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USA 2002
Originaltitel:May
Länge:89:41 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Lucky McKee
Buch:Lucky McKee
Kamera:Steve Yedlin
Musik:Jaye Barnes-Luckett
SFX:Scott Nifong, Ric San Nicholas, Virgil Sanchez
Darsteller:Angela Bettis, Jeremy Sisto, Anna Faris, James Duval, Nichole Hiltz, Kevin Gage, Merle Kennedy, Chandler Hecht, Norwood Cheek, Rachel David, Roxanne Day, Will Estes, Jennifer Grant, Jesse Hlubik, Connor Matheus, Mike McKee, Bret Roberts, Nora Zehetner
Vertrieb:MC One
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:17.08.2003 (Verleih) / 23.09.2003 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar mit Lucky McKee, Steve Yedlin, Chris Sivertson, Angela Bettis, Nicole Hiltz, Bret Robert
  • Audiokommentar mit Lucky McKee, Rian Johnson, Jaye Barnes-Luckett, Leslie Keel und Benji
  • Trailer deutsch (1:42 Min.)
  • Trailer englisch (1:42 Min.)
  • Produktions-Notizen (11 Textseiten)
  • Bio-/Filmographien:
    • Angela Bettis
    • Jeremy Sisto
    • Anna Faris
    • James Duval
    • Lucky McKee
  • Trailershow:
    • Nirgendwo in Afrika (3:06 Min.)
    • Bella Martha (1:41 Min.)
    • The Musketeer (2:07 Min.)
    • Knallharte Jungs (2:20 Min.)
    • Donnie Darko (2:27 Min.)
    • Cypher (2:00 Min.)
    • Naked Weapon (3:07 Min.)
    • Shooters (2:00 Min.)
    • Wishcraft (1:49 Min.)
    • Wendigo (1:47 Min.)
    • The Untold (2:02 Min.)
    • Das Duell in der Verbotenen Stadt (2:26 Min.)
    • Shattered Lies (2:01 Min.)
    • Nichts bereuen (2:04 Min.)
  • DVD-Credits (6 Textseiten)
Die junge May Canady (Angela Bettis) ist das, was man ein stilles Wasser nennt. Von dunklen Kindheitstagen an ohne Kontakt zu anderen Menschen aufgewachsen, diente ihr eine unheimliche Puppe als einzig wahrer Freund in Jugendtagen. Nun, zur jungen Frau und OP-Helferin in einer Tierklinik heran gereift, beginnt sie das andere Geschlecht zu faszinieren. Besonders der attraktive Adam (Jeremy Sisto) hat es dem scheuen Mauerblümchen angetan. Jetzt muss sie nur noch heraus finden, wie man so einen Knaben rumkriegt und was man dann mit ihm tut. Ihre Puppe ist dabei keine große Hilfe, und auch die nette Kollegin (Anna Faris) ahnt nicht wirklich, wie fremd May selbst die einfachsten zwischenmenschlichen Dinge sind. Als Adam nach anfänglichen Erfolgen ihre Annäherungsversuche brüsk zurück weist, zieht das stille Mädchen andere Saiten auf. Schließlich hat sie nicht umsonst Schneiden und Nähen gelernt!
"Wenn du keinen Freund findest, mach dir einen..." - "May"

Erst war ich etwas geschockt, als ich las dass der Film mit einer Freigabe ab 16 durchgekommen ist, denn das was hier gezeigt wird ist mehr als nur verstörend. Zu Beginn erleben wir die recht einsame Kindheit der jungen May, die von ihrer Mutter nie richtige Liebe erfahren hat, sondern nur Oberflächlichkeit und somit zu einer extrem gestörten Persönlichkeit heranwächst, die sich nach Liebe und Halt sehnt. Wegen ihrer Augenkrankheit von den Kindern gemieden, bekommt sie zum Geburtstag von ihrer Mutter eine Puppe geschenkt, mit der May nicht spielen darf und die immer in einer Glasschachtel verweilen muss. Dies soll Mays Freundin in ihrer Kindheit sein und auch in Zukunft soll die Puppe Mays einzige wirklich Bezugsperson bleiben.


Nach nur wenigen Minuten weiß der Zuschauer nicht so recht, was er von May halten soll. Auf der einen Seite ist einem das verschüchterte und etwas schusselige Mädchen durchaus sympathisch und man freut sich mit ihr, als sie ihre "Liebe" trifft. Auf der andern Seite ist ihre Art sehr befremdend. Sie redet mit ihrer Puppe und achtet bei den Menschen mehr auf einzelne Körperteile wie z.B. Hand oder den Hals. Zu Beginn denkt man noch, dass dieses Mädchen einfach etwas auf der Strecke geblieben ist, jedoch erkennt man sehr schnell, dass hinter der schüchternere Fasade ein total kaputtes Wesen steckt. Nachdem sie ihren Wunschpartner Adam näher kommt und sich beide Adams eigenen Film anschauen, ist May hin und weg vom Gezeigten, aber auf eine Art, die wohl niemand normal finden würde. In dem Video geht es zwar um die Liebe, aber diese wird visualisiert, dass sich die Protagonisten gegenseitig auffressen. Mays Reaktion ist ebenso erschreckend wie lustig. Kurz nach dem Video soll sie ihre Unschuld verlieren, doch fängt sie an Adam blutige Bisswunden zuzuführen. Ihre Auffassung von Liebe? Wohl kaum. Hier wird deutlich, dass sie nie wusste was Liebe bedeutet und sich nur von anderen lenken lässt.


Natürlich beendet Adam die Beziehung und auch die kurze Lesbenbeziehung der duchgeknallten Freundin und Kollegin Polly bleibt nicht von langer Dauer. May gibt ihrer Puppe die Schuld an allem und sucht Trost in einem Nebenjob als Kinderpflegerin in einem Kindergarten für blinde Kinder. Aber auch da bleibt ihr das Glück verwehrt. Als sie ihre Puppe den Kindern vorstellen wollte und diese zu Boden fällt erlebt der Zuschauer einen Moment des totale Chaos. Hunderte von Scherben liegen auf dem Boden und überall ist Blut und schreiende Kinder, die auf May zu krabbeln und ihre Puppe zerreißen. Dies ist eine Szene, die an Intensität kaum noch zu überbieten ist und dem Zuschauer geschockt vor dem Fernsehen verweilen lässt. Stand man zu Beginn dem Gezeigten doch schon skeptisch, aber immer noch recht locker gegenüber, verkrampft man urplötzlich bei diesem verstörenden Szenario. Von nun an ist es vorbei mit rationalem Denken und May erinnert sich an die Worte ihrer Mutter: "Wenn du keinen Freund findest, mach dir einen...". Ab jetzt wird jeder ausgelöscht, den sie als Störfaktor empfindet...


Mehr sollte man an dieser Stelle lieber nicht verraten, ich habe sowieso schon viel zu viel verraten, aber da sieht man einmal, wo einen die Begeisterung hintreibt. Das Thema Freundschaft zieht sich hier wie ein roter Faden durch die Handlung und Regisseur und Drehbuchautor Lucky McKee ("The Woods") erhöht nicht nur kontinuierlich den psychischen Horror im Film, nein nach und nach wird auch visuell immer mehr geboten, ohne auch nur eine Minute lang das Gezeigte ins Selbstzweckhafte verkommen zu lassen. Innovativ und packend, ironisch und verstörend. So könnte man "May" am ehesten bezeichnen. Diese krude Mischung aus Interner Link"Re-Animator", Interner Link"Frankenstein" und Interner Link"Carrie" ist ein optisches und erzählerisches Meisterwerk geworden, mit einer Angela Bettis ("The Toolbox Murders", Interner Link"Carrie (2002)") in Höchstform. Die May-Darstellerin stellt hier alles in den Schatten. Sie verkörpert Mays Charakter so glaubhaft, wie man es nur selten erlebt. Jeremy Sisto ("Hideaway", Interner Link"Takedown") und Polly-Darstellerin Ann Faris spielen ihren Part ebenfalls sehr gut, schaffen es jedoch nicht aus Angelas Schatten heraus zu treten, insbesondere Ann, die es durch ihre peinlichen Auftritte in den Interner Link"Scary Movie"-Filmen noch lange Zeit schwer haben wird als ernsthafte Darstellerin anerkannt zu werden.


"May" trifft tief in die Psyche des Menschen und wird noch eine Menge Aufsehen erregen, vor allem wegen der Freigabe ab 16, die doch schon recht gewagt erscheint. Zwar hält hier die Kamera nicht immer voll drauf, aber sie blendet auch nicht immer ab. Das meiste spielt sich trotzdem in den Gedanken der Zuschauer ab und manifestiert sich zu einem Horrorerlebnis allererster Güte, welches man so schnell nicht mehr vergessen wird.


Die DVD, die uns für diese Rezension vorlag, war noch die Verleih-DVD mit dem FSK-Siegel "Keine Jugendfreigabe", welches wir auch für durchweg gerechtfertigt halten, jedoch wurde das Cover vor den Prüfungsergebnissen gedruckt, was davon zeugt, dass selbst MC-One mit keiner Jugendfreigabe gerechnet hat. Und doch, "May" kam völlig ungeschnitten mit einer Freigabe an 16 durch die FSK und die jetzige Kauffassung hat vorn auf dem Cover eine dicke Aufschrift "Uncut Version".
Das anamorphe Widescreen-Format weist eine wirklich gute Schärfe auf und einen nahezu perfekten Kontrast. Details lassen sich stets gut erkennen und nur selten fällt an enigen Stellen leichte Unschärfe auf. Einziges Manko ist das leichte Rauschen und das etwas zu weiche Bild, was höchstwahrscheinlich an dem Einsatz von Rauschfiltern liegt. Die Farben wirken kräftig und frisch und die Kompressionen lassen keinen Grund zum Klagen. Nur selten merkt man leichte Bildverschmutzungen, die nicht der Rede wert sind.
Der Ton kann nicht so überzeugen wie das Bild und wirkt etwas zurückhaltend. Hier ist der Frontbereich recht dominant und die Effektlautsprecher kommen äußerst selten zum Einsatz, was aber auch nicht verwundert, da "May" ein recht dialoglastiger Film ist. Wenn sie dann zum Einsatz kommen, dann aber richtig und so wird uns an einigen Stellen eine wirklich tolle Geräuschkulisse geboten, die teilweise durch einen kräftige Bass unterstützt werden. Jedoch wirkt die Originalspur deutlich präziser und natürlicher in der Abmischung als die deutsche Version, die an wenigen Stellen etwas zu ungenau geworden ist. Im Ganzen gibt es bei beiden Spuren nicht viel zu kritisieren, trotzdem sind beide nicht perfekt. Die englische Spur musste leider aus lizenzrechtlichen Gründen mit fest eingeblendeten Untertiteln ausgestattet werden.
Als Bonus gibt es Produktionsnotizen, den deutschen und englischen Trailer, 5 Biografien und 2 Audiokommentare. Im Grunde nicht viel, aber dafür sind beide Kommentare recht interessant und witzig gehalten. Der erste wird vom Regisseur Lucky McKee, vom Kameramann Steve Yedlin, dem Cutter Chris Sivertson und den Darstellern Angela Battis, Nicole Hiltz und Bret Roberts gesprochen. Der zweite vom Regisseur, dem zweiten Cutter Rian Johnson, Komponistin Jaye Barnes-Luckett und den beiden Produktionsdesignern Leslie Keel und Benji. Letzter geht mehr auf die technische Seite des Films ein, demnach erster mehr auf den Film an sich eingeht und wesentlich lockerer ausgefallen ist. Leider wurden die Kommentare nicht untertitelt. Zum Schluss gibt es 15 Trailer zu weiteren Mc One-Veröffentlichungen.


"May" ist ohne Zweifel das DVD-Highlight des Jahres 2003 und es ist wirklich schade, dass der Film nicht in den deutschen Kinos lief und nur in den Regalen der Videotheken und in den unendlichen Weiten der Kaufhäuser entdeckt werden kann. Die DVD von McOne hat ein wirklich gutes Bild und eine ordentlichen Ton, jedoch fehlt es beiden noch etwas zur Höchstnote. Das DVD-Menü ist witzig und einfallsreich animiert und kann sich sehen lassen. Leider gibt es kaum Extras und die Untertitel beim Originalton wurden fest eingebrannt. Auch kann man während des Films nicht zwischen beiden Tonspuren hin und her wechseln. Trotzdem eine Kaufempfehlung an alle die, die sich man wieder richtig schocken lassen wollen. Allen Zartbesaiteten sei gesagt: Es ist nur ein Film ...


Film++++++
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus+++---


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