, der Befreiung des Auenlandes und den Grauen Anfurten in einen Film zu stopfen. Jackson läuft hier Gefahr zu viel proppen zu müssen, dabei ist schon hier zuviel gewollt worden und zuwenig erreicht. Das geht so weit, dass niemand von den Gefährten im Film mal einen Gedanken an Frodo und Sam verschwendet, Aragorns königliche Herkunft völlig unter den Tisch fällt und Nichteingeweihte vermutlich kaum noch wissen, wo sich die Beteiligten denn jetzt aufhalten und wie weit sie voneinander entfernt sind.
Ich für meinen Teil hoffe, dass das künftige Drehbuch sich wieder stärker an das Original hält, da wesentliche Neuerungen bei der Detailfülle gar nicht notwendig erscheinen. Schon der erste Teil hatte Kürzungen und Verdichtungen, hier jedoch wird komplett umgedichtet und das haben die Fans nicht so gern. Dennoch haben wir hier einen weitestgehend imposanten Nachfolger, der viele Kinobesucher komplett aus den Socken hauen wird, ein großer Film, dessen viele kleine Nadelstiche es mir jedoch unmöglich machen, hier zur Höchstwertung zu greifen, auch wenn ich es zu gern tun würde.

Wie auch schon bei "Die Gefährten" bekommen wir vor der eigentlichen "Extended Edition" die einen Monat vor Kinostart des dritten "Der Herr der Ringe"-Teils erscheint, die normale Kinofassung zu Gesicht die knapp 20 Minuten kürzer ist als der so zu sagen "Director's Cut". Erfreulicherweise merkt man sofort, dass Warner anscheinden aus den Fehlern der ersten DVD gelernt hat und dem Bild so mehr Speicherplatz einräumte. Hier hat man auf die unnötige Dolby Surround-Spur verzichtet und konnte die Datenrate somit etwas erhöhen. Trotzdem ist das Bild nicht perfekt und wir sind uns sicher, dass man es noch besser hätte machen können.
Die Farben kommen sehr kräftig und meist natürlich zu Geltung. Einige Szene haben einen kleinen Grün- und oder Blaustich, was hier aber ein Stilmittel ist. Der Kontrast ist perfekt und weiß selbst in dunklen Szene voll zu überzeugen. Bildrauschen fällt hier nicht auf und nur in den wenigsten Momenten und beim genauen Hinschauen bemerkt man leichtes Bildrauschen im Hintergrund. Trotz einer recht geringen Bitrate sind die Kompressionen einwandfrei und selbst Verschmutzungen oder andere Fehler fallen nicht auf. Lediglich im Bereich Schärfe hapert es hier ein wenig, weshalb wir auch nicht die volle Punktzahl verteilen. An einigen Stellen fallen leichte Bewegungsunschärfen auf und auch der Hintergrund und bei der Detailzeichnung gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten.
Im Gegensatz zum guten, jedoch nicht perfekten Bild, darf man dem Ton ruhigen Gewissens die Höchstnote geben und somit erhebt sich die "Der Herr der Ringe: Die Zwei Türme" DVD ebenfalls in den Tonreferenz-Himmel, wie zuletzt beispielsweise die "Daredevil"-DVD. Der unglaublich dynamische 5.1 EX-Ton kann in jeden Belangen überzeugen und bietet eine Soundkulisse der Sonderklasse. Angefangen mit den Umgebungsgeräuschen bis hin zu den unglaublich kräftigen Surroundeffekten, hat der Ton wirklich alles zu bieten. Selbst die Dialogverständlichkeit gibt kein Grund zum Klagen und ist stets sauber und verständlich. Auch der Score von Howard Shore sorgt für ein wahres Erlebnis und der druckvolle aber stets natürliche Bass tut sein übriges dazu bei um ein Heimkino der Spitzenklasse zu präsentieren.
Genau wie bei der ersten DVD sind die Extras allesamt absolut werbelastig und erst bei der "Extended Edition" wird es dann die volle Dröhnung "Herr der Ringe" geben. Hier hat man das Gefühl die selben Extras, nur mit anderen Filmszenen zu sehen, so stark ähnelt sich das gezeigte Material. Den Beginn macht das 14 Minuten lange Featurette Am Set von "Der Herr der Ringe - Die zwei Türme" was wahlweise auf Deutsch oder Englisch zu sehen ist und sich mit den Dreharbeiten zum Film beschäftigt. Hier kommt Cast & Crew zu Worte und die eingestreuten Filmausschnitte machen den Film lediglich für Promotionszwecke tauglich.
Die 43minütige Dokumentation "Die Rückkehr nach Mittelerde: TV Special" ist ebenfalls in Deutsch oder Englisch anwählbar. Diese Doku ist eine Mischung aus Interviews, Filmausschnitten und Aufnahmen vom Set und ist zwar deutlich interessanter als das erste Special, jedoch ebenfalls sehr werbelastig. Da die Crew scheinbar mit den Dreharbeiten zu "Der Herr der Ringe" noch nicht ausgelastet genug war, hat Sean Austin aus Langeweile den Kurzfilm "The Long and Short of it" mit einigen Crew-Mitgliedern gedreht. In diesem Kurzfilm, der knapp 6 Minuten geht, erzählt man uns die Geschichte eines mittelgroßen Plakatklebers, dem seine Leiter kaputt geht und der von Rückenschmerzen geplagt wird. Wie es der Zufall so will helfen ihm eine Kleinwüchsige und ein sehr großer Mann beim Aufkleben des Plakates. Der Film, in dem Peter Jackson einen Kurzauftritt hat kommt ganz ohne Dialoge aus und hat nur eine klassische Musikuntermahlung erfahren. Zwar passt das ganze nicht so recht zum Thema der DVD, jedoch trotzdem sehenswert. Die 8minütige Dokumentation "Making of The Long and Short of It" gibt noch mal einen interessanten Einblick in die Dreharbeiten des Kurzfilms. Man hätte diesen sogar anamorph abgetasteten Kurzfilm lieber an eine andern Stelle des Bonusmaterials oder als Hidden Feature dazupacken sollen. Direkt zwischen den "Herr Der Ringe"-Dokus passt das alles nicht so ganz.
Als nächstes gibt es 8 Originaldokumentationen, die extra für die offizielle Internet-Seite www.lordoftherings.net produziert wurden. Mit einer Laufzeit von knapp 3 bis 5 Minuten sind diese zwar relativ kurz geraten, jedoch nicht minder interessant. Aber auch hier merkt man wieder deutlich, dass sie auf reine Promotion ausgerichtet sind. Die 8 Dokus die da wären:
- Die Mächte der Dunkelheit (4:37 Minuten)
- Das Sounddesign von Mittelerde (4:03 MInuten)
- Edoras, die Hauptstadt Rohans (4:45 Minuten)
- Die Bewohner von Mittelerde (4:39 Minuten)
- Gandalf, der Weiße (2:52 Minuten)
- Waffen und Rüstungen (4:45 Minuten)
- Die Schlacht um Helms Klamm (4:05 Minuten)
- Wie Gollum zum Leben erweckt wird (4:16 Minuten)
können nur einzeln angewählt werden und man bietet uns keine Option dies alles hintereinander anshen zu dürfen, dafür gibt es aber optionale Untertitel. Wirklich schön ist der Teaser und Original Kinotrailer. Beide wurden anamorph abgetastet und mit einem 5.1-Ton versehen. Leider gibt es Teaser und Trailer nicht in einer deutschen Synchronisation zu sehen. Weiter geht es mit 16 TV-Spots und dem Musikvideo "Gollums Song" von Emiliana Torrini.
Am interessantesten für die Fans wird wohl die knapp 5minütige Vorschau auf die im November 2003 erscheinende "Special Extended DVD Edition" und auf den letzten Kinofilm "Die Rückkehr des Königs" sein. Bei der "Special Extended Edition" sieht man einige der neuen Szenen und erfährt etwas über das Bonusmaterial, welches man auf der 4er DVD-Box zu Gesicht bekommt. Die Vorschau auf den letzten "Herr der Ringe"-Film geht knapp 13 Minuten und zeigt einige Ausschnitte aus dem Film, sowie Einblicke hinter die Kulissen des Films. Beide Featurettes wurden optional deutsch untertitelt, mit einem 5.1-Ton versehen und anamorph abgetastet. Zum Schluss gibt es noch eine kurze Vorschau auf das EA-Videospiel "Die Rückkehr des Königs"

Kein Frage, Peter Jackson hat mit der "Herr der Ringe"-Reihe schon jetzt Filmgeschichte geschrieben und auch wenn gerade Teil 2 es mit der Tolkienschen Vorlage nicht allzu ernst nimmt, darf man von einem wahren Meisterwerk sprechen. Die DVD-Umsetzung ist nahezu perfekt und zeigt, dass man auch Zuhause mit dem passenden Equipment Kino pur erleben kann. Hoffen wir jetzt einfach mal, das die Extended Version den Film wieder näher an die Vorlage heranführt und das das Bonusmaterial nicht mehr so werbelastig ausfällt.


Film+++++-
Bild+++++-
Ton++++++
Bonus++++--


Druckbare Version
Herr der Ringe - Die Zwei Türme, Der (Special Extended Edition, Sammlerbox)
Herr der Ringe - Die Gefährten
Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs (2 DVD-Set)
Herr der Ringe, Der: Die zwei Türme (Special Extended Edition)
Lord Of The Rings: The Two Towers, The (Extended Edition 4DVD)
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