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USA 1988
Originaltitel:Serpent and the Rainbow, The
Alternativtitel:Wes Craven's - Die Schlange im Regenbogen
Länge:94 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Wes Craven
Buch:Richard Maxwell, Adam Rodman, Wade Davis
Kamera:John Lindley
Musik:Brad Fiedel
SFX:Gary Gutierrez
Darsteller:Bill Pullman, Cathy Tyson, Zakes Mokae, Paul Winfield, Brent Jennings, Conrad Roberts, Badja Djola, Theresa Merritt, Michael Gough, Paul Guilfoyle, Dey Young, Aleta Mitchell, William Newman, Jaime Pina Gautier, Evencio Mosquera Slaco
Vertrieb:Universal
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Stereo)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
- Trailer
- 7 Untertitel
Der Wissenschaftler Dennis Allan (Bill Pullman) reist nach Haiti, um dem Ursprung der Zombie-Legende auf die Spur zu kommen. Er hat von einer geheimen Droge gehört, die den Körper vollkommen außer Gefecht setzt, aber den Geist wach lässt. In den Revolutionswirren von Haiti rund um den Sturz von Diktator Papa Doc, kann Allan bald schon nicht mehr unterscheiden, was von den Phänomenen Schein und was Wirklichkeit ist...
Oftmals übersehen im Oeuvre Wes Cravens ist "The Serpent and the Rainbow" einer der effektiveren und phantasievolleren Zombiefilme, die zumindest ein wenig mehr an den Ursprung des Zombie-Mythos herangehen und ihn zeitgeschichtlich interessant in den Untergang des Duvalierregimes auf Haiti Mitte der 80er Jahre verpacken. Bill Pullman in einer frühen Hauptrolle gibt hier einen Wissenschaftler, der nach den Ursprüngen der auf der Insel beobachteten Zombifizierung sucht, um das verantwortliche Mittelchen an einen Pharmakonzern weiterzugeben. Eingebettet in einen Prolog in Brasilien, in dem die Spiritualität des Ganzen durch verschiedene Visionen/Vorahnungen und das Auftauchen von Pullmans Totem-Tier (dem Leoparden) angedeutet wird, verlagert sich die Handlung fast vollständig auf die Insel Haiti.

Hier sprengt Craven mit dem knackigsten Lokalkolorit überhaupt sämtliche optischen Grenzen. Tatsächlich ist die Darstellung des Lebens der Einwohner in Verbindung mit den Voodookulten beinahe noch interessanter als die recht schmalbrüstige Horror-Story, in die der Film in der zweiten Hälfte hineinrutscht. Anstelle die Suche nach dem Mittel zu einem psychedelischen und seelischen Trip zu machen, verfällt der Plot nach der Hälfte der Zeit in alte Horrorkonventionen, wenn sich ein Hauptgegner in Form des Chefs der Geheimpolizei ausmachen lässt, der gleichzeitig noch seine Kraft aus geraubten Seelen bezieht, die er mittels Ritual von Zombifizierten entzogen hat. Zuvor gibt's aber einiges aus dem Zombiemythos zu sehen, das weit beunruhigender wirkt, als brutale Szenarios, wie sie von Zombie-Fans erwartet werden.

Auch wenn das Geschehen am Ende in einen halbwegs vorhersehbaren Showdown mündet, bleibt dem Film immer noch ein seine farbenprächtige, mystische und bedrohliche Optik. Der Zuschauer wird ständig durch Traumsequenzen und Visionen auf Trab gehalten, die meistens recht unvermittelt über ihn hereinbrechen. Dabei geht es dann auch schön drastisch zur Sache, wobei mit halbvermoderten Leichen, fetten Spinnen, Mörderschlangen, abgetrennten Köpfen und reichlich Blut nicht gegeizt wird, so dass auch Gore-Hounds etwas zu entdecken haben. Dabei verliert sich der Film nie im Visionsfilz, sondern bleibt streng auf Kurs, obwohl er seine visuellen Stärken bis zum Selbstzweck ausreizt. Knüppelhart allerdings bleibt eine andere Szene im Gedächtnis, wenn Pullman bei der Geheimpolizei ein Nagel durch die Hoden getrieben wird. Da macht der Realismus mehr her, als der stärkste Effekt.

Der Film endet mit dem Zerfall des diktatorischen Regimes Duvaliers und dem Tod des bösen Geheimpolizeichefs, was in einer Parallelmontage serviert wird, wenn auch Craven zum Schlusskampf reichlich Effekte aus der "Ghostbusters"-Okkultküche aufbietet und damit den innovativen Eindruck wieder etwas relativiert. Die Besetzung ist top, vor allem Pullmans Everyman kommt für uns normale Zuschauer sehr natürlich rüber und Zakes Mokae ist ein wirklich beängstigender Gegner.
Wer also mal was völlig anderes sehen will, als vollkommen abgenutzte bekannte Vorbilder, bekommt mit "Die Schlange im Regenbogen" einen kleinen Schatz zu sehen, bei dem man Phantasie und Härte nicht missen muss, aus einer Zeit, als Horror im Kino eher Independant-Underdog zu sehen war. Definitiv einer von Cravens besten und leider auch noch einer der unterschätztesten Werken ...

Nachdem "Die Schlange im Regenbogen" auf Video damals trotz einer FSK18-Freigabe verstümmelt wurde (siehe Schnittbericht) und man nur im TV bei "Hildes Wilde Horror-Show" auf RTL in den Genuss der ungeschnittenen Fassung des Films kam, wurde es lange Zeit still um den Film und man glaubte nicht wirklich daran, jemals die ungeschnittene Fassung in Deutschland zu Gesicht zu bekommen. Nun gibt es aber die uns vorliegende DVD aus dem Hause Universal, die als Budgettitel zum Nice Price in die Kaufhäuser gekommen ist und bis auf einen Trailer kein Bonusmaterial enthält. Dafür ist die Version des Film aber völlig ungeschnitten, was Universal nicht mal für die englische DVD geschafft hat.
Das anamorph abgetastet Bild bietet einen durchweg guten Kontrast, der aber gerade bei dunkeln Szene etwas an Detailschärfe vermissen lässt. Der Rauschfaktor ist recht gering ausgefallen und nur an einigen Stellen nimmt das Rauschen stark zu. Dem Bild mangelt es auch deutlich an Schärfe und es wirkt im Ganzen zu weich. Die Farbsättigung ist natürlich und kommt sauber und klar zur Geltung. Die Kompressionen sind nicht immer optimal und es zeigt sich leichtes Blockrauschen im Hintergrund. Im Ganzen ist das Bild ok, aber hätte durchaus schärfer sein müssen. Defekte oder Fehler fallen nur selten auf.
Der deutsche Stereoton erweist sich recht rauscharm und bietet eine gute Dialogverständlichkeit. Die englische Fassung ist im Ganzen etwas kräftiger und klarer. Deutsche Untertitel können optional hinzugeschaltet werden.

"Die Schlange im Regenbogen" darf in keiner Sammlung fehlen, auch wenn die DVD nicht gerade zu dem besten gehört und von den Extras her gänzlich versagt, kann man den Film doch mittlerweile für knapp 10 Euro überall sehr günstig erwerben und das ist nicht zu viel.


Film+++++-
Bild+++---
Ton+++---
Bonus------


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News"Die Schlange im Regenbogen" ungekürzt ab Ende November
Schlange im Regenbogen, Die
Schlange im Regenbogen, Die
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