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ESP 2000
Originaltitel:Corazón del guerrero, El
Länge:110 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Daniel Monzón
Buch:Daniel Monzón
Kamera:Carles Gusi
Musik:Roque Baños
SFX:Rodrigo Blaas
Darsteller:Fernando Ramallo, Neus Aseni, Joel Joan, Santiago Seguta, Javier Aller, Niko Lizeaga
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, dts 5.1, Dolby Surround
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch
Specials:
- Making of
- Original Trailer (deutsch/englisch)
- 2 Teaser
- Videoclip
- Storyboards
- Bildergalerie
- Filmografien
Es ist ein gefahrvoller Weg, den der Krieger Beldar und die Amazone Sonja beschreiten müssen, um das sagenumwobene Herz des Kriegers aus der Gruft der 1000 Augen zu stehlen. Zu spät erkennt Beldar die heimtückische Macht des Herzens. Dieses katapultiert ihn in das heutige Madrid - ausgerechnet in den Körper des 16-jährigen Ramon. Er und seine Freunde leben in der Welt der Rollenspiele. Fortan überkommen Ramon seltsame Träume, in denen er der unerschrockene Krieger Beldar ist. Realität und Illusion vermischen sich und bringen den vermeintlichen Helden in aberwitzigste Situationen. Doch dann wird aus dem Spiel blutiger ernst. Ramon bekommt eine wichtige Aufgabe: Er wird auserwählt, die Erde vor einem korrupten Syndikat zu bewahren. Jetzt kann er allen beweisen, dass in ihm das Herz eines Kriegers steckt.
Als ich anfangs "The Heart of the Warrior" gesehen habe, musste ich laut loslachen und dachte: geil, wieder so ein Trash-Film mit Barbaren, halbnackten Amazonen und dummen Dialogen. Der Anfang in der Krypta der 1000 Augen, in der der Krieger Beldar und die Amazone Sonja eindringen, ist einfach genial trashig und bietet schon einige Nettigkeiten für Fantasy-Fans, wie fliegende und sprechende Köpfe, sowie einen mumifizierten Wächter der zum "grausamen" Leben erwacht.
Plötzlich aber, als Beldar das hat, was er wollte, wechselt der Ort und man sieht ihn schreiend in einem Kinderzimmer aufwachen, seine Mutter kommt rein und bevormundet ihn. Ab da ist die Verwirrung groß, man wird aber schnell erlöst und sieht, dass der 16jährige Junge Ramon nur einen Alptraum hatte von seiner Rollenspielfigur. Im weiteren Verlauf erfahren wir aber, dass dies mehr ist als nur ein Rollenspiel. Es gibt 2 Dimensionen, die sich aufeinander auswirken. Beldar ist Ramon und Ramon ist Beldar.
Hier hat Regisseur Daniel Monzón einen kleinen Geheimtipp für Fantasy-Fans erschaffen und erzählt uns eine intelligente Story, die sich erst nach und nach entfaltet. Anfänglich denkt man noch, dass Ramon auf Drogen ist und nur noch in seiner Rollenspielwelt lebt und erst später sieht man, dass das alles mehr als ein gewöhnliches Brettspiel ist.

Hier zielt Daniel Monzón ganz deutlich auf die Hollywoodmaschinerie à la "Conan" und diverse Teenie-Filmen ab. Den Krieger Beldar kann man am besten als einen Conan-Verschnitt für Arme beschreiben und Sonja ... nun ja, kennt noch jemand den Kracher "Red Sonja"? Genau, sie hat rote Haare und heißt ebenfalls Sonja. Hier hat man sich erst gar nicht die Mühe gemacht den Namen zu ändern und lustigerweise ist sie in der einen Dimension eine Amazone mit großer Klappe und in der andern eine Prostituierte mit einer ebenso großen Klappe, doch bei weitem nicht so stark und mutig und übernimmt in unserer Welt mehr die Opferrolle. So ist es bei allen, die man im Film in beiden Dimensionen sieht, sie haben verschiedene Schwächen und Stärken in ihrer Welt. Noch dazu kommt, dass sämtliche Charaktere in "The Heart of the Warrior" total durchgeknallt sind und einer der verrücktesten Einfälle im Fim ist, als sich Beldar in seiner Welt eine Waffe gegen die Wächter bei einem Zauberer holen muss. Plötzlich geht ein Vorhang auf und man präsentiert einen TV und einen Body Trimmer, sowie einen modernen Kühlschrank, den der Magier aus der anderen Dimension hat mitgehen lassen und die Waffe die Beldar bekommt, ist eine Pepsi-Dose. Hier bleibt wirklich kein Auge trocken und trotzdem driftet der Film nie ins Lächerliche ab sondern hält immer die Balance zwischen Abenteuerfilm und Komödie.

Trotz den Unmengen an lustigen Szenen und Dialogen bekommen wir aber auch richtig heftige Sequenzen zu Gesicht, die eine FSK16-Freigabe rechtfertigen, auch wenn man denken könnte, der Film wäre rein storytechnisch für Kinder und Jugendliche, muss man aber sagen, dass allein wegen der Umsetzung der Story und den Dialogen der Film mehr was für ein reiferes Publikum ist.
Zwar sind 110 Minuten sehr lange für solch eine abgedrehte Story, aber Monzón schafft es, uns durchgehend zu unterhalten und uns am Ende sogar ein Spitzenfinale zu präsentieren, was ebenso überraschend wie amüsant wirkt. "The Heart of the Warrior" ist mal wieder ein Film aus Spanien, der Genre ähnliche Hollywood-Filme alt aussehen lässt und uns Hoffnung macht, auch in Zukunft innovative und erfrischende Genrebeiträge aus diesem Lande geboten zu bekommen.

Kommen wir nun zu DVD von der Firma e-m-s, die sich immer mehr dafür auszeichnen, besondere Filme für den Liebhaber des besonderen Filmes zu veröffentlichen. Die Bildqualität bei "The Heart of the Warrior" ist jedoch so ein Mittelding geworden. Die Schärfe schwankt zwischen gut und Durschnitt und auch der Kontrast kann nicht immer überzeugen. Die Farben wirken natürlich und Kompressionsartefakte fallen relativ selten auf. Leider ist der Rauschfaktor etwas zu hoch ausgefallen, dafür zieht das Bild aber nicht nach, guter durchschnitt halt ...
Der uns hier vorliegende deutsche Ton kann voll und ganz überzeugen. Der Dolby Digital 5.1 Track kommt mit einer hervorragenden Sprachverständlichkeit und einem fetten Tiefenbass rüber. Auch der Effektbereich bekommt einiges zu bieten und man beglückt uns mit einem sauberen Raumklang mit einer guten Dynamik. Die deutsche DTS-Spur wirkt in allem etwas lauter, bietet ansonsten keine großartigen Verbesserungen. Der Stereoton hat auch eine gute Dialogverständlichkeit und kommt sauber und klar aus den Speakern, jedoch hätte man hier auf diese Tonspur genauso wie auf die DTS-Spur verzichten können um mehr Platz für das Bild zu lassen. Die englische Synchronisation hätte ebenfalls niemand wirklich vermisst und klingt im Dialogbereich etwas leiser als die anderen. Auch der spanische 5.1 Mix klingt weniger kraftvoll und leiser als z.B. die deutsche 5.1-Spur. Hier fehlt es deutlich an Druck und Bass. Dafür kann man aber optional deutsche Untertitel ein- und ausschalten ...

Auch im Bereich Bonusmaterial bietet uns e-m-s eine ordentliche Ausstattung. Angefangen mit einem 17minütigen Making of zum Film, der uns einen kurzen Einblick hinter die Kulissen gewährt, sowie einige Interviews mit dem Regisseur und den Schauspielern zeigt. Dann gibt es 2 Original Teaser zum Film, den Original-Trailer, anwählbar in Deutsch oder Spanisch, sowie eine Bildergalerie mit 26 Bilder zu "The Heart of the Warrior". Dann dürfen wir uns noch 20 Storyboardzeichnungen und 4 Filmografien der Darsteller anschauen. Zum Schluss gibt es dann noch ein Musik-Clip von der spanischen Pop-Gruppe "Deviot", die im Übrigen auch im Film ihr Lied "Syrocase" vorführen.

Für alle Liebhaber besonderer Filme aus Spanien ist "The Heart of the Warrior" auf alle Fälle eine Pflichtanschaffung. Diejenigen unter euch, die mit Fantasyfilmen nicht viel am Hut haben oder sich gar dem Mainstream verschrieben haben, sollten trotzdem mal Probe schauen. Die DVD bietet uns einen sehr guten Ton und nettes Bonusmaterial, nur im Bereich Bildqualität hätte man sich etwas mehr Mühe geben können.


Film+++++-
Bild+++---
Ton+++++-
Bonus++++--


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