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USA 1999
Originaltitel:Galaxy Quest
Länge:98 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Dean Parisot
Buch:David Howard, Robert Gordon
Kamera:Jerzy Zielinski
Musik:David Newman
SFX:Industrial Light & Magic, Stan Winston
Darsteller:Tim Allen, Alan Rickman, Sigourney Weaver, Enrico Colantoni, Tony Shalhoub, Sam Rockwell, Daryl Mitchell, Robin Sachs
Vertrieb:DreamWorks
Norm:PAL
Regionalcode:2,4
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
- 4seitiges Booklet
- Trailer (1:48)
- Am Drehort im All (10:04 min)
- Cutting From Floor (9:37 min)
Die alternden Science Fiction-Helden rund um Commander Peter Quincy Taggart sind schon seit Jahren nicht mehr mit ihrer ehemals erfolgreichen TV-Serie "Galaxy Quest" zu sehen, zehren aber bei Fan Conventions noch vom Ruhm der damaligen Zeit. Dort treffen sie auf eine sich seltsam verhaltende Gruppe mit der Bezeichnung Thermianer, die die Hilfe ihrer Helden benötigt. Was für die Galaxy Quest-Crew anfangs noch wie ein weiterer Publicity-Auftritt aussieht, entpuppt sich als echtes Weltraumspektakel, denn ihre außerirdischen Freunde haben ihr eigenes Leben und die notwendige Technologie den "historischen Übertragungen" nachempfunden, die sie vor Jahren von der Erde empfingen. Gepresst in eine Vorbildrolle müssen Cmdr. Taggart, Lt. Tawny Madison, Dr. Lazarus, Sgt. Chen, Chief Roc Ingersol und Lt. Laredo plötzlich ihre TV-Rollen Wirklichkeit werden lassen und sich dem grauenvollen General Sarris stellen, der die Thermianer in ihrer Existenz bedroht.
Wenn man sich in dem Rummel rund um "Star Trek" oder einer anderen erfolgreichen TV-Serie (SF bevorzugt) auskennt, dann weiß man "Galaxy Quest" zu schätzen. Wenn man weiß, wie fanatisch die Fans sind, wie vorgeformt die Schemata, wie ausweglos die endlose Reise zu den Cons. Wenn! Wenn nicht, droht hier komödiantisches Unverständnis.

"Galaxy Quest" ist endlich mal ein Film in dem Tim Allens witzige Qualitäten aus seiner "Home Improvement"-Serie zur Geltung kommen, ohne dass man den ganzen Film an ihn hängen muss. Das liegt daran, dass der Witz aus der Story entsteht, der Entführung einer Seriencrew durch eine Alienrasse, die ihre TV-Folgen für erlebte Tagebucheinträge hält und das große Raumschiff nachgebaut hat. Sicher ist der Film auch auf dem Fundament bekannter Schemata aufgebaut: die müden Helden, die sich selbst überwinden, gut sein wollen, einmal wirkliche Helden sein; die erleben, dass der Schein zu großen Taten befähigen kann, aber die Parallelen zu "Star Trek" sind darüber hinaus so hinreißend, dass man die ganze Zeit einfach nur grinsen kann. Allen parodiert als publicitysüchtiger Captain William Shatner, der "Star Trek" ja auch immer als seinen eigenen Erfolg verbuchte und stets im Rampenlicht stand. Rickman spielt unter Selbstaufgabe jeglichen Ernstes Nimoy, den seine Rolle als Alien anwidert, während Sigourney Weaver als "Tit Interest" darunter leidet, Computertexte nachzusprechen und gut auszusehen. Dazu kommen natürlich noch ein Doktor, ein Steuermann und nicht zuletzt in der Inkarnation aller Kleindarsteller ein Fan, dem plötzlich eine größere Rolle zukommt, als ihm lieb ist. Und selbst den jungen Fanatikern widerfährt hier endlich ein wenig Gerechtigkeit.
Selbstverständlich ist das kein Neuland des Witzes, das hier entdeckt wird, aber wer sich in der Materie auskennt, wird Parallelen zu fast jeder Szene erzählen können, falls das unkundige Publikum sie hören will. Dazu gibt es ein paar feine Alien-Ekel-Gags und reichlich anatomisch-kulturelle Missverständnisse zwischen Menschen und Aliens, die aber nie in den Gross-Out-Sektor abrutschen. Die Raumfahrt-FX sind insofern tadellos, als dass sie eigentlich (zum Glück) nur ein nettes Zubrot zum Rest darstellen.
Leichte dramaturgische Schwächen tun sich natürlich auch auf: so sind die Gegner trotz ihrer Monstrosität leider ein wenig zu karikaturenhaft-witzig gezeichnet, um wirklich eine Bedrohung darzustellen und wenn sie dann wirklich grausam werden, scheint das nicht zu passen. Auch werden sich die Logiker fragen, wie das freundliche Alienvolk es schaffen konnte, ein Raumschiff aus einer TV-Serie mit einer vollkommen unbekannten und unerforschten Vorrichtung, die nie erklärt wurde, nachzubauen, so dass sie auch noch funktioniert, ohne dass die Aliens es selbst wissen.
Für den Rest des Films kann man aber gniggernd in der Ecke liegen und sich freuen, wenn am Ende ein echtes Raumschiff in ein SF-Con einbricht und die Fans das für einen Riesentrick halten, Rickman seine eigene Seriennahrung nicht schmecken will (sie hat acht Beine und vollführt Kopfsprünge im Essen!), Allen in besoffener Seligkeit seine Gegner gegen sich aufbringt und Weavers Klamotten im echten Kampf wieder so aufreißen, dass es für ihre Brüste am auffälligsten ist.

Die deutsche DreamWorks-DVD präsentiert "Galaxy Quest" in einer sehr gute Schärfe mit gut erkennbaren Details und einem beinahe defektfreien Bild. Die Farben wirken zwar sehr realistisch, aber auch ein wenig blass und passen sich somit dem technisch kalten Look des Filmes an. Andererseits sind vor allem die Computeranimationen und die Szenen auf der Erde recht farbfreudig gestaltet. Ein leichtes Bildrauschen ist vor allem im Hintergrund zu sehen, sollte den Sehgenuss aber nicht stören. Auch die Kompression arbeitet weitgehend verlustfrei und weist nur in wenigen Szenen ein leichtes Blockrauschen auf. Die einzigen Nachzieheffekte, die man zu Gesicht bekommen wird, sind die, bei denen sich das Schiff mit Lichtgeschwindigkeit durch den Weltraum bewegt. Mit einem guten Kontrast ausgestattet, der stets eine gute Helligkeit mit differenzierten Abstufungen, gehört dieses Bild in die Kategorie "sehr gut mit kleinen Schwächen".
Im Bereich Ton bietet das Science Fiction-Thema eine Menge Effekte, die mitsamt der druckvollen, orchestral-bombastischen Musikuntermalung einen guten Raumklang erzeugen. Zwar dominieren der Stereobereich und vor allem die klaren, den Center ausfüllenden Dialoge, aber die eingesetzten Effekte wie Sternengefechte, durch Raum zischende Töne oder Halleffekte bieten von Zeit zu Zeit eine richtig gute Untermalung des Geschehen. Der Originalton unterscheidet sich kaum von der deutschen Version, hat aber wesentlich direktere Dialoge und ein paar weniger übertriebene Stimmen. Optional einstellbar sind Untertitel, leider aber keine deutschen.
In der Bonussektion befindet sich neben dem 4seitigen Booklet, welches auf 2 Seiten Produktionsnotizen enthält, das Making Of, welches eine unspektakuläre Vorstellung des Films und der Darsteller ohne großen Informationsgehalt ist. Viel erfährt man hier nicht, man kann diese 10 minütige Werbung als getrost auslassen. Die ca. 10 Minuten geschnittenen Szenen sind da schon interessanter, wenn sie auch als Rohmaterial in mäßiger Bildqualität vorliegen. Der beiliegende Trailer ist genauso wie das schlichte Menü anamorph. Alle Extras haben lediglich eine englische Tonspur und wiederum keine Untertitel.

Falls es einen "Star-Trek"-Fan gibt, der "Galaxy Quest" nicht witzig fand...er tut mir leid! Die DVD macht zwar einen etwas lieblos zusammengestellten Eindruck und kommt nicht an die Ausstattung der US-Scheibe heran, hat aber sehr gute Bild- und Tonqualität, weswegen eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden kann.


Film+++++-
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus++----


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