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USA 1997
Originaltitel:Mimic
Alternativtitel:Mimic - Angriff der Killerinsekten
Länge:102 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Guillermo del Toro
Buch:Donald A. Wollheim, Matthew Robbins, Guillermo del Toro
Kamera:Dan Laustsen
Musik:Marco Beltrami
SFX:C.O.R.E. Digital Pictures
Darsteller:Mira Sorvino, Jeremy Northam, Josh Brolin, Alexander Goodwin, Giancarlo Giannini, Charles Dutton
Vertrieb:MAWA/VCL
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.66:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch
Specials:
  • 4seitiges Booklet
  • Trailershow:
    • Sieben
    • Set It Off
    • The Long Kiss Goodnight
    • Body Of Evidence
    • Das Leben nach dem Tod in Denver
    • Four Rooms
  • Produktionsnotizen
    • Die Story vom Genfaktor (5 Seiten)
    • Mutanten aus der Ursuppe (5 Seiten)
    • Zwei Welten (4 Seiten)
  • 7 Bio- und Filmografien
Die Stadt New York ist von einer Seuche bedroht, die fast alle Kinder infiziert und tötet. Dr. Susann Tyler und Dr. Peter Mann können die Epidemie mit Hilfe einer genmanipulierten Insektenspezies aufhalten. Doch nach drei Jahren meldet sich ihre Erfindung in der New Yorker Kanalisation zurück, denn anstatt wie geplant auszusterben, hat sich das Insekt enorm weiterentwickelt, die Größe eines Menschen erreicht und kann sogar seine Gestalt annehmen. Und nun scheint es, als ob die Natur mit dieser Spezis versucht, Rache am Menschen zu üben ...
Atmosphärischer Insektenhorror, das steht sozusagen auf dem Etikett, doch ein weiteres Mal nach "Cronos" kann der vielgerühmte mexikanische Regisseur Guillermo del Toro die Erwartungen der Vorabpresse nicht einlösen. Zwar legt er eine wirklich gelungene erste halbe Stunde rum, doch was dann folgt, ist ein dreist bei "Aliens" geklautes Kammerspiel mit reichlich Hetzjagd durch dunkle U-Bahn-Tunnel und ein Film, der schlichtweg nicht "abgeht". Dabei fängt alles ganz ordentlich an mit einer kindermordenden Kakerlakenkrankheit, zu deren Bekämpfung die "Judas-Züchtung", eine Kreuzung von Schabe mit Termiten und Gottesanbeterinnen, eingesetzt wird. Die hat Erfolg, stirbt aber "Jurassic-Park"-like nicht wie erwartet, sondern pflanzt sich fort, so dass sie aus nicht näher benannten Gründen binnen drei Jahren und kaum darin unterzubringenden Zehntausenden Generationen menschengroß geworden ist. Da wird ordentlich mit Insektenekel gespielt, wenn ein Monsterbaby auftaucht und eine geheimnisvolle düstere Figur Leute bedroht, doch wenn sich Mira Sorvino und Jeremy Northam als Pärchen zur Aufklärung aufmachen, vergeht die großstadtweite Bedrohung in einer endlosen Hatz im dunklen Tunnel.
Del Toro konzentriert sich theaterlike auf eine Hand voll Personen wie unser Pärchen, einen Kollegen, einen gewichtigen U-Bahn-Polizisten und, ganz im Sinne von "Cronos" wieder auf einen alten Mann spanischer Herkunft und ein seltsames Kind. Letztere beide geben der Geschichte zwar gar nichts, haben aber reichlich Leinwandzeit. Geradezu plakativ schlecht dabei der Junge, der stets als begabt ausgegeben wird, weil er sämtliche Leute am Gang erkennt und die entsprechenden Schuhe zuordnen kann, aber sonst eher autistisch-debil wirkt und keinen einzigen sinnvollen Satz von sich gibt. Da ahnen wir nach der überflüssigen Erwähnung, dass Sorvino einfach nicht schwanger wird, schon, dass dieses Blag den Film überleben wird. Immerhin ist del Toro aber so radikal, dass er zwei halbwegs unsympathische Insektensammler-Teenager von der Riesenschabe zerschnetzeln lässt.
Wobei wir auch bei den Pluspunkten wären. Die Insekten sind schön animiert, gleichwohl monströs, eklig als auch realistisch und an Brutalitäten gibt es einiges, wenn auch nicht immer detailliert, so doch recht blutig. Aber sonst herrscht Genrekonvention vor, wenn Leute durch die Finsternis hetzen, immer verfolgt von Rieseninsekten sich durch enge Öffnungen zwängen müssen und es nicht immer schaffen. Zum Schluss hin wird's sogar western-like, wenn man sich in einem alten U-Bahn-Wagen verschanzt, wie weilend die Siedler in der Wagenburg gegen die Indianer. Sämtliche Bemühungen enden im Nichts und so opfert das Drehbuch einen nach dem anderen, ehe Jeremy Northam in einem Ripleyesken Höhepunkt, der ein dreister Aliens-Klau ist, die ganze Kolonie vernichtet und das auch noch überlebt.
Was fehlt, ist die Explosion des Grauens. Die Monster bleiben immer schön unter dem Gully-Deckel und wir fragen uns, was das für einen Film gegeben hätte, wären sie auf New York losgegangen. So ist auch die beste und atmosphärischste Sequenz die, in der Sorvino in einer leeren Station von einem der Mimikry-Insekten angegriffen wird. Das ist nicht nur perfekt gemacht, sondern auch echt aufregend. Der Rest ist jedoch Standardspannung mit etwas Glibberekel und der Gewissheit, dass wir dazu keinen del Toro gebraucht hätten. Ohne die ständige Vergleicherei ist es sogar ein passabler spannender Monsterhorror, der einen nicht ganz so oft aufächzen lässt. Warum man für zwei Mini-Auftritte aber F.Murray Abraham verpflichten musste, leuchtet mir einfach nicht ein.



Beim Bildtransfer für diese DVD wurde einfach mal geschlampt. Neben kleineren Schmutzpartikeln, die durchaus verschmerzbar sind, wird ein schlechter Kontrast geboten, der dunkle Bereiche zu undeutlich von helleren Objekten abgrenzt und Schwarztöne im Sinne des Wortes "ergrauen" lässt. Dazu mischt sich eine schwache Farbgebung, die zwar den schmuddeligen Look unterstützt, aber über Tage zu blass aussieht. Auf hellen Flächen sind deutliche stehende Rauschmuster zu erkennen. Dieses Rieseln beeinflusst neben dem leicht unruhigen Bildstand auch die Schärfe, vor allem in Bewegungen erscheint das Bild leicht milchig. Ansonsten kann man von einer moderaten Detail- und Kantenschärfe ausgehen, die aber durch die Grobkörnigkeit des Bildes heruntergezogen wird. Auch sonst ist die Kompression nicht einwandfrei und lässt einige Farben an den Konturen leicht auslaufen oder fabriziert kleinere Verpixelungen, die aber nicht ganz so stark auffallen sollten.
Der Dolby Digital 5.1-Ton bietet ständig Futter für die Rearspeaker. Besonders U-Bahnschächte und die dunklen, kleinen Gewölbe sorgen für einen guten Raumklang, der auch durch die vielen künstlichen Soundeffekte unterstützt wird. Fast könnte man meinen, Kakerlaken hätten sich in den hinteren Boxen festgesetzt und würden daran rumschnurpsen, so einen realistisch, raumfüllenden Eindruck macht der Ton. Die Dialoge in der Synchronisation klingen etwas dünn, dafür kann der Rest des Tones durch seine klare, dynamische Weise überzeugen, die mit einem brummigen Tiefenklang ergänzt wird. Ebenfalls enthalten ist eine Stereovariante, leider aber kein Originalton.
Die Menuführung fällt durch ihre knöchrige Handhabung auf. Zwar sind animierte, mit Musik unterlegte Menus eine Wohltat für jede DVD, aber wenn man beispielsweise die Trailer anwählt und diese vorzeitig abbrechen möchte, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich noch einmal den Start der Scheibe mitsamt den Logo- und Copyright-Intros anzuschauen. Neben 6 Trailern in VHS-Qualität werden ein paar kurze Bio- und Filmografien sowie Texttafeln mit Hintergrundinformationen zur Entstehung des Films geboten. In der DVD-Hülle befindet sich ein 4seitiges Booklet mit Kapitelinformationen, Filmbildern und Screenshots vom Menu.

Ein durchschnittlicher "Was geht schief, wenn der Mensch in die Natur eingreift"-Insektenhorror, der nicht richtig durchstarten mag, aber einige spannende Momente in dunklen, unterirdischen Tunneln hat. Die schon betagte DVD von MAWA / VCL hat eine sehr dürftige Bildqualität, bietet nur wenig Bonusmaterial, glänzt aber durch den schönen Surroundsound.


Film+++---
Bild+++---
Ton++++--
Bonus+-----


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Mimic 2
Mimic 3 - Sentinel
Mimic
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