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USA 1993
Originaltitel:Double Dragon: The Movie
Alternativtitel:Double Dragon: Die 5. Dimension
Länge:81 Minuten (gekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:James Yukich
Buch:Paul Dini, Neal Shusterman
Kamera:Gary B. Kibbe
Musik:Tolga Katas, Jay Ferguson
SFX:Joe Lombardi
Darsteller:Robert Patrick, Mark Dacascos, Scott Wolf, Kristina Wagner, Julia Nickson-Soul, Alyssa Milano, Nils Allen Stewart, Henry Kingi, John Mallory Asher, Leon Russom, Jeff Imada, Al Leong, Cory Milano, Michael Berryman, Deanthony Langston
Vertrieb:Planet Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Upmix), Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch
Specials:
- Making of
- B-Roll
- Bildergalerie
- Filmografien
- 3 Trailer
- Trailershow
New Angeles im Jahr 2007.
Eine vom großen Erdbeben ausgelöste Flutwelle hat weite Teile der südkalifornischen Metropole unter sich begraben und aus dem Hollywood Boulevard einen breiten Strom gemacht. Gangs regieren die zerstörte Stadt, in der Gewalt und Chaos herrschen. In dieser Umgebung versuchen die verwaisten Brüder Jimmy (Marc Dacascos) und Billy (Scott Wolf) Lee zu überleben.
Als sie von ihrer Pflegemutter eines Tages die Hälfte eines Talismans erhalten, verändert sich ihr Leben dramatisch. Denn der skrupellose Gangster Koga Shuko (Robert Patrick), Besitzer der anderen Hälfte des Amuletts, trachtet danach, beide Teile des Talismans zu vereinigen, um so über grenzenlose Macht zu verfügen ...
Kinofilme zu berühmten und vor allem beliebten Video-Spielen erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit bei den Produktionsfirmen, da man glaubt damit den schnellen Dollar machen zu können. In der Tat sind Filme wie "Tomb Raider", Interner Link"Mortal Kombat" und Interner Link"Resident Evil" so erfolgreich gewesen, dass ihnen eine Fortsetzung nicht versagt blieb und man nebenbei mit dem ganzen Merchandising-Gezuppel noch ein paar Millionen in die Kassen fließen lassen konnte. Dass die oben genannten Filme im Grunde nichts anderes sind als routinierte Action- bzw. Horrorfilme sei mal dahin gestellt, denn der Name wäre zumindest bei "Tomb Raider" und eventuell auch Interner Link"Resident Evil" beliebig austauschbar gewesen, weil uns die Geschichten oft nur das boten, was man schon Tausende Mal zuvor gesehen hatte - nur in einem anderen Gewand.
Dann gibt es natürlich diese Art von Verfilmungen, bei denen man nur noch die Hände über den Kopf zusammenschlägt und krampfhaft versucht, nicht die Forward-Taste auf der Fernbedienung zu betätigen. Neben Gurken wie Interner Link"Street Fighter" und "Super Mario Bros." gehört "Double Dragon" eindeutig zu den Filmen, die die Welt nicht braucht. Noch dazu kommt, dass Film und Videospiel logischerweise nichts außer dem Titel und den Namen der Hauptcharaktere gemeinsam haben.

"Double Dragon" war in den späten 80ern und frühen 90ern das Kultspiel einer ganze Generation von PC-und Konsolen-Süchtigen, feierte seinen Siegeszug auf den Arcade-Automaten bis in Kinderzimmer von 8 bis 18-Jährigen und garantierte den Spielern viele Stunden Haudraufspaß vom Feinsten.
Das Prinzip des Spiels ist einfach: Man darf allein oder im Team durch etliche Level stampfen, um böse Buben zu verhauen. Zwischendurch muss man Endbosse besiegen, um zum Schluss das entführte Mädchen zu retten. Gerade zu zweit machte das Spiel unheimlich viel Spaß, weil es dafür sorgt, dass man sein Gehirn in den Kühlschrank legt und einfach nur mit Freunden Frust am Joypad und an feindlichen Polygonen auszulassen. Da ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass neben einigen Marvel-Comics und einer Zeichentrick-TV-Serie noch eine Real-Verfilmung folgte, deren Story absolut dünn und altbacken ist und zumindest in Sachen "Gehirnabschalten" mit dem Spiel etwas gemeinsam hat.
Alles, was uns hier geboten wird, hat man schon sehr oft besser gesehen, denn unsere beiden Helden Jimmy und Billy erweisen sich schnell als blöde und nervende Jugendliche, die durch Billys arrogant Art kein Karate-Tunier ohne eine selbst verschuldete Niederlage verlassen. Um im Gegensatz zum Spiel noch etwas mehr Handlung einzubauen, hat man das "Double Dragon"-Amulett erfunden, welches dem Besitzer beider Hälften unbegrenzte Macht verleiht.


Wie gesagt ist das alles im Grunde schon einmal dagewesen - und sogar um ein Vielfaches besser, denn was uns hier an darstellerischer Leistung geboten wird, ist unter aller Kanone. Sogar Robert Patrick (Interner Link"Terminator 2", Interner Link"X-Files", Interner Link"From Dusk Till Dawn 2"530'>"Drive", "Der Pakt der Wölfe") als Jimmy Lee und Scott Wolf (Interner Link"White Squall") als Billy Lee spielen ihre Rollen zwar routiniert, aber dank des Drehbuches wurden die beiden zu öden Sprücheklopfern degradíert, die mit einfachen Haudrauf-Methoden versuchen, die Welt zu retten. Beide erinnern an eine Interner LinkBill und Ted-Kopie für Arme, denn auch ihre Kostüme zum Ende sind mehr als nur lächerlich, werden aber auch nicht kommentarlos hingenommen. Dass man eine kindgerechte Umsetzung anstrebte, war von Anfang an klar, aber was uns hier an Albernheiten zugemutet wird, ist schon fernab von Gut und Böse.
Hier sei nur eine Szene, mit der hübschen Alyssa Milano als Marian zu erwähnen, in der sie gegen ein Peitschenluder kämpft und diese in Siegespose sagt: "Hey, wer ist jetzt der Boss?". Dies ist eine der Stellen im Film, wo einem schon fast der Hut hoch gehen könnte, sollte man einen aufhaben. Zwar ist die Kleine durch diese Kult-Serie berühmt geworden, gilt aber mittlerweile als ernst zunehmende Schauspielerin in Hollywood und feiert mit der Hexenserie Interner Link"Charmed" große Erfolge. Eine so unnötige Szene nur zur Auflockerung des Kampfgeschehens mit einzubringen ist unmöglich und zieht den Film im letzten Viertel immer weiter nach unten.
Es wurden mehr Slapstick-Einlagen eingebaut als vernünftige Kämpfe, so dass bei dieser dumm-blöden Prügelei auch nur Jugendliche ihren Spaß haben können. Man kann von Glück sagen, dass der deutsche Verleih damals nicht die Synchronisation, wie es bei den "Turtles" so "in" war, mit Zonks und Dongs abmischte, um das Szenario zusätzlich zu veralbern.

Zwar kann man "Double Dragon" einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen, jedoch sollte man bei diesen Schwachfug von Film mit dummen Straßengangs, einen durch Körper wandelnden Robert Patrick und zwei Möchtegern-Helden das Gehirn auf Durchzug schalten und nicht sonderlich viel über das Gezeigte nachdenken. Ansonsten springt man freiwillig aus dem 4. Stock. Selbst die einzig spannende Szene, in der sich Robert Patrick in zwei dämonische Samurais verwandelt, wird nach nur wenigen Sekunden von dümmlichen Dialogen unterbrochen. Spätestens wenn die Jungs ihren Strampelanzug bekommen und nur noch Dümmlichkeiten inklusive einem besessenen Robert Patrick geboten werden, wird man den Kaffee endgültig aufhaben und will nur noch die Flucht ergreifen ...
Es war absehbar, dass "Double Dragon" als freie Game-Adaption ein derartiger Flop werden würde. Es wurde zu sehr auf das junge Publikum geschielt, wobei den älteren "Double Dragon"-Fans 90 Minuten blöde, aber dafür harte Schlägereien lieber gewesen wären, als dieses Kinderspiel. Von mir aus deshalb auch nur zwei Punkte und das auch nur, weil einige Sachen so trashig und überzogen sind, dass Trash-Fans ihren Spaß haben könnten.

Die damalige Verleih-Firma ließ den Film um knapp 10 Minuten an 43 Stellen schneiden um eine FSK12-Freigabe zu bekommen, so kann man sich natürlich denken, dass der ohnehin schon softe Film jegliches an "härterer" Action genommen wurde.
Leider bietet die diesem Test vorliegende Neuauflage von Planet Media auch nur die verstümmelte FSK12-Fassung, sowie nur die deutsche Synchronisation in Dolby Digital 5.1 und 2.0.
Das Bild bietet einen etwas zu dunklen Kontrast und eine nicht immer gute Detailschärfe. Bildrauschen gibt es zwar nicht, aber dafür leidet die Schärfe oftmals deutlich an den eingesetzten Rauschfiltern und hat manchmal mit leichten Bewegungsunschärfen zu kämpfen. Die Kompressioen sind gut gelungen und Blockrauschen gibt es nur selten zu sehen. Störend sind hierbei nur noch die vielen Bilddefekte und einige Drop Outs.
Der Dolby Digital Track entpuppt sich als reiner Upmix, wo aber nur der Frontbereich mit auf die Rearspeaker gelegt wurde. Hier fehlt es den Dialogen an Kraft und sie wirken sehr dumpf und neigen zu leichten Verzerrungen. Dem ganzen Ton fehlt es an Dynamik und einer ordentlichen Räumlichkeit. Hier hätte man wirklich auf den 5.1 Track verzichten können. Hier hat der Stereoton auf alle Fälle die Nase vorn und kommt verständlicher und viel klarer rüber, als der Upmix, wenngleich hierbei immer noch leichte Verzerrungen und ein etwas blecherner Ton zutragen kommt.
Als Bonus gibt es ein 5 Minuten langes Werbe-Making Of und ein knapp 4minütige B-Roll Features. Dann gibt es noch 3 Trailer, wovon einer als Musik Trailer angekündigt wird und eine Bildergalerie mit einfachen Screenshots aus dem Film. Last but not least gibt es noch zwei Filmographien von Robert Patrick und Mark Dacascos. Eine Planet Media-Trailershow darf natürlich nicht unerwähnt bleiben.

Mit "Double Dragon" bietet man uns eine unterdurchschnittliche DVD-Veröffentlichung eines Films, den die Welt nicht braucht und der noch dazu sehr stark geschnitten ist. Es fehlen wirklich eine Menge Kicks und ganze Prügeleien (siehe Schnittbericht). Das Fazit kann daher nur lauten. Finger weg!


Film++----
Bild+++---
Ton++----
Bonus++----


Druckbare Version
Double Dragon - Die fünfte Dimension (Uncut Extended Version)
NewsHorror und Action von HDMV zum Jahresende 2009
Double Dragon
IMDb.com OFDb.de



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