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USA 1999
Originaltitel:Dead Hate The Living!, The
Länge:91 Minuten
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Dave Parker
Buch:Dave Parker
Kamera:Thomas L. Callaway
Musik:Jared DePasquale
SFX:Jefferson Wagner, David Lange, John R. Ellis
Darsteller:Eric Clawson, Jamie Donahue, Brett Beardslee, Wendy Speake, Benjamin Morris, Rick Irwin, Matt Stephens, Andre Newman, Matthew McGrory
Vertrieb:Planet Media/I-On
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu, Eng), Dolby Digital 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
- Audiokommentar
- Trailer (1:44 min)
- Making Of (20:13 min)
- Artwork (14 Bilder)
- Musikvideo "Tears Of Blood" (9:38 min)
Jungregisseur David Poe und seine aus Freunden bestehende Crew sind zum Dreh eines Horrorfilms in ein leer stehendes Gebäude eingedrungen. Im Kellergeschoss finden sie die Leiche des Forschers Dr. Eibon, die sie in den weiteren Film einbauen. Jedoch machen sie den Fehler, die Leiche mit Hilfe des seltsamen Apparates zurück zum Leben zu holen. Dieser produziert fortan reichlich Zombies, welche neben einem starken Bluthunger eine natürliche Abneigung gegen alle Lebenden haben.
Was ist das denn? Da liegt doch tatsächlich eine Leiche auf dem Seziertisch einer jungen Pathologin, welche aussieht, als hätte man ihr ein billiges Stück Pappe als Kopfwunden aufgetragen. Dann auch noch dieses einfältige "Ich erkläre alles was ich in dieser Szene tue und was ich denke"-Gelaber. Die Gute hat den Filmtod redlich verdient und der kommt mit einer Vorhersehbarkeit, dass einem Angst und Bange um die Umsetzung der folgenden 85 Minuten wird. Dann steigt der Zombie auch noch auf sein Kehlenschnitt-Opfer drauf, sabbert ein paar Humpen Kunstblut auf sie und ... jetzt kommts ... sie schlägt die Augen auf und eine Kuschelrock gepeinigte Liebesszene beginnt. Aaarggghhh!

Glücklicherweise bekommt die Handlung hier gerade noch einmal die Kurve und das vorangegangene Szenarium entpuppt sich als (längster Take der Welt beim) Dreh eines Horrorfilms. Die stereotypen Charaktere werden vorgestellt und man vergräbt sich in Belanglosigkeiten, die wohl witzig und peppig erscheinen sollen, aber des Öfteren am Unvermögen der Darsteller und des Drehbuchautors scheitern, einem Charakter wirkliches Leben einzuflösen. Der Charme und die Liebe zum Detail, die die Klassiker der Full Moon Studios-Filme ausmachten, geht hier gänzlich verloren und wird ersetzt durch einen hippen MTV-Style mit Teenie-Slasher-Charakter. Nicht nur, dass einem keiner der Darsteller ans Herz wächst - ganz im Gegenteil, ich hätte kein Problem damit gehabt, den gesamten menschlichen Cast am Ende ausgerottet zu sehen. Selbst der eigentliche Sympathie-Aufhänger Shelly geht mir nach einiger Zeit gehörig auf die Nerven. Ein absoluter schwacher Cast aus jungen Darstellern, für die man besser auf erfahrene Leute zurückgegriffen hätte, dann wäre einem wenigstens dieses typische Soap Opera Overacting erspart geblieben.

Bis zur Hälfte des Filmes muss man sich damit abplagen, bis endlich ein richtiger Zombie auftaucht. Ab hier gewinnt "The Dead Hate The Living" zwar nicht unbedingt an Fahrt oder Klasse, aber an neuen Aspekten, die das Geschehen zurück zu den Wurzeln des Zombiegenres führen. Des Covers wegens war ich von Anfang an sehr auf einen Zombiefilm fixiert gewesen und wurde bis hierhin derb enttäuscht. Zwar war ich beim zweiten Anschauen auch nicht sonderlich angetan, die Bösewichter reißen aber einiges noch so einiges rum. Nachdem Möchtegern-Regisseur und seine unfähige Crew die Leiche im Keller gefunden haben, sie auch gleich in die nächste Szene einbauen möchten und dabei aus Versehen das Tor zur Hölle öffnen, erwacht der böse Rob Zombie-Verschnitt Eibon (Quizfrage: wie viele Anspielungen auf Lucio Fulcis Klassiker wurden in diesem Satz genannt?) zu neuem Leben und verspeist sogleich den männlichen Star des Filmes. Recht so!

Gelungen sind auf jeden Fall die Darsteller und die Masken der zwei Handlanger des reanimierten Eibon. Frei nach Dick und Doof, walzt sich Maggot (Andre Newman) als kräftiger Fleischbrocken mit einem Gesicht, das nur ein Mutterzombie lieben könnte, durch die Gänge, während die riesige Bohnenstange Gaunt (Matthew McGrory, der in mit den größten Füßen der Welt im Guiness Buch der Rekorde eingetragen ist) mit seinem dürren Kadaver und einer Axt beeindruckt. Diese zwei modrigen Gestalten hätten in einem richtigen Zombiefilm sehr viel hergegeben, hier sind sie nur eine nette Beigabe, die auch mal einen Witz reißen darf - na toll! Was von jetzt an folgt, ist wohlbekannt und dürfte jeder Genre-Liebhaber schon einmal in ähnlicher Weise erblickt haben: Die Überlebenden heizen durch die Gänge, verfolgt von den schlürfenden Untoten (immer mehr erscheinen durch das Portal), geben nacheinander in verhältnismäßig recht blutigen Sequenzen die Löffel ab und treffen zum finalen Endk(r)ampf auf den Fürstenverschnitt und seine Geschöpfe. Dieser nimmt den Kampf ab einer bestimmten Stelle sehr persönlich, da die Jungfilmer den Fehler machten, seine zur Reanimation auserkorene Geliebte das Gesicht zu zermatschen. Ich gehe das Wagnis ein, den Film durch diese Zeilen zu verspoilern, aber selbst wer die komplette Story kennt, wird sich daran nicht stoßen, denn diese ist flach und nach dem bekannten 80er-B-Horror-Prinzip aufgebaut.

Denn von dort holt sich der Regisseur und Autor Dave Parker ganz offensichtlich seine müden Ideen. Andeutung auf Genregrößen wie Fulci, Romero, Savini, Raimi etc. sind zuhauf vorhanden und scheinbar sind die Macher auch sehr stolz darauf, mit ihnen hausieren zu können. Es ist bemerkenswert, ihnen zu huldigen und damit Respekt zu zollen, aber hier ist alles derart plakativ eingesetzt, dass es kaum noch interessant wirkt. Man muss nicht besonders bewandert sein im Genre des phantastischen Films, um die offensichtlichen Anspielungen zu erkennen und zuzuordnen, so dass man hier keineswegs von "genrebezogenen Insiderhumor" sprechen kann. Diese morbide, unheimliche Stimmung, die die alten Meister des Genres in ihren Werken so gekonnt zelebrierten, wird auch nicht annähernd erreicht und ebenso wenig ist dieses Werk lustig. Zumindest kann ich nicht über das flache, flachsige Geplänkel lachen, das "The Dead Hate The Living" in den Olymp des Comedy Splatter erheben soll, denn dafür fehlt ihm jegliche Form von schwarzen Humor.

Die DVD lässt ein feines bildfüllendes Bildrauschen erkennen. Leider nicht bildfüllend ist das Format: Zwar wird auf der Hülle ein anamorphes Breitbildformat angegeben, aber es handelt es sich um ein schlichtes Vollbild. Ich nehme an, dass auf Digital Video gedreht wurden und dadurch ist die Optik des Film sehr frisch und geschliffen. In schnellen Bewegungen lassen sich aber Nachzieheffekte feststellen und bei starker Beanspruchung kommt die sonst recht gut arbeitende Kompression schon mal mit Blockbildung ins Schwitzen (siehe durch Blitze hervorgerufene starke Bildschwankungen in der 2. Szene). Die Schärfe ist über weite Distanzen hinweg gut und kann vor allem in Nahaufnahmen überzeugen, lässt aber durch den mässigen Kontrast in dunkleren Aufnahmen stark nach und gibt den Objekten dann einen leicht matschigen Konturenverlauf. Am schlimmsten ist dies an der Stelle 44:00 min zu erkennen, wo das gesamte Bild völlig unscharf wird. Die Farben wirken zu Beginn noch sehr strahlend und stark, nehmen aber im weiteren Film einen immer blasser werdenden Charakter an. Dann sind zwar noch gut die oft eingesetzten grünen und blauen Lichteinflüsse zu erkennen, die Gesichter aber erscheinen in einer sehr ungesunden, kalt wirkenden Farbe. Einige dunkle Szenen sehen aufgehellt aus, wodurch sie grau verschleiern.
Den Ton gibt es in Dolby Digital 5.1 und 2.0, die sich beide sehr sauber anhören. Im Hintergrund ist ein leises Rauschen zu hören und bis auf einen kleinen Tonaussetzer an der Stelle 69:08 min, bei der für 2 Sekunden Stille herrscht (der Originalton hat diesen Fehler nicht), kann man zufrieden sein. Im Effektereich tut sich nicht sonderlich viel, aber da der Film sowieso dialoglastig ist (die Synchronisation ist übrigens erträglich), bieten ein paar Klänge auf den Rear Speakern eine gute Abwechslung, aber allzuviel sollte man da nicht erwarten, weil die Effekte dem Stereoton entnommen wurden. Der Dolby Digital 5.1 klingt weiträumiger als die Surround-Variante und hat einen selten eingesetzten, aber guten Tiefenbass. Die englische Originalspur ist etwas feiner und lässt durch das Fehlen der aufgesetzt wirkenden Synchronisation auch stärker das Rauschen durchdringen. Die Stimmen sind nicht ganz so klar, ansonsten ändert sich gegenüber zum deutschen Ton kaum etwas. Auch hier wie beim Bild sehr knappe 4 Punkte.
Die DVD fällt durch ein sehr schönes Design und eine Computer animiertes Menuführung (passend: Friedhofsszenario) auf, welche zwar nicht aufwendig, aber doch eindrucksvoll und mit Filmmusik unterlegt ist. Am sonst guten Cover fallen aber zwei Dinge negativ auf, die man glatt unter Kundenverarsche einordnen könnte: Der Untertitel "Return Of The Living Dead" dürfte so manchen Käufer irreführen, wenn er glaubt, hier einen weiteren Teil der beliebten Reihe vor sich zu haben. Aber vorsicht: Er hat bis auf die Zombiethemaik rein gar nichts damit zu tun. Und ebenfalls unsinnig ist der Vermerk "Director's Cut". Sicherlich ist der Film so, wie ihn der Regisseur haben wollte, aber das sind 80% aller Filme sowieso, eine längere bzw. kürzere Fassung gibt es nicht. Im Bonusmaterial befindet sich eine formidable Artwork-Galerie und der Trailer. Beim Musikvideo erwartet uns ein punkige Nummer, die erstmal durch eine lange Einleitung nervt, bei der 4 Teenager zu Besuch in Onkel Fulcis Haus sind. Der Clip ruckelt und die Synchro ist schrecklich, aber sobald die Musik einsetzt wird Action geboten. Das Standard-Making Of zeigt Darsteller und den Regisseur in kurzen Interviews und erwähnt am Rande, dass keiner der Darsteller ein richtiger Horror-Fan zu sein scheint. Wichtigstes Feature ist der Audiokommentar, wo der Regisseur und einige der Schauspieler sich in ausgelassener Runde über ihr Werk erfreuen, was manchmal den Informationsgehalt vermissen lässt. Aber wenigstens ist es eine lockere Unterhaltung. Insgesamt eine recht umfangreiche Ausstattung für einen Low Budget-Streifen und ein weiterer Kaufanreiz für die DVD.

"The Dead Hate The Living" ist für mich nur ein uninspirierter B-Movie, der versucht, aus dem Zombie-Genre Kapital zu schlagen - welch irrsinniges Vorhaben. Zwar werden frische Elemente eingebaut, aber meist wirken diese deplatziert. Ein Lob an die guten Masken, die man bei genauerem Hinschauen zwar recht leicht entlarven kann, aber oberflächlich betrachtet einen schönen Eindruck machen. Die rar eingesetzten CGIs dagegen sind klar als solche zu erkennen, aber wenn man weiß, mit welchem Aufwand solche Effekte zu realiseren sind, geht das in Ordnung. Ohnehin werden hauptsächlich althergebrachte Sauerei-Effekte genutzt, und das für eine FSK16-Freigabe nicht zu knapp. Trotz guter DVD von I-ON bleibt mir nur zu sagen: 3 Punkte mit starker Abwärtstendenz, aber nur weil Zombie-Filme so rar gesät sind in dieser Zeit. Schaut euch lieber den ähnlich gearteten "The Convent" von Mike Mendez (spielt hier in einer Zombienebenrolle mit) an, der ist ebenso frisch und blutig und hat trotz seiner zappeligeren Darsteller mehr Drive, Stil, Atmosphäre und Komik.


Film+++---
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+++---


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Dead Hate the Living!, The
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