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ESP, IT 1966
Originaltitel:Precio de un hombre, El
Alternativtitel:Bounty Killer, The
aka. Price of a Man, The
aka. Ugly Ones, The
aka. Särge ohne Leichen
Länge:92:07 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Eugenio Martín
Buch:Marvin H. Albert, José Gutiérrez Maesso, Eugenio Martín, Don Prindle
Kamera:Enzo Barboni
Musik:Stelvio Cipriani
SFX:Manuel Baquero
Darsteller:Richard Wyler, Tomas Milian, Ella Karin, Mario Brega, Hugo Blanco
Vertrieb:Marketing Film
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 Mono (Deu), Dolby Digital 2.0 Mono (Deu, Eng, Spa)
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch
Specials:
- 4seitiges Booklet
- Dt. Trailer (2:53 min)
- 2 engl. Trailer (2:40 min)
- Alter dt. Videovorspann (4:04 min)
- Alter dt. Videoabspann (3:01 min)
- Engl Vorspann (4:17 min)
- Kinoaushang Deutschland (14 Bilder)
- Kinoaushand USA (13 Bilder)
- Artwork-Galerie (32 Bilder)
- Werbe- und Pressearchiv (20 Bilder)
- Japanische Pressefotos (14 Bilder)
- US Pressefotos (21 Bilder)
- Werberatschlag (22 Bilder)
- 4 Filmografien
- Alte dt. Videofassung (85:27 min)
Luke Chilson ist berüchtigt als Kopfgeldjäger, der bisher jedem Kriminellen das Handwerk legen konnte. 3000$ Prämie sind auf den mexikanischen Bandenführer Jose Gomez und so reitet Chilson in ein kleines Wüstendörfchen, wo er den frisch Entflohenen erwartet. Doch schon der Empfang der Bewohner des Kaffs, die mit Gomez sympathisieren, verläuft äußerst unfreundlich für Chilson und als es zur Verhaftung des Banditen kommen soll, wird er von ihnen überwältigt und gerät in die Gefangenschaft von Gomez. Der zieht unterdessen seine Bande im Dorf zusammen, um mit ihnen nach Mexiko zu fliehen, nicht ohne sich vorher bei den friedlebenden Dörflern reichlich mit Proviant und Waren einzudecken.
Oha, ein waschechter Spaghetti-Western. Da mich das Genre bisher nicht sonderlich angetan hat und ich beinahe Neuland betrete, bitte ich um Nachsicht in diesem kurzen Text zum Film selbst, andere können das wohl viel besser.

Der Einstieg in den Film dürfte dem Western-Fan bei "Ohne Dollar keinen Sarg" sofort leicht fallen, denn bereits in der ersten Szene lässt man blaue Bohnen sprechen. Zwei ahnungslose Gringos reiten durch die Prärie und bemerken einen Reiter am Horizont, der sie anscheinend schon seit längerem verfolgt. Bevor einer der Statisten weiß, wie ihm geschieht, ist er sein Leben schon los und darf neben seinem Pferd im Staub liegen. Wortkarg und mit eiskalter Pokermiene reitet der unbekannte Revolverheld mit dem Kadaver seines Fanges davon. Eugenio Martíns Streifen enthält also schon mal alle wichtigen Zutaten, die das Genre interessant machen, und bietet neben der bekannten Sheriff vs. Outlaw-Thematik sogar noch ein wenig mehr. Denn der flüchtende Jose Gomez (Thomas Milian in seiner ersten Westernrolle) wird mitnichten sofort als Vagabund vorgestellt, dem Tod und Verderb im Schlepptau nachreiten. Anscheinend sind die Sympathien, die die einfachen Dorfbewohner ihm entgegenbringen, nicht ganz unbegründet, denn kurz nach seiner Befreiung durch das reizende Naivchen Eden scheint er sich als recht umgänglicher Kerl zu beweisen. Dagegen weiß man den den heldenhaften Einzelgänger Chilson nicht so recht in die Rolle des guten Gegenstücks zur Vagabundenwelt einzuordnen, wo er doch selbst stets mit einer berechnenden, kaltblütigen Professionalität seinem Job als Kopfgeldjäger nachgeht, die der Unbarmherzigkeit eines gemeinen Gringos in nichts nachsteht. Durch diese Vertauschung der Fronten, die sich für den Zuschauer zwar recht schnell wieder auflöst, den Dörflern, die im festen Glauben an die Gutmütigkeit Gomez verharren, jedoch erst sehr spät klar wird, entsteht doch etwas wie Spannung. Erst durch das Aufwachen der ortsansässigen Wüstenschönheit Ella Karin, die neben dem unschuldig, hilflosen Blicken nur eine Aufgabe hat, haltlos zwischen von beiden Hauptcharakteren angezogen zu werden und ihre kurze Karriere wohl auch dadurch stark einschränkte, darf der arg gebeutelte Chilson sein Vertrauen im Dorf zurückerarbeiten und der Bande mit gezielten Schüssen den Teufel aus dem Leib ballern. Erwartet aber bitte nicht explizite Darstellung von Action und Gewalt, "Ohne Dollar keinen Sarg" bleibt sich seinem ruhigen Stil treu und verzichtet auf Einschusslöcher und Blutbeutel, was schon etwas seltsam anmutet, wenn der Schurke mit Brustschuss und schmerzverzogenem Gesichtsausdruck, aber ohne sichtbare Verletzung zu Boden sinkt. Was nichts daran ändert, dass uns der Wüstensturm auch hier authentisch um die Ohren pfeift und die klappernden Westerngitarren den kurzweiligen Ausritt in das trostlose Niemandsland unterstützen, der auf einen ziemlich eindrucksvollen Abgang einer der beiden Hauptdarsteller hinarbeitet. Die Erwartungen an ein umreißendes Meisterwerk werden definitiv nicht erfüllt, ein ordentlicher Western, der seine niedrigen Produktionsverhältnisse gut kaschiert, mit guten Darstellern und dem nötigen Flair ist aber dennoch entstanden.

Der frische anamorphe Bildtransfer dieser Special Edition hat den Aufdruck "restaurierte Fassung" wirklich verdient. Wer sich grad noch mit dem Trailer begnügt hat, dem werden hier vor allem die auf einmal sehr selten auftretenden Bilddefekte auffallen. Nichtsdestotrotz sind kleinere Laufstreifen und Dropouts vertreten. Das Bildrauschen wurde effizient entfernt, wofür aber ein wirklich stark stehendes Muster auftritt, das beispielsweise den Himmel derart hart einfriert, dass man mitunter das Gefühl hat, dort würde sich trotz Bewegung gar nix tun (siehe beispielsweise die Eingangsszene, in der Chilson und sein Pferd am Horizont der Schlucht auftauchen). Das Bild scheint ein wenig weichgezeichnet, für einen knapp 40 Jahre alten Film aber stets in guter Verfassung. Farblich weiß das Material voll zu überzeugen und der bräunliche Westerntouch mit kräftigen, leicht abgedunkelten Farbtönen, den viele Filme aus dieser Zeit prägten, ist hier sehr schön gelungen. Also lasst euch nicht von den ausgeblichenen Bildern auf der Rückseite der DVD-Hülle verschrecken, der Film ist in weitaus besserem Zustand. Der Kontrast ist zwar etwas zu hart, ich hätte ihn mir aber wesentlich schlechter vorgestellt, da dass Geschehen in den wenigen Nachtszenen trotzdem noch deutlich erkennbar bleibt. Störend fallen Nachzieheffekte auf, die Bewegungen in eine zusätzliche Unschärfe versetzen.
Den deutschen Ton gibt es wahlweise als splitted Upmix im Dolby Digital 5.1-Standard oder als Dolby Digital 2.0, beide in Mono. Der Upmix bietet keinerlei Vorteile gegenüber der vermeintlichen Stereovariante und die separate Bassspur lässt den dumpfen, manchmal auch verkratzten Tiefton nicht wirklich besser dastehen. Da kein vollständiges deutsches Master vorlag, wurden die fehlenden Stellen mit dem englischen Ton und optionalen deutschen Untertiteln unterlegt. Die englische Synchronisation klingt blechern und mittenbetont, lässt einen durchgängig brummenden Ton hören und verzerrt mehr als die deutsche Version. Der spanische Originalton liegt qualitativ zwischen dem englischen und dem deutschen Ton, hat aber mit einem hintergründigen Knistern und ebenfalls verzerrten Stimmen zu kämpfen.
Bei über 125 Minuten Bonusmaterial wird mancher schwach werden. Aber man sollte skeptisch sein, denn allein 85 Minuten davon gehen für die alte deutsche Fassung drauf, die im Letterboxed-Format mit weniger Farbe und mehr Defekten, aber in vielen Szenen auch einer besseren Schärfe enthalten ist. Um ehrlich zu sein: Wer braucht das wirklich? Der deutsche und der englische Trailer wurden anamorph abgetastet, was ich Marketing zu Gute halte, aber warum bitte schrumpft man die Dinger dann mit einer extrem hohen Kompression zusammen, die eine erbärmliche, teils nicht einmal Video-CD-Standard erreichende Qualität auf den Bildschirm bringt? Dabei ist genug Freiraum auf DVD übrig, um das Material in ordentlicher Qualität zu speichern. Weiter geht es mit dem alten deutschen Vor- und Abspann (bis auf ein paar Logos und Texttafeln in der alten deutschen Version ebenso enthalten), den englischen Vorspann (die Amis dürfen uns um diese DVD beneiden, wenn man sicher deren farblose, verwaschene Version ansieht, die fast schwarzweiß erscheint) und jede Menge Bildergalerien mit internationalen Artworks, Aushangfotos und Pressematerial. Die Slideshows laufen als Videostream und zeigen aller 10 Sekunden ein neues Bild. Wenn man die über 130 zugegeben interessanten Bilder zusammenzieht auf ihre Spielzeit, sind wieder über 20 Minuten an Bonusmaterial zusammen. Abschließend sind 4 Filmografien enthalten, zwar nicht sonderlich ansprechend dargeboten, aber zumindest sehr umfangreich und inklusive vieler Original- und Alternativtitel. Das Booklet enthält jeweils eine Seite gefüllt mit Coverarts und einem kurzen, aber recht oberflächlichen Text zum Film. Insgesamt eine schwache Kür, denn das Material ist schnell durchgearbeitet (abgesehen von der deutschen Fassung) und bietet wenig interessante Fakten oder Videoartikel. Aber wieder einmal gilt: An Bonusmaterialien lässt sich wohl kaum mehr Material auffinden.

Genreliebhaber sollten einen Blick in den Film werfen, falls nicht schon geschehen und für sich entscheiden, ob ein sehr guter Soundtrack, der sofort ins Ohr geht, und zwei starke Hauptdarsteller (vor allem Milian überzeugt mich mit der Darstellung des Psychopathen, zu dem er später wird) es wert sind, diese DVD in die Sammlung aufzunehmen. Die Qualität der Scheibe ist nicht unbedingt überragend, sollte den Käufer aber doch zufrieden stellen. Negativ ist anzumerken, dass man die alte deutsche Fassung mit in die Bonusmaterialien einbringt und dadurch subjektiv betrachtet Zeit schindet. Außerdem wäre eine Unterbringung auf einer zweiten DVD zugunsten der Kompression ratsam gewesen.


Film++++--
Bild+++---
Ton++----
Bonus++----


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Ohne Dollar keinen Sarg
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