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USA 2001
Originaltitel:Wendigo
Alternativtitel:aka. Wendigo - Blutige Wälder
aka. Wendigo - Dem Bösen geweiht
Länge:88:06 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Larry Fessenden
Buch:Larry Fessenden
Kamera:Terry Stacey
Musik:Michelle Dibucci, Tom Laverack
SFX:Timothy Considine, Jay Silver
Darsteller:Patricia Clarkson, Jake Weber, Erik Per Sullivan, John Speredakos, Christopher Wynkoop, Lloyd Oxendine, Brian Delate, Daniel Sherman, Jennifer Wiltsie, Maxx Stratton, Richard Stratton, Dash Stratton
Vertrieb:MC One
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu, Eng), Dolby Digital 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:02.12.2002 (Verleih) / 06.03.2003 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar des Regisseurs
  • Making Of (31:56 Min.)
  • Interview mit Larry Fessenden (8:14 Min.)
  • Alternatives Ende (7:30 Min.)
  • Wendigo - Das Comic-Buch (15 Bilder)
  • Larry Fessendens "Trilogy of Horror":
    • Bio- und Filmografie
    • Vorwort von L. Fessenden
    • L. Fessenden über Wendigo
    • "Trilogy Of Horror"-Trailer (1:32 Min.)
    • Fotogalerie "Wendigo" (14 Bilder)
    • Fotogalerie "Habit" (5 Bilder)
    • Fotogalerie "No Telling" (4 Bilder)
  • Trailer (1:54 Min.)
  • Trailershow:
    • Nirgendwo in Afrika (3:07 Min.)
    • Bella Martha (1:41 Min.)
    • Good Advice (2:07 Min.)
    • Knallharte Jungs (2:20 Min.)
    • The Untold (2:01 Min.)
    • Die Männer ihrer Majestät (2:22 Min.)
    • Duell in der verbotenen Stadt (2:27 Min.)
  • DVD-Credits
Kim, George und ihr 8jähriger Sohn Miles fahren zur Entspannung übers Wochenende in ein Landhaus in verschneiten Wäldern. Auf der Anreise werden sie in einen Unfall mit einem angeschossenen Hirsch verwickelt. Die Jäger sind sehr verärgert über den Zustand des Tieres und vor allem der streitsüchtige Otis nimmt die Sache äußerst persönlich. Immer wieder wird George und seine Familie durch Otis plötzliche Anwesenheit in der Nähe ihres Gutes verunsichert. Den kleinen Miles plagen seither Alpträume und als er vom Fluch des Wendigo hört, einem uralten Geist der Wälder, scheint er sich immer mehr in eine eigene Welt zu vergraben, als ob er wüsste, dass großes Unheil bevorsteht.
"Wendigo" ist ein vermeintlicher Horrorfilm, der mich auf Grund meiner falschen Erwartungshaltung vorerst ein wenig enttäuscht hatte. In den ersten 40 Minuten wird sich mancher sicherlich langweilen, denn die Story scheint sich gar nicht richtig vorwärts zu bewegen. Fessenden nimmt sich extrem viel Zeit, seine drei Hauptcharaktere vorzustellen und der Familienidylle freie Bahn für die Handlung zu lassen. Mit vielen Landschaftsaufnahmen und Fotografien historischer Bilder lässt er den Zuschauer sämtliche Gedanken an das hektische, städtische Leben vergessen und baut eine Atmosphäre auf, die zwar einen harmonischen Grundton hat, bei der man sich aber stets auch ein wenig unwohl fühlt. Bald beginnt der Urlaub im trostlosen, verlassenen Wintergebiet durch seine Isolation in eine Stimmung ähnlich Interner Link"The Shining" zu verfallen. Jede Menge Details deuten bereits hier darauf hin, dass die große Bombe am Ticken ist und jederzeit zu platzen droht. Da lässt der liebevolle Vater seinen Sohn die Worte "zusammen" und "Trennung" buchstabieren oder eine Animation von Spielkarten wird abgespult, aus denen sich die Bilder von König und Dame herauskristallisieren. Aber nicht das psychotische Auftreten des gemeinen Hinterwäldlers Otis, der Stoff für Miles Alpträume, ist der Grund für den Verdacht auf Konflikte, sondern viel mehr die Natur selber.


Denn in der Stadt trifft der kleine Miles auf einen alten Indianer, der ihm vom Mythos des Wendigo erzählt, welcher unerkannt und mit einem unstillbaren Hunger durch die Wälder streift. Zwar weiß man schon nach kurzer Zeit, dass die Indianergestalt nur eine Einbildung des Jungen ist, die immerzu symbolartig wiederkehrt, woher er aber das handgeschnitzte Minitotem bekommen hat und was der Wendigo wirklich ist, das verschweigt uns der Film. Zwar wird eine zugegeben recht lächerliche, aufrecht laufende Hirschfigur gezeigt, die man sich als Teufel aus Interner Link"El Dia De La Bestia" mit aufgesetzten Geweih vorstellen kann und die recht einfach als Mann im Kostüm zu entlarven ist, aber der Vorwurf, dieses "Monster" als Aufhänger des Filmes zu benutzen und damit den Effekt und letztlich den Film als minderwertig darzustellen, lass ich so nicht gelten, denn tatsächlich wird die Wendigo-Puppe nicht als echtes Geschöpf gebraucht, sondern als schemenhafter Geist, welcher nicht unbedingt die Realitätsnähe eines menschlichen Wesen benötigt.


Bis dahin "Wendigo" bietet von Zeit zu Zeit kleinere Schockmomente; zu harmlos, um den geübten Horrorfan aus den Latschen kippen zu lassen und auch den großen Horrorknall wird man vermissen. Dafür werden interessante Aufnahmetechniken eingesetzt, die dem Film ein wenig Pepp geben. Neben einer Kombination aus Stop-Motion- und Flashlight-Effekt, welcher eine dämonisch wirkende Sequenz zaubert, wird der Zuschauer oft per Zeitrafferaufnahmen der Natur und mit über Bilder flitzenden Schatten hochgerüttelt, als ob sich um das Haus eine seltsame Macht bewege, die allen Naturgesetzen trotzt. Das Blut wird also nirgends spritzen, auch wenn die Verfolgung im Wald eine ganz klare Anlehnung an Interner Link"Evil Dead" und George gern als Zombie durch die Wohnung läuft, um Miles aufzuheitern. Dafür leidet der Zuschauer um so mehr mit, wenn die Tragödie ihren Lauf und die ihm ans Herz gewachsenen Charakter Schaden nehmen und nach der vergnüglichen Schlittenfahrt von Vater und Sohn nichts mehr so sein wird, wie es war. Man fühlt den seelischen Schmerz des Jungen und fiebert einem hoffentlich nahen Happy End entgegen - ob dies eintreten wird, verrate ich nicht. Es sei nur so viel gesagt, dass der Film einen Schluss bietet, welches Fessenden besser nicht hätte wählen können und welches den Zuschauer mit einigen offenen Fragen zurücklassen wird. Sehr gut, so verliert man die Geschichte wenigstens nicht sofort aus dem Sinn.


Das anamorphe Breitbild hat mit zwei Mankos zu kämpfen: Zum einen wirkt das Geschehen als würde es sich in einer Vollmondnacht abspielen, da der Kontrast unzureichend stark ist und das Bild blaustichig und zu dunkel. Zwar bessert sich dieser Aspekt im Laufe des Filmes ein wenig, man wird aber immer noch mit sehr kalten Farben bedient, was thematisch durchaus passend erscheint. Zum anderen zieht sich ein starkes Rauschen über das Bild, das jedoch von der Kompression gut aufgefangen wird, so dass weitere Artefakte ausgeschlossen werden. In einigen Szenen fällt es fast gar nicht auf, in anderen (vor allem dunklen) ist es so stark, dass der Pixelsturm wie eine schlechte Übertragung wirkt. Auch wenn Regisseur Fessenden dies schon bei der Auswahl des Super-16mm-Materials beabsichtige, wirkt es auf den Zuschauer in dem Ausmaß eher störend. Kleinere Bildstörungen treten häufig auf und am unteren und oberen Bildrand sind Haarrisse zu erkennen, was aber nicht so schwer ins Gewicht fällt wie die gerade einmal durchschnittliche Schärfe, die auf mich wirkt, als würde ich den Film im digitalen Zoom anschauen.
Der Ton ist vor allem eins: zurückhaltend. Egal, ob nun der Dolby Digital 5.1-Ton oder die Stereovariante angewählt wird, das Geschehen bleibt stets sehr auf den Center fixiert, was bei den vielen Dialogen nicht verwunderlich ist. An der Verständlichkeit oder der Qualität gibt es nichts zu meckern, eine besondere Dynamik darf man aber auch nicht erwarten und gerade der Subwoofer bleibt lautlos. Zeitweilen werden unterstützende Töne aus den hinteren Lautsprechern ausgegeben, die sich entweder aus kleineren Samples oder dem fantastischen Musiktrack zusammensetzen. Der englische Ton ist nur als Stereo vorhanden, besitzt aber ähnliche Eigenschaften wie der deutsche Ton und wirkt nur durch die behutsameren Dialoge etwas realistischer. Bemerkenswert ist die Umsetzung des deutschen Untertitels mit unterschiedlichen Farben pro Charakter, die Hörgeschädigten sicherlich eine bessere Wahrnehmungsmöglichkeit des Geschehens bieten als einfarbige Untertitel.


Was sich an Extras auf dieser DVD befindet, ist schon beachtlich. Da wäre der Audiokommentar des Regisseurs, der zu Beginn ein wenig mürrisch gelaunt zu sein scheint, aber nach kurzer Zeit auftaut und sich dann ähnlich gelassen äußert, wie er es beim Interview (das einzige deutsch untertitelte, wenn auch ungenau übersetzte Videofeature) tut. Das halbstündige Making Of erscheint sehr eigenwillig, weil wortkarg, gleicht sich mit der Filmmusik und seiner ruhigen Präsentation aber genau dem an, was man vom schon vom Film her gewohnt ist. Das alternative Ende ist noch unbearbeitet und sehr dunkel, unterscheidet sich aber nur in wenigen Szenen (meist ist der Wendigo länger zu sehen) vom Original. Einen besseren Einblick bekommt man neben dem 3seitigen Auszug aus dem Comicbook, das in der Preproduction-Phase entworfen wurde, unter dem Punkt "Trilogy of Horror", in der sich eine Bio- und Filmografie zum Regisseur, 2 Texte zu "Wendigo", ein Trailer zur Trilogie, der Szenen aus den vorangegangenen zwei Filmen "Habit" (1991) und "No Telling" (1997) enthält, sowie kurze Fotogalerien zu den 3 Teilen befinden. Abschließend ist noch der Trailer zum Film und zu 7 weiteren Titeln an Bord.


"Wendigo" ist definitiv nichts für den nächsten gemeinschaftlichen DVD-Abend, bei dem die aufgebrachte Meute nach Action, umherwirbelnden Innereien und einem geschlossenen Ende schreit. Schaut ihn euch an, wenn euch Charaktere und Atmosphäre wichtiger sind als Effekte. Wären nicht die fulminanten Extras an Board, hätten das doch etwas enttäuschende Bild und der "nur" solide Ton diese DVD-Auswertung zum Mittelmaß gemacht, so bleibt aber eine Veröffentlichung aus dem Hause Mc One, die ich Fans des subtilen Filmerlebnis mit Gruselanleihen uneingeschränkt empfehlen kann.


Film+++++-
Bild+++---
Ton++++--
Bonus++++--


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