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USA 2001
Originaltitel:Swordfish
Alternativtitel:Operation: Swordfish
Länge:99:11 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:R-Rated
Regie:Dominic Sena
Buch:Skip Woods
Kamera:Paul Cameron
Musik:Christopher Young, Paul Oakenfold
Darsteller:John Travolta, Hugh Jackman, Halle Berry, Don Cheadle, Vinnie Jones, Sam Shepard
Vertrieb:Warner
Norm:NTSC
Regionalcode:1
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Englisch, Französisch
Specials:
- Engl., frz. und span. Untertitel
- Audiokommentar von Dominic Sena
- 8 Filmografien
- Making Of (15:03 min)
- The Effects In Focus (8:16 min)
- 2 alternative Enden mit opt. Audiokommentar (5:57 min)
- Trailer (2:13 min)
- Hidden Features
- DVD-ROM-Teil
Der ehemalige Computerhacker Stanley Jobson darf keinen Computer mehr anrühren, andernfalls droht ihm die Gefängnisstrafe. Doch der charismatische Agent Gabriel bietet ihm 10 Millionen Dollar an, wenn er ihm den Zugriff auf brachliegende Regierungsgelder verschafft, die er dann zur Terrorismusbekämpfung einsetzen will. Mit seinem Verdienst könnte Stanley mühelos das Sorgerecht seiner Tochter vor Gericht zurückgewinnen, andererseits ist er von der Glaubhaftigkeit von Gabriel, der durch seine kompromisslosen Methoden auffällt, nicht ganz überzeugt. Zum Zwecke des elektronischen Geldtransfers muss sich nämlich eine geeignete Datenanbindung finden - und die befindet sich gerade in einer gut besuchten Natonalbank...
Beim besten Willen, aber John Travolta spielt nur noch in irgendwelchem Schrott mit! Die letzte Schote, die man sich antun konnte, ist der furchtbare "Swordfish", ein weiterer gelackt auf Hochglanz polierter, seelenloser Action-Klon, der seine Sympathien und die beiliegenden Ideologien recht zweifelhaft verteilt. Soll ich das jetzt gut finden?

Aber erst mal zusammmenfaselnd aufreihern: Jonnie ist ein mehrfach getarnter dicker Max, der sich, von einem Senator gedeckt, mal eben 1,9 Mrd. USD ungerechtfertigt lagernde US-Zinsen einverleiben will, die aus sinistren Transaktionen stammen. Dabeiist er äußerst trickreich, hyperintelligent, voller Winkelzüge und selbstverständlich beschissen überheblich (denn er wird ja von Travolta gespielt, der diesen Charakter nun mindestens schon fünfmal ohne jegliche Variation hat aufleben lassen). Um die Kohle zu kaschen, braucht er den besten Hacker, eben Jugh Hackman, Entschuldigung, Hugh Jackman, der wegen früherer Delikte nicht mal mehr E-Banking machen darf und deswegen ständig Sorgerechtsprozesse wegen seiner Tochter gegen die dauerbesoffene Ex-Ehefrau und Neu-Daddy Porno-Produzent verliert. Mit 10 Mille könnte er aber mindestens Fish und Cage engagieren, wenn nicht McKenzie und Brackman, weswegen er notgedrungen bei dem Deal mitmacht.
In dieser Phase verliert der Film schon jeden Kredit, wenn Jackman sein Talent am Computersystem des Verteidigungsministeriums beweisen muss, nur eine Minute Zeit hat, während ihm eine Blondine gerade einen bläst. Willkommen auf dem Oberflächenniveau aus der untersten Schublade. Ach, muss ich noch erwähnen, dass man in einer völlig überflüssigen Szenen dreimal Halle Berrys nackte Titten sehen kann (die aber wenigstens besser aussehen als der Rest vom Film)? Nicht? Immerhin ein Anreiz!
Weil aber so ein selbstgebastelter Computerwurm nicht gerade 90 Filmminuten ausmacht, dient der Rest der Handlung zur langsamen Enttarnung von Travoltas Charakter, der Allemachung des Senator, der seinen besten Mann gar nicht mehr lieb hat und dem finalen Coup, bei dem man vom "Clou" bis "Speed" alles zusammengeklaut hat, was gerade nicht unter Copyright stand. Eingerahmt wird das vom Showdown (Rest wird durch Rückblenden erzählt), der sogar Bullet Time zu bieten hat (übrigens eine schöne Szene), und zum Ende hin fertig erzählt wird.
Und die Moral von der bitteren Geschicht? Travolta entkommt mit einem Dreh, der uns schon zur Filmmitte schmackhaft gemacht wird, mit der "guten" Begründung, mit dem Geld jetzt weltweit Terroristen wegzupusten, was er dann auch tut. Dafür darf er vorher ein paar Bankgeiseln mit C4 und Elektronikhalsband pulverisieren, aber Opfer gibt's ja immer und so, wie uns das hier erzählt wird, hat eh die uneinsichtige Polizei Schuld.
Jackman kriegt sein Töchterlein, weil den Rest der Familie ein mildtätiger Unbekannter umgenietet hat und fährt vonnun an quer durch die Staaten, obwohl er breiteste Ausreiseverbot aus dem eigenen Staat hat. Und wir sitzen da mit dem wohl am dicksten aufgetragenen Zynismus seit langem auf Zelluloid (oder ähnlichem Material) und sollen uns darüber freuen, besonders nach dem 11.September? Das ist schon widerlich berechnend. Nebenbei geht uns der Streifen neben seiner Ultra-Coolness noch mit seinem hippen Hochglanz-Style modernster Elektronik auf den Geist und der sinistren Entscheidung einen bräunlichen Sepiafilter über alle Bilder zu legen, was wohl ein ganz südlicher Look sein soll. Und Vinnie Jones darf in drei Szenen böse in die Kamera gucken! Wirklich schön passend allerdings die Eingangsszene, in der Travolta mit nicht gezeigten Personen in einem Coffeshop darüber resumiert, daß es keine guten Filme mehr gibt wie noch in den Siebzigern. Allerdings geht einem die Ironie erst später auf, denn wenn die Schlußtitel erst mal laufen, weiß man, wie recht er hat, denn so ein aufpolierter Scheiß wäre 1975 noch nicht möglich gewesen.

In Sachen Bild wird absolute Spitzenklasse geboten bei dieser DVD. Neben einer sehr detaillreichen Schärfe, die selbst feineMuster unverfälscht darstellt, und einem störungsfreien, anamorphen Bild fallen vor allem die kräftigen, leicht übercolorierten Farben (oft bräunliche und hellgrüne Töne) auf, die den Film zu seinem hippen, futuristischen Anstrich verhelfen sollen. Ein einwandfreier Kontrast und ein praktisch nicht existentes Bildrauschen gehören natürlich auch zu einem Bild der Spitzenklasse, welches der Höchstwertung von 6 Punkten absolut würdig ist!
Wow, auch beim Ton rockt die Luzi, anders kann man es kaum sagen. Schon in der anfänglichen Actionsequenz, wo wir eine Explosion in Zeitlupe und 360°-Rundumansicht sehen, knallt der Ton aus allen Boxen und die Kugeln scheinen um den Zuschauer zu zischen, als würde er mitten im Bombenkrater sitzen. Der Sound ist heftig und lässt den Subwoofer viel Platz für einen ordentlich rumpelnden Tiefenklang. Und zwischen den gelungenen Effektszenen sind natürlich noch Freiräume für eine gute Dialogverständlichkeit über den Center, die je nach Bedarf auf die anderen Lautspecher gelegt wurde. Einzigstes Manko hierbei ist, dass manche Effektpausen zu lange andauern und währenddessen fasst gar nichts auf den hinteren Speakern passiert. Trotzdem ein sehr gut.
Das Menü der DVD ist schlicht gehalten und will mit Technikbegriffen locken. In den Extras findet sich ein Making Of, produziert vom Sender HBO, welches sich als schnell geschnittenes Special herausstellt, dass viele Leute kurz resümieren lässt, viele Sachen aber nur oberflächlich anschneidet. Der Informationsgehalt ist recht gering, dafür ist die optische Präsentation ansprechend. Das Effects Special ist hier doch tiefergehender und zeigt die Entstehung einiger Tricks. Doch auch hier bleibt zu wenig Zeit, um auf die Themen näher einzugehen. Dies will der Audiokommentar wieder wett machen, bei dem sich Regisseur Dominic Sena wacker über die gesamte Spielzeit hinweg schlägt und Interessantes zum Film offenbahrt. Dabei geht es mehr um das "Warum wurde etwas getan" als um das "Wie hat man es umgesetzt" und längere Pausen gibt es trotz Ein-Mann-Besetzung praktisch nicht. Die zwei beiliegenden, teilweise unbearbeiteten Alternativenden werden auch gleich von ihm kommentiert und unterscheiden sich nur in kleineren Szenen voneinander. Trotzdem schön, dass es solche Extras zu sehen gibt, zudem noch auf einer sonst spartanisch ausgestatteten Warner-SnapperCase-DVD. Hinzu kommen 8 Biografien, der Trailer in DVD-Qualität, einige interessante Hidden Features und der DVD-ROM-Teil mit üblichen Links und dem direkten Zugriff auf die Hidden Features.

"Password: Swordfish", so der deutsche Titel, wurde auf Grund seines brisanten Inhaltes kurz vor der regulären Uraufführung aus dem Programm genommen. Wer ihn aber kurz vorher in einer Vorabpremiere oder wie ich am 10. September 2001 in einer Sneak sehen durfte, für den werden die Parallelen zur damaligen Nachrichtenlage erschreckend genau sein. Alle diejenigen, die sich davon nicht abschrecken lassen, bietet "Swordfish" Technikfirlefanz und explosive Hochglanz-Action, wie sie oberflächlicher nicht sein könnte, der auf DVD eine meisterhafte Umsetzung erfahren hat.


Film++----
Bild++++++
Ton+++++-
Bonus++++--


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Swordfish
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