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ESP, PR 1981
Originaltitel:Pieces
Alternativtitel:Pieces - Stunden des Wahnsinns
aka. 1000 Cries has the Night
aka. Mil Gritos la Noche
Länge:81:50 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Juan Piquer Simon
Buch:Dick Randall, Juan Piquer Simon, John Shadow (=Joe D'Amato)
Kamera:Juan Marine
Musik:Librado Pastor
SFX:Bosilo Cortijo
Darsteller:Christopher George, Lynda Day George, Frank Brana, Edmund Purdom, Paul Smith, Ian Sera, Jack Taylor
Vertrieb:M.I.B
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,66:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 1.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:08.12.2001 (Kauf)
Specials:
  • Making-Of zu "Silent Night, Deadly Night" (9:51 Min.)
  • Trailer zu "Pieces" (1:47 Min.)
  • Infos zum Film (Texttafeln die vorgelesen werden)
  • Bio- und Filmografien mit Audiokommentar:
    • Edmund Purdom
    • Christopher George
    • Jack Taylor
    • Frank Brana
    • Paul Smith
    • Lynda Day George
    • Dick Randall (Produzent)
    • Juan Piquer Simon (Regisseur)
  • 3 verpatzte Szenen (Goofs, mit Erläuterung)
  • Fotogalerie (12 Fotos Bilder)
1942 zerhacktstückt ein kleiner Junge seine Mutter als sie ihm ein Puzzle, dass eine nackte Frau zeigt, verbieten will. Als die Polizei eintrifft glaubt man aber der Täter wäre flüchtig und so kommt der Knabe in die Obhut seiner Tante. 40 Jahre später am Bostoner College geht ein wahnsinniger Killer um, der aus Körperteilen eine Frau bauen will. Während die Polizei verdeckte Ermittler einsetzt, verdichtet sich der Verdacht, dass der Mörder mit der Kettensäge wohl ein Lehrer sein könnte.
"Pieces" ist wohl einer der albernsten und blutigsten Slasher der 80er, der mir je untergekommen ist. Hier fließt der rote Lebenssaft (übertrieben) Literweise und die Dialoge verursachen Hirnschwund der Superlative. Als besonderes Ärgernis wäre noch die deutsche Synchronisation zu nennen, die an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten ist. Es scheint gerade so, als wenn besoffene Pornodarsteller eine Party der Dümmlichkeit im Studio gefeiert hätten. So eine vollkommen versumpfte Tonbearbeitung sucht man selbst in der untersten C-Film-Schublade vergebens.


Ganz ab davon ist "Pieces" ein Gipfeltreffen der 80er Trash-Ikonen. Hier gibt's echt die volle Dröhnung! Das Drehbuch stammt teilweise von Joe D'Amato, der hier unter einem seiner 1000 Pseudonyme (John Shadow) operierte. Sein Einfluss ist permanent allgegenwärtig spürbar. Seien es nun nackte Titten in rauhen Mengen, explizite Tötungsvorgänge oder eine Soundkulisse, in der man in jeder Sekunde erwartet, dass George Eastman vorbei hüpft.
Zur Feier des Tages hat der gute Joe wohl gleich noch sein Columbo-Double Edmund Purdom (was wären "Absurd" oder "Fireflash" nur ohne ihn) mitgeschleppt. Aus Lucio Fulcis Truppe gibt's dann noch den Glockenseil-Spezi Christopher George, sowie den Jess Franco-Akteur Jack Taylor.
In der Abteilung ausgebrannte Existenzen auf Jobsuche wird uns dann noch Frank Brana aufgetischt, der durch seinen Auftritt in Leones "Spiel mir das Lied vom Tod" , der Slasher-Oper Auftrieb und Anspruch verleihen soll. Das mäßig spannende Wer-ist's-denn-nu-Spielchen, dass auf das Konto des eigentlich Trash talentierten Juan Piquer Simon ("Slugs") geht, hat seine besten Momente wirklich nur in den Splatterszenen. Sämtliche Darsteller bleiben farblos, sowie auf untersten Schmierenspiel-Niveau hängen. Der Killer schleicht laut stöhnend und röchelnd durch die Gänge des College, dass man glaubt, ihm würde der Sud im Sack kochen. Teils super-beknackte Einfälle, wie der plötzlich und ohne ersichtlichen Grund angreifende Karate-Lehrer mit dem typischem Lederhosengaudi-Sprachfehler, rufen nur Kopfschütteln und Lachkrämpfe anstatt Spannung und Thrill hervor. Der Schlussgag ist auch mehr zum Lachen als zum Gruseln geeignet.


"Pieces" ist ein filmischer Tiefflieger mit Gore- und Juxfaktor hoch zehn. Gorehounds, D'Amato-Komplettisten und Trash-Sammlern sei die Scheibe uneingeschränkt zu empfehlen. Jeder, der sich nicht zu oben genannten Kategorien zählt, sollte einen Riesenbogen um den Schrott machen.

Die uns vorliegende Fassung von M.I.B repräsentiert die erste DVD-Veröffentlichung aus Deutschland und ist zudem noch völlig ungeschnitten und unzensiert. Die damalige All Video-Fassung war nicht nur an sämtlichen Splatterszenen gekürzt, sondern wurde auch noch in einigen Bildeinstellungen verfremdet, was hierbei nicht der Fall ist. Die Bildqualität ist für einen knapp 22 Jahre alten Film aus Spanien als recht ordentlich anzusehen. Die Farben kommen sauber und natürlich zur Geltung und auch der Kontrastumfang kann durchweg als noch gut bezeichnet werden, man hätte sich an einigen Stellen jedoch eine bessere Detailschärfe gewünscht. Die Kompressionen sind nicht immer optimal und im Hintergrund wird uns ein ständiges Blockrauschen geboten, was sich auf die Schärfe auswirkt. Hier sollte man einmal auf die Gesichter achten, die eine deutliche Bewegungsunschärfe aufweisen. Auch Bildfehler und Störungen drüben die Bildqualität und mehr als 2 gute Punkte kann man hier nicht vergeben. Wer das alles etwas lockerer sieht, kann noch einen Punkt dazu geben.


Die Angaben auf der DVD, dass es sich um einen Dolby Digital 2.0-Ton handele, der den Monoton auf die beiden Frontkanäle gelegt hat, ist falsch. Hier gibt es nur einen einfachen Monoton, der recht verständlich und ohne viel Rauschen aus dem Center kommt, aber etwas dumpf wirkt. Die deutsche Synchronisation ist natürlich recht mies geworden, daher sollte man auf die englische Sprachfassung zurückgreifen, die deutlich klarer wirkt als die deutsche Variante, auch wenn der Rauschfaktor minimal höher ausgefallen ist. Eine deutsche Untertitlung gibt es allerdings nicht, aber naja - wer braucht hierbei die Dialoge ...?
Als Bonus gibt es ein knapp 10 minütiges Making of zu "Fröhliche Weihnacht". Ja genau, das ist eindeutig ein anderer Film als "Pieces" und wurde zwar auch von M.I.B auf DVD veröffentlicht, aber was das hier zu suchen hat, weiß kein Mensch. Dann gibt es den Original-Trailer, sowie langweilige Filminfos, bei denen man sich aber was ganz besonderes hat einfallen lassen. Hier wird uns eine Texttafel präsentiert, die von einem Sprecher vorgelesen wird. Nette Idee, im Ganzen jedoch mager.
Unter dem Menüpunkt "weitere Specials" gibt es 8 Filmografien als Texttafel und ein Sprecher liest uns jeweils eine Biografie der jeweiligen Person vor. Hier ist die gute Idee auch gut umgesetzt worden. Zum Schluss gibt es noch eine Bildergalerie, sowie 3 Goofs zum Film, wo man uns erst einmal auf die Fehler aufmerksam macht und sie dann als Video zeigt. Im Ganzen bietet man uns hier ein nette Anzahl an Extras und allein der Audiokommentar bei den Extras ist einen Pluspunkt wert...


Ob man"Pieces" braucht oder nicht, muss jeder selbst wissen, die DVD braucht man nicht unbedingt, aber es gibt zur Zeit auch keine Alternative und dass man das Teil als Special Collection anpreist, halte ich für total daneben und so limitiert wie man es schreibt scheint sie ja auch nicht zu sein...


Film++----
Bild++----
Ton++----
Bonus+++---


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Pieces
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