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JP 2002
Originaltitel:Honogurai mizu no soko kara
Länge:101 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Cat 2B (Hong Kong)
Regie:Hideo Nakata
Buch:Kôji Suzuki
Kamera:Junichirô Hayashi
Musik:Kenji Kawai, Shikao Suga
Darsteller:Hitomi Kuroki, Rio Kanno, Mirei Oguchi, Fumiyo Kohinata, Yu Tokui, Isao Yatsu, Shigemitsu Ogi, Asami Mizukawa
Vertrieb:Widesight
Norm:NTSC
Regionalcode:3
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS
Sprache:Japanisch
Untertitel:Englisch
Yoshimi Matsubara befindet sich gerade mitten im kräfte- und nerverzehrenden Ehestreit um das Sorgerecht ihrer Tochter Ikuko. Gemeinsam ziehen sie in eine leer stehende Altbauwohnung ein, die bald die ersten Mängel zeigt. Doch nicht nur das sich ausbreitende Leck an der Decke bereitet Yoshimi Sorgen, auch das seltsame Verhalten Ikukos und die geheimnisvolle rote Tasche, die einst einem Mädchen namens Mitsuko gehörte und nun auf wundersame Weise stets wiederkehrt, macht ihr Angst. Mitsuko, die als seit Jahren als vermisst gilt, geistert anscheinend durch die verlassenen Gänge des grauen Betonmonsters und ihre Absichten sind nicht von Gutmütigkeit geprägt ...
Dass "Ringu" kein reines Zufallsprodukt war, sondern generell gute Qualität aus Asien kommen kann, beweist das nächste Projekt der "Ringu"-Crew, die mit "Dark Water" noch ein Garn rund um den Geist eines Kindes gesponnen haben. In diesem Fall ist es anscheinend ertrunken und peinigt nun eine frisch geschiedene, psychisch labile Mutter mit Kind, die in ein altes Wohnhaus gezogen ist und nun zunehmend befürchten muss, dass ihr Kind durch das Gespenst Schaden nimmt. Das Team und die Regie ziehen alle nötigen Register, die für ein wohltemperiert grusliges Werk nötig sind: ein abgelegenes, irgendwie verlassen und heruntergekommen wirkendes Wohnhaus (in der Tat sieht man nie andere Mieter), lange Korridore, diffuse Räume, alles in leblosem Grau, dazu reichlich Wasser, welches von überall herzukommen scheint und in die Wohnung läuft. Und natürlich der schemenhaft immer wieder auftauchende Geist des Mädchens, der für reichlich Schockmomente sorgt.
Dass das Ergebnis trotzdem leider nicht so gut ist, wie bei "Ringu", liegt an der altbackenen Story, die nie so recht aus den Startlöchern kommt. Zu Beginn wird noch zunehmend das Spiel mit der psychisch labilen Frau gespielt, die sich das ja auch alles nur einbilden könnte, doch alsbald geht der ruhelose Geist zum Angriff über. Dabei zieht sich die Story jedoch wie Kaugummi, woran die Zeichnung der Protagonistin, eine weinerlich-defensiv-hilflose Frauenfigur die Handlung am meisten hemmt, weil sie keinerlei Züge hat, die uns als Zuschauer auf ihre Seite bringen würden, abgesehen mal von der grundsätzlichen Muttersympathie bei einem ekligen Ehemann. Manche Sequenzen sind einfach zu lang ausgewalzt, zu emotional (tränentreibend) inszeniert und hemmen den Fluss. Dagegen stehen extrem wirksam Gruselmomente, die sich durch die komplette Story ziehen. Neben einer zwar absehbaren, aber dennoch gut montierten Badewannenszene und einer Sequenz in einer unter Wasser stehenden Wohnung bleibt da vor allem der Höhepunkt im Fahrstuhl des Hauses in Erinnerung, bei dessen Auflösung die Gänsehaut schön langsam die Wirbelsäule hochkriecht.
Leider werden die logischen Fäden hier nur sehr lose geknüpft und so manche Frage bleibt unbeantwortet, nicht zuletzt die Gewissheit der Frau, die zu ihrer Opferbereitschaft führt und das Ausbleiben einer Untersuchung, die die Leiche des Kindes ja wieder bergen könnte. Dass mehr Fragen als Antworten übrig bleiben, ist zwar nicht schlecht, aber der gewollt poetische Schlussdialog verwöhnt den Zuschauer nicht gerade mit Bildern, die er sehen möchte, um den Film als halbwegs abgeschlossen ansehen zu können.

Wo ist denn hier die Farbe hin? "Dark Water" präsentiert sich hier derart trist, dass man nicht genau weiß, ob dieser Schritt im Sinne des Regisseurs stand. Ein strahlendes Rot oder Grün wird man nie antreffen, so etwas geben die grauen Altbauwohnungen und die düstere Geisterstimmung gar nicht her. Dafür werden dreckige, meist dunkle Brauntöne eingesetzt und vor allem die Farbe Gelb scheint oft durch. Der Kontrast ist nicht wirklich überzeugend, denn bereits Tagszenen haben einen dunklen Schimmer. Nachts wird es dann einige mal undifferenziert. Das Material scheint sehr körnig gewesen zu sein, woraufhin ein Rauschfilter eingesetzt wurde. Das hat zur Folge, dass sich ein stehendes Rauschen bildet, welches vor allem auf hellen Flächen eine deutliche Unruhe hinterlässt. Nachzieheffekte fallen in schnellen Bewegungen auf, halten sich aber in Grenzen. Die Schärfe ist in einigen Szenen ganz gut, oft leidet sie aber unter dem eingesetzten Filter und dem stehenden Rauschen. Außerdem ist anzumerken, dass der Bildstand deutlich unruhig ist. Hier hätte man definitiv mehr rausholen können.
Als Ton stehen Dolby Digital 5.1 und DTS (nur 5.1, nicht 6.1 wie auf dem Cover und im Auswahlmenu angegeben) zur Auswahl. Beide sind sehr dynamisch, in einigen Szenen bassintensiv und vermitteln ab und zu ein gutes Raumklanggefühl. Es handelt sich dabei zwar um nichts Besonderes, aber ein heftiger Regenguss aus allen Boxen oder ein paar Schritte, die eine Etage weiter oben um den Hörer herumtrampeln, sind genügend für diesen meist ruhigen und dialoglastigen Grusler. Warum man aber gerade die stimmungsvolle Musik so oft nur über die Vorderfront laufen lässt, bleibt fraglich. Da der Ton nur in japanischer Sprache vorliegt, muss man mit englischen Untertiteln vorlieb nehmen.
Die DVD enthält keinerlei Extras. Selbst das Menu ist bis auf die Kapitelanwahl nicht animiert oder mit Musik unterlegt.

"Dark Water" ist atmosphärisches Gruselkino aus Fernost von Könnerhand, aber erzählerisch tun sich leider große Löcher auf. Oder Untiefen, das passt wohl besser. Die hier vorgestellte japanische DVD bietet ein Bild mit Tücken, aber einen ordentlichen Ton. Leider sind keinerlei Extras aufgespielt, so dass man die DVD nur bei entsprechend preiswertem Angebot empfehlen kann.


Film++++--
Bild+++---
Ton++++--
Bonus------


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Dark Water
Dark Water
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