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JP 2000
Originaltitel:Ringu 0: Baasudei
Alternativtitel:Ring Ø: Birthday
aka. Ring 0
Länge:98:48 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Norio Tsuruta
Buch:Hiroshi Takahashi
Kamera:Takahide Shibanushi
Musik:Shin'ichirou Ogata
SFX:Tomio Haraguchi
Darsteller:Yukie Nakama, Seiichi Tanabe, Yoshiko Tanaka, Atsuko Takahata, Kumiko Asou
Vertrieb:e-m-s/Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1(upmix)
Sprache:Japanisch, Deutsch
Specials:
- Teaser (deutsch/japanisch)
- Trailer (deutsch/japanisch)
- Export-Trailer
- Bildergalerie
- Hörbuch Teil 2
- Biografien
- Hidden Features
30 Jahre vor den Ereignissen von RING - DAS ORIGINAL...
Sadako ist die Tochter von Shizuko Yamamura, einer parapsychologisch begabten Frau, die vor fast 10 Jahren bei einer Vorführung ihrer Fähigkeiten von den anwesenden Journalisten als eine Betrügerin bezeichnet wurde. Seit diesem Vorfall fand einer nach dem anderen Journalist auf mysteriöse Weise den Tod. Miyaji Akiko, ebenfalls Reporterin und ehemalige Verlobte des zuerst verstorbenen Journalisten, ist auf der Suche nach Sadako - um zu klären, wie es zu den Todesfällen kam und schlussendlich Sadako für ihre Taten zu töten.
Der Teenager, den sie vorfindet, ist aber mitnichten der eiskalte Killer, sondern ein fragiles Mädchen, das heimgesucht wird von den Schrecken, den sie und ihre Mutter durchgemacht haben. Diese Ereignisse stehen dem Mädchen im Gesicht geschrieben, sie strahlt eine unheimliche Aura aus. Daher sind ihre Schulkameraden auch nicht gerade begeistert, als sie der Theatergruppe beitritt. Und tatsächlich kommt es von da an wieder zu unheimlichen Todesfällen. Die Opfer haben vor ihrem Tod Visionen von einem alten Brunnen und eines unheimlichen Hauses. Eindrücke, wie man sie in 30 Jahren auch auf dem Videoband finden wird...
Es fiel mir schon recht schwer, etwas zu den anderen beiden "Ring"-Teilen zu schreiben, obwohl sie sehr gute Filme sind. Ich weiß auch nicht, woran das liegt, eventuell aus Angst zu viel zu spoilern und den Fans somit die Spannung zu rauben. Bei "Ring Ø" hatte ich weniger Angst, da die Story ja weitgehend bekannt ist und es sich bei "Ring Ø" mehr um ein Prequel handelt, welches 30 Jahre vor "Ring" spielt. Ich setze daher einfach mal vorraus, dass du lieber Leser kein Fremdling mehr im Ring-Universum bist.
Regisseur Norio Tsuruta tat gut daran seinen Film 30 Jahre vor Teil 1 anzusiedeln, um damit die Geschichte weiter zu bringen und endlich die letzten Geheimnisse dieser fantastischen Saga zu lüften. Jedoch bleiben auch bei ihm zu viele Fragen unbeantwortet und man hätte durchaus noch 12 Jahre weiter in die Vergangenheit gehen können, aber mal abgesehen davon, hatte ich doch schon meine Bedenken als ich sah, dass bei "Ring Ø" nicht mehr Hideo Nakata Regie führte und befürchtete schon so einen Ausrutscher wie bei "Rasen". Aber zum Glück zeigte Tsuruta Norio, dass er ein Händchen für die "Ring"-Thematik hatte und inszenierte einen Film, der durchgehend unterhaltsam ist und sogar eine hervorragende Kameraführung aufweist.
Ich sage bewusst unterhaltsam, weil Spannung hier wirklich Ansichtssache ist. Als ich ihn das erste mal sah, habe ich wirklich nur darauf gewartet, dass Sadako in den Brunnen geschmissen wird, worauf die Geschichte ja auch unzweifelhaft hinarbeitet. So kennt man das Ende bereits, was die Spannung mindert, die in "Ring" für schlaflose Nächte sorgte. Dieses Manko war sich Tsuruta Norio aber durchaus bewusst und er hatte daher eine Bürde aufgebrummt bekommen, die er nur schwer gerecht werden konnte. Daher habe ich mir den Film noch ein weiteres mal angeschaut und befreite meinen Geist von Hideo Nakatas Vorgängern und muss sagen, dass er mir diesmal deutlich besser gefallen hat als zuvor. Erst einmal ist "Ring Ø" mehr ein Drama denn ein reiner Horrorfilm und man verzichtet wie auch bei seinen Vorgänger auf Blut und Gewaltexzesse und versucht mit einem ruhigen Erzählstil und einem recht düsteren und dreckigen Look den Zuschauer zu fesseln, was Norio gekonnt meistert. Er geht in seiner Erzählweise sehr einfühlsam vor und gibt dem Zuschauer zu verstehen, warum Sadako zu dem wurde, wovor man in "Ring" so eine Angst hatte.
Leider schafft er es auch, die Zuschauer zu verwirren und teilweise noch mehr Fragen aufzuwerfen, worauf man keine Antwort findet. Dies ist das größte Manko im Film, man zeigt uns zwar, was aus Sadako geworden ist, was wir ja teilweise schon wussten, erfährt aber nicht alle Hintergründe und lässt uns am Ende an einigen konfusen Handlungssträngen fast verzweifeln. Oft hat man das Gefühl, man hätte was verpasst und muss sich auf vieles selbst einen Reim machen. "Ring 0" läuft daher in den ersten 70 Minuten Gefahr, zu einem belanglosen Prequel zu mutieren, was durch das Nicht-Zuendeführen begonnener Handlungsstränge verursacht wird, die den Film kaputt zu machen drohen. Jedoch muss man sagen, dass trotz einiger Konfusitäten der Spannungsbogen von Minute zu Minute zunimmt und im letzten Drittel legt er sogar richtig zu. Die Spannung nimmt kontinuierlich zu und der Film findet seinen Höhepunkt in einem effektiven und spannungsgeladenen Showdown der Extraklasse. "Ring Ø" sorgt für einige Überraschungen und zieht den Zuschauer, wie schon seinen Vorgänger uneingeschränkt in seinen Bann. Hier sei vorallem die klasse Kameraführung und Schnittfolge zu erwähnen. Takahide Shibanushi, der schon in "Korei" für die Kamera zuständig war, präsentiert uns hier eine innovative Kamerakomposition, die den Zuschauer zu begeistern weiß.
Auch Sadakos Erscheinungsbild zum Ende hin ist dermaßen furchterregend geworden, dass man sich selbst sehr schnell beim Fingernägelkauen erwischt. Hier bekommt man bei "Ring Ø" das geboten, was man an den anderen Filmen so geliebt hat. Einen subtilen Horrorfilm mit Gänsehaut-Garantie, der dich in den Sessel drückt ...

Norio Tsuruta schafft es trotz des bekannten Endes der Geschichte mit einem Schlag, die Beziehung, die das Publikum zu Sadako aufgebaut hat, zu zerstören und uns vor vollendete Tatsachen zu stellen. Gespielt wird Sadako von Nakama Yukie, die das verstörte Mädchen mit Bravour mimt. Von Wahnvorstellungen und einer finsteren Vergangenheit geplagt, versucht sie ein normales Leben als Schauspielerin im Theater zu führen, aber sie wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Manche mögen jetzt sagen, dass der Film total langweilig ist, da uns hier fast ein Kammerspiel geboten wird und sich der größte Teil des Filmes im Theater abspielt. Aber auch wenn, keine Szene wirkt langweilig und stört den Handlungsfluss, ganz im Gegenteil. Hier wird versucht, uns Sadakos traurige Geschichte, die schon etwas an Brian de Palmas "Carrie" erinnert, etwas näher zu bringen und gerade zum Ende hin auf der Theaterbühne sind deutliche Parallelen zu Palmas Meisterwerk zu erkennen.
Auch wenn der "Ring"-Mythos langsam totgeredet wird, kann man sagen, dass "Ring Ø" ein gelungener Abschluss der Saga ist, bei dem man aber seine Erwartungen etwas zurückschrauben sollte und dessen postitiven Elemente sich einem erst beim zweiten Mal Schauen offenbaren.

Hier liegt uns nun die letzte Anolis-DVD der regulären "Ringu" Reihe vor, und hoffen wir mal, dass dies nicht die letzte Veröffentlichung dieser Thematik ist. Da "Ring 2" im Bereich Bild nicht so gut abschnitt, kann man bei "Ring 0" den Daumen wieder nach oben halten.
Zwar wirken die Farben wieder etwas blass, was aber ein Stilmittel aller Teile ist, dafür kann aber der Kontrast überzeugen und die Schärfe ist meist gut. An einigen Stellen jedoch lässt die Schärfe deutlich nach und vor allen bei schnellen Bewegungen merkt man oft deutliche Bewegungsunschärfen und an einigen Stellen leichtes Ruckeln im Bild. Dies liegt wohl an dem Einsatz von Rauschfiltern. Rauschen gibt es so gut wie gar nicht und tritt, wenn nur dezent im Hintergrund auf. Details lassen sich in der Regel immer gut erkennen und auch die Kompression leistet sich keine groben Fehler. Es lassen sich keine Artefaktebildung ausmachen und auch Bilddefekte gibt es nicht zu bemängeln. Trotz einiger Schwächen ist die Bildqualität dennoch 4 Punkte wert, da man hier im Gegensatz zu Teil 2 viel mehr rausgeholt hat.
Bei der deutschen Synchronisation hat man sich wieder viel Mühe gegeben und auch beim 5.1 Upmix hat man versucht, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. So wird uns hier eine gute Dialogverständlichkeit geboten und auch die Umgebungsgeräusche und Musik kommen sauber aus den Rearspeakern, auch wenn die Dialoge mit leichtem Hall nachrücken. Der 2.0 Track klingt im Ganzen etwas leiser als die 5.1-Variante. Der japanische Ton wurde optional deutsch untertitelt und unterscheidet sich vom Klangbild aber nicht sonderlich von dem deutschen Ton.
Die DVD bietet ein sehr schönes und animiertes Menü. Als Bonus gibt es einen Teaser und einen Trailer in deutsch und japanisch, den Exporttrailer, sowie eine Bildergalerie und zwei Biografien vom Komponist Kenji Kawai und dem Autor des "Ringu"Romans Koji Suzuki. Last but not least gibt es den zweiten Teil des Hörbuches "The Woman", welches nach einer Kurzgeschichte von Sean Chang mit freundlicher Unterstützung von Javier Lopez, seines Zeichens Webmaster der Ringworld-Seite erstellt wurde. Das schöne und informative Booklet, welches von Jörg Kopetz (Wicked-Vision-Redakteur) erstellt wurde, darf natürlich nicht unerwähnt bleiben.

"Ring Ø" ist zwar nicht der beste Teil der Reihe, jedoch ein gelungener Abschluss der Serie und auch die DVD von Anolis kann trotz kleinerer Mängel für Fans uneingeschränkt empfohlen werden.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++---
Bonus++----


Druckbare Version
Ring Ø
Ring - Das Original
Ring 2
Ring: Spiral
Ring Virus, The
Ring - Das Original
Ring 2
Ring: Spiral
Ring 0
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