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UK 1968
Originaltitel:Vengeance of She, The
Alternativtitel:Ayesha - Daughter of She
aka. Ayesha - The Return of She
aka. Jung, blond und tödlich
Länge:97 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Cliff Owen
Buch:Peter O'Donnell, Henry Rider Haggard (Romanvorlage)
Kamera:Wolfgang Suschitzky
Musik:Mario Nascimbene
Darsteller:Olinka Berova, Edward Judd, John Richardson, André Morell
Vertrieb:e-m-s/Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.66:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
- 4seitiges Booklet
- World Of Hammer: Lands Before Time (25:00 min)
- Bildergalerie (39 Bilder)
- Trailer (2:15 min)
- 2 TV-Spots (0:59 + 0:20 min)
- Soundtrack (19 Titel)
Die verwirrte Carol landet auf dem Boot eines reichen Schnösels. Der anwesende Psychologe Dr. Philip hat sofort ein Auge auf die reizende Blondine geworfen, die von schrecklichen Alpträumen geplagt wird, die sie an in das Königreich Kuma zurück zu locken versuchen. Der dortige unsterbliche Herrscher Killingkrates sieht in Carol die Reinkarnation seiner ehemaligen Gemahlin Ayesha und möchte sie durch die ewige Flamme von ihrer Sterblichkeit befreien. Dazu beauftragt er den Magier Kassim, Carol an seinen Hof zu locken und verspricht ihm dafür ebenso ewiges Leben. Doch der führt Böses im Schilde und bringt Carol durch Hypnose dazu, zu glauben sie wäre wirklich Ayesha. Wird Dr. Philip Carol aus diesem Bann befreien können oder wird -so wie es der Weise Zo-Tar prophezeit hat- das gesamte Volk dem Untergang geweiht sein?
Was bitte soll ich von diesem Film erwarten, bei dem mir beim Anblick des Covers schon die Trash-Alarmglocke unterschwellig das Hirn martert - oder warum hab ich den roten Sportwagen zwischen den Beinen der Peitschen schwingenden Diktatorin genauso wenig im Film wiedergefunden, wie die zwei anderen Motive? Ich möchte aber nicht voreilig urteilen, schließlich haben wir es hier mit einem Film aus dem Hause Hammer zu tun und dort sind so einige Klassiker erschienen, die auf den ersten Blick gar nicht als solche erscheinen.
Leider plätschert "The Vengeance Of She" in den anfänglichen 20 Minuten an mir vorbei wie das Wasser am Schiff. Zu wenig fesseln mich die Real-Life-Handlung und die flachen Psychoträume der Hauptaktrice. Eigentlich sogar sehr unüblich für einen Hammer-Film und für einen spannenden Abenteuerfilm erst recht. Nachdem die Darsteller aber ins richtige Licht gerückt wurden und die Wichtigen von den Bedeutungslosen getrennt wurden (beispielsweise durch einen Herzinfarkt), gewinnt man ein wenig an Fahrt und taucht ein in den mystisch angehauchten zweiten Teil, der durch Elemente wie Okkultismus plötzlich atmosphärisch dichter wird.

Nachdem Bondgirl und Doppelpol-Wunder Ursula Andress im Vorgänger namens "She" (in Deutschland besser bekannt unter dem Titel "Herrscherin der Wüste") ihre Qualitäten zur Schau stellen konnte, darf dieses Mal Olinka Berova als schüchternes Blondchen in die Hauptrolle schlüpfen, natürlich ebenfalls mit beachtlichen darstellerischen Fähigkeiten ausgestattet - oder verwechsel ich das jetzt mit ihrer Oberweite? Mit leicht weinerlichen Gesichtszügen stolpert sie von einem Setting zum Nächsten und hat dort dann auch mehr repräsentative Funktion als wirkliches Schauspieltalent zu beweisen. Insgesamt wird eine breite Palette von Charakteren abgedeckt, vom weisen Gelehrten Zo-Tar über die verstoßene Geliebte des Königs bis hin zum Erzschergen Kassim ist alles dabei, was für ein Fantasy-Epos von Bedeutung ist. Die Darsteller agieren sehr eigenwillig, eben so, wie man es von Abenteuer-Fantasy-Filmen dieser Zeit gewohnt war: die Mimik und Gestik hat einen starken Hang zur Dramatik und Actionsequenzen wie Kämpfe sind sehr schwerfällig und berechenbar ausgefallen. Aber das muss nicht unbedingt als schlecht gewertet werden, manche Leute mögen gerade diesen gekünstelten Touch. Was mich wirklich stört, ist der Score: Bei einigen Stellen mag die Musik passend eingesetzt sein, aber das ständig wiederkehrende Motiv, welches von diesem hodenlosen Minnesänger geträllert wird, nervt mich einfach nur noch. Da fühlt man sich an die Fahrstuhlmusik im Supermarkt oder an Softpornos der 60er erinnert.

Beim Bild dieser Anolis DVD aus der Hammer Edition sollte man keine Wunder erwarten. Zwar wurde das Master bereinigt und anamorph abgetastet, aber die Farben wirken oft sehr kalt, weil farblos. Besonders zu Beginn des Filmes in Szenen mit der Jacht erscheinen die Farben oft blass und die meisten Objekte zu dunkel. Später bessert sich dieses Manko ein wenig, aber die Schärfe ist sehr oft unterdurchschnittlich. Hinzu kommt das sichtbare Hintergrundrauschen. Positiv dagegen ist der geringe Verschmutzungsgrad des Bildmaterials. Bei all diesen Dingen muss man bedenken, dass der Film aus dem Jahre 1968 stammt und man sich sichtbar Mühe gegeben hat, aus dem Material doch noch ein gutes Bild herauszuholen, was nicht ganz geglückt ist.
Der Monoton wurde auf die zwei Frontlautsprecher gelegt und erklingt vor allem in der deutschen Version sehr deutlich, für meinen Geschmack etwas zu deutlich, denn die Synchronisation wurde per Holzhammer-Methode in die restliche Geräuschkulisse eingepasst. Zwar ist der englische Originalton, den man optional mit deutschen Untertiteln belegen kann, von schlechterer Qualität was Stimmen und Geräusch angeht (was wohl auch am höheren Alter liegt), dafür entgeht man den teilweise sonderbaren Übersetzungen der Synchronisation, was mir sehr viel Wert ist. Dass beide Versionen geringes Rauschen und kleine Unsauberheiten im begrenzten oberen Frequenzbereich wahrnehmen lassen, muss man eigentlich nicht extra dazu sagen.
Zum Hauptfilm gesellen sich allerlei Extras, wie die Bildergalerie mit einigen schönen Aufnahmen und Covern, den zwei kurzen TV-Spots, dem bildtechnisch beeindruckenden Trailer und dem kompletten Soundtrack, der von hier aus sehr viel besser klingt als aus dem Film heraus. Vor allem letzteres Feature dürfte für Fans von großer Bedeutung sein. Außerdem gibt es eine weitere Episode aus der englischen "World Of Hammer"-Reihe, die mit einem ca. 25minütigen Beitrag über Hammers Fantasy- und Geschichtsfilme jede Menge Filmausschnitte und einen kurzen Überblick über das Thema zur Verfügung stellt. Dem beiliegenden Booklet kann man eine Doppelseite mit informativen Einzelheiten über die Entstehungsgeschichte des Filmes entnehmen.

Den Klassikerstatus des Streifens (falls dieser überhaupt bestehen sollte) kann ich keineswegs bestätigen, denn qualitativ weit entfernt vom Original "She" bietet dieser Streifen nur ein mittelmäßiges, leicht durchschaubares Abenteuerepos, das mir vor allem wegen dem ersten Abschnitt missfällt. Wenn Fantasy, dann bitte richtig und nicht solche halbgaren Sachen. Die DVD an sich ist wieder sehr solide von Anolis umgesetzt worden. Zwar wurde bildtechnisch schon Besseres geboten, aber einerseits wird man schwerlich eine bessere Version in die Hände bekommen und andererseits werden Hammer Film-Fans sich diese DVD trotzdem besorgen müssen, ansonsten fehlt ihnen nämlich in dem Schriftzug, den die vollständige Reihe beim Aneinanderreihen der DVD-Seiten ergibt, das "A" ...


Film+++---
Bild+++---
Ton++----
Bonus+++---


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