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UK 1954
Originaltitel:Men of Sherwood Forest, The
Länge:74:13 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 6 Jahre
Regie:Val Guest
Buch:Allan MacKinnon
Kamera:Walter J. Harvey
Musik:Doreen Carwithen
Darsteller:Leonard Sachs, Don Taylor, Reginald Beckwith, Eileen Moore, David King-Wood, Douglas Wilmer, Harold Lang, Ballard Berkeley
Vertrieb:e-m-s/Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
- World of Hammer: Costumers
- Filmprogramm 1 (Slideshow)
- Filmprogramm 2 (Slideshow)
- Bildergalerie
- Werberatschlag
Wir schreiben das Jahr 1194: König Richard wird auf den Kreuzzügen überwältigt und seitdem in Deutschland gefangen gehalten. Seinem Bruder John kommt dies sehr gelegen, möchte er doch selbst auf den Thron von England. Aus diesem Grund bezahlt er nur die Hälfte des geforderten Lösegeldes, in der Hoffnung, die Entführer würden seinen Bruder umbringen.
Durch 2 Zwielichtige, sich als Edelmänner ausgebende Gestalten erfährt Robin Hood von der Gefangennahme Richards. Doch kaum in Deutschland angekommen, wird Robin selbst verhaftet. Man klagt ihn des Mordes an Sir Fitzroy an. Doch Fitzroy war selbst ein Anhänger Richards und wollte seinen König aus dem Gefängnis retten. Irgendjemand scheint alle von Richards treuen Ergebenen auszuschalten.
Unter der Mithilfe von Lady Alys und Robins treuen Gefährten gelingt Hood die Flucht aus dem Gefängnis. Wie er schon bald erfahren muss, ist John nicht der einzigste, welcher am Ableben des Königs Interesse hat. Denn hinter den beiden Edelmännern, die Robin auf die Verhaftung Richards aufmerksam machten, steckt niemand anderes als Sir Nigel und der Count von Morraine, und die beiden haben ganz eigene Pläne für die Krone Englands.

Die Stunde von König Richards scheint geschlagen zu haben ...
Dies ist Val Guest zweite Regiearbeit für die Hammer Studios von insgesamt vierzehn Spielfilmen und zwei Fernsehnproduktionen. Eine ganz schöne Stückzahl, wenn man bedenkt, dass er keinen Vertrag mit dem Studio hatte.
Mit "Men of Sherwood Forest" liefert er uns einen netten Kostümfilm ab, der für Nostalgiker Pflichtlektüre ist. Die Hammer Studios machten es einem aber nicht sehr leicht, vor allem den Robin Hood-Kennern und Liebhabern, da man hier einige altbekannte Dinge einfach geändert hatte. So hat man komischerweise Maid Marian und den Sheriff von Nottingham komplett weggelassen, was beim Schauen zwar auffällt, jedoch nicht unbedingt übel aufstößt. Ganz im Gegenteil, der Film weiß immer noch recht gut zu unterhalten, auch wenn man sich natürlich auf den Flair eines so alten Strumpfhosenfilmes einlassen muss und gerade die jüngere Generation seine Problem mit dieser Verfilmung haben wird.
Für mich persöhnlich ist "Robin Hood - Der rote Rächer" nicht sonderlich interessant, was aber nur daran liegt, dass ich mit der klassischen Robin Hood-Geschichte nur wenig anfangen kann und wenn dann durfte es nur "Robin Hood - König der Diebe" von 1991 mit Kevin Costner sein. Daneben war das Einzigste, was ich mir in dieser Richtung anschaute, die englische Fernsehserie "Robin Of Sherwood", die in den Jahren 1983 bis 1985 endstand. Richard Carpenter schuf diese Serie, die den Legenden um den edlen Banditen aus den Wäldern von Sherwood erstmals einen Fantasy-Anstrich gab und zudem Wert darauf legte, das England der Kreuzzüge nicht als schöne Idylle darzustellen, sondern als von Armut und tyrannischen Herren geknechtetes Land. In den ersten beiden Staffel spielte Michael Praed die Titelrolle des Robin Hood, in der dritten Staffel übernahm Seans Sohn Jason Connery die Rolle des "Hooded Man".

Aber kommen wir zurück zu den Hammer-Produktionen. Don Taylor übernahm hier als zweite Wahl die Rolle des Robin Hood, angeblich aber nur, weil er mit Bart und Perücke aussah wie Errol Flynn und ihn auch imitieren konnte. Er war aber auch der Einzigste am Set, der wirklich reiten konnte, was schon amüsant genug ist, vor allem da man sich bei den Actionszenen trotz Stuntmans zahlreiche Knochenbrüche zuzog. Ursprünglich war Richard Green für die Rolle des Robin Hood geplant, dieser konnte zu dem Zeitpunkt aber nicht, da er für eine Robin Hood-TV-Serie am Drehen war.
Don Taylor dürfte den meisten eher als Regisseur bekannt sein und inszenierte Aanfang der 60er bis Ende der 80er mehr als 50 Filme, unter anderem "Flucht vom Planet der Affen", "Damien: Omen 2" und "Die Insel des Dr.Morau" (Die Lancaster-Version). Seine schauspielerischen Höhepunkt hatte er 1948 mit Jules Dassins "The Naked City". Don Taylor verstarb am 29. Dezember 1998 in Los Angeles an Herzversagen und dies blieb seine einzigste Rolle für die Hammer Studios. Reginald Beckwith als Bruder Tuck ist ein kleines Highlight in "Robin Hood - Der rote Rächer " und sorgt für die witzigen und unterhaltsamsten Momente, in dem er die Soldaten um Sir Nigel und dem Count von Morraine mit Glückspiele reinlegt. Reginald Beckwith spielte noch in sechs weiteren Hammer-Filmen mit, in dem Val Guest Regie führte, unter anderem "They can't hang me" von 1955. Aber auch in dem Horror-Klassiker "Der Fluch des Dämon" (1957) und in dem James Bond-Abenteuer "Feuerball" sieht man sein Gesicht. In dem verschollenen Hammer-Film "The Ugly Duckling"(1959), welcher eine Comedy-Version des Jeckyll/Hyde-Themas war, sah man ihn neben "Carry On"-Regular Bernard Breslaw, der in "Men of Sherwood Forest" seine erste Statistenrolle hatte. Am 2. Juni 1965 verstarb Beckwith leider im Alter von 57 Jahren.

"Robin Hood - Der rote Rächer " ist bei weiten einer der schwächsten Hammertitel, jedoch zu seiner Zeit sehr erfolgreich. Man dachte sogar an eine eigenen Bruder Tuck-Film, zu dem es aber nie kam. Lediglich drei weitere Robin Hood-Filme folgten 1960, 1967 und 1969. Letzterer hieß "The Legend of Robin Hood" und war eine TV-Produktion mit David Warbeck, an dem die Studios im Nachhinein die Rechte erwarben.

Die Nummer 5 der Anolis Hammer Edition bietet uns wieder eine sehr schönes Cover-Design mit dem original Kinomotiv aus dem Jahre 1956, sowie ein schön geschriebenes und informatives Booklet von Uwe Uber.
Das Bild der mittlerweile 49 Jahre alten Hammer Film-Produktion kann natürlich nicht mit den heutigen DVD-Produktionen mithalten. Der Rauschfaktor ist relativ gering ausgefallen, was wohl am Einsatz von Rauschfilter liegt, jedoch geht dies oftmals zu Lasten der Schärfe, denn das Bild wirkt streckenweise unscharf und zieht an einigen Stellen etwas nach. Die Farben wirken natürlich und recht kraftvoll, leider kann der Kontrast nicht immer überzeugen, worunter die Detailschärfe deutlich leidet.
Stellenweise ist ein leichtes Bildwackeln wahrzunehmen sowie einige Verschmutzungen und Defekte, was bei einem so alten Film aber auch nicht verwundern sollte. Bei der 15. Minute gibt es jedoch eine sehr starke Bildstörung in der Mitte des Bildes mit gleichzeitigen starken Wackeln auf der rechten Bildseite (siehe Foto). Die ist aber nur für wenige Sekunden so und fällt zwar negativ auf, kann aber wiederum auf Grund des hohen Alters des Masters etwas lockerer gesehen werden.


Der deutsche Monoton kommt sehr verständlich aus dem Center, klingt jedoch etwas blechern und auch der Rauschfaktor ist etwas hoch ausgefallen. Hier kann man mehr den englischen Originalton empfehlen, der etwas sauberer und natürlicher klingt, da es sich hier nicht um eine Synchronisation handelt. Aber auch hier ist geringes Rauschen wahrzunehmen. Die damals geschnittenen Dialogszenen wurden im Originalton belassen und deutsch untertitelt, da es keine deutsche Synchronisation dafür gab. Die Untertitel kann man natürlich optional an und ausschalten.
Als Bonus gibt es diverse Bildergalerien, mit Werbematerial und Kinoaushangfotos, sowie die "World of Hammer"-Dokumentation "Constumers", in dem es um die Kostümfilme von den Hammerstudios geht. Das alles ist zwar nicht besonders viel, jedoch konnte man kaum mehr erwarten bei einem Film dieser Art und dieses Alters, obwohl der Originaltrailer noch wünschenswert gewesen wäre.


"Robin Hood - Der rote Rächer" ist bisher der schwächste Teil der noch jungen Hammer Edition von Anolis. Der Film ist mehr was für eingefleischte Hammer Film-und Robin Hood-Fans und die Bildqualität weist einige Mängel auf, kann aber fürs Alter als recht gut betitelt werden, außerdem stammt dieses PAL-Master direkt von den Studios und man kann davon ausgehen, dass es kein besseres mehr gibt. Als Sammler kann man schon froh sein, dass diese alten Schätzchen überhaupt noch erscheinen und somit für die Nachwelt festgehalten werden. Viele werden sich diesen Titel aber allein schon wegen dem DVD-Rücken, der das Hammer Film-Logo ergibt, kaufen, alle anderen sollten vorher Probe gucken, da "Robin Hood - Der rote Rächer" sich gänzlich von den anderen Hammer-Titeln unterscheidet und "Helden in Strumpfhosen"-Verfilmungen nicht jedermanns Sache sind.


Film+++---
Bild++----
Ton++----
Bonus++----


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