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KR 2002
Originaltitel:2009 - Lost Memories
Länge:136 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Si-myung Lee
Buch:Sang-hak Lee, Si-myung Lee
Kamera:Hyun-chul Pak
Musik:Dong-jun Lee
SFX:Sung-ho Chang, Seok-yeon Lee
Darsteller:Jang Don-Gun, Kil-Kang Ahn, Masaaki Daimon, Shohei Imamura, Nobuyuki Katsube
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu), Dolby Digital 5.1 (Deu, Kor)
Sprache:Deutsch, Koreanisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Kapiteleinleger
Film-DVD
  • Trailershow:
    • Fulltime Killer (1:33 Min.)
    • Running Out Of Time 2 (2:03 Min.)
    • Nameless (2:02 Min.)
    • Dahmer (2:09 Min.)
Bonus-DVD
  • Produktion (60:32 Min.)
  • Making Of (108:05 Min.)
  • Highlights des Films (11:35 Min.)
  • Bio- und Filmografie Jang Dong Gun
  • Fotogalerie (30 Bilder)
  • Musikvideo (3:21 Min.)
  • Original Kinotrailer (2:57 Min.)
Die Anschläge der koreanischen Freiheitsbewegung häufen sich und besonders der letzte terroristische Akt, der wieder einmal erfolgreich von der Polizei vereitelt werden konnte, lässt viele Fragen offen, denen sich die zwei JBI-Agenten Sakamoto und Saigo stellen. Sakamoto versucht mit allen Mitteln die Aufklärung des Falles voranzutreiben und zieht dabei Parallelen zu ähnlichen Vorkommnissen, die immer wieder zurück zur Inoue-Stiftung weisen. Übereifrig angespornt von seinem im Dienst erschossenen Vater, der durch seine Verbindung zu den Rebellen Unehre über den Namen Sakamoto gebracht hat, werden ihm immer mehr Steine in den Weg gelegt. Als er herausbekommt, dass es sich um ein politisch heißes Eisen rausstellt, welches seinen Ursprung in dem vor 100 Jahren missglückten Attentatsversuch auf einen japanischen Politiker findet, ist es fast schon zu spät.
"Asiatisches Action-Kino der Sonderklasse" suggeriert uns eine Werbebotschaft auf dem Covertext. Nicht ganz unrecht haben sie da, denn das altbekannte und äußerst erfolgreiche Thema wird zu einem Actionsüppchen rund um Ehre, Rache und große Helden zusammengebraut, für das die Verwendung von Blutbeuteln ebenso bedeutend ist wie zeitlupenartige Schlüsselsequenzen. Kann man da noch viel falsch machen? Nicht wirklich viel, aber man kann und "2009 - Lost Memories" greift in einigen Aspekten tief rein. Doch dazu später.
Schon in der Pretitle-Sequenz wird die harte Richtung des Films vorgelegt, die sich in den darauf folgenden Szenen an Intensität förmlich überschlägt. Während sich die Festgesellschaft anlässlich einer Kunstausstellung ins Rampenlicht drängt, dringen durch das Dachgeschoss Terroristen ein, die mit viel Krawall jeden niederballern, der im falschen Moment die Waffe gegen sie richtet. Diese Party lässt das JBI (das "Japan Bureau of Investigation" ??) natürlich nicht entgehen und binnen kurzer Zeit stehen unsere zwei dynamischen Helden Sakamoto und Saigo auf dem Programm, die mit vereinten Kräften den vermeintlichen Geiselnehmer den Garaus machen wollen. Sondereinheit-Statisten und namenlose Gangster fallen reihenweise dem Kugelhagel zum Opfer und man ist sich sicher, dass man mit "2009" bestens bedient ist, denn er rockt bis hierhin gewaltig und gibt sogar den Bösewichtern einen stilvollen Abgang. Um den Zuschauer nicht allzu sehr zu übersättigen, werden danach erst einmal ruhigere Töne angeschlagen und unsere zwei aufstrebende Kommissare vorgestellt, die nicht nur beruflich ein starkes Team bilden, sondern auch privat die dicksten Freunde sind. Hier beginnt der Film wirklich zähflüssig zu werden. Ok, man darf die Ermittlungsarbeit und die Detaillierung der Charaktere natürlich nicht völlig auslassen, eine kleine Straffung hier und da hätte dem 136minütigen Mammutwerk aber sicherlich gut getan.
So entfernen sich die beiden Hauptdarsteller nach und nach voneinander und Sakamoto findet heraus, dass sein Vater doch nicht ganz in das Verräterprofil passt, welches ihm die damaligen Kollegen stets aufdrückten. Wenigstens punktet hier der "Was wäre, wenn sich die Vergangenheit ändert"-Plot und rettet die Action über das Niveau eines "nur" guten Hollywoodkrachers hinweg. Denn öhnlich Robert Harris Buch "Vaterland" wird ein Szenario angenommen, in dem sich die Vergangenheit durch einen Eingriff in ein Schlüsselereignis zum Wohle eines Landes verändert hat. Der Vorspann war gründlich genug und so ahnte man es schon, was dem gebürtigen Koreaner Sakamoto und dem japanischen Saigo nach gut 90 Minuten endlich verraten wird: Japan, welches das Attentat durch einen per Zeitreise eingeschleusten Mittelsmann auf einen Politiker verhindern konnte und so nicht nur den Atombombenabwurf über Hiroshima und Nagasaki vereitelte (Little Boy wurde von findigen Japanern entwickelt und fiel stattdessen auf Berlin), sondern auch Korea annektierte, wird zur unrechtmäßigen Weltmacht. Plötzlich steigen die koreanischen Rebellen im Ansehen und die bösen, bösen Japaner fallen umso tiefer. Das hört sich alles wunderbar an für einen spannenden Showdown zwischen zwei Freunden, die vormals vereint kämpften, und die nächste halbe Stunde lässt es nochmal richtig krachen.
Aber hier kommt der Haken an der Sache:
"2009" beginnt gefühlsduselig und herzerweichend zu werden, dass man an bestimmten Stellen einfach nur brechen möchte. Da werden beinahe 10 Minuten darauf verbracht, die Sympathien auf ein kleines Kind zu lenken, welches ihren Vater im Kampf gegen die garstigen Besatzer verloren hat und nun in der Obhut der Freiheitskämpfer steht. Als das JBI später deren Basis stürmt, scheint die Kleine von Engeln mit Kevlarwesten umgeben zu sein und springt unbekümmert durch den Kugelhagel, als ob ihr das überhaupt nix anhaben könnte, um nach zwei Granaten und einem Pistolenschuss dramatisch und kitschig über den Jordan zu gehen. Ihr gleich tun es unsere Helden, denen stets genug Zeit gelassen wird, um vor den Kugeln in Deckung zu springen, egal wieviele MGs sich bereits seit mehreren Sekunden auf sie richten. Hinzu kommt eine eigenartige Variation der Kräfteverteilung. Siechen die Rebellen in einem Moment noch dahin wie die Fliegen und lassen sich wie Jahrmarktsfiguren über den Haufen schießen, zieht Sakamoto im nächsten hasserfüllt und voller Zorn ein Maschinengewehr und böllert mit seinem Trulf-zig-Tausend-Schuss-Magazin die bestens geschützten Kommandos weg, dass man sich eher an eine Parodie als an einen möglichst realitätsnahen Streifen erinnert fühlt. Dazu dröhnen bombastische Orchesterstücke, die das Schmalz förmlich aus den Boxen drücken. Was soll dieser pathetische Quatsch?
Hat man es endlich über diesen kitschigen Abschnitt hinaus geschafft, bei dem trotz aller Melancholie ein hoher Bodycount erreicht wird, begibt sich der Film mit einigen hübschen Computereffekten ins Science Fiction-Gewässer und lässt die zwei Protagonisten nach wilden Schießereien und Verfolgungen in die Vergangenheit reißen. Was dort geschieht, sollte ich jetzt wirklich nicht verraten. Nur eins noch: Saigo ist sichtlich angespornt, das Attentat zu verhindern, schließlich würde der Atombombenabwurf auf Hiroshima die Existenz seiner Frau und Tochter auslöschen. Andererseits ist Sakamoto fest entschlossen, den Lauf der Geschichte wieder gerade zu rücken. Das sorgt natürlich für einige heroische Momente und gewissen Sprengstoff zwischen den beiden und verspricht ein heißer Showdown zu werden, der für vieles vorangegangene entschädigen wird - mit Jang Don-Gun und Kil-Kang Ahn hat man schließlich nicht umsonst zwei nationale Größen engagiert, die neben einem ernsten Gesichtsausdruck auch echte Gefühle ausdrücken können.

Die Einleitung wird uns noch in optisch aufreizender Packung präsentiert, aber bereits in der ersten Szene danach, in der ein Rundflug über den Großstadtverkehr gezeigt wird, offenbaren sich Bild- und Kompressionstücken. Zum einen beginnen die Konturen leicht nachzuziehen und auch ein stehendes Rauschen legt sich wie ein Schleier über das von weiten betrachtet recht gut aussehende Bild. Dadurch verliert man einiges an Schärfe, was sich nur in vereinzelten Szenen aufbessert. Farblich gibt sich "2009 - Lost Memories" fad, anhand einiger weniger Szenen mit zumindest zufriedenstellender Farbgebung, kann man diese tristen Look -aber auch nur teilweise- dem Regisseur als Stilmittel anrechnen. Der Kontrast wurde etwas hart gewählt, produziert für meinen Geschmack zu große tiefschwarze Flächen und erscheint in Außenaufnahmen überbelichtet. Trotzdem sind einige dunkle Sequenzen zu hell und mit einem Grauschleier belegt. Ein paar Kratzer haben sich auf der Vorlage eingeschlichen, fallen aber kaum auf. Insgesamt unwürdig für einen gerade mal ein Jahr alten Film. 10 mehr und ich hätte 4 Punkte vergeben können.
Der Score legt sich schön über alle Lautsprecher und produziert einen vollen Klang, dafür sind die Actionszenen nicht so räumlich abgemischt wurden wie erhofft. Gerade die Feuerwechsel hätten mehr Platz für durch den Raum schießende Querschläger oder Einschläge gelassen, die sich aber meist nur im Stereobereich abspielen. Der Ton ist sehr klar und die Dialogverständlichkeit der guten deutschen Synchronisation ebenso überzeugend. Der Subwoofer agiert unterstützend aber nicht übermäßig laut. Ein qualitativ guter Ton, der mehr Effekte und Rumms in den Actionszenen gebrauchen könnte.
Mit insgesamt 3 Stunden Material scheint die Doppel-DVD von e-m-s bestens ausgestattet worden zu sein, bei genauerem Hinschauen entpuppen sich aber einige unschöne Details, unter die auch die verpixelte Bildqualität fällt. Die etwa 10minütigen Highlights kann man sich getrost sparen, wer will schon eine Zusammenstellung der besten Filmszenen im Originalton sehen, wenn er doch die DVD hat, und auch die Cast & Crew-Sektion gestaltet sich mit einem Eintrag etwas mager. Das Produktionsvideo ist unterteilt in Kapitel und wohl das interessanteste Special dieser DVD. Es bringt uns die Entstehung der Effekte, Modelle, Setbauten und das Waffentraining der Darsteller näher. Sogar ein Taktiktraining wird gezeigt und ein paar Unfälle bei Stuntszenen, bei denen auch die Hauptdarsteller nicht immer verschont bleiben. Das Making Of mit Überlänge beinhaltet nochmal eine Menge dieser Szenen, bläst sich damit künstlich auf und ist insgesamt nicht ganz so interessant, aber aufgrund der vielen Einblicke in den Dreh einzelner Szenen überaus empfehlenswert. Dass beide Specials ohne einen deutschen Untertitel auskommen, ist nicht ganz so schlimm, man wird das Gezeigte auch ohne Fremdsprachenkenntnisse verstehen können. Das Musikvideo ist mit einem Zusammenschnitt der besten Szenen und dem orchestralen Score als Musik nicht unbedingt das, was ich erwartet habe, ist aber trotzdem sehr fetzig. Hinzu kommen der Originaltrailer, eine Fotogalerie und ein paar Trailer auf der Haupt-DVD.

Actionepos-Fans aufgepasst bei dieser schön gestalteten Special Edition in extra Papphülle! Wer auf heroisches Big-Budget-Geballer mit Superheldencharakter, wie ihn sich eigentlich nur Arnie leisten kann, steht, liegt bei dieser interessanten Geschichte goldrichtig. Wer bei der Untergangsszene in "Titanic" nicht weinen konnte und stattdessen "Bravo!" gerufen hat, der lasse lieber die Finger davon, auch wenn das Bonusmaterial recht verlockend ist. Das Bild hat mich ein wenig enttäuscht, der Ton ist gut, wenn auch in den Actionszenen ein wenig unterentwickelt.


Film++++--
Bild+++---
Ton++++--
Bonus++++--


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2009 - Lost Memories
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