Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
AUS 1978
Originaltitel:Patrick
Länge:85 Minuten (gekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Richard Franklin
Buch:Everett De Roche
Kamera:Donald McAlpine
Musik:Brian May
SFX:Conrad Rothman
Darsteller:Robert Thompson, Susan Penhaligon, Robert Helpmann, Maria Mercedes, Rod Mullinar, Bruce Barry, Julia Blake
Vertrieb:Laser Paradise
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch
Patrick liegt seit dem Mord an seiner Mutter im Koma. Bereits 3 Jahre schlagen alle Tests fehl, die die Ursache seines Zustandes ans Licht bringen sollen. Die frisch eingestellte Krankenschwester Kathy scheint aber schon nach kurzer Zeit eine Veränderung an Patrick zu entdecken. Der scheinbar Bewusstlose hat sonderbare Kräfte, die er sich selbst zum Schutz macht und mit Hilfe deren er Einfluss auf das Leben von Kathy nehmen kann.
Der arme Patrick! Liegt da regungslos in seinem Krankenbett aufgebahrt, kein Zeichen von Leben, angeschlossen an Maschinen, die ihn jede weitere Sekunde vor dem Tod bewahren. Und keiner mag ihn. Keiner bis auf den Zuschauer und die Hauptdarstellerin. Hätte man das gedacht, nachdem die Einleitung ihn beim Rösten seiner Mutter und deren Liebhaber erwischte?
Fakt ist, dass der blonde Lockenkopf weitaus weniger gefährlich ist, als der blutrünstige Covertext mit den Worten "des Nachts wütet er wie eine Bestie" (völliger Unsinn) vermuten lässt. Daher fällt auch die Assoziation dieses Titels mit einem feurigen Splatter/Horror-Werk gleich flach, denn Patricks Lebenszeichen beschränken sich eher auf Reaktion denn auf Aktion. Da nun kein Darsteller so dämlich ist, mit auf sich gerichteten Messer den Zorn des ruhigen Hauptcharakters auf sich zu ziehen, fließt folglich kein Blut, sieht man von einer kleinen Platzwunde ab.
In bester "Poltergeist"-Manier (dieser erschien jedoch 4 Jahre nach diesem hier) rumpelt Patrick das alte Krankenhaus durcheinander, welches wohl aus Budget-Gründen nicht mehr als 4 bis 5 Räume zu haben scheint, und verschafft sich damit Respekt beim Personal. Ob er nun wirklich mit dem Teufel im Bunde ist, weiß niemand so genau, zumindest sind sein Durchhaltevermögen und seine steinerne Miene, die Tag auf Tag ohne jegliches Anzeichen von Leben mit geöffneten Augen tot in den Raum starrt, unheilverkündend und Furcht einflößend. Trotzdem muss der Zuschauer sich einfach auf die Seite des Titelhelden schlagen, denn was um ihn herum passiert, erweckt Mitleid und Sympathie. Zum einen wird Patrick als Versuchskaninchen vom sadistischen, kaltherzigen Chefarzt für seine Experimente missbraucht, der auch nicht davor zurückschreckt, seine Theorien über gehirntote Wesen und elektrische Impulse anhand eines Frosches vorzuführen. Diese Szene, bei der gut sichtbar dem kleinen Tierchen mit einer Spritze das Hirn durchgewühlt und das Rückgrat beschädigt wird, hätte man sich wirklich verkneifen können, auch wenn es nur ein Frosch ist! Zum anderen fällt die klapprige Chefwachtel von der ersten Szene an negativ auf, in der sie die arbeitssuchende Kathy über die sexuellen Abarten ehemaliger Mitarbeiter der Klinik aufklärt und ihr unterstellt, sie könnte ebenfalls zu diesem Schlag von Menschen gehören. Sie wird ihre gerechte Strafe später bekommen, das darf verraten werden.
Leider kommt "Patrick's Höllentrip" davor und danach nicht richtig in Fahrt. Actionerwartungen werden verständlicherweise nicht erfüllt, die psychologische Ebene, auf der sich alles abspielen soll, setzt sich aber auch nicht durch. Es ist zwar schön zu wissen, dass Patrick mit seiner Mom auf rabiate Weise "Schluss" machte, weil er deren Lotterleben satt hatte, aber dieser Aspekt wird genauso wenig wieder aufgegriffen wie die plötzlichen Annäherungsversuche an seine Lieblingskrankenschwester Kathy und sind daher für den Handlungsverlauf völlig nutzlos. Was möchte der Junge denn wirklich, fragt sich nicht nur Kathy und so richtig schlau wird man aus der Rolle des Patrick nicht. So bleibt nur die Fähigkeit Patricks, seine Umwelt mit Hilfe elektrischer Felder zu beackern (hat er etwa eine riesige Magnetspule im Kopf?) und Maschinen wie auch Gegenstände per Telekinese nach seinem Willen zu steuern. Thematische Anleihen an das "Das Omen" sind erkennbar, aber Patrick wirkt zu hilflos, um seine Mächte in bedrohlichem Ausmaße nutzen zu können. Die Schockmomente sind daher rar gesät und der Einzige, in dem ich wirklich zusammengezuckt bin, geht auf das Konto des irren Griesgrams im Nachbarzimmer, der plötzlich aus seiner Tür herausschreckt.
Um so etwas mit dem nötigen visuellen Kraftschlag umzusetzen, bedarf es aber einem gewissen Anspruch an Kameraführung und Musikuntermalung. "Patrick", so der Originaltitel, setzt aber in beiden Bereichen die Maßstäbe sehr weit unten an und erscheint auch deswegen als preiswerte Direct-to-Video-Produktion, die über lange Zeit hinweg keinerlei Spannung aufkommen lässt und heute, im Jahre 2003, nur noch als antiquierter Thriller durchgehen wird. Trotzdem soll er vier Preise auf Festivals gewonnen haben. Wofür nur?

Igitt, ist dieses Vollbild graupelig. Eine alte VHSette hätte bessere Leistungen abgeliefert, aber wer weiß, woher das Master dieser DVD ... nein, das würde uns Laser Paradise bestimmt nicht antun. Da wünsch ich mir meine alte RFT-Röhre zurück, da wäre zumindest das starke, ganzflächige Rauschen des Materials, das bestens übergeht in ein kompressionsbedingtes Blockrauschen, nicht derart aufgefallen. Was die Bildwertung weiter nach unten zieht, ist die große Anzahl von Defekten, die von sehr häufig auftretenden Kratzern über störende, weiße Knicke bis hin zum kurzzeitigen Totalausfall des Bildes gehen. Da fällt es nicht mehr großartig ins Gewicht, dass die Kantenschärfe schlecht und das Bild unruhig, flimmernd und ausgeblichen farblos ist. Die Farbgebung, der Kontrast und die Schärfe wechseln auch häufig (siehe bei 11:58 oder mehrmals in der 37. Minute). Zumindest ist es nicht zu verwaschen, so dass man alles noch mehr oder weniger klar erkennen kann.
Auch beim Ton gibt es wenig Erfreuliches zu melden. Wer gern alte Filme im TV schaut, wird sich hier heimisch fühlen, denn alle Stimmen übersteuern, klingen dumpf und zischen trotzdem stark. Zudem ist der Ton recht leise und brummt ein wenig. Alternativen oder Untertitel existieren nicht auf dieser DVD.
Nebenbei: Die Coverdesigner (derart Hässliches fordert wohl Teamarbeit?) gehören für ihren Murks auf dem Zeichenbrett gevierteilt, also stellen wir die DVD lieber ganz hinten in den Schrank. Auch Extras haben ihren Weg nicht auf die DVD gefunden, der Blick richtet sich also weiterhin auf die amerikanische Veröffentlichung, dessen Bild eigentlich nicht schlechter sein kann und die neben Trailern sogar einen Audiokommentar, eine Bildergalerie und Filmografien enthält.

Patrick stellt sich zwar als versautes, lustiges Kerlchen raus, dass gern über die Schreibmaschine seine schmutzigen Fantasien rauslässt, hat jedoch kaum mehr zu bieten und wäre gut durch eine Puppe ersetzbar gewesen. Das Ende ist unsinnig gehalten und lässt Platz für eine Fortsetzung, in wie weit aber der italienische "Patrick lebt!" zwei Jahre später mit dem Original zu tun hat, ist mir nicht bekannt. Die hier besprochene DVD ist in allen Bereichen unterdurchschnittlich und keineswegs zu empfehlen.

Anmerkung: Die hier vorgestellte DVD basiert auf einer um Handlungsstränge gekürzten Fassung, der knapp 20 Minuten entnommen wurden. Zum Vergleich sei die deutsche Videokassette von VCL genannt, die diese Version enthält.


Film++----
Bild+-----
Ton+-----
Bonus------


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de







 
 
Daniel Pereé am 10.11.2003
Bewertung:

Nicht nur für Patrick ein Höllentrip
"Patricks Höllentrip" ist zwar nicht so ein Geistesblitz wie sein Nachfolger "Patrick lebt!", aber viel mehr bietet er auch nicht und funktioniert als Horrorfilm nur bedingt. Regisseur Richard Franklin schafft es aber hier das Krankenhauswesen auf schwarzhumoriger Art und Weise auf die Schippe zu nehmen, was den Film noch so eben erträglich macht.



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.