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USA 2000
Originaltitel:Whole nine yards, The
Länge:95 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Jonathan Lynn
Buch:Mitchell Kapner
Kamera:David Franco
Musik:Randy Edelmann, Gary Gold
SFX:Ryal Cosgrove
Darsteller:Matthew Perry, Bruce Willis, Amanda Peet, Natasha Henstridge, Rosanna Arquette, Michael Clarke Duncan, Kevin Pollak
Vertrieb:Fox
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
- Deutsche und englische Untertitel
- Trailer (1:52 min)
- Interviews (12:59 min)
Der junge Zahnarzt Nicholas Oseranski führt ein unglückliches Leben in einem ruhigen Vorort von Montreal, denn seine Frau nimmt ihn nach allen Regeln der Kunst aus und "Oz" fühlt sich minderwertig. Seiner neuer Nachbar Jimmy Jones scheint seine Problem nur noch zu verschlimmern: Hinter ihm versteckt sich der bekannte Auftragskiller Jimmy "Die Tulpe" Tudeski, ehemaliges Mitglied der Gogolak Gang. Getrieben von seiner geldgierigen Frau macht sich Oz auf dem Weg nach Chicago zu Jimmys ehemaligen Arbeitgeber, der von Tudeski verraten wurde und nun ein hohes Kopfgeld auf ihn ausgesetzt hat. Doch das Treffen läuft nicht so wie geplant und Oz fliegt zusammen mit den Gogolaks im Nacken zurück nach Hause zurück, wo seine Frau sich schon mit Tudeski wegen Oz' Lebensversicherung arrangiert hat. Und die Tatsache, dass Oz mit Tudeskis in Trennung lebender Frau geschlafen hat, macht die Sache noch komplizierter ...
Eine nette beschauliche Komödie mit respektablem Staraufgebot, die als wilder und beißender betrieben wurde, als sie letztendlich dann ist. Schwarzer Humor und Profikillern, sowie eine Fish-out-of-water-Geschichte, gewürzt mit namhaften Gesichtern sollte Qualitätsarbeit sein, kommt hier aber über weite Strecken nur harmlos rüber.
Dabei ist die Konstruktion der Killerstory recht erfreulich, mit vielen schönen Charakteren aufgepeppt, von denen diverse ein doppeltes Spiel spielen. Doch obwohl hier nicht selten nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint, kommt es dennoch zu zu wenigen Aha-Erlebnissen und echten Überraschungen, sondern resultiert nur in einem munteren Dahinplätschern, das beständig zum Schmunzeln anregen kann. Es ist einfach zu selten wirklich grell und bissig, was hier abgeht und die versprochene verwickelte Story, die den Hauptcharakter über immer neue Leichen stolpern lassen soll, letztendlich doch zu simpel konstruiert, so dass man schon von Etikettenschwindel sprechen kann.
Zumindest haben aber wohl alle Beteiligten ihren Spaß gehabt, denn die Spiellaune ist ungebrochen und das über die volle Länge. Dabei hat Bruce Willis leider am wenigsten zu tun, denn so wenig gab selten ein Charakter her, außer Coolsein vielleicht. Andererseits ist der Film auch viel zu sehr auf "Friends"-Star Matthew Perry zugeschnitten, der als armer, bisweilen slapstickhaft trotteliger Tropf durch die Kulissen stolpert. Perry hat sichtlich keine Mühe, denn er spielt strenggenommen seinen Charakter aus der Sitcom nach, nur dass ihn alle Oz und nicht Chandler nennen. Trotzdem gibt der Supportcast reichlich Lichtblicke her: Michael Clarke Duncan macht der massive Killer sichtlich Freude, Rosanna Arquette spielt das mörderische Luder so richtig schön und Kevin Pollak darf ebenso vom Leder ziehen, wie die überaus bezaubernden Natasha Henstridge und Amanda Peet genau treffend besetzt sind.
Nur leider erweckt die Story den Anschein doppel- und dreifachbödiger zu sein, als sie tatsächlich ist. Der Aufbau ist recht schön und amüsant, gipfelt jedoch nach knapp drei Vierteln in einem superschnellen Shoot-Out, der anschließend nur noch einen Anitklimax rund um Liebe, Ehe und Tod zulässt, der mehr oder minder nur noch enttäuschen kann. Perry hampelt zu viel hin und her und ist zu sehr Loser, als das wir uns mit ihm identifizieren wollen und sonst gibt es leider keine durchgängie Figur, an die man sich hängen könnte. Ergo läuft der Film am Ende ziemlich seicht aus und lässt den Zuschauer mit enttäuschten Erwartungen zurück.

Auch hier lässt 20th Century Fox beim Bild nichts anbrennen und präsentiert "Keine halben Sachen" in einer farbfreudigen, kontrastreichen und scharfen Bildqualität, die lediglich in der Detailschärfe kleinere Ungereimheiten und bei einigen Szenen im Hintergrund leichtes Rauschen durchschimmern lässt, was den Filmgenuss des anamorphen Breitbildes, dass keinerlei Anzeichen von Materialfehlern aufweist, aber nicht wesentlich mindern sollte.
Der deutsche Dolby Digital 5.1-Ton unterscheidet sich kaum vom Originalton und ertönt genauso sauber und kräftig aus den Boxen, wobei der Hauptteil auf der Front liegt. Gute Dialogverständlichkeit und eine warme, aber nicht krachende Bassuntermalung machen sich positiv bemerkbar, einige Umgebungsgeräusche und die Musik sorgen ansatzweise für Arbeit für die hinteren Speaker, leider gibt es aber nur wenige Momente, die das Prädikat "Raumklang" wirklich verdienen. Wer darauf in einer Komödie verzichten kann, der denke sich beim Ton 5 statt der 4 Punkte. Freundlicherweise liegen deutsche und englische Untertitel bei, wobei die englischen in schwarzer Schrift mit weißer Umrandung dargestellt werden und daher nicht wirklich gut lesbar sind.
Neben dem Kinotrailer im Vollbild gibt es nur Film-Interviews mit Bruce Willis, Matthew Perry, Natasha Henstridge, Michael Clarke Duncan, Amanda Peet und Jonathan Lynn zu entdecken, aber leider nur in englisch und ohne Untertitel. Da die 6 Personen innerhalb von 13 Minuten abgehandelt werden, ist der Informationsgehalt nicht wirklich hoch und bis auf die komödiantischen Aussagen von Matthew Perry kann ich hier nichts außer Lobhudeleien entnehmen. Das Menü ist ebenso spartanisch als Standbild mit Musikuntermalung aufgebaut und leider hat es der Audiokommentar der US-DVD nicht auf die deutsche Veröffentlichung geschafft.

Natürlich kann man sagen, dass man hier einmal nicht vom Bombast erschlagen wird, aber ein paar mehr Ecken und Kanten, treffende Spitzen oder aufregende Wendungen sind einfach Standard und so wird das Ganze nur die Harmlosesten unter den Zuschauern wirklich gefallen können, denn es zeigt sich kaum Blut und der schwarzhumorigen Geschmacklosigkeiten gibt es auch nicht viele und wenn, werden sie kaum akzentuiert. "Keine halben Sachen" ist also ein Konsumfilm, an dem es wahrlich kaum etwas zu genießen gibt, der aber auch keinen Ärger hervorruft. Höchstens enttäuschte Erwartungen, was teilweise auch auf die DVD zutrifft, denn trotz guten Bild- und Toneindrücken ist das Bonusmaterial einfach nur langweilig.


Film+++---
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus+-----


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