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D 2006
Originaltitel:Open Water 2: Adrift
Alternativtitel:Godspeed
aka. Adrift
Länge:91:01 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Hans Horn
Buch:Adam Kreutner, David Mitchell
Kamera:Bernhard Jasper
Musik:Gerd Baumann
Darsteller:Eric Dane, Ali Hillis, Niklaus Lange, Susan May Pratt, Alexandra Raach, Wolfgang Raach, Cameron Richardson, Richard Speight Jr.
Vertrieb:UfA/Universum Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:12.03.2007 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar mit dem Regisseur Hans Horn, Produzent Dan Maag und Kameramann Bernhard Jasper
  • Making of 1 (22:05 Min.)
  • Making of 2 (11:31 Min.)
  • Interviews:
    • Hans Horn (2:18 Min.)
    • Dan Maag (1:10 Min.)
  • B-Roll (4:50 Min.)
  • Outtakes and Behind the Scenes (4:11 Min.)
  • Alternative Opening (3:10 Min.)
  • Kinotrailer (1:51 Min.)
  • Trailershow:
    • Open Water (0:51 Min.)
    • Metamorphis (1:54 Min.)
    • The Descent (1:03 Min.)
    • Angel-A (1:53 Min.)
    • Volver - Zurückkehren (1:59 Min.)
  • Trailer beim DVD-Start: (3:42 Min.)
    • The Road to Guantanamo
    • Brick
Sechs Freunde feiern ihr Wiedersehen an Bord einer Luxusjacht, weit vor der mexikanischen Küste. Die Sonne brennt vom ungetrübten Himmel, es herrscht ausgelassene Stimmung, der Alkohohl beginnt zu fließen und das unvergessliche Wochenende kann endlich beginnen. Die ruhige See verführt zum Baden. Als alle im Wasser sind stellen sie entsetzt fest, dass niemand daran gedacht hat, die Bootsleiter herunter zu lassen. So bleibt ihnen nichts anderes übrig, als zu versuchen, das sichere Deck auf einem anderen Weg zu erreichen. Als sie immer wieder scheitern, ist ihnen endgültig klar, dass es ohne Hilfe Anderer keinen Weg zurück an Bord gibt. Doch weit und breit ist keine Rettung in Sicht. Langsam beginnen Angst, Verzweiflung, Panik und anschließend Wut von ihnen Besitz zu ergreifen. Ein Kampf ums nackte Überleben im offenen Meer und ein Wettlauf gegen die Zeit nimmt seinen tragischen Lauf ...
"Fatigue. Hypothermia. Death."

Trafen sich mal drei Regisseure. Der Erste wollte einen dollen Hochseethriller drehen. Der Zweite wollte extremen Realismus in einem Hochseethriller. Der Dritte wollte beides und drehte "Adrift", an den ein findig-windiger Verleih mal eben noch "Open Water 2" tackerte, was angesichts des Ergebnisses nicht mal die schlechteste Entscheidung war. Heraus kam Murks.


Da haben wir also eine wahrhaftig beklemmende Grundsituation, bei der versehentlich sechs Leute auf einer kleinen Hochseejacht ins offene Meer jumpen, um dann zu realisieren, dass sie die Leiter vergessen haben und nun nicht mehr zu Hochprozentigem, Kleinkind und Kippen zurückgelangen können. Ja, daraus könnte man einen Thriller machen, unpretentiös, ungewöhnlich, frisch.
Leider erreichte nichts davon die sicheren Planken und das obwohl sich hier sechs motivierte No-Name-Mimen einen Wolf spielen, die Kamera durchaus Ordentliches leistet und auch sonst die Technik Sorgfalt liefert, wo es nur geht. Den finalen Kopfschuss erhält dieses Filmchen durch ein imbeziles Drehbuch, an dem nicht weniger als vier Autoren rumgebastelt haben, um die 85 Minuten auch möglichst kontrovers aufzuwerten. Das Ergebnis ist eine schlichte Ansammlung billigster Klischees. Die sind zwar akzeptabel im Rahmen eines Direct-to-DVD-Schnellschusses, aber für den hier apostrophierten Realismusanspruch (schon der Hinweis "basierend auf einer wahren Geschichte" sorgt hier für Grusel) wirkt das Ganze wie eine Wissensshow, in der uns mal möglichst graphisch vorgeführt wird, was man alles falsch machen kann und das auch noch in kürzester Zeit.



Der Flickenteppich von Skript läuft beinahe über von Versatzstücken aus dem Thrillerbaukasten und die werden mit einer Stalinorgelfrequenz abgefeuert, dass es eine wahre Freude ist. Spätestens nach knapp 5 Minuten, wenn die mit Kleinkind ausgestattete junge Mutter auf den Bootsstegplanken ihr Kinder-Wasser-Trauma per blitzartigen Flashbacks wieder durchlebt und dennoch auf einen Törn aufbricht, feiert das hämische Gelächter fröhliche Urständ. Und dann natürlich die übrigen Charaktere, die auch gut in jedem billigen C-Slashermovie Platz finden würden: der fürsorgliche Papi, der ewige Aufschneider, der nichts hinbekommende Rebell, dessen hin- und hergerissene Freundin und ein dummbratziges Fickblondchen, bei deren erstem Auftritt sofort Dutzende im Chor schreien: "Die stirbt als Erste!". Dass es später tatsächlich so kommt, macht die Sache nicht viel besser.
Ja, und so paddeln sie nun im Meer, nur in Badehosen, mit zwei Brillen, einem Messer und einer Schwimmweste und alle, die im Publikum noch nicht fröhlich schnarchen, haken die Checkliste ab. Kletterversuche scheitern? Check. Boot kommt und fährt vorbei? Check. Hysterische Anfälle? Check. Aggressionen ? Check. Gruppengebet? Check. Seil aus Badeklamotten reißt. Check. Kind schreit im Boot hungrig? Check. Handy kann erreicht werden und wird naß? Check. usw.


Nichts, aber auch gar nichts an diesem Skript ist neu, sondern einfach nur abgedroschen und dümmlich. Dazu kommen Dialoge von unendlicher Banalität, Geständnisse, Liebesschwüre, Vorwürfe, Abschiede ... alles aus der Konfektionskiste. Aber niemand bekommt auch nur einmal einen wenigstens zeitweisen kühlen Kopf und diskutiert Chancen und Möglichkeiten, stattdessen fällt man sogleich gepflegt übereinander her. Mal ganz abgesehen von der absoluten Vermeidung des Sich-auf-dem-Rücken-treiben-lassens, was hier ungeheuer Kräfte sparen würde, anstatt dauernd wie ein Hund zu paddeln. Stattdessen erlebt man so magische Augenblicke wie die Badehosen-Seilkletterung, die natürlich der Größte und Schwerste der ganzen Gruppe vornehmen muss, was zu einem zu erwartenden Ergebnis führt. Über die Handy-Episode will ich gar nicht erst anfangen ...
Und weil man ja von dem halben Dutzend mindestens die Hälfte weghäckseln muss, wird's dann noch richtig albern. Einer ertrinkt, einer ersticht sich versehentlich, einer dellt sich bei einer ungeklärten Aktion an der Schiffsschraube die Fontanelle letal ein, einer schwimmt in die Ewigkeit. Wenn dann endlich eine Lösung gefunden wird, fragt man sich ernsthaft, warum darauf nicht schon mit besseren Werkzeugen vor einer Filmstunde gedacht worden war.
Und als Sahnehäubchen wird dann auch noch im - sapperlot - plötzlich aufschlagenden Tropensturm das Jugendtrauma bezwungen, damit wenigstens alle Klischees an Bord sind. Diese Sequenz ist dabei aber bzgl. Timing so schlecht geschnitten, dass sie nur noch nervt.



Prinzipiell kann man als Regisseur annehmen, dass ein Film in Schwierigkeiten ist, wenn einem seine Figuren total egal sind. Hier wünscht man sich schon nach fünf Minuten, dass die hoffentlich alle möglichst grausam verrecken, bis auf das Baby vielleicht.
Leute mit Angst vor Wasser haben möglicherweise dennoch so ihre Traumata damit abzuarbeiten und wer eh keine spannenden Filme ertragen kann, hält das womöglich sogar für gut. Für einen Thriller mit Realismusanspruch wäre dieses Teil aber in einer schattigen Videothek neben Reißern wie "Das Netz 2.0" und "Eiskalte Engel 3" am besten aufgehoben. In einer sehr schattigen. Mit Stromausfall ...

"In the water no one can hear you scream."

Kommen wir nun zu deutschen DVD aus dem Hause Universum Film. Das DVD-Menü ist schlicht ausgefallen und in einer obligatorischen Trailershow vor dem DVD-Menü kann man sich noch eine weitere Trailershow mit fünf Trailern anschauen. Interessanter wird es beim deutschen Audiokommentar mit dem Regisseur Hans Horn, Produzent Dan Maag und Kameramann Bernhard Jasper. Gut gelaunt dokumentieren sie den Ablauf auf dem Bildschirm und erzählen eine Menge über die Produktion, die schwierigen Dreharbeiten und sind sich nicht einmal zu schade auf Goofs einzugehen. Sehr sympathisch das ganze.
Weiter geht es mit zwei Making of-Featurettes mit einer Gesamtlaufzeit von etwas über 30 Minuten. Das erste Making of ist dabei nichts anderes als ein fürs deutsche Fernsehen produziertes Promotionfeaturette mit Filmausschnitten, Einblicken hinter den Kulissen und viel Selbstbeweihräucherung. Das zweite und zudem kürzere Making of kann schon eher als solches bezeichnet werden. Hier werden uns durchweg nur unkommentierte Aufnahmen vom Set gezeigt. Davon hätten wir gerne mehr gesehen. Weiter geht es mit zwei kurzen Interviews mit dem Regisseur und den Produzenten, sowie fünf Minuten an B-Roll-Material und vierminütigen Outtakes und Behind the Scenes. Abgerundet werden die etwas mageren Extras mit einer alternativen Eröffnungssequenz und dem Kinotrailer. Wenn es nötig war, wurde das Bonusmaterial mit deutschen Untertiteln versehen.
Soundtechnisch wird uns leider nicht viel geboten und der größte Teil spielt sich hier trotz Dolby Digital 5.1-Mix in den Frontspeakern ab. Dabei ist die Sprachwiedergabe stets gut verständlich, jedoch etwas steril ausgefallen. Räumlichkeit wird im Grunde nur durch den Score und dezente Umgebungsgeräusche (Wind, Regen und Donner) erzeugt, welche sehr sauber auf sämtliche Kanäle verteilt wurden. Der englische Track wird hierbei deutlich natürlicher und bietet eine etwas dynamischere Front, vor allem die Dialoge wirken klarer als bei der Synchronfassung. Zudem verschluckt die deutsche Fassung oftmals feinere Details. Der Subwoofer darf aber zumindest beim Score für ordentlich Druck sorgen. Für einen Film wie "Open Water 2" ist das Klangbild von daher schon recht ordentlich und gewinnt zum Ende hin noch einmal deutlich an Räumlichkeit, wenn das Unwetter über die Protagonisten hereinbricht und sämtliche Kanäle samt Subwoofer beansprucht werden. Jedoch hätte das Unwetter tonal ruhig wuchtiger ausfallen dürfen. Optional gibt es noch deutsche Untertitel.
Die Farbwahl ist sehr kräftig und satt ausgefallen und der Kontrast hinterlässt stets einen guten Eindruck und wirkt in den Tageslichtsequenzen niemals unnatürlich. Auch in den wenigen dunklen Szenen liefert der Kontrast eine saubere Arbeit ab und nur selten werden nötige Details verschluckt. Die Bildschärfe ist hierbei jedoch eine Spur zu wechselhaft ausgefallen. Während die Kantenschärfe und die Konturen meist sehr natürlich wirken und sich keinerlei Fehler leisten, erzielt die Detailschärfe nicht immer Höchstwerte und lässt den anamorphen Widescreen-Transfer eine Spur zu weich wirken. Dies liegt unter anderem am kontinuierlich vorhandenen Bildrauschen, welches den Hintergrund dominiert und das Bild mitunter etwas körnig erscheinen lässt. Dafür arbeiten die Kompressionen sehr sauber und unauffällig im Hintergrund. Defekte und Verschmutzungen sind dem Transfer ebenfalls fremd.


Technisch hinterlässt zumindest das Widescreen-Bild einen guten Eindruck, wobei man beim Ton noch mal etwas mehr Wert auf Räumlichkeit hätte legen können. Die Extras sind nett, aber überschaubar und auch wenn der Audiokommentar wirklich sehr hörenswert ist, bleibt es fraglich, ob man sich "Open Water 2" noch einmal anschauen wird. Aber bildet euch selbst eine Meinung. An der Qualität der DVD soll es zumindest nicht scheitern.


Film++----
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+++---


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