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D 2000
Originaltitel:Seven Days To Live
Alternativtitel:Du lebst noch 7 Tage
aka. Seven D
Länge:93 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Sebastian Niemann
Buch:Dirk Ahner
Kamera:Gerhard Schirlo
Musik:Egon Riedel
SFX:Mark Norrie, Dreamscape, Animated Extras
Darsteller:Sean Pertwee, Amanda Plummer, Nick Brimble, Gina Bellmann, Sean Chapman, Chris Barnes
Vertrieb:EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:30.05.2001 (Verleih) / 30.08.2001 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar
  • Geschnittene Szene (0:33 Min.)
  • Special Effects: Vorher-Nachher-Vergleich (10:19 Min.)
  • Aufnahme der Musiksessions (5:08 Min.)
  • Hinter den Kulissen (5:30 Min.)
  • Kinotrailer (1:50 Min.)
  • TV-Spots (0:42 Min.)
  • Promotrailer (1:44 Min.)
  • Storyboard-Galerie (2:46 Min.)
  • Produktionsnotizen (15 Seiten)
  • Kurzfilm: Verfolger (6:04 Min.)
  • 5 Bio- und Filmografien
  • Historie der Indigo Filmproduktionsgesellschaft
  • Trailershow:
    • Marlene (1:44 Min.)
    • Im Juli (1:55 Min.)
    • Jetzt oder nie (1:32 Min.)
Ellen und Martin ziehen aufs Land, um den tragischen und tödlichen Unfall ihres Sohnes verarbeiten zu können. Im alten Landhaus soll sich alles wieder normalisieren, doch Ellen empfängt seltsame Botschaften, die ihren Tod in 7 Tagen vorhersagen. Zudem hat sie seltsame Visionen von ihrem Sohn und ein Besuch beim Arzt fördert die grausige Geschichte des Hauses hervor: es wurde gebaut auf einem Moor, in welchem vor langer Zeit Häftlinge ihre Todesstrafe antreten mussten. Zuerst reagiert ihr Mann Martin, ein Erfolgsautor mit Schreibblockade, noch verständnisvoll auf ihre Entdeckungen, aber er zeigt sich immer nervöser und aggressiver, als ob das alte Haus, in welchem sich vor über 20 Jahren ein brutales Drama abspielte, einen bösen Einfluss auf ihn hat.
Horror aus deutschen Landen? Solls ja geben! Und dann kommt Sebastian Niemann und fetzt uns "Seven Days To Live" um die Ohren, nur zum Beweis, dass die Deutschen es unter dem Deckmäntelchen einer internationalen Produktion mit englischsprachigen Darstellern drauf haben, Markenware abzuliefern. Streng genommen haben es Niemann und sein Team auch geschafft, denn der Film sieht tatsächlich optisch recht häufig nach atmosphärischer B-Ware aus, die man in jeder gutsortierten Videothek finden kann. Dabei geht ihm die häufige TV-Biederkeit, die Bundesproduktionen oft wie ein Leichentuch umhüllt, fast völlig ab.
Was bleibt, ist eine stabile, wenn auch nicht sonderlich aufregende Geisterhaus-Story, die allerdings mit ihrem Teaser so viel Lust auf mehr macht, dass das der halbe Film hinterher nicht mehr aufholen kann. Der nämlich ist dermaßen offensichtlich aus diversen berühmten Vorbildern versatzstückmäßig zusammengeschustert, dass der dreiste Klau die Freude an der Inszenierung verdirbt. Sam Pertwee muss skriptgemäß einen Horrorautor mit Schreibblockade geben, der im Laufe des Films fieberhaft in seinen PC hackt, wo dann auf das holde Eheweib (Amanda Plummer, der Dachschaden vom Dienst, diesmal in der vernünftigen Rolle) bei Erstlesung eine böse Überraschung miterleben wird. Das kennen sie schon aus "Shining"? Ist auch nur der Anfang! Neben weiteren Anspielungen auf "Friedhof der Kuscheltiere" und "Misery" ist das böse Geheimnis schließlich im Keller zu finden (hatten wir das nicht in "Amityville"...?) und das Filmende gemahnt doch ziemlich deutlich an "Poltergeist", wie auch ein flackernder Fernseher daher zu stammen scheint.
Das Buch vereint eine Menge spukiger Vorgänge, nur wollen diese nicht immer zur Handlung beitragen. Was soll der Geistereffekt mit dem Bild am Anfang? Uns wohl nur einen Schreck einjagen. Warum sind die Moorgeister so bitterböse? Warum nehmen sie die Gestalt des Kindes an? Warum muss Pertwee, im kompletten Nicholson-Modus, so wahnwitzig übertreiben, dass jeder sonst merken muss, dass ihm sämtliche Sicherungen nach Australien ausgewandert sind? Und warum zum Teufel merkt das hier keiner? Und wieso lebt er nach Beendigung seiner Besessenheit (in der ihm ordentliche Verletzungen zugefügt worden sein müssen) auch weiterhin, obwohl seine Frau ihm bereits 24 Stunden vorher mit der Bratenschneide die Niere perforiert hat und er offensichtlich über einen Tag vor sich hin blutet? Und wie kommt die warnende Todesankündigung (die ja vom Haus stammt) in die angemackte Irrenhausinsassin, einen ganzen Ort entfernt? Und woher hat der irre Vorbesitzer die ganzen Infos erhalten, die er in einer gewaltigen Buchhaltung regalweit gesammelt hat? Och, da fallen mir noch ein paar ein...
Da summieren sich viele kleine Ärgernisse zu einem gewaltigen Ganzen, denn auch wenn am Ende diverse PC-Effekte und einiges an Blut fließen, rettet das die Löchrigkeit des Buches nicht. Die Möglichkeiten werden einfach nicht genutzt und der Film ist gerade da zuende, als die Sumpfzombies im Keller interessant zu werden drohen. Der Plot an sich ist papierdünn, nichts, was man nicht relativ schnell vorhersagen könnte, würde uns nicht der Junge jeweils irritieren, der aber stets einen bösen Eindruck macht. Eine Lokalisierung wird übrigens auch schwer, aber ich denke, die Chose findet irgendwo in England statt, wie die Nummernschilder verraten, obwohl das Lenkrad immer links ist. Aber die Amis haben halt gar nicht die europäischen Heidelandschaften.
Niemann sollte auf diesem Weg weitergehen, es ist schon der Richtige, aber da muss noch geübt werden, denn Handwerk allein macht nicht den Meister. Jetzt sollte ihm mal jemand ein brauchbares Drehbuch schneidern, wer weiß, wozu er dann imstande wäre.

Die gute Nachricht zuerst: Der Ton dieser DVD ist wirklich sehr gut gelungen und fetzt durch die Lautsprecher durch den extrem kräftigen, brummenden Tiefenton, der sich sowohl in den Effekten wie auch in der Musik den ganzen Film über bemerkbar macht und die Wohnung das ein oder andere Mal zum Erbeben bringen wird. Trotzdem werden die hohen Frequenzen nicht weniger klar dargestellt und im Effektbereich sind viele gut ortbare Klänge angeordnet worden, die die Atmosphäre des Films hervorragend unterstützen und oft einen vollen Raumklang erzeugen. Der englische Track unterscheidet sich nur in den Dialogen von der deutschen Version, die aber eine ebenso deutliche Synchronisation aufweist.
Nun die schlechte Nachricht, die sich auf die Bildqualität bezieht. Die Schärfe ist in den meisten Aufnahmen gerade einmal durchschnittlich und für eine Produktion dieses Jahrtausends unzureichend. Anscheinend wurde das nur noch selten anzutreffende Bildrauschen per Filter eingedämmt, denn ein zurückbleibendes stehendes Rauschmuster ist in vielen Szenen noch zu erkennen. Zum schäbigen Look des Hauses gesellen sich gedämpfte Farben, die in leicht angegraut und mit viel Brauntönen versetzt nicht ganz so schimmern, wie man es sich manchmal wünschen würde. Deutliche auffallend ist der unausgeglichene Kontrast, der trotz dunkler Szenarien einen milchigen Eindruck hinterlässt. Also insgesamt ein Bild, dass man sich wesentlich besser erhofft hat, das Prädikat "gut" aber gerade noch erreicht.
Die Bonussektion ist mit dem Audiokommentar von Jungregisseur Niemann, Drehbuchautor Ahner, Kameramann Schirlo, Komponist Riedel (unbedingt über das Menu anwählen, um die Einleitung nicht zu verpassen), einer geschnittenen Szene, einem sehr ausführlichen Making Of der Computereffekte, einem Kurzfilm und einem kurzen Special über die Filmmusik schon recht gut gefüllt. Das Beste daran: Wahlweise lassen sich diese Features mit oder ohne Audiokommentar anschauen. Hinzu kommen Trailer und TV-Spots, ein von den Hammer Studios produzierter, erster Trailer mit Audiokommentar, ein Blick ans Set, eine musikalisch unterlegte Animation aus Storyboardzeichnung zur abschließenden Szene im Keller, Informationen zu Cast & Crew mit zwei kurzen Videostatements, ein interessanter Text über die Produktion des Filmes und eine 3teilige Trailershow. Zwar ist nichts sonderlich spektakuläres dabei, es sind aber damit so ziemlich alle Sparten an informativen Bonusmaterialien abgedeckt wurden.

Diesen Film hier kann man sich mal mit der Freundin (oder dem Freund) ansehen, wenn es was Mittiges mit nicht soo viel Psycho und nicht soo viel Blut und doch passabel spannend sein soll. Sonst weitestgehend hirnig und stark bewölkt, aber nicht ohne Aufhellungen. Dafür muss dann das umfangreiche Bonusmaterial und der großartige Soundtrack der DVD von EuroVideo herhalten.


Film+++---
Bild++++--
Ton+++++-
Bonus++++--


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