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HK 2002
Originaltitel:Chung wa diy hap
Alternativtitel:Conman in Tokyo
Länge:99 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Tony Ching (= Siu-Tung Ching)
Kamera:Ko Chiu Lam
Musik:Cheung Shung Kei, Cheung Shung Tak
Darsteller:Louis Koo, Nick Cheung, Ben Lam, Athena Chu, Christy Chung, Yasuaki Kurata, Ka-Yan Leung, Joe Cheng
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache:Kantonesisch, Deutsch
Specials:
- Trailershow
- Original Trailer
- deutscher Trailer
Jerseyy, der Beste und für seine gnadenlosen Tricks berüchtigte Berufssieler Hongkongs wird in Tokio Zeuge einer Schutzgelderpressung. Beim Versuch, die Yakuza in die Flucht zu schlagen, kommt ihm der Restaurantbesitzer mit wahnwitzigen Martial-Arts zu Hilfe. Fähigkeiten, für die nur Jerseys Idol, der wohl beste Kartenspieler Asiens, Cool, bekannt war. Dieser war verschwunden, nachdem ihn sein Blutsbruder Yeung an den Yakuza-Chef Tetsuo verraten und Cools große Liebe Karen zur Heirat gezwunden hatte. Nun scheint der zeitpunkt der Rache gekommen: Zusammen mit Jersey tritt Cool gegen Tetsuo und Yeung an. Der Verlierer bezahlt mit seinem Leben.
Keine sorge liebe Leser, ihr müsst euch nicht erst sämtliche "Conman"-Filme anschauen, die zwischen 1998 und 2002 gedreht wurden, um "Conman in Tokio" zu verstehen oder gar Spaß an dem Film zu haben. Hier wird uns eine eigenständige Story präsentiert, die niemandenverwirren dürfte. Da ich die anderen Teile bisher nicht sehen konnte, bin mir sowieso nicht ganz sicher, ob "Conman in Tokio" überhaupt etwas mit den anderen Teilen zu tun hat, außer den Charakter Cool, der damals von Andy Lau verkörpert wurden...
Zu Beginn hätte ich wirklich nicht gedacht, dass man Action und Comedy hier so perfekt miteinander kombinieren zu vermag und vermutete einen totalen filmischen Reinfall. Das anfängliche Billard-Spiel schien recht albern und erinnerte mehr an einen reinen Slapstick-Film und als Jeresey, gespielt von Nick Cheung ("Duell in der verbotenen Stadt"), auch noch anfängt zu singen, da er in der Öffentlichkeit nicht Fluchen soll, ist der erste Gedanke der Ausschaltknopf, aber nur kurz darauf kommt es zum ersten Kampf und ab da merkt man: "Conman in Tokio ist mehr als nur Slapstick-Kino aus Hongkong. Zwar muss man sich an den Angeber bzw. besten Spieler Hongkongs (besser 3er Vorstädte) Jersey erst einmal gewöhnen und auch seine materiell veranlagte Freundin möchte man zu Beginn am liebsten den Hals umdrehen, aber seine Überheblichkeit, die aus Können und reiner Dummheit resultiert, sorgt stets für Erheiterung und Spaß im Film.
So ist er das genaue Gegenteil zu Cool, gespielt von Louis Koo ("The Suspect", "Legend of Zu"). Cool war und ist der beste Spieler Asiens und wusste seine Karten in jeder Situation einzusetzen. Nachdem seine Freundin aber ins Koma fiel, zog er sich zurück und führte ein verbittertes Leben in Japan als Restaurantbesitzer. Nur durch die chaotische Unterstützung von Jeresey fasst er wieder Mut, packt seine Karten und versucht seine Freundin vor seinen ehemaligen besten Freund Yeung, gespielt von Ben Lam ("Total Risk", "Police Story 2"), zu retten. Hier beginnt das, was die Amis mit ihren Buddy Movies immer so perfekt inszenierten: Action, Comedy und coole Sprüche am laufenden Band. Sei es "Bulletproof - Kugelsicher" mit Adam Sandler, "Bad Boys - Harte Jungs" mit Will Smith oder die kultige "Lethal Weapon"-Serie - alle vermischten witzige Elemente, mit knallharter Action und so auch "Conman in Tokio". Neben guten Martial Art-Kämpfen dürfen wir auch einiges an Kartentricks bewundern, die nicht nur am Spieltisch stattfinden, sondern dank Cools Talent zur tödlichen Waffe für seine Gegner werden wenn sie zu Hunderten durch die Lüfte sausen. Hier bekommen wir ein wirklich phantastischen Aspekt geboten, der zwar unrealistisch jedoch nicht uninteressant ist und dank eines gelungen Scores für Stimmung sorgt. Regisseur Tony Ching ("Shaolin Scorcerer", "Hero") vermischte verschiedene Genres miteinander ohne auch nur eins aus den Augen zu verlieren und zitiert hier aus diversen Klassikern der asiatischen Filmgeschichte. Besonders auffällig ist dies als Cool seine im Koma liegende Freundin im Arm hält und sich mit einem Schwert durch eine Horde Yakuza kämpft. Diese Sequenz erinnert deutlich an "Lone Wolf and Cub", obgleich dies nicht die Intensität und vor allem Brutalität des Originals aufweist. Der Schluss auf dem Boot entpuppt sichschnell als spannendes und Action geladenes Finale und sorgt für die eine oder andere Überraschung. "Conman in Tokio" ist eine perfekte Mischung aus Komödie und Action, mit einer Prise Dramaturgie, die nie aufgesetzt wirkt. Hongkong-Kino wie man es liebt und für mich eine kleine Perle am asiatischen Actionhimmel, die man nicht versäumen sollte ...

In der Cine Magic Asia Collection präsentiert uns e-m-s den Film völlig ungeschnitten und mit einer wirklich hervorragenden Synchronistation. Leider gibt es hier bis auf zwei Trailer und einer Trailershow keinerlei Bonusmaterial, dafür präsentiert sich das Bild als recht gut. Satte und kräftige Farben, mit einem guten Kontrast und einer fast immer guten Detailzeichnung. Leider ist die Schärfe nicht immer optimal und das Bild wirkt im ganzen etwas zu weich. Dafür ist der Rauschfaktor sehr gering ausgefallen und auch die Kompressionen können voll und ganz überzeugen. Lediglich die vielen Defekte und Bildverschmutzungen trüben den Sehgenuss. Das Bild wurde löblicherweise anamorph kodiert und liegt uns im Original Format von 1,78:1 vor. Durch die vielen Defekte und dem etwas zu unscharfen Bild, welches an einigen Stellen nachzieht, vergeben wir gute 3 Punkte mit der Tedenz zur guten 4. Hier wäre durchaus mehr drin gewesen.
Der Ton liegt uns einmal in Dolby Surround, Dolby Digital 5.1 und DTS vor. Große Unterschiede gibt es da nicht. Die Musik kommt sauber und klar aus allen Speakern. Auch der Bass kommt oft zum Einsatz, hätte aber gerade bei den Actionszenen etwas kraftvoller sein können. Die Effektlautsprecher sind ständig im Einsatz und bieten neben dem Score noch eine recht saubere Abmischung bei den Umgebungsgeräsuchen. Die Dialoge sind gut zu verstehen, verzerren aber an einigen Stellen. Der DTS-Ton ist im Gegensatz zur Digital 5.1-Spur etwas lauter und der Surround-Ton dumpfer und frontlastiger. Hier wäre deutlich mehr machbar gewesen, was man am kantonesischen Originalton hört, der wirklich sauber und kraftvoll aus den Kanälen hämmert und mit einem starken Tiefenbass aufwartet. Auch hier gibt es eine gute Dialogverständlichkeit, die Stimmen hätten aber etwas sauberer sein dürfen. Löblicherweise wurde der Originalton optional deutsch untertitelt.

"Conman in Tokio" gehört in jede Asiensammlung und dank einer gelungenen deutschen Synchronisation werden auch Skeptiker zur deutschen Veröffentlichung greifen können, zumal die HK-DVD nicht anamorph ist und ebenfalls kein Bonusmaterial enthält. Wer also Fan von Action-Komödien ist, kommt an dieser DVD nicht vorbei. Sehr empfehlenswert.


Film+++++-
Bild+++---
Ton++++--
Bonus------


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